Kalorienangaben bei Bier und Biermischgetränken

Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale MV

Quelle: VZ MV

Im Januar 2020 hat die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in einem nicht repräsentativen Marktcheck 84 Biere und Biermischgetränke im Hinblick auf die Angabe des Brennwertes (Kalorien / Joule) geprüft. Es handelte sich dabei um 64 Biere und 20 Biermischgetränke von 56 verschiedenen Marken.

Hintergrund des Marktchecks war die „Initiative für mehr Transparenz bei der Kennzeichnung für Bier“ des Deutschen Brauer-Bundes und des Bundesverbandes Private Brauereien Deutschland. Anfang 2019 empfahlen sie ihren Mitgliedsbrauereien zukünftig den Brennwert auf allen Bieren und Biermischgetränken freiwillig anzugeben.

Ergebnisse des Marktchecks

Bei 45 Prozent der begutachteten Getränke war der Brennwert auf dem Etikett bzw. auf der Bierdose aufgedruckt. Davon waren 19 Produkte nicht nur mit der Kalorienangabe, sondern zusätzlich mit weiteren Nährwertangaben versehen.

Teilweise gab es Unterschiede bei der Kennzeichnung verschiedener Produkte derselben Marke. Während beispielsweise das Bier einer Marke Angaben zum Brennwert trug, hatte das Biermischgetränk der gleichen Marke keine entsprechende Kennzeichnung. Ebenso fiel bei einigen Herstellern die unterschiedliche Kennzeichnung zwischen Flaschen und Dosen auf.

Die Verbraucherzentrale MV hat mehrere Brauereien angeschrieben, um nachzufragen, was sie daran hindert, Verbraucher freiwillig über den Kaloriengehalt ihres gesamten Sortiments zu informieren. Fast alle angeschriebenen Anbieter meldeten sich zurück. Sie gaben größtenteils an, dass sie sich im Umstellungsprozess befinden und Restbestände an Etiketten aufgebraucht werden. Die Zeitpunkte, ab wann die neu gekennzeichneten Produkte im Handel erhältlich sind, reichten von „ab sofort“ bis „spätestens Ende 2020“. Eine Brauerei erklärte allerdings, dass sie aufgrund der Übersichtlichkeit und des Designs auf die freiwilligen Angaben zum Nährwert auf ihren Etiketten verzichtet.

Hintergrund

Seit 2016 ist für fast alle verpackten Lebensmittel die Deklaration des Brennwertes und bestimmter Nährstoffe gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings sind Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol von dieser Kennzeichnung aus nicht nachvollziehbaren Gründen ausgenommen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern ist die Angabe der Kalorien und weiterer Nährwertangaben auf alkoholischen Getränken längst überfällig.

Die freiwillige Kennzeichnung der Bierhersteller ist ein Schritt in die richtige Richtung. Verbraucherfreundlicher wäre jedoch eine europaweit gültige gesetzlich verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf dem Etikett aller alkoholischen Getränke.

Zahlungsaufforderungen von FremdgehenClub

Mehrere Verbraucher in Stralsund erhielten eine als außergerichtliche Mahnung bezeichnete Zahlungsaufforderung des „FremdgehenClub“. Gegenstand der Zahlungsaufforderung ist eine kostenpflichtige Mitgliedschaft auf dem Kontaktportal Fremdgehenclub.com.

Dahinter steht angeblich die Lagneia Ltd. in London. Die Forderung über zunächst 179,45 Euro zzgl. Mahnkosten von 10,00 Euro, später sind es knapp 400 Euro, soll auf ein Konto in Litauen überwiesen werden. Als Kontoinhaber ist die Cash Collect GmbH angegeben, die der Verbraucherzentrale bereits aus anderen Sachverhalten bekannt ist.

Die Betroffenen geben an, sich nicht auf dieser Seite angemeldet zu haben. Doch selbst wenn: Die Dating-Seite FremdGehenClub.com ist eine raffinierte Abo-Falle. Mit der Anmeldung wird direkt ein so genanntes Probe-Abo abgeschlossen, das sich automatisch verlängert. Es folgt ein Abo, das ca. 400 Euro kostet. Lohnen würde sich eine Mitgliedschaft übrigens nicht, denn es gibt außer Fake-Profilen von Moderatoren nichts auf der Seite.

Der Tipp der Verbraucherzentrale MV: Bezahlen Sie nicht vorschnell und lassen Sie sich auch nicht von den Drohungen in der Zahlungsaufforderung einschüchtern. Ein möglicherweise zustande gekommener Vertrag sollte unabhängig von der Sach- und Rechtslage und eventuell abgelaufenen Fristen gegenüber dem Portalbetreiber vorsorglich schriftlich widerrufen, gekündigt und angefochten werden. Sind Sie unsicher oder benötigen Sie Unterstützung, lassen Sie sich von Ihrer Verbraucherzentrale beraten.

Wie viele Hülsenfrüchte sind drin? Ein Blick in die Zutatenliste lohnt sich

Am 10. Februar ist „Internationaler Tag der Hülsenfrüchte“. In den letzten Jahren erfreuen sich Hülsenfrüchte immer größerer Beliebtheit. Zu Recht – sie liefern nicht nur wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, sondern auch einen beachtlichen Anteil an hochwertigen Eiweißen. Damit bieten sie gerade Vegetariern oder Veganern eine gute Basis für eine ausgewogene Ernährung.

Das Angebot von Produkten mit Linsen, Erbsen, Bohnen und Co. ist größer denn je. Eintöpfe bzw. Suppen, Milch- und Fleischersatzprodukte aus Soja oder Lupine, Pasta aus Erbsen oder Brotaufstriche aus verschiedenen Hülsenfrüchten finden Verbraucher in den Supermarktregalen.

Der Gehalt an Hülsenfrüchten unterscheidet sich allerdings von Produkt zu Produkt. Wird eine Zutat in der Bezeichnung eines Lebensmittels genannt, zum Beispiel „Erbseneintopf“ oder durch Worte oder Bilder auf dem Produkt hervorgehoben, muss die Menge dieser Zutat als Prozentzahl angegeben werden. Meist erfolgt das in der Zutatenliste. Ein genauerer Blick auf das Etikett kann bei der Kaufentscheidung helfen.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg Vorpommern e.V. hat beispielsweise einige Brotaufstriche auf Linsenbasis genauer unter die Lupe genommen. Bei drei Aufstrichen unterschiedlicher Hersteller lag der Anteil roter Linsen zwischen 22 und 47 Prozent. Diese Angabe bezog sich laut Zutatenverzeichnis jeweils auf die gekochten Linsen. Bei anderen Aufstrichen ging aus der Kennzeichnung nicht hervor, ob sich der Anteil auf die getrockneten oder gegarten Linsen bezieht – ein Vergleich ist dann für Verbraucher schwierig.

Auf vielen Produkten mit Hülsenfrüchten wird mit „proteinreich“ oder „hoher Ballaststoffgehalt“ geworben. Für diese Aussagen gibt es klare Regeln. Wirbt der Hersteller zum Beispiel mit „hoher Proteingehalt“ oder „proteinreich“ müssen mindestens 20 Prozent der Kalorien auf den Proteinanteil entfallen.

Streik beim Nahverkehr – Gibt es für Verbraucher/innen Ersatzansprüche?

Die Angestellten im Nahverkehr streiken für mehr Lohn in Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch kommt es immer wieder zu Ausfällen von Bussen und Bahnen. Aus diesem Grund wenden sich Ratsuchende an die Verbraucherzentrale mit der Frage nach Ersatzansprüchen gegen die Unternehmen.

So fragt Frau S. aus Rostock, ob sie den Preis für ihre Eintrittskarten zu einer Zirkusveranstaltung ersetzt bekommt. Sie konnte diese nicht besuchen, da die Straßenbahn nicht fuhr. Herr K. nahm ein Taxi, um seinen Termin rechtzeitig zu erreichen. Muss das Verkehrsunternehmen die Taxikosten ersetzen?

Grundsätzlich gilt: Es gibt kein Recht auf Beförderung beim Nahverkehr. Deshalb besteht auch kein Anspruch auf die Erstattung von Ersatzkosten für ein anderes Verkehrsmittel oder von Eintrittspreisen für Veranstaltungen.

Auch für die Pünktlichkeit am Arbeitsplatz, in der Schule oder den Anschluss für einen Flug oder die Bahn ist jeder selbst verantwortlich.

Weitere Fragen dazu beantwortet jede Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Die neuen "goldenen 20er Jahre" starten mit möglicher Betrugsmasche

Die Verbraucherzentrale rät dringend, beim Unterzeichnen von Dokumenten oder Verträgen die Jahreszahl 2020 vollständig auszuschreiben.

Im täglichen Gebrauch schreiben viele Verbraucherinnen und Verbraucher auf wichtigen Unterlagen oft die Jahreszahl in verkürzter Schreibweise. Diese Schreibweise birgt Gefahren, da Betrüger leicht das Datum abändern können. So wird dann zum Beispiel aus dem 23.01.20 plötzlich das Datum 23.01.2016.

Katrin Schiller, Juristin der Verbraucherzentrale MV erklärt, dass Betrüger bei einer verkürzten Schreibweise zahlreiche unterschiedliche Jahreszahlen in der Zukunft oder Vergangenheit verfälschen können. Dadurch lassen sich zum Beispiel Verträge verlängern oder auch verkürzen.

Gutscheine als Weihnachtsgeschenk

Nun steht das Weihnachtsfest vor der Tür und viele Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden sich zum Kauf von Gutscheinen. Dies erspart Zeit und der Beschenkte kann sich seinen Wunsch selbst erfüllen. Doch kann ein Gutschein in bar ausgezahlt werden? Oder wie lange ist ein Gutschein gültig? Was passiert wenn der Gutschein nicht rechtzeitig eingelöst wird?

Kann ich mir den Gutschein auszahlen lassen?
Eine Verpflichtung, den Geldbetrag auszahlen zu lassen, besteht in der Regel nicht. Häufig ergibt sich dies aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Wie lange ist ein Gutschein gültig?
Wurde mit dem Verkäufer nichts anderes vereinbart, gilt für kostenpflichtige Gutscheine die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren. Allerdings beginnt der Zeitraum erst mit dem Ende des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Findet man also einen Coupon von 2016 an der Pinnwand, kann man diesen noch bis Ende 2019 einlösen.

Dürfen Gutscheine befristet sein?
Ja. Bei der befristeten Variante reicht es aus, wenn Händler in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf die Fristen hinweisen. Hier oder direkt auf dem Gutschein finden sich Formulierungen wie zum Beispiel „Einzulösen bis …“ oder „gültig 12 Monate ab Ausstellungsdatum..“. Die Zeiträume dürfen nicht zu knapp bemessen sein. Drei bis sechs Monate sollte man nicht akzeptieren.

Was geschieht, wenn die Frist abgelaufen ist?
Sie können dann zwar den Gutschein nicht mehr einlösen, allerdings vertreten wir die Ansicht, dass der Geldwert des Gutscheins in diesem Fall zurückerstattet werden muss. Zu beachten ist aber, dass der Händler dann seinen entgangenen Gewinn einbehalten darf. Wie hoch dieser entgangene Gewinn ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Gutschein verjährt – was nun?
Wird der Gutschein nicht rechtzeitig eingelöst, muss man auf die Kulanz des Händlers hoffen. Rechtlich gesehen darf er sich weigern, die im Gutschein vereinbarte Leistung zu erbringen.

Kann ein Geschenkgutschein auch teilweise eingelöst werden?
Solange dem Händler diese Teilleistungen zumutbar sind und keinen Verlust für ihn bedeuten, steht dem nichts entgegen. Der Restbetrag kann auf dem alten Gutschein vermerkt oder in Form einer neuen Gutschrift ausgehändigt werden. Ein Anspruch des Kunden auf Auszahlung der restlichen Gutscheinsumme besteht allerdings nicht.

Dürfen Gutscheine nur von dem oder der Beschenkten eingelöst werden?
Grundsätzlich ist ein Gutschein übertragbar, so dass er auch von einer anderen Person eingelöst werden kann. Ausnahme: Wenn die entsprechende Leistung aus dem Gutschein ausschließlich auf eine ganz bestimmte Person ausgestellt ist.

Weihnachtsgeschenke und Stromkosten

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale empfiehlt, bei der Auswahl von Weihnachtsgeschenken auf deren Stromverbrauch zu achten und dadurch das Portmonee und die Umwelt zu schonen.

Elektro- und Haushaltsgeräte: Wer ein Elektrogerät verschenken möchte, schaut am besten zuvor auf das Energielabel und wählt ein Gerät mit der höchsten verfügbaren Effizienzklasse aus. Bei Haushaltsgeräten wie Kühlschränken oder Geschirrspülern ist das A+++ und bei Fernsehern A++. Computer haben zwar kein Energielabel, dennoch unterscheiden sich die Verbrauchswerte enorm. Hier hilft ein Blick auf das Datenblatt des Geräts.

Spielekonsolen: Wahre Stromfresser können aktuelle Modelle von Spielekonsolen sein. Auch hier lohnt sich ein Vergleich der Datenblätter der Geräte. Bei einer täglich zweistündigen Spieldauer erreichen Modelle mit Spitzenverbräuchen jährliche Stromkosten von 30 bis 40 Euro. Hinzu kommt der Stromverbrauch des angeschlossenen Fernsehers.

Smart Home: Mit Smart Home lassen sich verschiedene Funktionen im Haus steuern und auf die Bedürfnisse der Bewohner anpassen. Dazu gehören neben vielen Elektrogeräten auch die Beleuchtung und die Heizung. Wer Smart Home so programmiert, dass Licht und Heizung zum Beispiel nur bei Anwesenheit in Betrieb sind, spart damit sogar Energie ein. Allerdings verbrauchen smarte Geräte, die sich ständig mit dem Internet verbinden, in der Regel zusätzlich Strom. Ein smartes Zuhause verbraucht also häufig mehr Strom als eines ohne diese Funktionen.

Energieberatung: „Eine Energieberatung durch die Verbraucherzentrale kann ein nützliches Geschenk sein. Der Verbraucher erhält hier vielfältige Tipps und eine individuelle und unabhängige Beratung, die durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie je nach Beratungsangebot kostenlos oder sehr preiswert ist“, erläutert Martin Brandis, Energieexperte der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Mögliche Themen sind das richtige Heizen, Auswahl von sparsamen Elektrogeräten, Heizungsoptimierung, Dämmung, Sanierung von Wohneigentum oder der Einsatz von erneuerbaren Energien. Weitere Informationen: verbraucherzentrale-energieberatung.de und 0800 809 802 400 (kostenfrei)