Unseriöse Dachdecker bieten ihre Dienstleistung an – Vorsicht vor Betrug und Wucher bei sogenannten Haustürgeschäften

Unseriöse Handwerker machen regelmäßig mit der Not der Kunden lukrative Geschäfte. Zuletzt wurde am vergangenen Mittwoch in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Rostock versucht, mit scheinbar professionellen Handwerkerleistungen nachdrücklich an Geld zu gelangen. Zwar blieb es hier beim Versuch, dennoch warnt die Polizei vor dem Abschließen solcher Haustürgeschäfte.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sollen verdächtige „Handwerker“ Mitte der Woche im Bereich Neukalen aufgefallen sein. Dort kam es nach polizeilichen Erkenntnissen zu keinen abgeschlossenen Geschäften.

Beim Fall aus Thürkow (Landkreis Rostock) teilte ein Bewohner am 17.02.2021 gegen 12:15 Uhr der Polizei mit, dass an seiner Haustür drei Bauarbeiter stehen würden. Sie wären mit einem blauen Kleintransporter vorgefahren und drängten ihn nun, ein Angebot für die Arbeiten am Dach erstellen zu dürfen. Der Mann ließ sich jedoch nicht beirren, die vermeintlichen Dachdecker fuhren davon.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg wurden 2019 mindestens 40 solcher Betrugsfälle und Hinweise bei der Polizei zur Anzeige gebracht, 2020 waren es etwa die Hälfte weniger. Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock sind im Zusammenhang mit falschen Handwerkern, insbesondere mit angeblichen Dachdeckern, im Jahr 2019 mindestens 17 Betrugsfälle bzw. Hinweise zu „reisenden Handwerkern“ eingegangen. 2020 wurden ähnlich viele gemeldet.

Das übliche Vorgehen:

Unabhängig der angebotenen handwerklichen Leistung ist das Vorgehen der Täter nahezu einheitlich: In der Regel tauchen Personen als Handwerker/Dachdecker innerhalb eines bestimmten Zeitraums an mehreren Adressen einer Ortschaft auf und sprechen Hausbesitzer aktiv auf Schäden u.a. an ihren Hausfassaden, Dächern, Regenrinnen an. Gleichzeitig bieten sie an, diese zu beheben. Die Schäden sind häufig auch tatsächlich vorhanden. An der Haustür werden mit Hausbesitzern mündlich Preise für die handwerklichen Tätigkeiten ausgehandelt. Die Preise sind entweder von Anfang an viel zu hoch angesetzt oder sind nach Fertigstellung plötzlich um ein Vielfaches erhöht. Die Bezahlung geschieht dann bar vor Ort, oft durch „Druckausübung“ und sogar durch die Forderung, sofort zu Geldinstituten zu fahren, um Geld zu holen.

Einen klassischen finanziellen Schaden zu beziffern ist schwer. Das Problem dabei: Einerseits haben Geschädigte zwar für eine erbrachte Leistung bezahlt, andererseits aber eben viel zu viel. Deshalb wird in der Regel neben Betrug auch wegen Wucher ermittelt, also nach § 291 des Strafgesetzbuches.

Es kann davon ausgegangen werden, dass solche angeblichen Handwerker momentan wieder in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sind, um minderwertige Leistungen, wie beispielsweise Dacheindeckungen und Reinigen von Dachrinnen, Restaurationen älterer Möbel oder Fassadenreinigungen zu stark überhöhten Preisen anzubieten.

Daher nutzen die Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg den aktuellen Anlass, um vor spontanen Vereinbarungen mit Handwerkern zu warnen, die nicht bestellt worden sind.

Tipps der Polizei zum Schutz vor unseriösen Handwerkerleistungen:

  • Bleiben Sie misstrauisch, bei „Haustürgeschäften“ und spontanen Angeboten angeblicher Handwerker.
  • Lassen Sie sich auch nicht von einem Fahrzeug mit „offizieller“ Beschriftung beirren. Merken Sie sich den Firmennamen und/oder das Kennzeichen und teilen Sie das der Polizei mit.
  • Rufen Sie die Polizei unter 110, wenn Sie bedroht werden. Holen Sie, wenn möglich Nachbarn hinzu, die den Vorfall bezeugen und Sie bestärken können.
  • Unterschreiben Sie einen Auftrag nur, wenn Sie alles verstanden haben.
  • Verlangen Sie eine Rechnung und prüfen Sie, ob die aufgeführten Leistungen auch ausgeführt wurden. Achten Sie auf eine rechtskonforme Rechnung (Firmenangabe, Steuernummer, Rechnungsnummer). Sie sind nicht verpflichtet, die Rechnung sofort zu begleichen. Auch die Drohung mit der Polizei oder einem Inkassounternehmen ist haltlos.
  • Wenden Sie sich an eine Verbraucherzentrale, wenn Sie Fragen zur Rechnung haben.
  • Scheuen Sie sich nicht, Anzeige bei der Polizei gegen die Firma zu erstatten.

Warnung vor dem Betreten von Eisflächen

Foto: Stadt Neubrandenburg

Das Ordnungsamt der Vier-Tore-Stadt musste heute am Reitbahnsee erneut Kinder und Jugendliche darauf hinweisen, dass das Betreten von Eisflächen auf den Neubrandenburger Gewässern nicht sicher ist.

Trotz anhaltendem Frost ist das Eis nicht überall ausreichend tragfähig. Vor allem Eltern sind aufgefordert, ihren Kindern die Gefahren zu erklären und vor dem Betreten von Seen zu warnen.

Selbst in einer als fest und stabil wahrgenommenen Eisdecke kann es Schwachstellen geben. Das Betreten natürlicher Eisflächen ist daher immer gefährlich.

Warnung: Vorsicht vor Facebook-Phishing durch Fake-Videos

Im Bereich des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte häufen sich derzeit die Strafanzeigen von Facebook-Nutzern, deren Accounts gehackt wurden und über die nun unbefugt Nachrichten von Betrügern verschickt werden.

Die Beamten des Kriminalkommissariats Neubrandenburg wollen die Begehungsweise der Betrüger beschreiben, um zu warnen und die Bürger/innen vor derartigen Betrugsversuchen zu schützen.

Hintergrund dafür ist eine Phishing-Mail mit einem Fake-Video. Die Opfer erhalten von dem Facebook-Account eines angeblichen Facebook-Freundes eine private Nachricht über den Facebook-Messenger. In dieser Nachricht ist scheinbar ein Video enthalten. Der angeblich Freund schreibt dazu: „Bist du das in dem Video?“ oder „Das musst du dir anschauen!“. Schon ist die Neugier des Opfers geweckt und der Nutzer klickt auf das vermeintliche Video. Doch statt dem Video öffnet sich ein neues Fenster, auf dem der Nutzer aufgefordert wird, sich erneut bei Facebook anzumelden. Tatsächlich ist dies jedoch nicht die offizielle Login-Seite von Facebook, sondern eine Fake-Seite.

Der Nutzer ist immer noch neugierig und denkt dabei nicht daran, dass er sich bereits angemeldet hatte. Er gibt also erneut seine Zugangsdaten ein – dieses Mal aber unbekannterweise auf der Fake-Seite. Anschließend öffnet sich kein Video. Stattdessen haben die Betrüger nun die Zugangsdaten ihres Opfers und können blitzschnell das Passwort seines Facebook-Accounts sowie die hinterlegte Mailadresse ändern. Die Betrüger haben somit Zugriff auf sämtliche Daten und Fotos, die der Nutzer zuvor in seinem Profil gespeichert hatte. Außerdem können die Täter nun über diesen Facebook-Account betrügerische Inserate im Facebook Marketplace schalten oder andere Straftaten im Namen des Opfers begehen.

Die Polizei möchte die Bevölkerung warnen: Wenn Sie nicht möchten, dass unbefugte Personen Zugriff zu Ihren privaten Facebook-Account bekommen, seien Sie vorsichtig und aufmerksam. Öffnen Sie keine Links oder Videos, die Ihnen zugeschickt werden und in irgendeiner Weise suspekt erscheinen.

Sollten Sie bereits auf solche Phishing-Mails reingefallen sein, ändern Sie sofort Ihr Passwort und warnen Sie alle Personen in Ihrer Freundesliste, dass Sie keine Links oder Videos, die Ihre Freunde von Ihrem Account erhalten haben, öffnen sollen. Ein Scan per Anti-Viren-Programm ist zudem dringend zu empfehlen, da die Täter auch Schadsoftware überspielt haben könnten.

Ihr Paket wurde verschickt… – Warnung vor Cybercrime per SMS

Screenshot SMS (Quelle: Polizei)

Seit letzter Woche gibt es im gesamten Bundesgebiet Meldungen über eine neue Betrugsmasche. Am Wochenende hat diese Art von Cybercrime erstmalig auch unser Zuständigkeitsgebiet erreicht.

Geschädigt wurden zwei Frauen (21 und 38 Jahre alt) aus dem Raum Stralsund und ein 47-Jähriger aus dem Raum Demmin. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis weitere Personen betroffen sind, da sich die Schadsoftware wie durch ein Schneeballsystem weiterverbreitet.

Diese neue Masche verläuft immer nach dem gleichen Muster: Die Geschädigten erhalten von einer 0174…er Nummer eine SMS die lautet: „Ihr Paket wurde verschickt. Bitte überprüfen und akzeptieren Sie es. http://….duckdns.org“

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der viele Geschäfte geschlossen haben, sind die Leute oft darauf angewiesen, online zu bestellen und sich die Pakete zusenden zu lassen. Das machen sich die Betrüger zu Nutze und hoffen auf Personen, die tatsächlich Pakete erwarten und den Link unbedarft anklicken.

Eine Geschädigte gab an, den Link geklickt zu haben. Anschließend sei eine schwarze Seite auf ihrem Smartphone erschienen und nichts weiter passiert. Jedoch erhielt sie anschließend Anrufe von mehreren Personen aus dem gesamten Bundesgebiet, die fragten, was für ein Paket sie denn verschicken würde, da nichts bestellt worden sei. Von ihrem Telefon aus waren hunderte SMS in alle Welt mit der Weiterverbreitung des Links geschickt worden. Einige Empfänger reagieren natürlich ungehalten.

Die 38-jährige Stralsunderin klickte nicht auf den Link. Daraufhin erhielt sie im Laufe des Tages 150 weitere dieser SMS von 0174er Nummern.

Die gesendeten und die erhaltenen SMS können Drittanbieterkosten verursachen! Stellen Sie möglichst eine Drittanbietersperre ein und schalten Sie Ihr Smartphone in den Flugmodus, wenn Sie so eine SMS erhalten haben. Informieren Sie Ihren Provider und erstatten Anzeige. Wenn Sie nur eine SMS erhalten haben, heißt das nicht automatisch, dass Sie bereits die Schadsoftware installiert haben. Die Täter wollen das Virus damit weiterverbreiten.

Weitere Hinweise gibt es hier: https://www.polizei-praevention.de/aktuelles/sms-mit-paketbenachrichtigungslink-verursacht-massenhafte-sms.html

Inkassoschreiben mit betrügerischer Absicht

Immer wieder landen in den Briefkästen der Verbraucher Schreiben von erfundenen Inkassounternehmen. Nun ist es die ECE Solutions Group mit Sitz in Münster.

Mit dem Betreff „1. Mahnung, Sammelklagen – Ankündigung Zwangsvollstreckung droht“ wird den angeschriebenen Verbrauchern eingeredet, sie hätten einen kostenpflichtigen Gewinnspiel- oder Zeitschriftenvertrag geschlossen, indem sie ihre persönlichen Daten angegeben haben. Die monatlichen Beträge seien jedoch noch nicht beglichen worden.

Bei Nichtzahlung wird dem Verbraucher mit Mahn- und Vollstreckungsbescheid, örtlichem Gerichtsvollzieher, Pfändung der Bezüge und Zwangsvollstreckung gedroht.

Sollten Sie so ein Schreiben bekommen haben:

  • Zahlen Sie nicht! Das Geld soll auf ein bulgarisches Konto (IBAN BG) gezahlt werden.
  • Schreiben Sie auch nicht zurück! Einschreiben kommt zurück, Adresse kann nicht ermittelt werden!
  • Rufen Sie keine der angegebenen Telefonnummern an! (Vorwahl Großbritannien)

Aktuelle Warnung vor Betrügern – ein Betrug geglückt – Rentnerehepaar verliert mehr als 20.000 Euro

Am Mittwoch, 28.10.2020, kam es in Blankensee zu einem geglückten Betrug zum Nachteil älterer Menschen, bei dem ein Rentnerehepaar über mehr als 20.000 Euro ihres Vermögen gebracht wurden.

Das geschädigte deutsche Rentnerehepaar ist über 80 Jahre alt. Die Ehefrau hat am 28.10.2020 gegen 09:30 Uhr einen Anruf einer vermeintlichen Staatsanwältin aus Görlitz erhalten. Diese gab an, dass die Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte, bei dem eine Radfahrerin tödlich verunglückt sei. Zudem soll der Schwiegersohn auf dem Beifahrersitz gesessen haben und bei dem Unfall ebenfalls verletzt worden sein. Zusätzlicher psychischer Druck wurde auf die Geschädigte aufgebaut, da im Hintergrund wiederholt eine weibliche weinerliche Stimme die Worte rief: „Mutti, hilf mir“.

Von der Geschädigten wurden 150.000 Euro als Kaution gefordert. Da die Rentnerin diese Summe nicht aufbringen konnte, erklärte sie, dass sie 20.000 Euro in bar, kleine Goldbarren und diverse Schmuckstücke in Gold besitzt. Sie kontaktierte ihren Ehemann, der ebenfalls durch die vermeintliche Staatsanwältin über den Verkehrsunfall der Tochter in Kenntnis gesetzt wurde.

Der Ehemann organisierte anschließend telefonisch über die Hausbank einen Dispokredit in Höhe von 20.000 Euro. Er schenkte dem Hinweis des Bankangestellten auf einen möglichen Betrugsversuch dabei keine Bedeutung. Der Geschädigte holte in der Folge den eingerichteten Dispokredit vom Bankautomaten in Blankensee ab und begab sich gegen 16:20 Uhr zur vereinbarten Übergabe in die Lessingstraße nach Neustrelitz. Dort übergab der Geschädigte einer unbekannten männlichen Person 20.000 Euro in bar, mehrere Goldbarren im Gesamtwert von ca. 500 Euro sowie diversen Familienschmuck.

Den unbekannten Mann beschreibt der Geschädigte wie folgt: klein, ca. 50 Jahre alt. Er trug einen schwarzen Anorak mit weißem Aufdruck, eine helle Mütze, einem weißen Mundschutz und eine schwarze Umhängetasche. Der Tatverdächtige verließ den Übergabeort anschließend fußläufig in Richtung Kiefernheide.

Der Geschädigte begab sich anschließend zurück zur Wohnanschrift, hegte Zweifel und verständigte von dort die Polizei. Die Beamten haben eine Strafanzeige aufgenommen. Die Ermittlungen wurden in der Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg aufgenommen. Zeugen, die die Geldübergabe am Mittwoch, den 28.10.2020 gegen 16:20-16:30 Uhr beobachtet haben oder Angaben zum Tatverdächtigen oder einem möglichen Fluchtfahrzeug geben können, melden sich bitte bei der Polizei in Neubrandenburg unter 0395-5582 2224 oder im Internet unter www.polizei.mvnet.de.

Auch heute Vormittag sind die Telefonbetrüger wieder aktiv. Im Raum Neubrandenburg rufen die Betrüger derzeit insbesondere ältere Menschen an und hinterfragen das Vermögen potentieller Geschädigter, stellen sich als angeblicher Polizist vor oder, wie auch in dem hier beschriebenen Fall, geben an, dass ein naher Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall gehabt hat mit Folgen, für welche Bargeld benötigt wird.

Die Polizei warnt, keiner fremden Person Geld zu übergeben. Bitte nehmen Sie selbstständig Kontakt zu ihren Angehörigen auf und besprechen das Anliegen mit diesen. Bei verdächtigen Anrufen, kontaktieren Sie bitte die 110.