Neues bei der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale kann auf eine über 30-jährige Tätigkeit an verschiedenen Standorten in Mecklenburg zurückblicken. Nach einer langen Corona bedingten Unterbrechung konnten sich die Mitglieder des Vereins in dieser Woche mit den Ergebnissen der Jahre 2019 und 2020 auseinandersetzen.

Wie Vorstand Dr. Fischer unschwer belegen konnte, waren es zwei ganz verschiedene Jahre. 2019 gab es angemessene Ergebnisse, denn immerhin hatten über 50.000 Verbraucher Kontakt mit der Verbraucherzentrale aufgenommen. Ob in der persönlichen Beratung, bei Vorträgen, an Messeständen oder sehr oft über telefonische Kontakte, immer sind es die Ratschläge und Hinweise der Fachleute der Verbraucherzentrale, die konkret weiterhelfen.

2019 konnte in etwa in 12.000 Fällen geholfen oder Schlimmeres verhindert werden. Mit dem 1. Lock down im März 2020 wurden die Kontakte stark reduziert und es wurde auf telefonische bzw. Beratung per Email umgestellt. Das führte zu nachhaltigen Veränderungen, die sich in der Statistik widerspiegeln. Nur noch etwa 38.000 Kontakte werden registriert.

Teilnehmer an Vorträgen, Messebesucher – kaum der Rede wert, da die meisten Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Positives konnte Fischer den Mitgliedern des Vereins aber berichten, denn die Zahl der Beratungen ist 2020 sogar gestiegen. Und: die Zugriffe auf die Informationen im Internet sind von 110.000 auf 147.000 angewachsen.

Telefonische Beratung ist bis heute Standard, doch öffnet sich die Verbraucherzentrale jetzt wieder Terminvereinbarungen (0381 208 70 50) für persönliche Beratungen. Die Mitglieder bedankten sich für die erbrachten Leistungen bei den Mitarbeitern, dem Vorstand und dem Verwaltungsrat.

Zur neuen Verwaltungsratsvorsitzenden wurde Claudia Schulz aus Rostock gewählt. Sie möchte sich für eine Stärkung der Verbraucherzentrale einsetzen und kritisierte die schwache Förderung der Verbraucherzentrale durch das Land über die letzten Jahre. Auch positiv ist, dass die Verbraucherzentrale in naher Zukunft ihren Standort in Rostock wechselt und modernere Räume beziehen wird.

Strom sparen im Urlaub: Einfach abschalten!

Der einfachste Weg, um Strom zu sparen, ist der, nur Geräte einzuschalten, die wirklich derzeit gebraucht werden. Im Umkehrschluss bedeutet das, konsequent alle abzuschalten oder auszuziehen, die während der eigenen Abwesenheit nicht gebraucht werden. Ein kleiner Rundgang durch die eigenen vier Wände hilft, keinen Energiefresser zu vergessen.

Boiler und Heizungen sind besonders hungrige Energiefresser, denen man während längerer Urlaube im Sommer eine Pause gönnen kann. Das Warmhalten des Wassers kostet Energie, daher lohnt sich das Abschalten bei Abwesenheit. Um den Gefahren, die von Legionellen ausgehen, vorzubeugen, sollten etwa zehn Liter aus allen Wasserhähnen nach dem Urlaub abgelassen werden, bevor das Wasser wieder genutzt wird. Das genügt, um das abgestandene Wasser in den Rohren auszutauschen.

Darüber hinaus ist wichtig, dass elektrische Geräte wirklich vom Netz getrennt sind und nicht etwa im Standby-Modus laufen. Leuchtende Lämpchen und Displays, die die Uhrzeit anzeigen, geben einen Hinweis darauf, wer vom Stromnetz zapft. Doch Achtung: Einige Geräte ziehen auch Strom im Standby, ohne dass ein Lämpchen darauf hindeutet. Je nach Anzahl und Art der Geräte kann der „Leerlauf“ der Geräte in einem drei-Personen-Haushalt bis zu 20 Prozent der Stromkosten ausmachen.

Besonders Computer, Spielekonsolen und andere Unterhaltungselektronik verbrauchen im Standby-Modus viel Strom. Auch Router, Repeater und Festnetztelefone können bedenkenlos ausgezogen werden. Viele Router verbrauchen ähnlich viel Strom wie ein sparsamer Kühlschrank. Im Dauerbetrieb kommen jährlich bis zu 40 Euro zusammen.

Mit Mehrfachsteckdosen sind gleich eine Reihe an Geräten mit einem Klick vom Netz genommen. Bei der Kühlschranktür sollte stets darauf geachtet werden, dass diese richtig geschlossen ist. Vor längeren Reisen ist zu empfehlen, den Inhalt im Vorfeld der Reise aufzubrauchen und das Gefrierfach abzutauen. Eine Eisschicht von einem Zentimeter kann den Stromverbrauch um bis zu 15 Prozent erhöhen. Zudem steigert ein regelmäßiges Abtauen die Lebensdauer von Gefriergeräten.

Einfach die Sicherung rauszunehmen, um dem gesamten Haushalt eine Sommerpause zu gönnen, erscheint naheliegend. Davor sollte nochmal gründlich überlegt werden, ob wirklich kein Gerät während der eigenen Abwesenheit Strom benötigt. Eine nicht abgetaute Gefriertruhe oder eine abgeschaltete Alarmanlage können für Überraschungen bei der Wiederkehr sorgen.

Fragen zu effizienten Haushaltsgeräten und zu Möglichkeiten Energie im Haushalt zu sparen, beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale kostenlos. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder kostenfrei unter 0800 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Das Geschäft mit der Einsamkeit

Seit den aktuell beschlossenen Lockerungen entschließen sich Alleinstehende wieder häufiger, über Kontaktanzeigen eine Partnerin oder einen Partner kennenzulernen. Unterschiedliche Vermittlungsinstitute schalten wöchentlich Anzeigen in Tageszeitungen, in denen wortreich Menschen, die angeblich auf der Suche nach einem Partner sind, vorgestellt werden. Ruft der Interessent oder die Interessentin die angegebene Telefonnummer an, wird klargestellt, dass zunächst ein Treffen mit einem Vertreter des Unternehmens – in der Regel in der Wohnung des Anrufenden – stattfinden muss.

Diese Treffen enden jedoch selten mit der Vermittlung des gewünschten Kontaktes, sondern mit einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft in einem so genannten Freizeitclub mit einer Mindestlaufzeit von einem Jahr. Zwar wird dem neuen Mitglied zugesichert, regelmäßig mit passenden Kontakten versorgt zu werden. Diese Kontaktvorschläge entsprechen aber höchst selten den Vorstellungen des Betroffenen, denn die vermittelten Personen sind entweder schon wieder liiert oder passen hinsichtlich des Alters oder Wohnorts in keiner Weise zum Suchenden. Sich vorzeitig von dem Vertrag zu lösen, gestaltet sich äußerst schwierig.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Die Anzeigen von Partnervermittlungsinstituten sind selten auf echte Partnervermittlungen ausgerichtet. Sollten aufgrund solcher Anzeigen Vertreter zu Besuch kommen, überlegen Sie sehr gründlich, ob Sie die Risiken und Kosten eines Vertrages mit einem Partnervermittlungsinstitut auf sich nehmen möchten! Wenn Sie auch nur die geringsten Bedenken haben, schließen Sie keinen Vertrag mit einem Institut ab. Bezahlen Sie bei einem solchen Geschäft niemals alles im Voraus! Haben Sie einen solchen Vertrag geschlossen und möchten diesen beenden, lassen Sie sich von Ihrer Verbraucherzentrale beraten.

Spielerisch informiert mit dem Getränke-Parcours

Mit dem Quiz „Getränke-Parcours“ lädt die Verbraucherzentrale zu einer virtuellen Fahrradtour ein und informiert, welche Getränke in die Fahrradtasche gehören.

Ist alkoholfreies Bier ein guter Durstlöscher beim Sport, entwässert Kaffee wirklich und wie viel sollte getrunken werden? Das Quiz stillt nicht nur den Wissensdurst, sondern informiert zum idealen Durstlöscher und zur optimalen Trinkmenge. Dabei kommen nicht nur Fahrradfahrende auf ihre Kosten. Für jede richtige Antwort erhalten Mitspielende Punkte und können sich mit anderen messen.

Ob alleine oder mit den Enkeln: Beim „Getränke-Parcours“ lernen alle dazu. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, nur etwa fünf bis zehn Minuten Zeit. Benötigt wird daneben ein Smartphone oder Tablet sowie die App Actionbound. Diese steht im App Store und bei Google Play kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung.

„Unser Angebot richtet sich hauptsächlich an Senior:innen“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale MV. „Im Alter wird häufig zu wenig getrunken und auch einige Mythen zu Getränken halten sich hartnäckig.“ Der „Getränke-Parcours“ bietet verlässliche Informationen zu den wichtigsten Alltagsgetränken, räumt mit Halbwahrheiten auf und macht neugierig auf Alternativen.

Offizieller Start des Online-Spiels ist der 18. Juni  2021, der bundesweite Digitaltag. Ziel des Digitaltages ist die Förderung der digitalen Teilhabe. Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Der bundesweite Aktionstag soll die Digitalisierung erklären, erlebbar machen und Raum für Debatten schaffen. Auch der Dachverband der Verbraucherzentralen ist Mitglied der Initiative „Digital für alle“ und vertritt die Interessen aller Verbraucher:innen.

Den Link zum Spiel finden Sie hier:

Code Game

 

 

Verbraucherzentrale M-V: Plus Kasse Inkasso – Forderung nicht bezahlen!

Zurzeit landen in den Briefkästen der Verbraucher wieder vermehrt Schreiben von vermeintlichen Inkassounternehmen. Nun ist es die Plus Kasse INKASSO AG aus Berlin.

Der Absender suggeriert mit einem „Zahlungsbefehl“ Verbrauchern, sie hätten einen kostenpflichtigen Gewinnspiel- oder Zeitschriftenvertrag geschlossen, indem sie ihre persönlichen Daten angegeben haben. Die monatlichen Beträge seien jedoch noch nicht beglichen worden. Bei Nichtzahlung drohen den Verbrauchern Mahn- und Vollstreckungsbescheid, örtlicher Gerichtsvollzieher, Pfändung der Bezüge und Zwangsvollstreckung u.v.m.

Sollten Sie so ein Schreiben bekommen haben, rät die Verbraucherzentrale:

  • Zahlen Sie nicht! Das Geld soll auf ein griechisches Konto (IBAN GR) gezahlt werden.
  • Schreiben Sie auch nicht zurück bzw. senden sie das angehängte Kündigungsformular nicht zurück!
  • Rufen Sie keine der angegebenen Telefonnummern an! Auch kein Fax bzw. E-Mail zurücksenden

Das Lebensmitteletikett – Was verrät es?

Der „richtige“ Einkauf von Lebensmitteln ist für viele Verbraucher/innen eine Herausforderung. Worauf sollte man achten? Welche Pflichtangaben sind auf den Lebensmittelverpackungen zu finden? Und welche Angaben sind nur Marketingstrategien der Lebensmittelhersteller?

Im kostenlosen Online-Vortrag „Das Lebensmitteletikett – Was verrät es?“ erfährt man, welche Angaben auf Lebensmittelverpackungen verpflichtend sind und wie man sich daran orientieren kann. Außerdem wird anhand von Beispielen erläutert, wie man Werbung auf Lebensmitteln durchschauen kann.

Die Veranstaltung startet am Dienstag, 8.6.2021 um 10 Uhr. Interessierte melden sich bitte hier an.

Jetzt als Verbraucherschule bewerben!

Die Auszeichnung Verbraucherschule würdigt Schulen, die Kinder und Jugendliche zu starken und informierten Verbrauchern machen. Die neue Bewerbungsrunde läuft bis 1. Oktober 2021. Sonderkategorie würdigt Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie.

Die Auszeichnung Verbraucherschule des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) startet in eine neue Runde. Sie würdigt Schulen, die auch im Corona-Schuljahr 2020/21 dazu beitragen, aus jungen Menschen starke Verbraucherinnen und Verbraucher zu machen. Neben Gold, Silber und Bronze gibt es in diesem Jahr die Sonderkategorie Verbraucherschule Extra.

„In der Corona-Pandemie zählt Verbraucherbildung mehr denn je. Wie erkenne ich falsche Gesundheitsversprechen, Fake News oder datenhungrige Onlinedienste? Wir zeichnen Schulen aus, die dies trotz angespannter Lage thematisieren“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Allgemein- und berufsbildende Schulen des Landes, können sich bis 1. Oktober 2021 unter www.verbraucherschule.de als Verbraucherschule bewerben.

Aktuell gibt es deutschlandweit 64 Verbraucherschulen, darunter im Moment keine aus Mecklenburg-Vorpommern. In den Vorjahren war die Arche Schule aus Waren bereits zwei Mal unter den ausgezeichneten Schulen. Damit auch in MV Schüler fit sind im Konsumalltag, sollte Verbraucherbildung ein Schwerpunkt der schulischen Arbeit sein. Unterstützung dabei kommt von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Thema Verbraucherbildung

Voraussetzung für die Auszeichnung Verbraucherschule sind eine oder mehrere Maßnahmen in den Schwerpunkten der Verbraucherbildung: Ernährung und Gesundheit, Finanzen, Marktgeschehen und Verbraucherrecht, nachhaltiger Konsum, Medien und Information. Das können z.B. Medienkompetenztage sein, regelmäßige Unterrichtseinheiten zum Leben auf eigenen Beinen, eine digitale Koch-AG oder eine Nachhaltigkeitswoche zu umweltbewusstem Konsum.
Verbraucherschule werden

Der erste Schritt zur Bewerbung ist die kostenfreie Anmeldung im Netzwerk Verbraucherschule unter www.verbraucherschule.de. Der Mehrwert der Netzwerk-Mitgliedschaft: Schulen erhalten Unterstützung dabei, Verbraucherbildung umzusetzen – mit kostenlosen Online-Fortbildungen, Ideen und Erfahrungsaustausch. Dieses Video stellt das Projekt Verbraucherschule in einer Minute vor.

Mehr Informationen:

Den Bewerbungsbogen samt Erläuterung finden Sie hier.
Informationen zum Bildungsangebot der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern: www.verbraucherzentrale-mv.eu/bildung-mv
Deutschlandkarte mit Verbraucherschulen: www.verbraucherbildung.de/sites/default/files/2021-05/Deutschlandkarte.jpg
Publikation „Starke Verbraucher von Anfang an!“ mit allen Verbraucherschulen 2021: www.vzbv.de/publikationen/starke-verbraucherbildung-von-anfang

Gefördert wird das Projekt Verbraucherschule durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit auf Beschluss des Deutschen Bundestages sowie durch die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz.