Eine Erststimme ohne Einfluss auf das Wahlergebnis – Wer wählt eine chancenlose Partei?

Bei den letzten Bundestagswahlen gingen zwischen 25 und 40 Prozent aller Erststimmen an chancenlose Kandidat/inn/en. In ihrem Vortrag „Eine Erststimme ohne Einfluss auf das Wahlergebnis – Wer wählt eine chancenlose Partei?“ erfahren Sie von Prof. Dr. Corinna Kröber, wer chancenlose Kandidat/inn/en wählt und warum.

Der digitale Vortrag findet am Mittwoch, 30. Juni 2021, ab 17:00 Uhr im Rahmen der Familien-Universität statt. Den Link zur Veranstaltung finden Sie kurz vor Beginn der Vorlesung auf unserer Internetseite www.uni-greifswald.de/famlienuni.

Chancenlose Kandidat/inn/en sind jene, die weder die meisten noch zweitmeisten Stimmen erzielen. Für den Ausgang der Wahlentscheidung im Wahlkreis haben Erststimmen, die an diese Kandidat/inn/en gehen, keine Konsequenz. In der politikwissenschaftlichen Forschung werden sie daher „verschwendete“ Stimmen genannt. Welche Menschen „verschwenden“ ihre Erststimme? Warum tun sie das? Fehlen ihnen wichtige Informationen, um eine einflussreichere Wahlentscheidung zu treffen? Sollen so Signale an andere Wähler/innen für zukünftige Wahlen gesendet werden? Handelt es sich um ein Zeichen des politischen Protests?

Der Vortrag der Politikwissenschaftlerin Corinna Körber gibt Antworten auf diese Fragen. Er zeigt, welche sozialen Eigenschaften Menschen gemeinsam haben, die chancenlose Parteien wählen. Wie also wirken sich Bildung, Einkommen, Geschlecht und Alter auf die Wahrscheinlichkeit aus, eine Stimme zu verschwenden? Welche Beweggründe stehen hinter diesem Wahlverhalten? Basierend auf Daten aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich werden die wichtigsten sozialen Faktoren herausgearbeitet. Die Forschung lässt Rückschlüsse darauf zu, wie im Wahlprozess gesellschaftliche Ungleichheit verstärkt und abgeschwächt wird.

Den Link zur digitalen Vorlesung finden Sie kurz vor Veranstaltungsbeginn auf unserer Internetseite www.uni-greifswald.de/familienuni. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Für unseren Livestream nutzen wir den Dienst DFNconf des Vereins zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e. V.

Digitale Familien-Universität Greifswald
Vorlesung von Prof. Dr. Corinna Kröber
Mittwoch, 30. Juni 2021, 17:00 Uhr

Erster universitärer Studiengang zur klinischen Pflege in Mecklenburg-Vorpommern

Ab dem kommenden Wintersemester können Interessierte in Greifswald das Fach „Klinische Pflegewissenschaft“ studieren. Greifswald ist die erste Universität in Mecklenburg-Vorpommern, die diesen Studiengang anbietet. Es ist neben Human- und Zahnmedizin das dritte Fach an der Unimedizin und wird in dem neu gegründeten Institut für Klinische Pflegewissenschaften und interprofessionelle Lehre verankert. Die Unimedizin startet mit 30 Studienplätzen. Die Berufsaussichten gelten als hervorragend. Wie wichtig die Pflege ist, sei vielen Menschen erst während der Pandemie wirklich klargeworden, urteilt Prof. Karlhans Endlich. „Doch auch die Pflege muss weiterentwickelt und professionalisiert werden“, betont der kommissarische Wissenschaftliche Vorstand der Unimedizin: „Dazu brauchen wir akademisches Spitzenpersonal, das beides kann: forschen und pflegen. Ich bin stolz, dass wir diesen Brückenschlag jetzt anbieten können.“

Bisher gibt es in Deutschland überwiegend duale Studiengänge oder Angebote an Fachhochschulen. Dabei kooperieren die Bildungsträger mit Krankenhäusern, sind aber nicht institutionell verbunden. Zudem wird immer wieder die Kritik laut, dass wegen der Praxisbetonung die Forschung zu kurz komme. Der wissenschaftliche Anspruch sei geringer. Bislang gibt es nur zwei Medizinische Hochschulen in Deutschland, die einen solchen Studiengang anbieten. Prof. Wolfgang Hoffmann, Leiter der Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, beschreibt das künftige Profil des Greifswalder Pflegestudiengangs: „Die Studierenden erwerben Wissen und Fähigkeiten jenseits des traditionellen Silodenkens. Sie verbinden nicht nur Forschung und Pflege, sondern bereiten sich auch auf berufsübergreifende Zusammenarbeit vor, um die Bevölkerung sowohl stationär als auch ambulant bestmöglich versorgen zu können.“ Hoffmann betont, dass „wir die Verbindung zu unseren medizinischen Studiengängen selbstverständlich nutzen und das Denken und Handeln im Team als einen Schwerpunkt ansehen“. Künftig bereiten sich angehende Ärzt/inn/e/n, Pflegewissenschaftler/innen und Pflegefachkräfte schon während ihrer Ausbildung auf interprofessionelles Arbeiten vor.

Ein weiterer Vorteil des neuen, sechs Semester umfassenden Studienangebotes besteht darin, dass die Absolvent/inn/en zukünftig neben dem berufsqualifizierenden Hochschulabschluss als Bachelor of Science im Fach „Klinische Pflegewissenschaft“ auch die Berufsqualifikation als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann erhalten. Studiendekan Prof. Hans Grabe erklärt: „Wir brauchen Top-Frauen und Top-Männer, die vor Ort neue Versorgungsansätze entwickeln und empirisch belastbar untersuchen.“ Langfristig würden sich nur solche evidenzbasierten Vorschläge durchsetzen, ist er sich sicher: „Damit wird die Unimedizin Greifswald zum Innovationstreiber.“ Die Absolventen hätten nach diesem dreijährigen Studium „hervorragende Berufs-Chancen“.

Das Land unterstützt den Aufbau des grundständigen Bachelor-Studiengangs, der neben Humanmedizin und Zahnheilkunde angeboten wird. Prof. Karlhans Endlich versichert: „Wir sind dem Gesundheitsministerium und dem Bildungsministerium ausgesprochen dankbar dafür, dass sie uns mit ihrer weitreichenden Förderung dieses Angebot überhaupt erst ermöglichen.“ Bildungsministerin Bettina Martin und Gesundheitsminister Harry Glawe hätten sich persönlich engagiert und die Unimedizin ermutigt.

Es ist vorgesehen, den Studiengang aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) bis zum Ende des Sommersemesters 2027 zu unterstützten. Die Gesamtkosten des Studienganges betragen maximal 7,7 Millionen Euro. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit plant, in der Förderperiode 2021 bis 2027 insgesamt bis zu fünf Millionen Euro ESF-Mittel zur Verfügung zu stellen. Das Bildungsministerium des Landes unterstützt den Aufbau in diesem Zeitraum mit etwas mehr als einer Million Euro.

Weiterführende Informationen zum Bachelorstudiengang unter: https://ecampus2.med.uni-greifswald.de/org/klinische-pflegewissenschaften-b-sc/

Jugendforum Bioökonomie: Schülerinnen und Schüler erarbeiten Visionen für eine nachhaltige Bioökonomie im Nordosten

Symbolbild Bioökonomie – @Jan Meßerschmidt

Wie können Jugendliche den Wandel zur Bioökonomie mitgestalten? Auf diese Frage will das Verbundprojekt Jugendforum Bioökonomie (Jufo B) der Hochschule Neubrandenburg und der Universität Greifswald eine Antwort geben. Das im Wissenschaftsjahr 2020/21 geförderte Projekt bringt junge Menschen im Nordosten Deutschlands zusammen, um gemeinsam Vorstellungen von einer bioökonomischen Transformation der Wirtschaft zu erarbeiten und diese an Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft heranzutragen.

Am 21. April 2021 trafen sich mehr als 40 Schüler/innen zur digitalen Auftaktveranstaltung. Was ist überhaupt Bioökonomie? Was für Produkte können aus Hanf, Löwenzahn, Stroh oder Algen entstehen? Wovon werden wir uns in Zukunft ernähren? Kann Bioökonomie das Klima schützen? Welche Chancen bietet die Bioökonomie der Region Vorpommern? Das Jugendforum Bioökonomie will junge Menschen zu Akteuren der bioökonomischen Transformation machen und in die Bearbeitung konkreter Fragestellungen einbinden.

Für die praktische Umsetzung wurden Jugendliche der Klassenstufen 10 und 11 aus fünf Gymnasien in Greifswald, Neubrandenburg, Stralsund, Anklam und Ueckermünde gewonnen. Von April bis Dezember 2021 lernen sie in Vorträgen, Workshops und Exkursionen mit Wissenschaftler/inne/n und Unternehmer/inne/n die Bandbreite der Bioökonomie kennen. Ziel ist es, die Ideen und Forderungen der Jugendlichen in einem gemeinsamen Abschlussdokument zusammenzufassen. Dieses soll im Rahmen der fünften Bioökonomiekonferenz Anklam Ende Oktober 2021 an Vertreter/innen aus Politik und Wirtschaft übergeben werden.

„Das Jugendforum Bioökonomie ist ein einzigartiges Projekt nicht nur in Deutschland, sondern wohl sogar in ganz Europa“, so Dr. Dr. hc Christian Patermann, einer der Wegbereiter der Bioökonomie in Europa bei der Auftaktveranstaltung. Der ehemalige Programmdirektor für Biotechnologie, Landwirtschaft und Nahrungsmittel in der EU und Gründungsmitglied im ersten Bioökonomierat Deutschlands, erläuterte den Schüler*innen das Spektrum der Bioökonomie und bezog sich dabei auf die Nachhaltigkeitsziele der Europäischen Union. Die Schüler/innen zeigten in einer Blitzumfrage besonders großes Interesse an wissenschaftlichen Themen.

Stellvertretend für viele brachte Kai Wilhelm vom Albert-Einstein-Gymnasium in Neubrandenburg die Motivation der Schüler/innen auf den Punkt: „Wir wollen mit dem Projekt etwas bewirken, um besser und nachhaltiger zu leben.“ „Für die Universität Greifswald und die Hochschule Neubrandenburg ist das Jugendforum Bioökonomie eine wichtige Kommunikationsplattform, um Jugendliche für das Thema Bioökonomie zu sensibilisieren und zu qualifizieren. Mit der Einbindung in unser Bündnis Plant³ ist es ein weiterer Baustein, der dazu beiträgt, die Gesellschaft für nachhaltige Wertschöpfung zu begeistern.“, freut sich Dr. Stefan Seiberling, Leiter des Zentrums- für Forschungsförderung und Transfer der Universität Greifswald. Weitere Informationen Das Jugendforum Bioökonomie gehört zu 16 neu ausgewählten Projekten im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie. Es wird unter Leitung der Hochschule Neubrandenburg im Verbund mit der Universität Greifswald und in Kooperation mit der WITENO GmbH und der Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald mbH (FEG) umgesetzt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Im Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie sind Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen, im Dialog mit Wissenschaft und Forschung den Wandel hin zu nachhaltigen, biobasierten Produktions- und Konsumweisen zu diskutieren. In vielfältigen Formaten wird das Konzept der Bioökonomie mit all seinen Potenzialen und Herausforderungen erlebbar gemacht und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

In 2021 stehen insbesondere die UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) im Fokus. Wissenschaftsjahr 2020/21 – Bioökonomie

Projektvorstellung: 3 Fragen an Jugendforum Bioökonomie

Land und Hochschulen haben Zielvereinbarungen unterzeichnet

Zwei Milliarden Euro bis 2025 für den Wissenschaftsstandort MV vorgesehen

Die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Schwerpunkte und Ziele für fünf Jahre gemeinsam mit dem Land festgelegt. Das Land und die Hochschulen haben die Zielvereinbarungen für die Jahre 2021 bis 2025 unterzeichnet und dem Landtag vorgelegt. Laut Hochschulgesetz muss das Parlament den Zielvereinbarungen zustimmen, bevor sie rückwirkend zum 1. Januar 2021 in Kraft treten können.

„Mit den Zielvereinbarungen setzen wir einen Rahmen für eine innovative und leistungsstarke Entwicklung der Hochschulen. Dafür investiert das Land von 2021 bis 2025 rund zwei Milliarden Euro in die Hochschulen. Damit haben sie Planungssicherheit für fünf Jahre und können darüber hinaus neue zukunftsweisende Vorhaben umsetzen. Für die Zukunft des Landes sind unter anderem die Lehrerbildung und die Einrichtung von neuen Studiengängen in den Gesundheitsberufen besonders wichtig“, sagte Wissenschaftsministerin Bettina Martin. „Die Hochschulen sind das Herz des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Mecklenburg-Vorpommern und unerlässlich für die Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften. Mit den Zielvereinbarungen sind sie in der neuen Planungsperiode gut aufgestellt. Dabei unterstützen wir sie auch bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen. In der Corona-Pandemie haben die Hochschulen Herausragendes geleistet und schnell auf digitale Lehre umgestellt. Um die Digitalisierung besser zu meistern, erhalten die Hochschulen 40 Millionen Euro zusätzlich aus dem MV-Schutzfonds. Die Mittel sind für Studium und Lehre und für die Hochschulverwaltungen vorgesehen. Damit werden weitere Investitionen in die Digitalisierung möglich“, betonte Wissenschaftsministerin Bettina Martin.

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Virtuelle Klassenräumen

Das Rechenzentrum der Universität Greifswald unterstützt ab sofort Schulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern beim Onlineunterricht. Im Rahmen einer Amtshilfe wird das System BigBlueButton kostenfrei zur Nutzung bereitgestellt, um die derzeitig schwierige Lehr- und Lernsituation zu verbessern. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Greifswald hat dieses Angebot bereits angenommen und nutzt das System für den virtuellen Unterricht.

Zu Beginn des Sommersemesters hatte das Universitätsrechenzentrum Greifswald (URZ) eine neue Infrastruktur für den Onlinelehrbetrieb bereitgestellt. So konnte trotz der Kontaktbeschränkungen der Lehrbetrieb digital abgesichert werden. Die einzige technische Voraussetzung ist, dass eine teilnehmende Schule Moodle als Lernplattform betreibt. Sofern diese vorhanden ist, wird die Moodle-Installation der Schule einfach mit den virtuellen Hörsälen/Klassenräumen der Universität Greifswald verbunden.

Interessierte Schulen könne sich bei Interesse per E-Mail an urz@uni-greifswald.de an das Universitätsrechenzentrum Greifswald wenden. Das Angebot zur Nutzung von BigBlueButton kann solange aufrechterhalten werden, wie Kapazitäten zur Verfügung stehen und der universitäre Lehrbetrieb nicht gefährdet ist.