Kennzeichnung von Seifen und Kosmetikprodukten von Kleinherstellern in M-V überwiegend mangelhaft

21 der 23 Proben von Kosmetikherstellern in M-V entsprachen nicht den rechtlichen Vorgaben in Sachen Kennzeichnung, Notifizierung, Angaben zu Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. „Das ist das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2017“, resümiert Cornelia Trapp, zuständige Abteilungsleiterin für Lebensmittel und Kosmetika des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. In der Kontrolle waren 16 Seifen, zwei Cremes, zwei Shampoos, ein Duschgel, ein Haarspray und eine Badekugel.

Bei 12 Proben lagen Mängel in der Deklaration der Produkte vor. Besonders sieben Proben fielen auf, bei denen die im LALLF nachgewiesenen allergenen Duftstoffe in der Liste der Bestandteile nicht auf der Verpackung abgedruckt waren. Diese Deklaration hat eine hohe gesundheitliche Relevanz für Allergiker. Die Quote dieses Beanstandungsgrundes ist seit 2017 nicht kleiner geworden. Weitere Kennzeichnungsmängel betrafen das Fehlen des Sammelbegriffs „Parfum“ für die eingesetzten Duftstoffe, das Mindesthaltbarkeitsdatum, die Verwendungsdauer, den Nenninhalt sowie nicht nomenklaturgerechte Angaben der Liste der Bestandteile.

Der höchste Anteil an Beanstandungen (16 Proben oder 70 %) entfiel auf die fehlende bzw. fehlerhafte Notifizierung im Cosmetic Products Notification Portal (CPNC) der Europäischen Kommission. Kosmetische Mittel müssen vor dem Inverkehrbringen dort notifiziert werden. Die Mängel waren vielfältig: Die verantwortliche Person ist nicht notifiziert, der Produkteintrag oder das Foto der Verpackung fehlt bzw. ist nicht aktuell oder die Angaben in CPNP weichen von den Angaben auf der Verpackung ab u.v.a.m. Bei zwei Proben wurden außerdem nicht deklarierte Farbstoffe nachgewiesen.
Auch fragliche Werbeaussagen wie „ohne Tierversuche“, „ohne chemische Duftstoffe“ und „Parfümöl allergenfrei“ waren als nicht regelkonform zu beurteilen. Letztlich ergab die Prüfung auf Konservierungsstoffe keine Mängel.

Trapp unterstreicht: „Die hohe Beanstandungsquote zeigt, dass ein Großteil der einheimischen Hersteller die Anforderung nach 11 Jahren Rechtsgültigkeit noch immer nicht umgesetzt hat.“ Aufgrund dieses Ergebnisses werden die ExpertInnen des LALLF die Thematik weiterhin intensiv kontrollieren und untersuchen.

Hintergrundinformationen

Die Proben stammten unter anderem auch von Lohnherstellern, Seifenproduzenten, Apotheken, Imkereien sowie (Internet)verkäufern, die kosmetische Mittel unter ihrem Namen vertreiben.

Eine fehlende Notifitzierung in CPNP hat zwar keine direkten gesundheitlichen Auswirkungen, ist aber gesetzlich vorgeschrieben, da über CPNP die Übermittlung bestimmter Produktangaben (u.a. Zusammensetzung des Erzeugnisses) an die EU-Mitgliedsstaaten und an deren Giftinformationszentralen erfolgt. Im Vergiftungsfall kann von Ärzten auf diese Informationen zurückgegriffen werden.

Duftstoffe: Nach dem geltenden europäischen Kosmetikrecht ist das Vorhandensein von Duftstoffen bzw. Duftstoffmischungen in kosmetischen Mitteln in der Liste der Bestandteile („Ingredients“) anzugeben. Dies erfolgt durch die sogenannten INCI-Bezeichnungen (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) „Parfum“ oder „Aroma“.
Darüber hinaus hat der Gesetzgeber zum Schutz des Allergikers eine Deklarationspflicht für bestimmte allergene Duftinhaltsstoffe vorgesehen. Danach ist jeder dieser Stoffe zusätzlich mit seiner individuellen INCI-Bezeichnung in der Inhaltsstoffliste aufzuführen, wenn sein Gehalt in Produkten, die auf der Haut verbleiben („Leave-On“), > 0,001 % bzw. in Produkten, die abgespült werden („Rinse-Off-“), mehr als 0,01 % beträgt.

Arbeitsagentur und Landkreis arbeiten Hand in Hand – und werben gemeinsam um freiwillige Helfer, die in Alten- und Pflegeheimen entlasten

Arbeitsagentur und Landkreis arbeiten Hand in Hand und werben gemeinsam um freiwillige Helfer, die in Alten- und Pflegeheimen Bewohner und Personal auf das Coronavirus testen. Dadurch entsteht eine Win-Win-Situation: Die Heime werden entlastet. Und Bezieher von Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld können dazuverdienen.

In der Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 05.01.2021 zum Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie ist vereinbart worden, besondere Schutzmaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen zur Wahrung der Gesundheit der Bewohner/innen und Beschäftigten zu treffen.

Im Kern steht eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für das Personal in den Heimen sowie für Besucher/innen von Alten- und Pflegeheimen. Vielfach haben die Heime in der Mecklenburgischen Seenplatte Teststationen im Eingangsbereich eingerichtet. Doch das bindet Personal. Eine Pflegekraft, die am Eingang Tests von Besuchern abnimmt, kann während dieser Zeit keine pflegerischen Tätigkeiten übernehmen.

Und genau diese Lücke könnten Freiwillige schließen, in dem sie das Pflegepersonal als Helfer bei den Schnelltests entlasten. Aber das sei nur ein Beispiel von vielen, erklärt Thomas Müller, Leiter des Verwaltungsstabs und 2. Stellvertretender Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte: „Zusätzliche Hände, aufmerksame und freundliche Helfer werden auch bei vielen täglichen Aufgaben gebraucht. So im Eingangsbereich, bei der Essenverteilung, beim Betten machen, beim Zuhören. Damit würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heime deutlich entlastet, die die pflegerischen Leistungen auszuführen haben.“

„Wir hoffen sehr, qualifizierte Helfer aus der Region zu finden, die Heime bei der Arbeit unterstützen“, bittet Thomas Besse, Chef der Agentur für Arbeit Neubrandenburg. Und weiter sagt er: „Auch Beschäftigte in Kurzarbeit müssen Gehaltseinbußen hinnehmen, während die laufenden Kosten im Alltag weiterbezahlt werden müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder die andere das Kurzarbeitergeld durch so eine Helfertätigkeit aufstocken möchte und so Lohneinbußen abgefedert werden können.“

Wenden Sie sich an Ihren Arbeitgeber-Service – Interessierte können sich in der an den Arbeitgeberservice – von Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis – unter der gebührenfreien Service-Hotline 0800 4 555520 wenden. Hier erhalten Bezieher von Arbeits-oder Kurzarbeitergeld auch Informationen, ob und gegebenenfalls wie der Hinzuverdienst angerechnet wird.

Butterstollen in M-V in Ordnung?

„Die planmäßige Untersuchung von Butterstollen im November und Dezember 2020 im LALLF in Neubrandenburg ergab, dass zwei der 15 Proben beanstandet werden mussten“, sagt Prof. Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock. Acht Proben stammten aus handwerklich strukturierten Bäckereien, die anderen aus dem Lebensmitteleinzelhandel.

Das Traditionsgebäck wurde auf seinen deklarierten Buttereinsatz sowie die sensorische Beschaffenheit und die Kennzeichnung kontrolliert. „Anders als in vergangenen Jahren ergaben die Analysen, dass der vorgeschriebene Anteil an Butter, 40 kg auf 100 kg Getreide, in allen Stollen enthalten war“, stellt Feldhusen fest. Geschmack, Geruch und Aussehen waren weitestgehend in Ordnung.

Ein Butterstollen war am Boden leicht verbrannt, die Krume daher trockener und leicht bitter im Nachgeschmack. Die Expertinnen des LALLF mussten diese Probe beanstanden. Ein weiterer Stollen wies Kennzeichnungsmängel auf. Es fehlte der Warnhinweis auf vorhandene, Allergien und Unverträglichkeiten auslösende Zutaten, wie z. B. Weizenmehl als glutenhaltiges Getreide.

Hintergrund

Der Butterstollen ist eine besondere Art des Christstollens, ein Gebäck aus schwerem Hefeteig. Nach den Leitsätzen für Feine Backwaren des Deutschen Lebensmittelbuches enthält Butterstollen mindestens 40 kg Butter oder die entsprechende Menge Butterreinfett oder Butterfett sowie mindestens 70 kg Trockenfrüchte, auch Citronat und Orangeat auf 100 kg Getreideerzeugnis und/oder Stärken. Bis 10 kg Trockenfrüchte können durch Mandeln und/oder eine entsprechende Marzipanrohmasse ersetzt werden.

Form und Aussehen von Christstollen sollen an das gewickelte Christkind erinnern. Das ursprüngliche „Christbrot“ aus dem 14. Jahrhundert war eine Fastenspeise der Klöster für den Advent aus Mehl, Hefe und Wasser. Geschmackgebende Zutaten kamen erst später hinzu.

Weihnachtsmänner und Co. im Labortest

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock hat in den vergangenen Wochen unter anderem Produkte untersucht, die in der Weihnachtszeit bei Verbrauchern sehr beliebt sind. Ergebnis: Es darf genascht werden – in Maßen versteht sich.

Alle 15 Proben Vollmilchschokolade mit weihnachtlichem Bezug gaben in der Amtsuntersuchung eine „gute Figur“ ab. Verschiedene Hohlkörper und Formen, wie Weihnachtsmänner und Zapfen, wurden in den letzten Wochen in den Fachlaboren des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock analysiert. Sie alle stammten aus Supermärkten des Lebensmitteleinzelhandels in M-V.

„Im Ergebnis haben unsere Stichproben ergeben, dass alle schokoladigen Naschereien beanstandungsfrei waren“, sagt Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin der Lebens- und Futtermitteluntersuchung im LALLF. Kakao-, Milch- und Milchfettgehalt entsprachen den Anforderungen der Kakaoverordnung. „Auch wenn die Nährwertkennzahlen Fett und Zucker so manchen Verbraucher zusammenzucken lassen, sie stimmten bei unseren Proben. Es war das eingewickelt, was auf der Verpackung stand“.

Die Expertin rät: „Sollten die schokoladigen Verführungen etwas länger auf ihren Verzehr warten und gelagert werden, dann am besten gleichmäßig kühl. So erhält man die Qualität“.

Pilzgifte in Nüssen und Trockenfrüchten?

Ob in der Weihnachtsbäckerei oder zum solo genießen – Nüsse und Trockenfrüchte sind eine Quelle für gesunde Energie und ernährungsphysiologisch wertvoll. Nüsse beinhalten gesunde Fette und Trockenfrüchte unter anderem Ballaststoffe. Getrübt wäre diese Qualität, wenn ein Schimmelpilzbefall mit krebserregenden Aflatoxin­bildnern vorliegen würde. Aber: „Weder in den 33 in diesem Jahr untersuchten Proben Nüsse, noch in den 39 Proben Trockenfrüchten sind Aflatoxine nachgewiesen worden“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. „Und auch sensorisch gab es keine Auffälligkeiten“, untermauert Feldhusen.

Das heißt: Aussehen, Geruch und Geschmack der Nuss- und Fruchtvielfalt – alles lag im Normbereich. Die Proben sind in üblichen Einkaufseinrichtungen des Landes entnommen worden und stammten ursprünglich aus verschiedenen Ländern. In der Analyse auf vier verschiedene Aflatoxine waren Proben von Erdnüssen (10), Haselnüssen (9), Walnüssen (9) und Paranüssen (5) sowie Backpflaumen (10), Aprikosen (10), Feigen (9), Datteln (8) und Cranberries (2).

Nüsse können bereits am Baum, aber auch beim Transport oder bei der Lagerung durch hohe Luftfeuchte und Wärme von Pilzen befallen werden. Diese können Gifte, die Mykotoxine entwickeln. Die Pilzgifte sind nicht mit bloßem Auge sichtbar und in der Regel auch nicht am Geruch oder Geschmack erkennbar. Ähnliches gilt für Trockenfrüchte. Hier bietet der Fruchtzucker Schimmelpilzen eine gute Wachstumsbasis.

Feldhusen rät: „Nüsse und Trockenfrüchte, die sichtbare Schimmelspuren aufweisen, müssen entsorgt werden. Sollten Sie einen atypischen Geschmack bemerken, z.B. muffig, ist das kein Genuss und kann gesundheitliche Nebenwirkungen provozieren.“ Ein atypischer Geschmack muss aber nicht zwangsläufig auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten, es liegt jedoch ein erhöhtes Risiko dafür vor. Um einen Schimmelpilzbefall im eigenen Haushalt zu vermeiden, sollten Nüsse und Trockenfrüchte kühl und trocken gelagert werden.

Räucherfisch im mikrobiellen Amtscheck

Im Jahr 2020 sind im LALLF Rostock planmäßig 62 heißgeräucherte Fischereierzeugnisse auf ihre mikrobiologische und sensorische Qualität hin überprüft worden. Häufig untersuchte Fischarten waren Makrele, Forelle, Stremellachs, Schwarzer Heilbutt, Buttermakrele, Saibling, aber z. B. auch Zander. Entnommen wurden sie in Form von verpackter Ware aus dem Einzelhandel oder lose aus Fischräuchereien oder Fischtheken.

51 der Fischproben waren in Ordnung (82 %). In neun Fällen ist der Krankheitserreger Listeria monocytogenes nachgewiesen worden, davon in drei Proben in so hoher Konzentration, dass eine Gesundheitsgefahr gegeben war. Die Sensorik – also der Test auf Geruch, Geschmack und Aussehen – war bei allen Proben beanstandungsfrei. Listerien verursachen auch keinerlei Veränderungen dieser Prüfkriterien. Das macht sie dann bei Vorhandensein über 100 Keimen pro Gramm Fisch auch gefährlich. Zwei weitere Proben sind außerdem wegen Kennzeichnungsmängeln beanstandet worden.

Heißgeräucherte Fischwaren sind eine verbreitete Spezialität im Küstenland Mecklenburg-Vorpommern. Sie sind sprichwörtlich an fast jeder Ecke, ob im Lebensmitteleinzelhandel oder am Stand eines Direktvermarkters zu bekommen. Der erzeugnistypisch sensible Produktcharakter, bei kleineren Herstellern oft nicht standardisierte Herstellungstechnologien, z. T. lange Haltbarkeitsfristen sowie nicht immer optimale Vertriebsbedingungen können auch beim durchgegarten Räucherfisch zu hygienischen Problemen führen.

Verbraucher erwarten bei gegarten Erzeugnissen nicht unbedingt ein Vorkommen von Listerien. Sie werden bei ordnungsgemäßer Herstellung durch entsprechend hohe Rauchtemperaturen abgetötet. Listerien kommen aber überall in der Umwelt vor. Sie sind in der Regel für gesunde Menschen von mäßig krankheitsauslösender Wirkung. Allerdings sind immunsuppressive sowie alte Menschen und Schwangere Risikogruppen, bei denen eine Infektion zu schweren Verläufen führen kann. Um im Haushalt eine Vermehrung von Verderb- oder Krankheitserregern in geräucherten Fischerzeugnissen weitgehend zu verhindern, sind eine strikte Kühllagerung und zügiger Verbrauch empfehlenswert.

Sensorisch abweichende Räucherfische sollten unbedingt entsorgt werden! Hersteller mit auffälligen Ergebnissen sind neben entsprechenden Vollzugsmaßnahmen dringend aufgefordert, ihre Produktionstechnologie zu optimieren.

Grünes Licht für Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen

Den geplanten Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen hat der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Heinz Müller, heute grünes Licht gegeben. „Momentan haben wir eine sehr besondere Situation. Die Gesundheit, vor allem für die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft, ist enorm wichtig, ebenso wie für die Fachkräfte, die sich seit Wochen für diese Menschen einsetzen und sie pflegen. Gleichzeitig dürfen die Persönlichkeitsrechte und der Datenschutz dabei nicht komplett außer Acht gelassen werden“, sagte Müller.

„Aus diesem Grund haben wir das Vorhaben sofort und intensiv begleitet, um es schnellstmöglich auf den Weg zu bringen,“ so Müller weiter. „Dem Start der Testserie können wir nun zustimmen, da sichergestellt ist, dass die Tests freiwillig sind und vor allem die Datenschutzrechte der Pflegekräfte sowie der Bewohner gewahrt sind. Auch sind wichtige Haftungsfragen geklärt, was vor allem den Pflegeeinrichtungen zu Gute kommt. Allerdings kündige ich schon jetzt an, dass wir uns die konkrete Umsetzung unserer Vorgaben auch noch in der Praxis ansehen werden“, so Müller abschließend.

Das Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat mit der CENTOGENE AG in Rostock einen Vertrag zur Durchführung geschlossen. In dem Projekt werden rund 25.000 ältere und pflegebedürftige Menschen in den Pflegeeinrichtungen sowie rund 15.000 Beschäftigte untersucht.