Die Reiserücktrittsversicherung in Corona-Zeiten

Deutschland ist der amtierende Reiseweltmeister – und durch die COViD-19-Pandemie wird dieses schöne Hobby erheblich erschwert bzw. der Besuch der Traumziele wird zunichte gemacht. „Zum Glück habe ich eine Reiserücktrittsversicherung, die ersetzt mir den finanziellen Schaden“ – aber erfüllt dieser Versicherungsschutz auch die Erwartungen?

Bitte bedenken Sie, nicht nur die Reisebranche hat mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Auch die Reiserücktrittsversicherer haben noch nie zuvor mit der enormen Anzahl von Schadenfällen und, in der Gesamtsumme betrachtet, mit so hohen Entschädigungsleistungen zu tun. Dieses hat Auswirkungen auf das Regulierungsverhalten der Versicherer, denn jeder Schadenfall wird intensiv geprüft.

Kennen Sie die Voraussetzungen, unter denen ein Versicherer eine Entschädigung leistet? Nein? Dann setzen Sie sich mit den Vertragsbedingungen auseinander, bevor Sie einen Schadenfall beim Versicherer anmelden. Nahezu jeder Reiserücktrittsversicherer hat ein Servicetelefon, bei welchem Informationen vorab abgerufen werden können.

Nicht versichert ist zum Beispiel die persönliche Stornierung einer Reise, weil man Angst davor hat, gegebenenfalls nicht vom Urlaubsort wieder zurückkehren zu können. Auch die Angst vor einer Ansteckungsgefahr am Risikoort als Reisestornierungsgrund ist nicht versichert. Dieses liegt im Ermessen eines jeden Reisewilligen und verpflichtet den Versicherer nicht zur Erstattung der Stornierungsgebühren.

Versichert hingegen ist die Erkrankung, welche eine Teilnahme an einer Reise verhindert. ABER: Diese Erkrankung darf keine dauerhafte Gesundheitsbeeinträchtigung darstellen, welche schon zum Zeitpunkt der Reisebuchung bzw. im letzten halben Jahr bekannt oder gar in ärztlicher Behandlung war. Wenn dann aber eine spontane Erkrankung vorliegt, dann muss dieses durch ein ärztliches Attest belegt werden. In den meisten Fällen genügt eine Bescheinigung des Hausarztes nicht; es muss ein Nachweis einer auf diese Erkrankung spezialisierte Praxis sein. Was in Ihrem Fall an Nachweisen erbracht werden muss, können Sie am Servicetelefon des Versicherers erfragen. Machen Sie sich Notizen, notieren Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners..

Durch die aktuelle Lage wird bei den Versicherern eine harte Linie im Regulierungsverhalten verfolgt. Es ist kaum Verhandlungsspielraum gegeben, es wird selten kulant interpretiert. Nach der eigenen Schadenmeldung, der Unterstützung durch die Verbraucherzentrale, dem Einschalten einer Schiedsstelle und dem Eingreifen eines Rechtsanwaltes hilft oft nur die gerichtliche Durchsetzung der Ansprüche. Hier ist zu beachten, dass die Kosten für Rechtsanwalt und Gericht seitens des Klagenden, bestenfalls durch eine Rechtsschutzversicherung, getragen werden müssen.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. steht Ihnen gern bei Fragen zu diesem Thema zur Seite. Sie prüft die Versicherungsbedingungen und hilft bei der Argumentation gegenüber dem Versicherer. Termine zur Beratung erhalten Sie unter der Rufnummer 0381 – 2087050.

Zum Semesterstart die Versicherungen prüfen – Tipps der Verbraucherzentrale

Zum Semesterstart die Versicherungen prüfen – Tipps der Verbraucherzentrale

Demnächst beginnt das neue Semester. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich mit der eigenen Versicherungssituation zu befassen, falls es nicht bereits zum Studienbeginn geschehen ist.

Die wichtigste Versicherung, die private Haftpflichtversicherung, tritt immer dann ein, wenn man einem Dritten einen Schaden zufügt. Hierbei haftet man in voller Schadenshöhe, die, vor allem bei Personenschäden, den finanziellen Ruin bedeuten kann. Bei den Eltern sind die Kinder mitversichert, solange diese zur Schule gehen, eine erste Berufsausbildung (Lehre oder Studium) absolvieren oder sich in der üblichen Wartezeit zwischen den Ausbildungsabschnitten befinden. Als Altersgrenze gilt hier meistens das 25. Lebensjahr. Spätestens bei Heirat oder Beginn der Berufstätigkeit nach dem Ende des Studiums endet der Versicherungsschutz über die Eltern und es sollte umgehend ein eigener Vertrag abgeschlossen werden.

Eine weitere wichtige Versicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sichert den Lebensunterhalt, wenn die Erwerbstätigkeit nur noch begrenzt oder gar nicht mehr ausgeübt werden kann. Selbst junge Leute können infolge Krankheiten oder Unfälle ihre Leistungsfähigkeit verlieren oder nur noch begrenzt zur Verfügung haben. Ansprüche aus der Gesetzlichen Rentenversicherung haben Studenten in der sogenannten Wartezeit, die fünf Jahre beträgt, nicht. Der Abschluss in jungen, gesunden Jahren sichert geringe Beiträge und einen Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge oder evtl. Ausschlüsse.

Oftmals bestehen im Familienverbund Verträge zur finanziellen Absicherung vor den Folgen eines Unfalles, also eine Unfallversicherung. Hier sollte der Vertragsinhalt auf die Lebenssituation des Studenten angepasst werden.

Bewohnen Studenten eine eigene Wohnung und besitzen hochwertigen Hausrat, oder können diesen bei Totalverlust finanziell nicht ersetzen, sollte über den Abschluss einer Hausratversicherung nachgedacht werden.

Zu all diesen Themen unterstützen die Fachberater der Verbraucherzentrale M-V bei der Erfassung des Versicherungsbedarfs, Überprüfung des bereits bestehenden Versicherungsschutzes und auch bei der Umsetzung des bestmöglichen Schutzes im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.

Übrigens: Auch zum Thema „Studienkredite“ stehen die Berater gern zur Seite.

Krankenversicherung für Studenten: privat oder lieber gesetzlich versichern?

Die Frage zum Krankenversicherungsschutz stellt sich den meisten Studenten erst zum Zeitpunkt der Immatrikulation. Doch gerade Studenten, die bisher – zum Beispiel durch die Eltern – privat versichert waren, sollten zum Studienbeginn genau überlegen, ob sie weiter privat versichert sein wollen oder der Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung der Studenten (KVdS) die bessere Alternative ist.

Für manche Studenten kann die Private Krankenversicherung sinnvoll sein. Wenn zum Beispiel über die verbeamteten Eltern ein Beihilfe­anspruch besteht, ist die private Versicherung meistens günstiger als die gesetzliche KVdS. Studenten sollten sich vor der Wahl des Vertrages in jedem Fall über Vor- und Nachteile unabhängig beraten lassen. Denn fällt während des Studiums der Kindergeld­anspruch weg, muss der private Vertrag umgestellt werden. Das hat einen entsprechend hohen Beitrag zur Folge, der meistens über dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse liegt.

Ist zu Beginn des Studiums die Wahl einmal getroffen, bleibt diese Entscheidung für die gesamte Studien­dauer bindend. Also Achtung: Wer sich privat versichert, kommt während des Studiums nicht mehr in die gesetzliche Kranken­kasse hinein.

Bei gesetzlich versicherten Eltern ist der Studienanfänger bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres kostenfrei familienversichert. Diese Zeit verlängert sich bei geleistetem Wehr- bzw. Ersatzdienst entsprechend. Eine beitragsfreie Familienversicherung ist jedoch nur möglich, wenn das regelmäßige Einkommen des Studenten unter 455 Euro liegt bzw. bei einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) 450 Euro nicht überschreitet. In diesem Fall und ab dem 26. Lebensjahr ist dann aber die studentische Versicherung gemäß KVdS möglich. Seit 2019 kostet dieser 76,04 Euro plus den individuellen Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenversicherung. Hinzu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung in Höhe von 22,69 Euro (24,55 Euro für kinderlose Studenten ab dem 23. Lebensjahr).

Fragen rund um die Krankenversicherung beantwortet die Verbraucherzentrale.

Reiserücktrittsversicherung – Absage wegen "Corona/COVID-19" ist oft nicht versichert

Die Reiselust der Deutschen ist weltweit bekannt. In diesen Monaten der Corona-Pandemie sind viele Verbraucher verunsichert, ob der für die Sommermonate geplante Urlaub stattfinden soll. Besonders schwer fällt die Entscheidung den Reiselustigen aus den sogenannten Risikogruppen.

Viele Reisewillige wollen nicht das Risiko einer Erkrankung mit COVID-19 während einer Urlaubsreise auf sich nehmen und stornieren ihre gebuchte Reise. Die entstehenden Stornokosten werden über die Reiserücktrittsversicherung eingereicht und man erwartet eine Erstattung. Diese Erwartung wird aber in den meisten Fällen nicht erfüllt, denn eine Urlaubsabsage aus diesen Beweggründen ist im Versicherungsschutz nicht enthalten.
Was ist denn enthalten?

Detailliert beschrieben sind versicherte Fälle in den Allgemeinen Bedingungen zur Reiserücktrittsversicherung, welche jeder Versicherungsnehmer beim Abschluss des Vertrags ausgehändigt bekommen muss. Diese können von Versicherer zu Versicherer variieren.

Der wichtigste Punkt ist die unerwartete schwere Erkrankung. „Unerwartet“ heißt, dass es zuvor keine Anzeichen bzw. keine dem Krankheitsbild entsprechende Vorerkrankung gab. Diese muss durch einen Arzt, eventuell sogar durch einen Facharzt, attestiert werden. Teilweise erstreckt sich der Versicherungsschutz auch auf eine persönliche Absage einer Reise, wenn ein enger Familienangehöriger unerwartet schwer erkrankt oder womöglich verstirbt.

Ebenfalls sind oft akute Ereignisse aus dem persönlichen Umfeld versichert, wenn es unzumutbar ist, an einer Reise teilzunehmen – beispielsweise ein großer Wasserschaden in Ihrem Haushalt.

Der Tipp der Verbraucherzentrale:

Setzen Sie sich mit dem Servicecenter Ihres Reiserücktrittsversicherers in Verbindung, wenn Sie eine Reise absagen und die Stornokosten geltend machen möchten. Fast alle Unternehmen haben eine Telefonhotline, mit denen Sie Einzelheiten zügig klären können. Im Rahmen dieser Gespräche wird auch auf Fristen hingewiesen und Empfehlungen zur Vorgehensweise werden gegeben.

Sofern Sie Fragen haben oder auch Beratung zu diesem Thema durch einen unabhängigen Fachberater wünschen, unterstützt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. gern. Infos zur Terminvereinbarung und den Kosten gibt es unter www.verbraucherzentrale-mv.eu oder unter 0381 2087050.

Die private Haftpflichtversicherung – Ist Ihr Versicherungsschutz noch passgenau für Sie?

Der Gesetzgeber hat es geregelt – wer einen Schaden verursacht, ist dazu verpflichtet, diesen auszugleichen. Das kann sehr teuer werden, denn eine Begrenzung der Schadensersatzhöhe gibt es nicht.

Darum sollte jeder Verbraucher Versicherungsschutz über eine Privathaftpflichtversicherung besitzen. Neben dem tatsächlichen finanziellen Schadensausgleich sind ebenfalls die Überprüfung der Forderung des Geschädigten und auch gegebenenfalls die Abwehr von unberechtigten Ansprüchen enthalten.

Und Jeder, der bereits eine Haftpflichtversicherung hat, sollte den Vertrag regelmäßig überprüfen:

  • Wie hoch ist die Versicherungssumme?
  • Passt der Versicherungsumfang zu meiner Familiensituation? Leben kleine Kinder im Haushalt?
  • Sind Schäden aus meinen Hobbies mitversichert?

Vor langer Zeit abgeschlossene Verträge sind durch die Beitragserhöhungen oft teuer. Auch haben Altverträge oft nicht die aktuellen Zusatzleistungen, welche Versicherer in den neuen Tarifen berücksichtigen. An Versicherungsverträge sind Verbraucher nicht über viele Jahre gebunden. Überprüfen Sie deshalb Ihre Verträge, versichern Sie sich nach Ihren persönlichen Bedürfnissen.

Bei der Suche, bei der Prüfung und auch bei der Überprüfung Ihres Versicherungsschutzes unterstützt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. gern. Infos zur Terminvereinbarung und den Kosten gibt es unter www.verbraucherzentrale-mv.eu oder unter 0381 2087050.

Kündigungstermin 30.11. nicht verpassen: Wechsel der Kfz-Versicherung kann bares Geld wert sein

Die meisten Autoversicherungen gelten für ein Kalenderjahr. Es kann aber auch vorkommen, dass die Vertragslaufzeit mit dem Erwerb beginnt. Was im Einzelfall gilt, kann man dem Versicherungsvertrag entnehmen.

Der Vertrag verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er i.d.R. nicht einen Monat vor Ablauf gekündigt wird. Deshalb muss in den meisten Fällen bei einem beabsichtigten Wechsel die Kündigung bis spätestens 30. November beim Versicherer vorliegen. Darüber hinaus besteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn Versicherungsnehmer für das Jahr 2020 eine Beitragserhöhung erhalten, ohne dass sich der Leistungsumfang verbessert. Dann kann man innerhalb eines Monats nach Erhalt dieser Mitteilung kündigen. ZumBeispiel erhält man das Erhöhungsschreiben Ende November, kann noch bis Ende Dezember gekündigt werden.

Nach der aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest liegen oft hunderte Euro zwischen dem günstigsten und dem teuersten Versicherer. Den vollständigen Test, dieser bezieht fast alle Kfz-Versicherer ein, findet man in der Novemberausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ oder im Internet unter Stiftung Warentest „Kfz-Versicherung“.

Seit Versicherer Tarife auch danach kalkulieren, ob das Auto in einer Garage steht, ob auch mal die Kinder am Steuer sitzen, und es auch belohnen, wenn der Kunde nach einem Unfall die vorgegebene Werkstatt aufsucht, ist es ratsam, sich die Bedingungen des Vertrags sorgfältig anzuschauen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.verbraucherzentrale-mv.eu/haftpflicht-und-kasko

Auch eine persönliche, anbieterunabhängige Beratung ist in den Beratungsstellen in Rostock, Schwerin und Neubrandenburg möglich.

Studienbeginn steht bevor – Versicherungssituation überprüfen –

Demnächst startet für viele junge Leute mit dem Studienbeginn ein neuer Lebensabschnitt. Waren diese bisher bei den Eltern mitversichert, trifft dieses nicht mehr generell zu. Außerdem kommen neue Risiken hinzu, für die bislang kein Versicherungsschutz erforderlich war. Hierzu nachfolgend ein paar Tipps der Verbraucherzentrale.

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