Verbraucherärger über Fake-Homepage

„Betrüger prellen Ostsee-Urlauber um Zehntausende Euro“, so der Titel eines Zeitungsartikels aus Mecklenburg-Vorpommern bereits im August 2014. Die Zeitung berichtete über das Internetangebot von Betrügern, die Ferienwohnungen an der Ostseeküste vermieteten, die es gar nicht gab. Sie kassierten Zahlungen und verschwanden mit diesen über alle Berge und die Website mit ihnen. Im Jahr 2021 nun eine ähnliche Situation. Die gleiche Zeitung berichtet am 6. Juli: „Polizei warnt vor Fake-Hausboot-Seite“. Auch hier waren Betrüger am Werk, die mit falschen Vermietungen von Verbrauchern Zahlungen kassierten, für Angebote, die es gar nicht gab.

Das Phänomen der so genannten Fake-Angebote im Internet beschäftigt die Verbraucherzentralen mit steigenden Fallzahlen. So wurden im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr bereits doppelt so viele Beschwerden der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern über betrügerische Internethändler gemeldet.

Ein weiteres krasses Beispiel berichtete eine Verbraucherin in der Vorweihnachtszeit 2020. Zusammen mit etwa 300 weiteren Betrogenen hatte sie eine Playstation 5 vorbestellt und den Kaufpreis von etwa 500 Euro per Vorkasse bezahlt. Die Playstation wurde nie geliefert und die Webseite abgeschaltet.

In diesen und ähnlichen Fällen sollten die Betroffenen Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Auch die Alarmsignale einer betrügerischen Internetseite sollten richtig gedeutet werden. Dazu zählen:

Kontrolle des Impressums und der Kontaktmöglichkeiten
Welche Zahlungsmöglichkeiten werden angeboten?
Gibt es beim Kauf von Waren ein Widerrufs- und Rückgaberecht?

Diese Tipps sind wichtig und nützlich. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Meist sind derartige Seiten nur sehr schwer als Fälschung zu erkennen, denn sie sind professionell gestaltet und vermitteln einen seriösen Eindruck. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale eine Identifikationspflicht für Webseiten, bevor diese bei der Denic registriert werden.

Weiterhin muss Online-Abzocke durch Polizei und Staatsanwaltschaft noch konsequenter bekämpft werden.

Achtung: Rentner werden mit teuren Büchern abgezockt

Die Verbraucherzentrale warnt vor Vertretern, die überteuerte Bücher als angeblich gute Geldanlage vertreiben. An der Haustür werden Senioren Bücher als Geldanlage verkauft. Die Bücher können nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden. Manche Vertreter überreden Verbraucher, Kredite abzuschließen, um die Bücher zu finanzieren.

Seniorinnen und Senioren berichten, wie ihnen Haustürvertreter Bücher für mehrere tausend Euro verkaufen. Die Lexika und Nachbildungen historischer Bücher seien eine sichere Geldanlage und könnten in absehbarer Zeit mit hohem Gewinn wiederverkauft werden – so versprechen es die Vertreterinnen und Vertreter den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Der Verbraucherzentrale liegen Fälle von Betroffenen vor, die mit dieser Masche mehrere tausend Euro verloren haben. Denn die Bücher können tatsächlich nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden. 7.000 Euro für einen Bildband, 11.000 Euro für die Nachbildung einer historischen Psalter-Sammlung – diese horrenden Summen haben Senioren für angeblich seltene Bücher bezahlt.

Die Verbraucher sind dem Versprechen erlegen, es handle sich hier um wertvolle Ausgaben und damit eine sichere Geldanlage mit hoher Rendite. Versprochen wurde den Käufern das von Haustürvertreten. Diese Haustürvertreter haben das gesamte Paket zu dieser angeblich sicheren Anlage im Angebot.

Das nötige Kleingeld fehlt, um die Bücher überhaupt zu erwerben? Kein Problem mit dem richtigen Kredit, den der Vertreter ebenfalls griffbereit hat. Die Verbraucher wissen nicht, wie sie die Bücher dann gewinnbringend verkaufen sollen? Auch das kann der Vertreter organisieren, allerdings nur gegen Vorkasse. Mit dieser Masche haben vornehmlich ältere Verbraucher mehrere tausend Euro verloren.

Verlustgeschäft statt Geldanlage

Das Tragische ist, dass besonders häufig Menschen mit geringem Einkommen betroffen sind. Die Verbraucher möchten ihre niedrige Rente etwas aufbessern oder Geld für ihre Enkel anlegen. Das Geld ist aber verloren, denn zu einem Verkauf durch die Vertreter kommt es in den meisten Fällen nicht. Falls sich doch ein anderer Käufer findet, erhalten die Verbraucher in der Regel das investierte Geld nicht zurück. Wer kein Experte für wertvolle Bücher ist, kann über den wahren Wert von Büchern schnell getäuscht werden.

Unser Tipp: Benötigen Sie Hilfe in ihrem individuellen Fall, nutzen Sie die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale. Informationen finden Sie unter www.verbraucherzentrale-mv.eu/beratung-mv. Beschwerden können Sie über das Beschwerdeportal der Verbraucherzentrale abgeben.

Verbraucherzentrale M-V: Plus Kasse Inkasso – Forderung nicht bezahlen!

Zurzeit landen in den Briefkästen der Verbraucher wieder vermehrt Schreiben von vermeintlichen Inkassounternehmen. Nun ist es die Plus Kasse INKASSO AG aus Berlin.

Der Absender suggeriert mit einem „Zahlungsbefehl“ Verbrauchern, sie hätten einen kostenpflichtigen Gewinnspiel- oder Zeitschriftenvertrag geschlossen, indem sie ihre persönlichen Daten angegeben haben. Die monatlichen Beträge seien jedoch noch nicht beglichen worden. Bei Nichtzahlung drohen den Verbrauchern Mahn- und Vollstreckungsbescheid, örtlicher Gerichtsvollzieher, Pfändung der Bezüge und Zwangsvollstreckung u.v.m.

Sollten Sie so ein Schreiben bekommen haben, rät die Verbraucherzentrale:

  • Zahlen Sie nicht! Das Geld soll auf ein griechisches Konto (IBAN GR) gezahlt werden.
  • Schreiben Sie auch nicht zurück bzw. senden sie das angehängte Kündigungsformular nicht zurück!
  • Rufen Sie keine der angegebenen Telefonnummern an! Auch kein Fax bzw. E-Mail zurücksenden

Das Lebensmitteletikett – Was verrät es?

Der „richtige“ Einkauf von Lebensmitteln ist für viele Verbraucher/innen eine Herausforderung. Worauf sollte man achten? Welche Pflichtangaben sind auf den Lebensmittelverpackungen zu finden? Und welche Angaben sind nur Marketingstrategien der Lebensmittelhersteller?

Im kostenlosen Online-Vortrag „Das Lebensmitteletikett – Was verrät es?“ erfährt man, welche Angaben auf Lebensmittelverpackungen verpflichtend sind und wie man sich daran orientieren kann. Außerdem wird anhand von Beispielen erläutert, wie man Werbung auf Lebensmitteln durchschauen kann.

Die Veranstaltung startet am Dienstag, 8.6.2021 um 10 Uhr. Interessierte melden sich bitte hier an.

Müll reduzieren – eigene Behälter beim Einkaufen mitbringen

Gern würde ich ein von zu Hause mitgebrachtes Gefäß verwenden, wenn ich Käse einkaufe. Ich habe gehört, dass dies momentan nicht möglich ist. Wann wird es wieder erlaubt sein?

Auch in Zeiten von Corona ist das Befüllen mitgebrachter Behälter möglich. Wichtig ist, dass die mitgebrachten Behälter sauber sind. Die Hygienevorschriften beim Verkauf loser Frischwaren wie zum Beispiel Käse sind sehr streng und so kann es sein, dass ein Verkäufer mitgebrachte Behälter ablehnt. Ein Rechtsanspruch für das Befüllen mitgebrachter Gefäße besteht für Verbraucher nicht.

Auch der Lebensmittelverband Deutschland e.V. hat unter anderem genau zu dem Thema „mitgebrachte Behältnisse“ Stellung bezogen. Er sagt: „Die Befüllung mitgebrachter Mehrwegbehältnisse auf Kundenwunsch muss nicht abgelehnt werden, muss aber mit besonderer Sorgfalt erfolgen. Die dafür speziell vereinbarten Hygieneregeln und Übergaberegeln sind strikt zu beachten.“ (Siehe Link, Seite 4)

Es hat sich im Grunde durch Corona nichts geändert, denn auch vorher haben die Unternehmer diese Entscheidung individuell getroffen.

Nach Stand des Wissens ist es nicht belegt, dass durch SARS-CoV-2-kontaminierte Lebensmittel oder Verpackungen ein Infektionsrisiko und einen Übertragungsweg zur Ausbreitung von Covid-19 darstellen. Sie könnten dem Personal der Käsetheke bzw. dem Marktleiter das Papier des Lebensmittelverbandes Deutschland, das wir Ihnen verlinkt haben, ausdrucken und geben. Vielleicht überdenken sie ihre Einstellung noch einmal.

Jetzt als Verbraucherschule bewerben!

Die Auszeichnung Verbraucherschule würdigt Schulen, die Kinder und Jugendliche zu starken und informierten Verbrauchern machen. Die neue Bewerbungsrunde läuft bis 1. Oktober 2021. Sonderkategorie würdigt Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie.

Die Auszeichnung Verbraucherschule des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) startet in eine neue Runde. Sie würdigt Schulen, die auch im Corona-Schuljahr 2020/21 dazu beitragen, aus jungen Menschen starke Verbraucherinnen und Verbraucher zu machen. Neben Gold, Silber und Bronze gibt es in diesem Jahr die Sonderkategorie Verbraucherschule Extra.

„In der Corona-Pandemie zählt Verbraucherbildung mehr denn je. Wie erkenne ich falsche Gesundheitsversprechen, Fake News oder datenhungrige Onlinedienste? Wir zeichnen Schulen aus, die dies trotz angespannter Lage thematisieren“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Allgemein- und berufsbildende Schulen des Landes, können sich bis 1. Oktober 2021 unter www.verbraucherschule.de als Verbraucherschule bewerben.

Aktuell gibt es deutschlandweit 64 Verbraucherschulen, darunter im Moment keine aus Mecklenburg-Vorpommern. In den Vorjahren war die Arche Schule aus Waren bereits zwei Mal unter den ausgezeichneten Schulen. Damit auch in MV Schüler fit sind im Konsumalltag, sollte Verbraucherbildung ein Schwerpunkt der schulischen Arbeit sein. Unterstützung dabei kommt von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Thema Verbraucherbildung

Voraussetzung für die Auszeichnung Verbraucherschule sind eine oder mehrere Maßnahmen in den Schwerpunkten der Verbraucherbildung: Ernährung und Gesundheit, Finanzen, Marktgeschehen und Verbraucherrecht, nachhaltiger Konsum, Medien und Information. Das können z.B. Medienkompetenztage sein, regelmäßige Unterrichtseinheiten zum Leben auf eigenen Beinen, eine digitale Koch-AG oder eine Nachhaltigkeitswoche zu umweltbewusstem Konsum.
Verbraucherschule werden

Der erste Schritt zur Bewerbung ist die kostenfreie Anmeldung im Netzwerk Verbraucherschule unter www.verbraucherschule.de. Der Mehrwert der Netzwerk-Mitgliedschaft: Schulen erhalten Unterstützung dabei, Verbraucherbildung umzusetzen – mit kostenlosen Online-Fortbildungen, Ideen und Erfahrungsaustausch. Dieses Video stellt das Projekt Verbraucherschule in einer Minute vor.

Mehr Informationen:

Den Bewerbungsbogen samt Erläuterung finden Sie hier.
Informationen zum Bildungsangebot der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern: www.verbraucherzentrale-mv.eu/bildung-mv
Deutschlandkarte mit Verbraucherschulen: www.verbraucherbildung.de/sites/default/files/2021-05/Deutschlandkarte.jpg
Publikation „Starke Verbraucher von Anfang an!“ mit allen Verbraucherschulen 2021: www.vzbv.de/publikationen/starke-verbraucherbildung-von-anfang

Gefördert wird das Projekt Verbraucherschule durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit auf Beschluss des Deutschen Bundestages sowie durch die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz.

EXPERT KASSE AG – Schreiben verunsichert Verbraucher

In letzter Zeit landen in den Briefkästen der Verbraucher wieder vermehrt Schreiben von vermeintlichen Inkassounternehmen. Nun ist es die EXPERT KASSE AG aus Berlin.

Mit dem Betreff „Letzte außergerichtliche Mahnung“ wird den angeschriebenen Verbrauchern eingeredet, sie hätten einen kostenpflichtigen Gewinnspiel- oder Zeitschriftenvertrag geschlossen, indem sie Ihre persönlichen Daten angegeben haben. Die monatlichen Beträge seien jedoch noch nicht beglichen worden.

Bei Nichtzahlung wird dem Verbraucher mit Mahn- und Vollstreckungs-bescheid, örtlichem Gerichtsvollzieher, Pfändung der Bezüge und Zwangsvollstreckung u.v.m. gedroht.

Sollten Sie so ein Schreiben bekommen haben:

  • Zahlen Sie nicht! Das Geld soll auf ein griechisches Konto (IBAN GR) gezahlt werden.
  • Schreiben Sie auch nicht zurück bzw. senden Sie das angehängte Kündigungsformular nicht zurück!
  • Rufen Sie keine der angegebenen Telefonnummern an! (Vorwahl Großbritannien)