Neue Wolfsrudel in M-V bestätigt

Im Ergebnis eines intensiven Wolfsmonitorings des Landes aber auch durch die Bereitstellung von Wolfsdaten durch örtliche Jäger, Landwirte und Wolfsbetreuer konnten in den letzten Wochen neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern erlangt werden.

Aus dem Raum südlich von Güstrow – bei Kirch Rosin – konnte ein neues Wolfsvorkommen (Rudel) mit mindestens 3 Welpen bestätigt werden. Ein weiteres Rudel ist für den Bereich des Naturparkes Feldberger Seenlandschaft (im Übergangsbereich zum Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks) neu bestätigt worden. Mittels Fotofallen konnten hier neben 2 Altwölfen auch 5 Jungwölfe dokumentiert werden. Das Rudel trägt die Bezeichnung „Wokuhl“. Westlich von Greifswald gibt es erste Hinweise auf ein neues Paar, welches aber noch durch ein kontinuierliches Monitoring bestätigt werden muss.

Weiterhin liegen folgende Erkenntnisse zu bereits bekannten Wolfsvorkommen vor, welche unter anderem auch auf die kürzlich erfolgte erfolgreiche Besenderung von 2 männlichen Welpen im Bereich der Wolfsvorkommen Lübtheen und Grabow zurückgehen. Für das zuletzt als Paar bestätigte Vorkommen in der Lübtheener Heide konnte inzwischen mit zwei Welpen der Rudelstatus bestätigt werden. Die Wölfin dieses Rudels wurde 2016 als Welpe selbst in der Lübtheener Heide besendert (WF3 Emma) und ist heute noch an dem vorzeitig ausgefallenen Sendehalsband zu erkennen.

Vom Jasnitzer Rudel gelangen ab Ende September nur noch Nachweise einer dreibeinigen Jährlingsfähe (Welpe aus 2019). Ihr Gesundheitszustand ist trotz der verheilten Verletzung sehr gut. Seit dieser Zeit ist auch der besenderte Rüde des Rudels verschollen. Seit Anfang Oktober wurde ein neuer Rüde mittels Fotofallen gemeinsam mit der Wölfin dokumentiert. Damit verändert sich der Status dieses Vorkommens zunächst vom Rudel zum Paar.

Eröffnung Wolfspfad – neuer Erlebnispfad im Müritz-Nationalpark

Ein neuer Erlebnispfad im Müritz-Nationalpark vermittelt auf zwei aufregenden Kilometern Kindern und Erwachsenen fundiertes Wolfswissen. Er wurde am 03.09.2020 von Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, mit mit vielen Kindern sowie Andrea und Alexander Borchard vom Familotel Rookhus erprobt und eingeweiht.

Die Lebensweise und die Geschichte des Wolfs werden durch liebevoll gestaltete Stationen von den Wolfsexpert*innen Lotta und Lars vermittelt und laden zum Mitmachen ein: Seit wann sind die Wölfe wieder hier? Wo leben und was fressen sie? Und: sind diese Tiere gefährlich für den Menschen?

All diese Fragen werden entlang des interaktiven Wanderweges beantwortet. Mithilfe von Köpfchen und Körpereinsatz können Verhaltensmuster von Wölfen erlernt und so besser verstanden werden. Wem das Stillsitzen schwer fällt, setzt die Sprache der Wölfe in aktives Spiel um und inspiziert die historische Wolfsfanggrube. In der Märchenhütte werden die Mythen um das sagenumwobene Tier aufgegriffen und Licht ins Dunkel gebracht. Getreu dem Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“ vermittelt der Erlebnispfad fundiertes Wissen aus der Wolfsforschung für einen besonnenen Umgang mit dem faszinierenden Säugetier.

Alexander Borchard liest den Kindern in der Märchenhütte ein Wolfsgeschichte vor. Groß und Klein, wie auch Minister Till Backhaus sind ganz leise und lauschen gespannt. (Foto: Ulrich Meßner, Nationalparkamt Müritz)

Wolfsnachwuchs im Müritz-Nationalpark

Ein Wolfswelpe inspiziert neugierig eine automatische Kamera, die im Rahmen des Wildtiermonitorings installiert wurde. Foto: Nationalparkamt Müritz

Seit mehr als zwei Jahren leben dauerhaft Wölfe im Müritz-Nationalpark. Nun konnte erstmals ein Wolfswelpe dokumentiert werden. Am 10. August 2019 gegen 7:23 Uhr löste die Bewegung des ca. 10 Wochen alten Jungtieres in einem abgelegenen Teil des Müritz-Nationalparks die Automatik einer Wildkamera aus.

Seit 2016 lebt die Mutter des Welpen, die Fähe „Saxonia“, im westlichen Teil des Nationalparks. Genetische Untersuchungen belegen, dass das weibliche Tier mit der Individualkennung „GW681f“ ursprünglich aus dem Landkreis Görlitz (Sachsen) stammt. Regelmäßige Spuren- und Fotofallenbilder, die im Rahmen des Wolfsmonitorings entstanden sind, bestätigten ihren dauerhaften Aufenthalt östlich der Müritz. Seit 2018 hat die Wölfin einen Begleiter gefunden. Das männliche Tier hinterlässt deutlich größere Pfotenabdrücke und sind deshalb gut von seiner zierlicheren Partnerin zu unterscheiden. Der Welpennachweis belegt, dass aus dem Paar eine Familie wurde. „Die Frage wieviel Welpen tatsächlich zum Nationalpark-Rudel gehören soll die Fortführung des Montorings beantworten“, so Nationalparkleiter Ulrich Meßner.

Der erste Nachweis von Wölfen im Müritz-Nationalpark gelang bereits im Mai 2012 durch einen einzelnen Rüden, der auf seiner Wanderschaft nach Niedersachsen weiterzog. Auch im östlichen Teilgebiet „Serrahn“ werden seit 2018 immer wieder Hinweise auf Wölfe gemeldet. Bis dato gibt es hier jedoch noch keine Belege für Welpen.

Das Wolfsmonitoring für Deutschland geht bundesweit für das Jahre 2018 von über 70 Rudeln mit Reproduktion aus (dbb-wolf.de). In Mecklenburg-Vorpommern siedeln seit 2006 wieder Wölfe, die erste Wolfsfamilie wurde im Jahr 2014 bei Lübtheen nachgewiesen. Gegenwärtig sind offiziell sieben Rudel bekannt.