Warntag2020 | Wir warnen Deutschland | 10. September 2020

Am 10. September 2020 wird pünktlich um 11:00 Uhr auf Ebene der Länder und Kommunen ein Probealarm unter Einbindung aller vorhandenen Warnmittel durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise Warn-Apps, Radio, Fernsehen und lokale Warnmittel wie Sirenen. Warnmultiplikatoren wie zum Beispiel Rundfunksender übermitteln die Probewarnung mit möglichst wenig Zeitverlust über das jeweilige Programm. Auch die Entwarnung wird durch die Warnzentrale des BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) versendet, welche ebenfalls durch die Warnmultiplikatoren und die Warnmittel an die Bevölkerung übermittelt wird.

Flankierend findet eine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit statt. Diese und die Probewarnung selber haben zum Ziel, Bürgerinnen und Bürger für das Thema „Warnung der Bevölkerung“ zu sensibilisieren, auf die verfügbaren Warnmittel (z.B. Sirenen, Warn-Apps, digitale Werbeflächen) aufmerksam zu machen und notwendiges Wissen zum Umgang mit Warnungen zu vermitteln, um die Bevölkerung in ihrer Fähigkeit zum Selbstschutz zu unterstützen.

Zahl der rechtlichen Betreuungen ist in M-V weiterhin hoch

Mit rund 33.600 ist auch im Jahr 2019 die Zahl der Betreuungsverfahren in Mecklenburg-Vorpommern hoch. Die unverändert hohe Zahl rechtlicher Betreuungen schlägt sich in den Gesamtausgaben für Betreuerinnen, Betreuer, Verfahrenspflegerinnen und Verfahrenspfleger nieder. Die Ausgaben in Mecklenburg-Vorpommern lagen auch 2019 mit ca. 29,7 Mio. Euro auf hohem Niveau. Der Anteil davon für die beruflichen Betreuer lag bei rund 26,4 Mio. Euro.

Nach wie vor ist das Thema Vorsorgevollmacht noch nicht in alle Familien vorgedrungen. Jeder Erwachsene – egal wie alt – sollte eine Vorsorgevollmacht mit einer Vertrauensperson ausfüllen. Allein der weit verbreitete Irrtum, dass sich Eheleute automatisch gegenseitig im Fall einer Betreuungsbedürftigkeit – zum Beispiel in Gesundheitsangelegenheiten – vertreten können, kann zu Schwierigkeiten führen. Denn: Gibt es keine Vorsorgevollmacht, in der die Betreuung im Falle einer Entscheidungsunfähigkeit geregelt hat, wird vom zuständigen Amtsgericht eine rechtliche Betreuerin oder ein rechtlicher Betreuer bestellt. So ein Fall kann sehr plötzlich eintreten. Ein Unfall oder eine plötzliche Krankheit können Betroffene selbst oder die Angehörigen aus der Bahn werfen.

Das Justizministerium Mecklenburg-Vorpommern hat die Broschüre ‚Das Betreuungsrecht‘ herausgegeben, die kostenlos bestellt werden kann. Auf der Internetseite des Ministeriums www.jm.mv-regierung.de steht die Broschüre auch als Download zur Verfügung.

Verbraucherzentralen empfehlen, sich anlässlich der Covid-19-Pandemie mit dem Thema Vorsorge auseinanderzusetzen

Wer im Falle einer Covid-19-Erkrankung eine künstliche Beatmung ausschließen will, sollte dies in seine Patientenverfügung aufnehmen. Doch niemand muss befürchten, aufgrund einer bestehenden Patientenverfügung nicht beatmet zu werden. Unabhängig von der Corona-Pandemie kann es sinnvoll sein, sich um seine Vorsorgeverfügungen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht zu kümmern – sie zu überprüfen oder neu zu erstellen.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher fragen sich zurzeit, ob sie ihre Patientenverfügung aufgrund der aktuellen Situation anpassen müssen. Manche haben Sorge, dass im Fall der Fälle dann nicht alles medizinisch Mögliche getan werden würde. Andere – meist Ältere und Patienten mit Vorerkrankungen – lehnen künstliche Beatmung nicht nur im Falle von tödlich verlaufenden Erkrankungen, sondern auch im Falle einer Erkrankung mit dem Corona-Virus ab. „Die Corona-Krise macht uns die Gefahr einer schweren Erkrankung bewusst“, sagt Wiebke Cornelius, Juristin der Verbraucherzentrale M-V. „Sie ändert aber in der Regel nichts bezüglich den Empfehlungen für eine Patientenverfügung“.

Covid-19 von bisherigen Textbausteinen nicht erfasst

Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2016 ist klar, dass der Ausdruck „keine lebenserhaltenden Maßnahmen zu wünschen“, allein zu ungenau ist. In der Patientenverfügung müssen deshalb die Behandlungssituationen beschrieben und für diese Fälle festgelegt werden, welche lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht werden. Typischerweise beziehen sich Textbausteine und Formulare auf den unmittelbaren Sterbeprozess, das Endstadium unheilbarer Erkrankungen, schwere Gehirnschädigungen und Gehirnabbauprozesse. Für diese Situationen werden lebenserhaltende Maßnahmen wie künstliche Flüssigkeitszufuhr, künstliche Ernährung, künstliche Beatmung, Wiederbelebungsmaßnahmen, Dialyse und Antibiotikagabe geregelt.

Der Verzicht auf eine künstliche Beatmung gilt damit nicht für eine Covid-19 Erkrankung. Anders ist das nur bei einem sehr schweren Verlauf dieser Erkrankung oder erheblichen Vorerkrankungen. Wer generell künstliche Beatmung im Falle einer Erkrankung mit dem Corona-Virus ablehnt, sollte darüber nachdenken, ob er seine Patientenverfügung anpasst und dies mit einer Ärztin oder einem Arzt seines Vertrauens besprechen.

Mit der Vorsorgevollmacht einen Vertreter benennen

Damit im Ernstfall auch rechtliche und finanzielle Angelegenheiten von einer bestimmten Person oder von mehreren Personen übernommen werden können, ist eine Vorsorgevollmacht empfehlenswert. Weder Ehepartner noch Kinder sind dazu automatisch berechtigt. Mit einer Bevollmächtigung im gesundheitlichen Bereich bestimmt man außerdem eine Vertrauensperson, die mit den Ärzten sprechen und die Wünsche und Vorstellungen des Betreffenden vertreten kann. Wenn zudem die eigenen Vorstellungen in einer Patientenverfügung formuliert wurden, umso besser – der Vertrauensperson wird es im Zweifel leichter fallen, die entsprechenden Wünsche durchzusetzen.

Kinderarmut – Nur ein Drittel der 6- bis 15-jährigen Leistungsberechtigten profitieren von Teilhabeleistungen

Laut einer Studie der Paritätischen Forschungsstelle kommt das Bildungs- und Teilhabepakt (BuT) für Leistungen zur sozialen und kulturellen Teilhabe bei den leistungsberechtigten Kindern nicht an. Der heute veröffentlichten Expertise nach profitieren in Mecklenburg-Vorpommern nur rund 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler unter 15 Jahren im Hartz-IV-Bezug von den sogenannten „soziokulturellen Teilhabeleistungen“. Im Bundesdurchschnitt sind es sogar nur 15 Prozent.
„Die Leistungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche für soziokulturelle Teilhabeleistungen in Höhe von 10 Euro im Monat sind unzureichend und für echte Teilhabe an Freizeit – und Sportangeboten nicht geeignet. Sie sorgen nicht für Bildungsgerechtigkeit und sind schon gar nicht geeignet, Kinderarmut zu bekämpfen“ kritisiert der Vorsitzende des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern e.V., Friedrich Wilhelm Bluschke.
Das Bildungs- und Teilhabepaket umfasst verschiedene Leistungskomponenten. Während Schulbedarfsleistungen oder solche für die Mittagsverpflegung weit verbreitet sind, kommen die untersuchten Teilhabeleistungen nicht an. Diese Leistungsart sieht eine monatliche Förderung von zehn Euro pro Kind für beispielsweise Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Musikunterreicht vor und war 2011 neu eingeführt worden. Anlass war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das festgestellt hatte, dass Bildung und Teilhabe für Kinder und Jugendliche über die regulären Regelsätze in Hartz IV nicht angemessen abgesichert sind.
Die Studie belegt deutliche regionale Unterschiede. Insgesamt ist die durchschnittliche Quote bewilligter Anträge und festgestellter Ansprüche in einem Großteil der Kommunen „niederschmetternd gering“. „Während im Bundesdurchschnitt nur 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von den Teilhabeleistungen profitieren, sind es bei uns in Mecklenburg-Vorpommern mit 30 Prozent doppelt so viele“, so Bluschke.
„Auch wenn wir in MV damit deutlich über dem Bundesschnitt liegen, belegen die Ergebnisse der Studie einen Reformbedarf“, so Bluschke. Notwendig sei die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Angebote der Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) und die Einführung einer existenzsichernden, einkommensabhängigen Kindergrundsicherung, so der Verbandsvorsitzende.
„Das Bildungs- und Teilhabepaket stigmatisiert Kinder, weil sie sich in Schule und Freizeit immer wieder als arm outen müssen. Es geht darum, Angebote für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen, die sie in ihrer Entwicklung fördern“, so Bluschke.
Anschließend noch die Kurzexpertise der Paritätischen Forschungsstelle.

Größtes Darmmodell Europas auf dem Neubrandenburger Marktplatz

Darmkrebs kommt nicht von heute auf morgen. Aber die ersten Hinweise sind uncharakteristisch und bereiten keine Schmerzen, sie werden leicht als Befindlichkeitsstörung abgetan. Dass es keine Frühsymptome für Darmkrebs gibt, macht die Früherkennung umso bedeutsamer. Der menschliche Darm wird als Event-Erlebnis auf dem Marktplatz in Neubrandenburg zu sehen sein. Auf 20 Metern Länge wird nicht nur Wissenswertes und Interessantes zum „Hochleistungsorgan“ Darm vermittelt, sondern auch die Entwicklungsstadien der Vorstufen von Darmkrebs gezeigt. Medizinische Experten begleiten die Besucher in stündlich stattfindenden Führungen durch das begehbare Darmmodell und klären über die rechtzeitige und richtige Vorsorge auf.
Wann? 22.08.2018 | 10 – 17 Uhr Wo? Marktplatz Neubrandenburg
Unsere Gesundheit ist wichtig, denn wir leben nur einmal!