Nicht zulässiges und potenziell gesundheitsschädliches Bambusgeschirr im Umlauf

Verbraucherzentralen warnen vor Produkten mit Bambus-, Reis- und Weizenfasern

Potenziell gesundheitsschädliches Kunststoffgeschirr mit Bambusfasern wird seit Jahren verkauft, obwohl es nie zugelassen wurde – Verbraucher sollten diese Produkte nicht mehr verwenden – Überwachungsbehörden müssen Verbraucher informieren und diese Produkte zurückrufen

„Es ist ein Skandal, dass Verbrauchern vor allem im Onlinehandel weiterhin illegales und potenziell krebserregendes Plastik-Geschirr mit Bambus-, Reis- oder Weizenfasern angeboten wird. Der Bundesregierung und den Bundesländern hätte es bewusst sein müssen, dass der Verkauf nicht zulässig ist. Jedoch wurde der Beschluss der EU-Kommission kaum kommuniziert. Dass es bisher weder einen bundesweiten Rückruf der betroffenen Produkte noch klare öffentliche Information gibt, ist ein dramatisches Versäumnis, dass die Verbraucher unnötig gefährdet. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit muss schnellstens das Vorgehen der Überwachungsbehörden in den Ländern koordinieren“, sagt Dr. Jürgen Fischer, Vorstand der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Bambus-Becher und Co. sind nicht verkehrsfähig

Vermeintlich nachhaltiges Geschirr besteht häufig nicht nur aus Bambus und anderen Naturmaterialien, sondern auch aus Kunststoffen. Ob es sich um reine Naturmaterialien oder Kunststoffgemische handelt, können Verbraucher nicht erkennen.

Von Kunststoffprodukten, denen Bambusfasern zugesetzt sind, ist bekannt, dass sie beim Kontakt mit heißen Getränken und Speisen potenziell krebserregendes Formaldehyd abgeben können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Geschirr aus Kunststoff und Bambus deshalb als nicht geeignet für den Kontakt mit heißen Speisen und Getränken eingestuft.

Untersuchungsämter wie das Chemische und Veterinärüberwachungsamt (CVUA) in Stuttgart berichten seit 2014 regelmäßig über bedenkliche Grenzwertüberschreitungen in Bambus-Kunststoff-Geschirr, immer wieder wurden Produkte auch vom Markt genommen. Allerdings reichten die Ressourcen der amtlichen Lebensmittelüberwachung nicht aus, um die Vielzahl an Produkten, die insbesondere im Onlinehandel angeboten werden, einzeln zu untersuchen und vom Markt zu nehmen. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb seit Jahren ein Verbot der gesamten Produktgruppe.

Im Juni 2020 hat eine Expertengruppe bei der EU-Kommission Bambus und andere natürliche Materialien in Kunststoffgeschirr für nicht verkehrsfähig erklärt, unabhängig vom Vorliegen konkret gemessener Grenzwertüberschreitungen. Das bedeutet, dass diese Produkte nicht in den Umlauf gebracht werden dürfen. Ausschließlich dafür zugelassene Stoffe dürfen Lebensmittelkontaktmaterialien aus Kunststoffen zugesetzt werden. Nur dann können Verbraucher davon ausgehen, dass die Produkte grundsätzlich sicher sind und eine Risikoüberprüfung stattgefunden hat. Eine solche Zulassung lag für Bambus und andere natürliche Materialien nie vor. Produkte aus reinem Bambusmaterial sind hingegen weiterhin zulässig.

Produkte weiterhin auf dem Markt

Erst Ende des Jahres 2020 haben die meisten Überwachungsbehörden begonnen, die Produktgruppe vom Markt zu nehmen. Umfassend und vollständig ist das bisher nicht erfolgt. Eine vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit geplante Recherche zu Bambusgeschirr im Online-Handel wurde im Jahr 2020 gestrichen. Insbesondere im Online-Handel ist deshalb weiterhin Kunststoffgeschirr mit Naturfasern erhältlich.

Umfassende Rückrufe und Revision der EU-Verordnung

Die Verbraucherzentrale MV rät Verbrauchern, Produkte aus Bambus-, Reis- und Weizenfasern nicht mehr zu kaufen und zu verwenden. Finden Verbraucher entsprechende Produkte im Handel, sollten sie diese der für ihren Landkreis zuständigen Behörde melden. „Die Behörden in MV müssen einen umfassenden Rückruf veranlassen und die Öffentlichkeit offensiv darüber informieren, Plastikgeschirr mit Naturfasern nicht mehr zu verkaufen und zu benutzen. Noch ungenutzte Produkte sollten seriöse Händler zurücknehmen und den Kaufpreis erstatten.“, so Fischer.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite der Verbraucherzentrale MV: www.verbraucherzentrale-mv.eu/wissen/umwelt-haushalt/produkte/verkauf-von-kunststoffgeschirr-mit-bambusbeimischung-nicht-zulaessig-20573

Finger weg von offizieller Gewinnbestätigung

Gleich zwei Schreiben einer Swiss Gewinn Spiel AG erhielt eine Verbraucherin aus Schwerin innerhalb eines Monats. Darin bestätigt der Gewinnberater des Unternehmens, Dr. Wolf Dietrich, den Gewinn in Höhe von 58.980,00 Euro. Merkwürdig nur, dass die Verbraucherin niemals an einem Gewinnspiel teilgenommen hat.

Weiter heißt es, dass durch die Auszahlung des Gewinnes Notargebühren fällig werden. Sie soll sich telefonisch mit ihm in Verbindung setzen. Immerhin ist die Rufnummer kostenfrei. Ein Testanruf der Verbraucherzentrale ergab, dass hier 9.000,00 Euro an einen angeblichen Notar überwiesen werden sollen.

Die Verbraucherzentrale ist der Meinung, dass es sich hier schlichtweg um Betrug handelt und rät, darauf nicht einzugehen. Rufnummern, die missbräuchlich verwendet werden, können bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Bei Betrugsversuchen sollte auch Strafanzeige gestellt werden.

Verbraucherärger über Fake-Homepage

„Betrüger prellen Ostsee-Urlauber um Zehntausende Euro“, so der Titel eines Zeitungsartikels aus Mecklenburg-Vorpommern bereits im August 2014. Die Zeitung berichtete über das Internetangebot von Betrügern, die Ferienwohnungen an der Ostseeküste vermieteten, die es gar nicht gab. Sie kassierten Zahlungen und verschwanden mit diesen über alle Berge und die Website mit ihnen. Im Jahr 2021 nun eine ähnliche Situation. Die gleiche Zeitung berichtet am 6. Juli: „Polizei warnt vor Fake-Hausboot-Seite“. Auch hier waren Betrüger am Werk, die mit falschen Vermietungen von Verbrauchern Zahlungen kassierten, für Angebote, die es gar nicht gab.

Das Phänomen der so genannten Fake-Angebote im Internet beschäftigt die Verbraucherzentralen mit steigenden Fallzahlen. So wurden im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr bereits doppelt so viele Beschwerden der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern über betrügerische Internethändler gemeldet.

Ein weiteres krasses Beispiel berichtete eine Verbraucherin in der Vorweihnachtszeit 2020. Zusammen mit etwa 300 weiteren Betrogenen hatte sie eine Playstation 5 vorbestellt und den Kaufpreis von etwa 500 Euro per Vorkasse bezahlt. Die Playstation wurde nie geliefert und die Webseite abgeschaltet.

In diesen und ähnlichen Fällen sollten die Betroffenen Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Auch die Alarmsignale einer betrügerischen Internetseite sollten richtig gedeutet werden. Dazu zählen:

Kontrolle des Impressums und der Kontaktmöglichkeiten
Welche Zahlungsmöglichkeiten werden angeboten?
Gibt es beim Kauf von Waren ein Widerrufs- und Rückgaberecht?

Diese Tipps sind wichtig und nützlich. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Meist sind derartige Seiten nur sehr schwer als Fälschung zu erkennen, denn sie sind professionell gestaltet und vermitteln einen seriösen Eindruck. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale eine Identifikationspflicht für Webseiten, bevor diese bei der Denic registriert werden.

Weiterhin muss Online-Abzocke durch Polizei und Staatsanwaltschaft noch konsequenter bekämpft werden.

Energieeffizienter Garten: Tipps, die Strom und Geld sparen

Nachhaltiges Gärtnern beginnt mit einer großen Artenvielfalt und dem Schutz der Natur durch den Verzicht auf Giftstoffe. Ebenso wichtig ist der sparsame Einsatz von Ressourcen. Folgende Tipps helfen, den Garten energieeffizient zu betreiben:

Licht und elektrische Geräte wohl überlegt einsetzen
Das nächtliche Beleuchten von Bäumen, Wasserläufen oder Blumenrabatten verursacht nicht nur dem Stromzähler unruhige Nächte. Auch Insekten und Vögel leiden zunehmend an der Lichtverschmutzung.

Tipp der Verbraucherzentrale: Das nächtliche Ausleuchten des Gartens sollte nur punktuell und bei Bedarf erfolgen.

Immer mehr elektrische Helfer machen die Gartenarbeit komfortabler. Kaum scheint die Sonne, rattert und brummt es durch die Nachbarschaft. Neben einigen nützlichen Utensilien sind auch jene dabei, die durch kurze Lebensdauer oder ihren eingeschränkten Nutzen hauptsächlich das Gerätehaus belegen.

Tipp der Verbraucherzentrale: Der Griff zu Handgeräten nutzt ausschließlich Muskelkraft, ist oft effektiver und energetisch die erste Wahl. Zudem sind sie meist robuster und günstiger in der Anschaffung. Bei kostenintensiven Geräten, die nur selten zum Einsatz kommen, bietet es sich an, sie gemeinschaftlich mit Gartennachbarn zu nutzen. Das spart vor allem Ressourcen bei der Herstellung der Geräte.

Heizpilze und Wärmestrahler sorgen dafür, die langersehnten Sommertage voll auskosten zu können. Leider erwärmen sie in erster Linie die Umgebung und geben viel Energie ungenutzt in die Umwelt ab. Während gasbetriebene Heizstrahler viel CO2 freisetzen, sind elektrische Wärmestrahler echte Stromfresser.

Tipp der Verbraucherzentrale: Werden die Abende kühler, sorgen Jacken und warme Wolldecken für gemütliche Abendstunden im Garten.

Solarenergie nutzen

Viele Geräte, die im Garten im Dauerbetrieb laufen, wie Lampen, Pumpen oder Wasserspiele können mit Solarstrom betrieben werden. Wichtig ist, bereits beim Kauf auf den Verwendungszweck und die Leistung zu achten. Ein integrierter Akku verlängert die Betriebszeit. So bieten Pumpen und Leuchten mit integriertem Solarpanel und Akku oft die passende Lösung.

Tipp der Verbraucherzentrale: Legen Sie besonderes Augenmerk auf den Standort. Er entscheidet darüber, ob die solarstrombetriebenen Geräte auch bei wechselhaftem Wetter funktionieren.

Ist ein Netzanschluss vorhanden, kann mit Stecker-Solargeräten zum Beispiel auf dem Balkon, der Terrasse oder der Laubenwand Solarstrom erzeugt werden. Die Geräte vereinen meist bis zu zwei Solarmodule und einen Wechselrichter. Zur Installation werden sie lediglich in eine Steckdose gesteckt und sind mit einer Nennleistung von bis zu 600 Watt vielseitig einsetzbar. Ist kein Netzanschluss vorhanden – zum Beispiel in Gartenlauben oder Wochenendhäusern – bieten sich Insellösungen an. Sie vereinen Solarmodule mit einem einer Autobatterie ähnlichem Akku und einem Laderegler. Die Sonnenenergie vom Tag wird gespeichert und kann abends Geräte mit 12 Volt Gleichspannung, wie Lampen oder Radios betreiben.

Tipp der Verbraucherzentrale: Lassen Sie sich beraten! Fragen zu Solarstrom, Akkus und sparsamen Geräten beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale.

Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

SommerTour macht am 15.7.21 Halt in Neubrandenburg

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern führt auch in diesem Sommer wieder eine Info-Tour durch. Am Donnerstag, 15. Juli 2021, macht das Infomobil von 9.30 bis 15.30 Uhr in Neubrandenburg auf dem Marktplatz Halt.

Schwerpunkt der diesjährigen Sommertour ist das Thema „Klarheit und Wahrheit beim Lebensmitteleinkauf“. Dabei wird die Lebensmittelkennzeichnung im Fokus stehen. Für kritische Verbraucher lohnt sich ein Blick auf das Lebensmitteletikett, insbesondere in die Zutatenliste und die Nährwerttabelle. Eine kleine Produktausstellung informiert u. a. zu diesen Fragen: Wie viel Zucker steckt in Erfrischungsgetränken? Woher kommt das Sylter Vollkornbrot? Wozu gibt es Müsliriegel mit Guaranapulver? Was ist ein Kurkuma Shot? Beispiele für typische Werbestrategien werden zum Diskutieren anregen.

Auch die Energieberatung ist dabei. Ein Kernthema ist die Nutzung erneuerbarer Energien. Sie reduzieren klimaschädliche CO2-Emissionen und machen Hausbesitzer gleichzeitig unabhängiger von der Preisentwicklung auf internationalen Märkten.

Auch das Thema Wärmedämmung und sommerlicher Hitzeschutz wird ein Schwerpunkt sein. Eine gute Dämmung sorgt für wohlige Wärme im Winter, für angenehm temperierte Innenräume im Sommer und spart obendrein Heizkosten. Außerdem beugt eine gute Dämmung Schimmelbildung vor. Ein Energieberater erklärt viel Wissenswertes zu den Themen Solarthermie, Photovoltaik (Strom aus Sonnenlicht) und Energieeinsparung durch Wärmeschutz.

Es ist die alte Leier – Wieder einmal falsche Verbraucherschützer unterwegs

Über das Beschwerdepostfach der Verbraucherzentrale erreichte uns die Beschwerde einer Verbraucherin. Wiederholt wurde Frau F. von einer Handynummer angerufen. Als sie das Gespräch entgegen nahm, meldete sich ein Herr Meier im Namen der Verbraucherzentrale. Sie hätte an einem Gewinnspiel teilgenommen, aus welchem ihr Kosten von 200 Euro entstanden sind. Diese Kosten könnten durch die Zustimmung zur Verarbeitung ihrer persönlichen Daten auf 96 Euro reduziert werden. Mehrfach wiederholt wurde, dass dieser Herr Meier für die Verbraucherzentrale tätig wäre. Frau F. lehnte dieses unseriöse „Angebot“ ab.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern weist darauf hin, dass ihre Mitarbeiter:innen Verbraucher:innen nur nach vorheriger Terminvereinbarung zum Zweck eines Beratungsgesprächs anrufen. Sie veranstaltet keine Gewinnspiele.

Die Rufnummer werden wir zum Zweck der Prüfung an die Bundesnetzagentur melden. Die Bundesnetzagentur geht als Behörde diesen Beschwerden nach und veranlasst nach Prüfung gegebenenfalls Sperrungen solcher Rufnummern.

Dieses Beschwerdeformular der Bundesnetzagentur können alle Verbraucher:innen nutzen, die unerlaubte Werbeanrufe erhalten.

Verbraucherzentrale M-V e.V. im Land unterwegs

Dabei wird die Lebensmittelkennzeichnung im Fokus stehen. Für kritische Verbraucher lohnt sich ein Blick auf das Lebensmitteletikett, insbesondere in die Zutatenliste und die Nährwerttabelle. Eine kleine Produktausstellung wird Antworten auf Fragen wie: Wie viel Zucker steckt in Erfrischungsgetränken? Woher kommt das Sylter Vollkornbrot? Wozu gibt es Müsliriegel mit Guaranapulver? oder Was ist ein Kurkuma Shot? geben und zum Diskutieren anregen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Energieberatung, speziell die Nutzung erneuerbarer Energien. Erneuerbare Energien reduzieren klimaschädliche CO2-Emissionen und machen gleichzeitig unabhängiger von der Preisentwicklung auf internationalen Märkten. Auch das Thema Wärmedämmung und sommerlicher Hitzeschutz wird ein Schwerpunkt sein. Eine gute Dämmung sorgt für wohlige Wärme im Winter, für angenehm temperierte Innenräume im Sommer und spart obendrein Heizkosten. Außerdem beugt eine gute Dämmung einer Schimmelbildung vor. Der Energieberater erklärt viel Wissenswertes zum Thema Solarthermie, Photovoltaik (Strom aus Sonnenlicht) und die Energieeinsparung durch Wärmeschutz.

15. Juli 2021 – Neubrandenburg
Marktplatz 9:30 bis 15:30 Uhr