Unsere Wälder im Gesundheitscheck – die Waldzustandserfassung 2021 hat begonnen

Von Mitte Juli bis Mitte August reisen Forstleute durch die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns, um den aktuellen Gesundheitszustand unserer Waldbäume unter die Lupe zu nehmen. An insgesamt 105 Aufnahmepunkten werden dabei rund 2.500 Bäume untersucht und hinsichtlich ihrer Vitalität eingeschätzt. Bevor am 20.07. die Inventur beginnt, wurden die 15 zweiköpfigen Aufnahmeteams im Vorfeld der seit 1992 jährlich durchgeführten Erhebung speziell geschult.

Der Waldzustand wird in Mecklenburg-Vorpommern jährlich nach einer bundesweit abgestimmten Strichprobeninventur auf einem permanenten Netz erhoben. Alle 8×8 km im Wald befindet sich ein Aufnahmepunkt. Dabei findet die Erhebung eigentumsübergreifend sowohl im Landes- als auch z. B. Bundes- und Privatwald statt. An jedem Punkt wird die Vitalität von 24 festgelegten Bäumen erfasst. Jeder dieser Bäume wird von der Krone bis zum Stammfuß genau betrachtet und liefert für die spätere Auswertung eine Fülle an Daten. Diese reicht von der Belaubung über die Vergilbung von Blättern und Nadeln bis zur Fruchtbildung und Schäden durch Mensch oder Natur.

Wesentlicher Aufnahmeparameter ist dabei die Kronenverlichtung der Bäume. Diese zeigt an, wieviel Prozent der Blätter oder Nadeln im Vergleich zu einer vollbelaubten Baumkrone fehlen. Die aufgenommenen Daten fließen nicht nur in den landesweiten Waldzustandsbericht, sondern auch in die bundesweite und darüber in die EU-weite Erhebung ein. Nachdem sich der Waldzustand in den vergangenen Jahren aufgrund der warm-trockenen Periode 2018 bis 2020 auffällig verschlechterte, wird sich in den diesjährigen Ergebnissen zeigen, inwiefern eine leichte Entspannung der Witterungssituation wieder eine positive Entwicklung bewirkte.

Hintergrund zur Waldzustandserhebung:

Der Waldzustand wird in Mecklenburg-Vorpommern seit 1992 jährlich nach einer bundesweit abgestimmten Stichprobeninventur auf einem dauerhaften systematischen Netz erhoben. Die sogenannte Waldzustandserhebung ist das wesentliche Instrument zur Erfassung des Vitalitätszustandes der Wälder. Dabei dient der Kronenzustand als Weiser für den Gesundheitszustand des Waldes. Die Waldzustandserfassung ist im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Baustein des Forstlichen Umweltmonitorings geworden. Gerade die langjährigen Erfassungen ermöglichen eine objektive Beurteilung des Waldzustandes, der von Faktoren wie z. B. Witterungsverlauf, klimatische Veränderungen oder biotische Schäden durch z. B. Insekten beeinflusst wird. Durch die regelmäßigen Erhebungen können Veränderungen frühzeitig erkannt und Risiken bewertet werden. Die Informationen sind eine wichtige Grundlage für forst- und umweltpolitische Entscheidungen zum Schutz der Wälder.

Waldbrand am Ortsrand von Neubrandenburg

Am Sonnabendnachmittag, 19.06.2021, wurde der Polizei über Notruf ein Brand in einem Waldstück östlich des Waldfriedhofes (Neubrandenburg Carlshöhe) gemeldet.

Die eingesetzten Feuerwehren aus Neubrandenburg und Umgebung begannen zügig mit der Brandbekämpfung. Es gelang ihnen nach etwa einer Stunde das Feuer zu löschen, das nach ersten Erkenntnissen von einem Holzstapel ausgegangen sein könnte. Auf 1000 Quadratmetern sind Unterholz und Büsche dem Feuer zum Opfer gefallen.

Bei einer Bestreifung des Brandortes gegen 22:00 Uhr durch Kräfte des Polizeihauptreviers Neubrandenburg bemerkten diese, das das Feuer erneut entfacht war und lichterloh brannte. Die drei alarmierten Feuerwehren aus Neubrandenburg waren schnell am Brandort und begannen mit den Löscharbeiten.

Es brannte etwa 500 qm Kiefernwald. Der Sachschaden wird hier auf etwa 5000,- EUR geschätzt. Um einen besseren Überblick über das Waldgebiet zu erhalten, alarmierte die Rettungsleitstelle MSE den Drohneneinsatztrupp der Feuerwehrdienstzentrale Neuendorf. Es besteht der Verdacht, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Allgemeine Verhaltensregeln im Wald

An heißen Sommertagen bieten sich im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte kühle Wälder und schöne Feldwege für Spaziergänge an.

Vorsorglich bittet deshalb die Arbeitsgruppe Waldbrandschutz des Landkreises alle Waldbesucher darum, die bekannten Regeln für das Verhalten im Wald zu beachten: Im und am Wald darf kein Feuer entzündet werden, Rauchen im Wald und in der Feldflur ist grundsätzlich verboten.

Das Befahren von nichtöffentlichen Waldwegen und das Parken von Fahrzeugen auf Waldwegen und trockenen Wiesen sind zu unterlassen.

Wer einen Brand im Wald, auf Heideflächen oder auch Mooren bemerkt, sollte sofort den Feuerwehr-Notruf 112 anrufen oder die 110 der Polizei.

Wie die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, werden in Deutschland nur ein bis drei Prozent aller Waldbrände durch natürliche Ursachen, wie Blitzschlag ausgelöst. Die meisten Waldbrände jedoch werden leider durch fahrlässiges oder sogar vorsätzliches Verhalten entfacht.

Ivenacker Eichen – Auszeichnung als Waldgebiet des Jahres 2021

Im zweiten Anlauf konnte der Bund Deutscher Forstleute (BDF) jetzt die Auszeichnung zum Waldgebiet des Jahres an die Verantwortlichen für die Ivenacker Eichen überreichen. Das Waldgebiet liegt inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte direkt am Ivenacker See unweit der Reuter-Stadt Stavenhagen. Bundesvorsitzender Ulrich Dohle überbrachte nun die Auszeichnung. „In diesem Wald bewahren die Forstmitarbeiter mittelalterliche Waldgeschichte, erfüllen umfangreiche Naturschutzaufgaben und machen dieses einmalige Ensemble uralter Eichen für die Bevölkerung erlebbar.“

Der Leiter des zuständigen Forstamtes Stavenhagen, Ralf Hecker, dankte für die Auszeichnung: „Ich freue mich über die Auszeichnung und sehe sie besonders als Anerkennung für das Engagement aller Mitarbeiter*innen und der beteiligten Partner*innen, ohne die wir die Projekte der letzten Jahre nicht hätten verwirklichen können.“ Die persönliche Übergabe der Auszeichnung hatte sich durch die Corona-Beschränkungen um 13 Monate verschoben. Aufgrund der besonderen Situation entschied die Forstgewerkschaft, die Auszeichnung um ein Jahr zu verlängern. „Da der Besuch des Gebietes und die Durchführung der Veranstaltungen seit einem Jahr sehr eingeschränkt waren, ist es für uns ein Gebot der Fairness die Auszeichnung für 2021 fortzuführen“, erläutert Vorsitzender Dohle die Verlängerung.

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Waldbrandgefahr steigt langsam

Rund um Neubrandenburg herrscht im Moment die Waldbrandgefahrenstufe 3 „mittlere Gefahr“, verursacht durch das sommerliche wetter und die ausbleibenden Niederschläge in nennenswerten Mengen.

Im Bereich des Leitforstamtes Mirow, dessen Wirkungsbereich bereits unterhalb der Lieps und dem südöstlichen Ufer des Tollensesees wie auch das Stadtgebiet Burg Stargards umfasst (und natürlich die gesamte Gegend dazwischen und drumrum, wurde bereits Waldbrandgefahrenstufe 4 „hohe Gefahr“ ausgerufen.

Bei Besuchen in der Natur sollte dringend verhindert werden, dass ein Waldbrand ausgelöst wird, dazu gehört, dass am und im Wald kein Feuer entzündet werden darf, inkl. dem zu unterbleibenden Anzünden von Zigaretten u.ä.

Waldzustandsbericht 2020 veröffentlicht

Die Auswirkungen der extremen Witterungssituation der letzten Jahre sind dem Wald in Mecklenburg-Vorpommern vielerorts anzusehen. Im dritten Jahr in Folge fehlt es erheblich an Niederschlägen, an zahlreichen Wetterstationen im Land wurden neue Hitzerekorde verzeichnet. Auch die sonst kalte Jahreszeit verabschiedete das Jahr 2020 als wärmster Winter in Mecklenburg-Vorpommern seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881.

Die hohe Belastung des Waldes zeigt sich in den Ergebnissen des aktuell erschienen Waldzustandsbericht 2020. Im Rahmen der Waldzustandserhebung wird jährlich der Gesundheitszustand der Wälder ermittelt. Die Inventur erfolgt in den Sommermonaten und nach einheitlichem Verfahren in allen Bundesländern. Dabei dient der Kronenzustand bzw. die Belaubung oder Benadelung der Bäume als Weiser für deren Vitalität.

Im Jahr 2020 zeigt sich der Gesundheitszustand der Wälder Mecklenburg-Vorpommerns weiter sichtbar angespannt. So liegt der diesjährige Anteil der Waldbäume mit deutlichen Schäden von 25,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozentpunkte niedriger, jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau, das vor 2019 letztmalig 1993 erreicht wurde. Mit 19,2 Prozent hat sich auch der Anteil der ungeschädigten Bäume nach einem erheblichen Rückgang in 2019 nur leicht erholt (15,8 Prozent in 2019) und liegt im langjährigen Vergleich weiter auf geringem Level.

Aktuelle Klimaprojektionen lassen für Mecklenburg-Vorpommern einen Temperaturanstieg mit trockeneren Sommern und verlängerten Vegetationszeiten erwarten. Für die Bäume bedeutet das ein weiter zunehmendes Trockenstressrisiko mit umfangreichen Auswirkungen für Wald und Forstwirtschaft.

Um den Wald Mecklenburg-Vorpommerns für die zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen, treiben das Land, Landesforst und Waldbesitzer die Waldmehrung sowie den Umbau und die Anpassung bestehender Wälder weiter engagiert voran. So verabschiedete die Landesregierung jüngst eine Initiative „Unser Wald in Mecklenburg-Vorpommern“, zu deren Umsetzung 20 Mio. Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung gestellt werden.

Die detaillierten Ergebnisse können dem Waldzustandsbericht 2020 entnommen werden.

Pilzführung

Pilze, die heimlichen Herrscher des Waldes – Unterwegs mit dem Pilzexperten

Grünspanträuschling, Foto: B. Lüthi Herrmann

Begleiten Sie den Feldberger Pilzexperten Udo Hans Hopp zu den Herrschern des Waldes. Herr Hopp ist Pilzsachverständiger, Diplomlehrer im Ruhestand und seit 1981 ehrenamtlicher Pilzberater. Er wird in der dreistündigen Wanderung auf einheimische Pilzarten, ihre Verwendungsmöglichkeiten und ihre Funktion im Ökosystem eingehen. Pilze sind überlebensnotwendig für die Lebensgemeinschaft Wald. Sie lassen Bäume wachsen und sterben. Doch die Vielzahl der Pilze ist überwältigend.

Unkostenbeitrag für den Pilzexperten: 5 Euro.
Wo? Jugendwaldheim Steinmühle, bei Carpin
Wann? Samstag, 10. Oktober 14:00 bis 17:00 Uhr
Etwa 6 Kilometer

Für die Führung ist eine persönliche telefonische Anmeldung bis zum 9.10.2020, 13:30 Uhr unter 039824 252 80 erforderlich.