Kündigung von Bausparverträgen – Unaufmerksamkeit kann den Bonus kosten!

Lang schon ist es her, dass die Bausparkassen wirklich gute Zinsen für ihre Verträge geboten haben. Gut, wenn man damals noch Bausparer wurde.

Wenn die Ansparphase vorbei ist und die Verträge zuteilungsreif werden, wird Ihre Bausparkasse auf Sie zukommen und Sie darauf hinweisen, dass nun die Möglichkeit besteht, ein Darlehen zu den bei Vertragsabschluss vereinbarten Konditionen zu nutzen. Unser Darlehens-Tipp: Vergleichen Sie die Darlehenskonditionen Ihres Bausparvertrags mit den aktuell auf dem Markt erhältlichen Zinssätzen. Oftmals sind die aktuellen Konditionen für Sie als Darlehensnehmer günstiger als das, was Ihre Bausparkasse vor Jahren mit Ihnen vereinbart hat!

Viele Altverträge sind damals jedoch nicht nur verkauft worden, um ein zinsgünstiges Darlehen zu erhalten, sondern sie wurden auch als Geldanlageprodukte verkauft. Wer das Darlehen nicht in Anspruch nimmt und somit die Bausparergemeinde nicht belastet, dem stehen im Gegenzug bei vielen der Altverträge Bonuszinsen zu. Wer einen solchen Vertrag hat, muss jetzt jedoch aufpassen. So nach und nach sind diese Altverträge entweder voll bespart oder sogar seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif. In beiden Fällen kann die Bausparkasse den Vertrag kündigen.

Manche Bausparkassen gehen seit einiger Zeit dazu über, die Verträge zu kündigen und den Sparern die Bonuszinsen zu verweigern, auch wenn das Darlehen nicht in Anspruch genommen wurde. Da diese Praxis vereinzelt von Gerichten gestützt wird, sollten Verbraucher Ihre Bausparverträge im Auge behalten. So hatte zuletzt das OLG Nürnberg entschieden, dass es für die Auszahlung der Bonuszinsen angeblich nicht ausreichen würde, wenn das Darlehen nicht in Anspruch genommen wird. Das Gericht verlangte, dass der Sparer den Verzicht auf das Darlehen ausdrücklich hätte erklären müssen, bevor die Bausparkasse den Vertrag kündigt. Da diese Formalität in dem konkreten Fall nicht erfüllt war, brauchte die Bausparkasse nicht das zinsgünstige Darlehen ausreichen und konnte zusätzlich die Bonuszinsen einbehalten.

Bis der Bundesgerichtshof diese Praxis gegebenenfalls wieder gerade rückt, sollten Verbraucher mit solchen Bonusverträgen den Verzicht auf das Bauspardarlehen ausdrücklich erklären, um sich die ihnen zustehenden Bonuszinsen auch tatsächlich zu sichern. Unser Tipp: Sie müssen nicht zwingend Ihren Vertrag sofort kündigen. Prüfen Sie, ob Sie das bisher angesparte Guthaben weiterhin mit einem guten Zinssatz vermehren möchten.

Aber achten Sie darauf, dass Sie

  • die vereinbarte Guthabenobergrenze nicht überschreiten,
  • eine Vertragskündigung Ihrerseits vor Ablauf der 10-Jahresfrist nach Zuteilungsreife aussprechen
  • ausdrücklich den Verzicht auf den Bauspardarlehensanspruch schriftlich erklären.

Wenn Sie Ihren Bausparvertrag überprüfen lassen möchten, um das Optimum aus den guten Zinssätzen der früheren Jahre zu erwirtschaften, wenden Sie sich gern an die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. Die Spezialisten beraten Sie gern. Telefonische Terminvereinbarungen sind möglich unter der Rufnummer 0381 208 70 50.

Rauchmelder – Nachhaltigkeit und Entsorgung

Foto: VZMV

In Deutschland besteht eine Rauchmelder-Pflicht. Jeder Haus- und Wohnungseigentümer ist verpflichtet, in der eigenen und auch in seinen vermieteten Wohnungen und Häusern Rauchwarnmelder zu installieren. Was allerdings nicht einheitlich geregelt ist, sind die in den Geräten zu verwendenden Energiequellen, welche nach der Entsorgung eventuell störende Geräusche verursachen können.

Oftmals werden Geräte mit Energiequellen betrieben, die nicht auswechselbar sind. Die alten Rauchmelder müssen dann nach Ende der Laufzeit komplett entsorgt werden. Das ist zum einen nicht nachhaltig und zum anderen können demontierte Geräte, unter Umständen, störende Geräusche verursachen.

Der unangenehme Warnton kann durch Staub, Dampf, Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit ausgelöst werden. Selbst nach der Entsorgung, welche fachgerecht beim Sondermüll erfolgen sollte, kann es passieren, dass das Gerät die schrillen Fehlalarmtöne noch in der Mülltonne von sich gibt. Das kann unter Umständen auf Bewohner im näheren Umfeld störend wirken. Rauchmelder mit auswechselbaren Batterien verhindern dieses Problem nach der Entsorgung. Denn ohne Energie können auch keine störenden Geräusche entstehen. Vorausgesetzt die Batterien wurden vor Entsorgung des Gerätes entfernt.

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern empfiehlt, bei der Anschaffung eines neuen Rauchmelders auf die Nachhaltigkeit sowie das Qualitätssiegel „Q“ zu achten. Rauchmelder mit auswechselbaren Batterien haben eine längere Lebensdauer, sind nach der Entsorgung nicht anfällig für Fehlalarme und müssen auch nicht komplett mit Gehäuse und Energiequelle entsorgt werden.

"Kalte Kaffee-Getränke" koffeinhaltige Kalorienbomben

Fotoquelle: naturepost/Pixabay

Ob Cappuccino, Latte Macchiato, Café Latte oder Eiskaffee – kalte Kaffee-Getränke aus dem Kühlregal haben Hochsaison. Sie enthalten jedoch meist viele Kalorien und eine Menge Zucker und Zusatzstoffe. Bei diesen Produkten handelt es sich um Milchmischgetränke bzw. Milcherzeugnisse mit Kaffee. Sie bestehen hauptsächlich aus fettarmer Milch oder Vollmilch. Weitere Zutaten sind Kaffee, Zucker, manchmal Kakaopulver und fast immer Zusatzstoffe.

Der Koffeingehalt entspricht ungefähr dem einer Tasse Kaffee, es gibt aber auch Kaffeegetränke mit deutlich mehr Koffein. „Mit einem Becher oder einer Flasche Kaffeegetränk werden zwischendurch schnell mal bis zu 320 kcal getrunken – mehr Kalorien als in einer halben Tafel Vollmilchschokolade stecken oder ungefähr so viel wie in einem Cheeseburger“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg- Vorpommern. Natürlich hängt die Gesamtenergiemenge der Getränke auch davon ab, wie viel Kaffeegetränk in den Bechern enthalten ist. Die Spannweite in einer Stichprobe der Verbraucherzentrale reichte von 190 bis 400 Milliliter.

Häufig enthalten die Kaffeegetränke viel Zucker. 48 Gramm Zucker fand die Verbraucherzentrale laut Nährwerttabelle in einer 400 Milliliter Flasche Kaffeegetränk. Das entspricht 16 Stückchen Würfelzucker. Die meisten kalten Kaffeegetränke enthalten Zusatzstoffe. Häufig findet man Verdickungsmittel, wie z. B. Carrageen. Auch Emulgatoren, modifizierte Stärke und Säureregulatoren werden teilweise zugesetzt.

Wer wissen möchte, ob und welche Zusatzstoffe enthalten sind, sollte einen Blick in die Zutatenliste werfen. Fazit: Kaffeegetränke aus der Kühltheke sind nicht als Durstlöscher geeignet. Sie sind eher eine kalorien- und koffeinhaltige Zwischenmahlzeit mit teilweise recht vielen Zusatzstoffen.

Verwechslungsgefahr: Desinfektionsmittel in Getränkeflaschen

Desinfektionsmittel in Getränkeflasche (Foto: VZ MV)

Verbraucherschützer warnen vor Händedesinfektion in PET-Trinkflaschen, da diese Produkte starke Ähnlichkeit mit Getränkeflaschen aufweisen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Krise ist nicht nur die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln sprunghaft gestiegen, sondern auch die Nachfrage nach Behältnissen für deren Abfüllung. Vereinzelt finden sich daher auch alkoholische Lösungen zur Händedesinfektion in PET-Flaschen in Form von handelsüblichen Getränkeflaschen.

Die Angebotsform dieser Produkte stellt aus Sicht des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes jedoch ein Gesundheitsrisiko für Verbraucher dar. Die verwendete Flasche erweckt den Eindruck, dass sich darin Wasser befindet, unabhängig von der Kennzeichnung. „Wir sehen die Gefahr, dass das Desinfektionsmittel mit einer Wasserflasche verwechselt werden könnte. Vor allem der Sportcap-Verschluss lässt diesen Schluss zu“, erklärt Nora Röder, Leiterin Fachbereich Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale M-V.

Gerade Kinder könnten sich von dieser Flasche angezogen fühlen, da zahlreiche bei Kindern beliebte Getränke (Fruchtsaftschorlen, Eistee, Sportlergetränke) ebenfalls in solchen PET-Flaschen verkauft werden. Die Verbraucherschützer befürchten, dass sich das Etikett während der Nutzung löst. Dann besteht keine Sicherheitsvorkehrung mehr und Verbraucher könnten aus der vermeintlichen Wasserflasche trinken. Auch eine Weiterverwendung der leeren Verpackung als Trinkflasche ist nicht auszuschließen.

„Wir halten die Verwendung einer handelsüblich für Getränke verwendeten PET-Flasche für die Aufbewahrung von Händedesinfektionsmittel für gefährlich und empfehlen diese Produkte nicht zu kaufen“, sagt Nora Röder.

Unseriöse Kreditkartenangebote aus dem www

Seit einigen Wochen häufen sich die Anfragen von Verbrauchern, die nach einer Kreditabfrage in Internetportalen anstelle eines Angebotes eine kostenpflichtige Prepaid-Kreditkarte per Nachnahme zugeschickt bekommen. Wird die Annahme dieser Nachnahmesendung verweigert, folgen Anschreiben von Inkassounternehmen mit erheblichen Inkassogebühren. Zusätzlich werden in separaten Anschreiben die Gebühren für „Dienstleistungsverträge zur Überwachung Ihrer Bonität“ ebenfalls mit einem enormen Gebührenaufschlag eingetrieben. Lohnenswert sind weder die Prepaid-Kreditkarte noch diese Art der Dienstleistungsverträge, denn damit werden akute Geldsorgen nicht beseitigt, sondern verschärft.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Sofern Sie solche Schreiben statt unverbindlicher Angebote erhalten, reagieren Sie bitte sofort und widersprechen Sie den unberechtigten Forderungen schriftlich, am besten mit Einwurf-Einschreiben. Hilfe zur Formulierung von Widersprüchen finden Sie auf den Seiten der Verbraucherzentrale, unter dem Stichwort „Inkassocheck“.

Sind Sie sich nicht sicher und benötigen Unterstützung, hilft die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. gern in diesen Fällen. Infos zur Terminvereinbarung und den Kosten gibt es unter www.verbraucherzentrale-mv.eu oder unter 0381 2087050.

Reiserücktrittsversicherung – Absage wegen "Corona/COVID-19" ist oft nicht versichert

Die Reiselust der Deutschen ist weltweit bekannt. In diesen Monaten der Corona-Pandemie sind viele Verbraucher verunsichert, ob der für die Sommermonate geplante Urlaub stattfinden soll. Besonders schwer fällt die Entscheidung den Reiselustigen aus den sogenannten Risikogruppen.

Viele Reisewillige wollen nicht das Risiko einer Erkrankung mit COVID-19 während einer Urlaubsreise auf sich nehmen und stornieren ihre gebuchte Reise. Die entstehenden Stornokosten werden über die Reiserücktrittsversicherung eingereicht und man erwartet eine Erstattung. Diese Erwartung wird aber in den meisten Fällen nicht erfüllt, denn eine Urlaubsabsage aus diesen Beweggründen ist im Versicherungsschutz nicht enthalten.
Was ist denn enthalten?

Detailliert beschrieben sind versicherte Fälle in den Allgemeinen Bedingungen zur Reiserücktrittsversicherung, welche jeder Versicherungsnehmer beim Abschluss des Vertrags ausgehändigt bekommen muss. Diese können von Versicherer zu Versicherer variieren.

Der wichtigste Punkt ist die unerwartete schwere Erkrankung. „Unerwartet“ heißt, dass es zuvor keine Anzeichen bzw. keine dem Krankheitsbild entsprechende Vorerkrankung gab. Diese muss durch einen Arzt, eventuell sogar durch einen Facharzt, attestiert werden. Teilweise erstreckt sich der Versicherungsschutz auch auf eine persönliche Absage einer Reise, wenn ein enger Familienangehöriger unerwartet schwer erkrankt oder womöglich verstirbt.

Ebenfalls sind oft akute Ereignisse aus dem persönlichen Umfeld versichert, wenn es unzumutbar ist, an einer Reise teilzunehmen – beispielsweise ein großer Wasserschaden in Ihrem Haushalt.

Der Tipp der Verbraucherzentrale:

Setzen Sie sich mit dem Servicecenter Ihres Reiserücktrittsversicherers in Verbindung, wenn Sie eine Reise absagen und die Stornokosten geltend machen möchten. Fast alle Unternehmen haben eine Telefonhotline, mit denen Sie Einzelheiten zügig klären können. Im Rahmen dieser Gespräche wird auch auf Fristen hingewiesen und Empfehlungen zur Vorgehensweise werden gegeben.

Sofern Sie Fragen haben oder auch Beratung zu diesem Thema durch einen unabhängigen Fachberater wünschen, unterstützt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. gern. Infos zur Terminvereinbarung und den Kosten gibt es unter www.verbraucherzentrale-mv.eu oder unter 0381 2087050.

Die private Haftpflichtversicherung – Ist Ihr Versicherungsschutz noch passgenau für Sie?

Der Gesetzgeber hat es geregelt – wer einen Schaden verursacht, ist dazu verpflichtet, diesen auszugleichen. Das kann sehr teuer werden, denn eine Begrenzung der Schadensersatzhöhe gibt es nicht.

Darum sollte jeder Verbraucher Versicherungsschutz über eine Privathaftpflichtversicherung besitzen. Neben dem tatsächlichen finanziellen Schadensausgleich sind ebenfalls die Überprüfung der Forderung des Geschädigten und auch gegebenenfalls die Abwehr von unberechtigten Ansprüchen enthalten.

Und Jeder, der bereits eine Haftpflichtversicherung hat, sollte den Vertrag regelmäßig überprüfen:

  • Wie hoch ist die Versicherungssumme?
  • Passt der Versicherungsumfang zu meiner Familiensituation? Leben kleine Kinder im Haushalt?
  • Sind Schäden aus meinen Hobbies mitversichert?

Vor langer Zeit abgeschlossene Verträge sind durch die Beitragserhöhungen oft teuer. Auch haben Altverträge oft nicht die aktuellen Zusatzleistungen, welche Versicherer in den neuen Tarifen berücksichtigen. An Versicherungsverträge sind Verbraucher nicht über viele Jahre gebunden. Überprüfen Sie deshalb Ihre Verträge, versichern Sie sich nach Ihren persönlichen Bedürfnissen.

Bei der Suche, bei der Prüfung und auch bei der Überprüfung Ihres Versicherungsschutzes unterstützt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. gern. Infos zur Terminvereinbarung und den Kosten gibt es unter www.verbraucherzentrale-mv.eu oder unter 0381 2087050.