Geflügelpest abwehren

Im Zusammenhang mit dem Auftreten der Geflügelpest im Land Mecklenburg-Vorpommern weist das Veterinäramt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte alle Geflügelhalter auf die Situation hin. Die Maßnahmen zum vorbeugenden Schutz sollten unbedingt beachtet werden: Das Geflügel ist von Wildvögeln fernzuhalten. Deshalb darf keinesfalls im Freien gefüttert und getränkt werden. Einstreu und Futter müssen so gelagert werden, dass Wildvögel keinen Zugriff haben. Geflügelteile und Eierschalen von gekauften Eiern dürfen nicht verfüttert werden. Die Desinfektion der Schuhe vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Stalls ist selbstverständlich zwingend notwendig.

Der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Dr. Guntram Wagner, erinnert in diesem Zusammenhang erneut daran, dass sich Geflügelhalter beim Veterinäramt mit ihrem Bestand anzumelden haben. „Außerdem hat uns ein Halter, der ein Krankheitsgeschehen oder größere Verluste bei seinem Geflügel bemerkt, zu informieren“, so Dr. Wagner. Sein Aufruf an die Geflügelhalter lautet, dass sie sich vorsorglich auf das Aufstallen des Hausgeflügels vorbereiten sollten. „Aus der Erfahrung der zurückliegenden Jahre dürften die Maßnahmen bekannt sein“, sagte er. „Wichtig ist eine ganz enge Maschenweite bei der Verwendung von Netzen und eine dichte Überdachung. Viele Geflügelhalter schlachten schon jetzt die Weihnachtsgänse und -enten. Auch das sei natürlich eine vorbeugende Maßnahme.

Wie der Amtstierarzt weiter mitteilt, laufen in seiner Behörde zurzeit Überprüfungen der seuchenhygienischen Absicherung der gewerblichen Geflügelhaltungen. Außerdem werden aufgefundene tote Wasser- und Greifvögel beprobt. „Wir treffen zudem laufend Risikobewertungen für unseren Landkreis unter Berücksichtigung vorhandener Geflügelanlagen, Rastplätzen der Zugvögel und der Laborbefunde beprobter Wildvögel“, erklärt Dr. Wagner.

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Aktuelle Sushi-Untersuchungsergebnisse

„Die Kontrolle der mikrobiologischen Beschaffenheit von zehn Proben Sushi aus handwerklicher Herstellung ist besser ausgefallen als erwartet. Grobe hygienische Abweichungen lagen erfreulicherweise nicht vor“, stellt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock fest.

Die Sushi-Erzeugnisse stammten aus Sushibars oder Verkaufsständen im Lebensmitteleinzelhandel in M-V, sie waren also nicht industriell vorabgepackt oder eingefroren.

Drei Proben waren hinsichtlich erhöhter, aber noch nicht beanstandungswürdiger Gehalte an Verderberregern, z. B. Hefen, Schimmelpilze und Pseudomonaden bzw. Hygieneindikatoren, wie Enterobacterien, auffällig. In einer Probe wurde das Vorhandensein des Krankheitserregers Listeria monocytogenes nachgewiesen, der aber in nicht quantifizierbaren Mengen vorhanden war. Letztlich sind zwei Proben aus einem anderen Grund, wegen nicht korrekter Allergenkennzeichnungen, beanstandet worden.

Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass das Herstellen und Verkaufen von Sushi-Erzeugnissen aus frischen oder gefrorenen rohen Fischen kein Problem ist, wenn optimale hygienische Bedingungen unter Einhaltung der Kühlkette auf dem Transport und in den Küchen der Sushi-Hersteller eingehalten werden.

Feldhusen sagt: „Trotzdem muss diese sensible Produktgruppe weiter im Fokus der Überwachung bleiben, da Verderbgefahr und die Kontamination mit Krankheitserregern grundsätzlich gegeben sind.“ Sushi sollte am besten vor den Augen der Gäste hergestellt und sofort verzehrt werden.
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Untersuchungen auf Wirkstoffrückstände in Beeren

Die Beerensaison des Jahres 2020 neigt sich dem Ende und so ist ein Rückblick auf die Analyseergebnisse zu den Rückständen von Pflanzenschutzmitteln im Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock möglich.

Untersucht wurden 23 Proben verschiedener Beeren, davon: 10 Proben Erdbeeren, 6 Proben Himbeeren, 5 Proben Johannisbeeren, 2 Proben Brombeeren.

Drei der Proben (13 %) enthielten gar keine Rückstände. Alle anderen zwischen einem und neun Wirkstoffen, die aber alle die gesetzlich erlaubten Höchstmengen unterschritten. Unter anderem waren das Mittel gegen Pilzbefall, die zur Absicherung der Lagerung gegen Schimmelpilze verwendet werden dürfen.

Die Beeren stammten überwiegend aus deutschem Anbau (19 Stück) und vier Proben Himbeeren aus Portugal (2), Polen und Großbritannien.

Alle Früchte waren aus konventionellem Anbau und wurden dem Handel in M-V entnommen oder stammten direkt aus der Handelsware von den Erzeugern. Sie wurden jeweils auf eine breite Palette Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Das sind knapp 450 Substanzen.

Grundsätzlich wird Verbrauchern empfohlen, Obst, dass ungeschält gegessen werden soll, vor Verzehr zu waschen. Nachweislich werden so die Gehalte von Wirkstoffrückständen deutlich reduziert. Aber auch mikrobielle Belastungen sind so zu mindern.

Amtliche Untersuchung mayonnaisehaltiger Feinkostsalate

Mayonnaisehaltige Feinkostsalate, wie Kartoffel-, Fleisch- und Heringssalate, sind bei Verbrauchern zu jeder Jahreszeit beliebt. Aber sie gehören zu den leichtverderblichen Lebensmitteln. Um Verbraucher zu schützen, werden sie regelmäßig amtlich untersucht.

„172 Proben Feinkostsalate und einige, ähnlich zu bewertende Saucen aus Imbisseinrichtungen, sind in den letzten 12 Monaten im Amtslabor mikrobiologisch untersucht worden“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. „Obwohl keine Probe mikrobiologisch beanstandet werden musste, waren einige Hygienemängel offensichtlich“, resümiert er.

Getestet wurden 115 Proben vorverpackte, in der Regel industriell hergestellte Ware aus dem Einzelhandel und 57 Erzeugnisse kleinerer Hersteller, die in loser Abgabeform dem Handel entnommen wurden.
„Insgesamt sind die ermittelten Ergebnisse besser als die der Vorjahre“, betont Feldhusen. Obwohl kein Feinkostsalat beanstandet werden musste, enthielten sechs Proben, sowohl industriell als auch handwerklich hergestellter Produkte, den Krankheitserreger Listeria monocytogenes.

Allerdings waren dessen Konzentrationen nicht gesundheitsgefährlich.
Weiterhin waren sieben Proben, hier ausschließlich handwerklich hergestellte Salate und Saucen, hinsichtlich ihrer hygienischen Beschaffenheit auffällig.

Die Untersuchungsergebnisse zeigten erwartbare Unterschiede in der mikrobiologischen Qualität, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Ausgangsmaterial bei kleinen Herstellern auch aus Schneideresten besteht. Bei der vorverpackten Industrieware lagen die untersuchten Hygieneparameter in der Regel unterhalb der Nachweisgrenze.

Die Analyseergebnisse belegen den sensiblen Charakter der Feinkostsalate hinsichtlich ihrer mikrobiologischen Qualität bei handwerklicher Herstellung. Die Lebensmittelunternehmer wurden bei Auffälligkeiten an ihre Pflicht zur hygienischen Herstellung und sicheren Lagerung sowie Berücksichtigung der ausgewiesenen Haltbarkeitsfristen erinnert. „Besonders wichtig erscheint der Einsatz einwandfreier Ausgangsware“, betont Feldhusen.

Ergänzend sind im LALLF 16 Mängel hinsichtlich der Kennzeichnung festgestellt worden. Am häufigsten fehlte das gesetzlich vorgeschriebene Benennen der Verwendung von Süßungsmitteln mit zur Bezeichnung des Lebensmittels. Dazu kamen fehlende, unzureichende oder unleserliche Angaben von Zutaten oder anderen Pflichtelementen.

Für einen sorglosen Genuss hat aber auch der Verbraucher selber eine Verantwortung! Gerade bei der häuslichen Lagerung, natürlich auch beim Selbermachen von Feinkostsalaten oder Mayonnaisen ist wichtig: die leicht verderblichen Waren gehören zur Lagerung schnellstmöglich in den Kühlschrank. Das gilt besonders bei sommerlichen Tagestemperaturen. Die optimale Kühlschranktemperatur wäre +5°C, die meist eingestellten +7°C sind eine gute Basis. So kann eine Vermehrung der meisten Bakterien verlangsamt oder gar gestoppt werden. Ein Verbrauch am Herstellungs- oder Einkaufstag ist eine weitere allgemeine Empfehlung.

Hintergrund
Mayonnaisehaltige Feinkostsalate sind allseits beliebte Lebensmittel. Sie sind als vorverpackte und häufig industriell produzierte Erzeugnisse in großer Bandbreite im Einzelhandel vertreten, werden aber auch von vielen kleinen Herstellern wie Fleischern oder Bäckern handwerklich hergestellt und dann oft in loser Abgabe in den Verkehr gebracht. Diese Erzeugnisse sind grundsätzlich als leichtverderblich einzustufen. Typische Erreger, die zu sensorischen Abweichungen führen, sind Milchsäurebakterien und Hefen. Auch einige krankmachende Mikroorganismen, wie Listerien, Staphylokokken und Salmonellen haben die Möglichkeit zum Überleben und Vermehren. Bei der Herstellung und Lagerung sind daher die einschlägigen Hygieneregeln einzuhalten.

Listeria monocytogenes ist ein Erreger, der ab 100 Keimen/g Lebensmittel für den Menschen gefährlich sein kann, hat aber aufgrund des niedrigen pH-Wertes von Feinkostsalaten sowie dem verbreiteten Einsatz von Konservierungsmitteln eher schlechte Bedingungen für eine weitere Vermehrung.

Imbiss in Neubrandenburg vorsorglich geschlossen

In Neubrandenburg sind bei 10 erkrankten Personen Salmonellen festgestellt worden, so dass auch auf Grund der epidemiologischen Ermittlungen der Verdacht auf eine lebensmittelbedingte Ursache besteht.

Im Zuge der Ermittlungen durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt sowie das Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte wurde der Imbiss „Livan“ in der Ihlenfelder Straße 10 überprüft und dort Lebensmittelproben sowie Tupferproben von Arbeitsflächen zur Untersuchung auf Salmonellen entnommen.

Aufgrund festgestellter Hygienemängel wurde der Imbiss vorsorglich geschlossen und u.a. eine gründliche Reinigung mit anschließender Desinfektion angeordnet. Nach Abschluss und Abnahme der angewiesenen Maßnahmen durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt kann der Imbiss wieder geöffnet werden.

Die Ermittlungen zum Erkrankungsgeschehen sind noch nicht abgeschlossen, der Verursacher steht noch nicht fest.