Betrüge am Telefon im gesamten Bereich – einer geglückt

In allen drei Landkreisen des Zuständigkeitsbereiches des Neubrandenburger Polizeipräsidiums kommt es aktuell zu Betrugsdelikten am Telefon zum Nachteil von Senioren. Neun Taten in allen möglichen Varianten wurden angezeigt, davon ist eine geglückt. Von einer wesentlich höheren Dunkelziffer ist auszugehen.

In Woldegk freute sich der 91-jährige Geschädigte, als ihm am Telefon von seinem Gewinn berichtet wurde. Für 35.000 EUR müsse er nur 900 EUR an Gebühren bezahlen. In seiner Freude berichtete er seiner Pflegekraft davon, die die Polizei informierte.

Auch ein 70-jähriger aus Neubrandenburg hatte „gewonnen“. Er legte auf, als er 1000 EUR Gebühren zahlen sollte.

In Demmin fiel ein 84-Jähriger Mann nicht auf seinen falschen Enkel rein, der dringend 18.000 EUR brauchte.

Recht ungewöhnlich war der Anruf bei einer 73-jährigen Frau in Neustrelitz. Da sie an einem Gewinnspiel teilgenommen habe, müsse sie nun monatlich 4,95 EUR überweisen.

Ebenfalls bei Neustrelitz erhielt am Donnerstagvormittag der Geschädigte die telefonische Mitteilung über seinen Gewinn. Er müsse nur die Gebühr von 1000 EUR überweisen und morgen käme der Notar mit dem Geld vorbei.

Auch bei Röbel benötigte die Enkelin dringend Geld ihrer 77-jährigen Großmutter. Als die falsche Enkelin nach Schmuck und Wertsachen fragte, legte die Geschädigte auf.

In Stralsund wurde eine 86-Jährige angerufen. Ihre Tochter hätte ein Kind tot gefahren. Man benötige sofort 27.000 EUR für den Anwalt, da sonst Haft droht.

In einem kleinen Dorf im Amt Jarmen-Tutow rief der Neffe bei einem 68-Jährigen an. Er würde sofort 14.300 EUR für einen Immobilienkauf benötigen. Als der Geschädigte auflegte, rief direkt danach ein angeblicher Mitarbeiter der Kriminalpolizei an und fragte, ob seine Kollegen schon da seien. Als es verneint und aufgelegt wurde, rief ein „Notar“ an und wollte persönliche Daten abfragen. Mit diesen Anrufen kontrollieren die Betrüger, ob mit der echten Polizei oder Verwandten telefoniert wird oder wurde.

Bereits am Mittwoch kam zu einem Gewinnspielbetrug, bei dem eine 67-Jährige aus Wolgast 200 EUR verlor. Wie durch eine Angehörige der Geschädigten der Polizei gemeldet wurde, ist es unweit entfernt in Zinnowitz zu einem weiteren Gewinnspielbetrug gekommen, der geglückt ist. Eine 77-Jährige glaubte dem Anrufer, dass sie gewonnen habe. Sie erwarb Gutscheinkarten im Gesamtwert von 6.500 EUR und gab die Codes der Karten am Telefon an die Betrüger weiter.

In diesem Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern die Trickstraftaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von sieben Monaten bereits um 41% gestiegen. Die Schadenssumme liegt bei fast 800.000 EUR.

Enkeltrick in letzter Sekunde verhindert – Trickbetrüger mit neuer Masche am Werk

Freitagmittag haben Ermittler der Kripo Anklam in letzter Sekunde eine 78-Jährige davor bewahrt, einem Enkeltrick zum Opfer zu fallen und über 25.000 Euro zu verlieren. Durch Ermittlungsarbeit waren die Beamten auf die Frau aufmerksam geworden. Sie hatte zuvor Anrufe von falschen Polizisten bekommen, die ihr „rieten“, ihr Geld abzuheben und es zur Sicherheit den vermeintlichen Polizisten zu übergeben.

Derzeit gibt es im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise VG, VR und MSE) etliche Trickbetrugversuche per Telefon, die Hinweisgeber der Polizei melden. Vor allem Bürger im Bereich des Landkreises Vorpommern-Greifswald sind aktuell betroffen.

Darunter sind falsche Gewinnspielversprechen bei denen vorab Geld überwiesen werden soll oder aber Codes von Gutscheinkarten durchgegeben werden sollen. Besonders „beliebt“ war bei den Betrügern in diesen Tagen aber die oben bereits erwähnte Masche mit den falschen Polizisten. „Es hat einen Überfall in Ihrer Nähe gegeben und Ihr Name steht auf der Liste der Bande. Wir fragen nun ab, ob Sie Wertgegenstände zu Hause haben.“ So oder ähnlich gehen die Betrüger vor.

Eine neue noch ausgefeiltere Methode erlebte dabei eine 68-Jährige aus Anklam. Sie wurde von einem vermeintlichen Ermittler der Anklamer Polizei kontaktiert und sollte weitergeleitet werden an die Einsatzleitstelle der Polizei. Während der Verbindungsmelodie sollte sie selbst die 110 eintippen. Es ging wieder jemand ans Telefon und bestätigte die „Echtheit“ der Ermittler, die zuvor angerufen haben. Das Gespräch brach ab, die Frau hat es richtigerweise bei der echten Polizei angezeigt.

Wichtig in diesem Zusammenhang:

  • Die Polizei wird NIE am Telefon den Besitz von Wertgegenständen abfragen!
  • Bei Geldforderungen oder abgefragten Auskünften zu Wertgegenständen: Geben Sie nie Auskünfte über Ihren Besitz, legen Sie auf, informieren Sie die echte Polizei.
  • Die Polizei wird Sie nie weiterleiten und bitten, die 110 einzutippen. Und: Die 110 kann zwar gewählt werden, aber die Polizei kann nicht mit der im Display angezeigten 110 bei Ihnen anrufen!
  • Es kann tatsächlich vorkommen, dass sich richtige Ermittler im Zuge eines bereits laufenden Ermittlungsverfahrens auch telefonisch bei jemandem meldet. Aber auch dabei werden Sie nie nach Ihrem Besitz oder nach Wertgegenständen gefragt. Zudem erkennen Sie die Echtheit daran, dass der Anrufer Detailwissen zu dem Sachverhalt kennt, in den Sie involviert sind.
  • Bei Unsicherheit über die Echtheit des vermeintlichen Polizisten am Telefon: Lassen Sie sich den Namen und die Dienststelle sowie die Personalnummer geben. Legen Sie auf und rufen Sie von sich aus die im Telefonbuch stehende Nummer des örtlichen Reviers zum Prüfen an oder wählen Sie im Zweifel eigenständig die 110!
  • Lassen Sie sich nie darauf ein, sich zur Überprüfung weiterverbinden zu lassen oder eine Ihnen vorgegebene Nummer zu wählen. Auch die können getürkt sein.

In diesem Zusammenhang sensibilisiert die Polizei derzeit auch Banken und Sparkassen, dass es wieder gehäufte Betrugsversuche zum Nachteil älterer Menschen gibt.

Wer einen betrügerischen oder verdächtigen Anruf erhält, sollte umgehend das örtlich zuständige Polizeirevier oder die Einsatzleitstelle unter 0395 55822224 eigenständig kontaktieren.

Zusammenfassung der Polizeikontrollen und Polizeieinsätze vom Osterwochenende

Am vergangenen Osterwochenende haben die Beamten im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreis Vorpommern-Rügen, Landkreis Vorpommern-Greifswald, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) insgesamt 4345 Fahrzeuge an den Hauptzufahrtsstraßen nach Mecklenburg-Vorpommern und den Inselzufahrten kontrolliert. Dabei mussten 273 Fahrzeuge mit insgesamt 485 Personen abgewiesen werden, da sie sich unberechtigt in MV aufgehalten haben. Zudem haben die Beamten im Rahmen der mobilen Kontrollen 87 Personen abgewiesen, da auch sie sich unberechtigt in MV aufgehalten haben.

In den vergangenen drei Tagen waren die Beamten des Polizeipräsidiums Neubrandenburg insgesamt ca. 200 Mal im Zusammenhang mit Corona im Einsatz. Dabei wurden gut 100 Ordnungswidrigkeiten- bzw. Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Zum größten Teil hat es sich um Verstöße gegen das Kontaktverbot gehalten, da sich mehrere Personen gemeinsam auf Spiel- und Sportplätzen, in Gartenanlagen oder auch in Wohnungen aufgehalten haben. Die Einsätze haben sich größtenteils durch Bürgerhinweise aber auch durch die Feststellungen der Beamten im Rahmen der verstärkten Streifentätigkeit ergeben.

Abschließend zieht das Polizeipräsidium Neubrandenburg vom Osterwochenende ein positives Fazit. Die Bürgerinnen und Bürger zeigten Verständnis für die polizeilichen Maßnahmen. Die Kontrollen am Osterwochenende haben gezeigt, dass sich die Bevölkerung größtenteils an die Verordnung und die dadurch resultierenden Regeln gehalten haben.

Bis auf die eine Verfolgungsfahrt eines alkoholisierten Berliners, der am 11.04.2020 in gefährlicher Fahrweise vor der Polizei geflüchtet ist und in Röbel durch die Beamten gestoppt werden konnte, gab es keine relevanten Vorkommnisse oder Polizeieinsätze am vergangenen Osterwochenende.

Inselzufahrten und Einreisekontrollen: 193 Fahrzeuge im PP-Bereich abgewiesen

Am Wochenende haben die Einsatzkräfte im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald, Mecklenburgische Seenplatte) weiter an den Landesgrenzen als auch an den Zufahrten zu den Inseln Rügen und Usedom verstärkt kontrolliert. Zudem gab es stichprobenartig Kontrollmaßnahmen auf Bundes- und Landesstraßen im Landesinneren. Die Kontrollen werden gerade auch im Hinblick auf die Osterferien und Osterfeiertage weiterhin verstärkt fortgeführt.

Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Neubrandenburg am Sonnabend und Sonntag von der Bereitschaftspolizei und durch Revierkräfte 2915 Fahrzeuge kontrolliert. 193 Fahrzeuge und 280 Personen mussten an den Grenzen bzw. aus dem Land verwiesen werden.

Von den Gesamtkontrollen wurden allein an den Inselzufahrten 1477 Fahrzeuge kontrolliert (25 abgewiesene Fahrzeuge, 53 abgewiesene Personen), in den Grenzregionen im Bereich des Präsidiums wurden 887 Fahrzeuge kontrolliert (137 abgewiesene Fahrzeuge, 138 abgewiesene Personen).

Mittlerweile wurden seit Beginn der polizeilichen Einsätze im Zusammenhang mit Corona insgesamt 137 Anzeigen im Bereich des Präsidiums Neubrandenburg aufgenommen. Die Einsätze im Zusammenhang mit Corona ergeben sich sowohl durch Bürgerhinweise, eigene Feststellungen im Zuge von Streifentätigkeit und Kontrollmaßnahmen und durch Amtshilfe für die originär zuständigen Ämter der Landkreise und kreisfreien Städte.

Anzeigen wurden überwiegend wegen des Verstoßes gegen das Kontaktverbot und gegen die Zweitwohnsitzregelung aufgenommen.

Dazu Beispiele der vergangenen Tage und Wochen: In Bergen auf Rügen haben 15 Personen mit einem DJ in einer Werkstatt eine Party gefeiert. Folge: Anzeigen und Platzverweise.

In Neverin mussten 13 Jugendliche bzw. junge Erwachsene auseinandergebracht werden, die am See eine Grillparty veranstalten wollten.

Bei Heringsdorf (Usedom) beleidigte eine uneinsichtige Frau einen Polizisten rassistisch, als er sie aufforderte, ihren unberechtigt genutzten Zweitwohnsitz zu verlassen.

Einen aktuellen Einsatz mit einem möglichen Zusammenhang zu den Maßnahmen der Landesregierung hat es gestern in Heringsdorf gegeben. Eine 68-jährige Deutsche stellte fest, dass ihre vier Autoreifen platt waren. Sie ließen sich auch nicht wieder aufpumpen. Da die Frau ein MV-fremdes Kennzeichen hat, vermutet sie einen Zusammenhang mit den Maßnahmen in der Corona-Bekämpfungsverordnung.

Zudem ist es im gesamten Land MV bisher zu mehreren Vorfällen gekommen, bei denen Beamte bei Einsatzmaßnahmen angehustet oder angespuckt worden sind.

Ein Beispiel aus dem Bereich des Präsidiums ereignete sich vor zwei Wochen in Neustrelitz: Ein Ehepaar aus Berlin, welches sich in einem Garten in Neustrelitz aufgehalten hat, beleidigte Wochen die Beamten während der polizeilichen Maßnahmen mehrfach. Die 39-jährige Deutsche war stark alkoholisiert und bespuckte die Beamten – mit dem Hinweis, Corona zu haben. Das Ehepaar reiste ab und entschuldigte sich am Folgetag telefonisch bei den Beamten. Die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Nötigung wurden trotzdem aufgenommen.

76 Corona-Verstöße bisher geahndet

Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen, Mecklenburgische Seenplatte) hat es bisher etwa 700 Einsätze der Polizei im Zusammenhang mit Corona gegeben. Dabei wurden 76 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen. Es handelt sich zum Beispiel um Verstöße gegen das Kontaktverbot (etwa Garten-Partys oder Versammlungen um ein Lagerfeuer) und Wegweisungen von Touristen etwa aus Ferien- oder Zweitwohnungen.

Die Einsätze ergeben sich durch Bürgerhinweise sowie eigene Feststellungen im Zuge der Streifentätigkeit und im Zuge der Amtshilfe für die zuständigen Ämter der Landkreise.

Thematisch sind die Hinweise von Bürgern breit gefächert: vom mutmaßlichen Touristen, der sich in der Nachbarschaft aufhalten könnte, über MV-fremde Kennzeichen, größere Ansammlungen zum Beispiel von Jugendlichen in der Öffentlichkeit, Benutzung von Spiel- und Sportplätzen oder Verstoß gegen die Zweitwohnsitz-Regelung.

Seit dem 19. März wurden zudem mehr als 8000 Fahrzeuge kontrolliert. Rund 700 Fahrzeuge wurden abgewiesen aus MV bzw. an der Landesgrenze. Mehr als 1200 Personen waren in diesem Zusammenhang von den Wegweisungen betroffen.

Das Notrufaufkommen im März ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum minimal gestiegen. Der Grund, warum Bürger die 110 wählen, hat sich der aktuellen Situation angepasst. Es gibt also weniger Anrufe wegen Verkehrsunfällen oder Ladendiebstählen, dafür aber, um mögliche Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz zu melden. Diese Hinweise ziehen dann in der Folge grundsätzlich einen polizeilichen Einsatz zur Prüfung der Angaben nach sich. Insgesamt stellt die Polizei fest, dass vermehrt von der Möglichkeit der Anzeigenerstattung über die Internetwache sowie von der schriftlichen Anzeigenerstattung Gebrauch gemacht wird. Die Polizei empfiehlt zudem dringend, dass der Notruf 110 nur in Notfällen gewählt wird.

Da das Kontaktverbot weiterhin besteht, appellieren die Polizei an die Bevölkerung, sich an die Vorgaben der Landesregierung zum Kontaktverbot zu halten. Zudem weist sie erneut vor allem mit Blick auf die Osterferien darauf hin, dass touristische Reisen in das Land MV untersagt sind.