Betrüger in Neubrandenburg aktiv!

Seit den gestrigen Mittagsstunden versuchen Betrüger wieder mittels der sogenannten Schockanrufe ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Im Stadtgebiet Neubrandenburg waren sie besonders aktiv. Allein gestern Nachmittag gab es hier acht derartige Anzeigen – die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

Die Betrüger wählten erneut die Masche des Angehörigen, der einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hat und nur durch eine Kautionszahlung frei kommt. Der Druck wurde durch weinende Enkel/Neffen/Töchter, drängende Polizisten und drohende Staatsanwälte und Haftrichter erhöht.

Die Geschädigten, die sich bei uns meldeten hatten alle alte deutsche Vornamen. Die älteste Angerufene war 98 Jahre alt.

In den gestern angezeigten Fällen bewahrten Schläue, aber auch eine ordentliche Portion Glück, die Senioren vor finanziellem Verlust. In einem Fall klingelte gerade während des Telefonates die echte Tochter an der Tür. In einer anderen Situation beendete ein leeres Telefon-Akku das Gespräch. Eine Betroffene hat überhaupt keine Enkel. Einige Geschädigte kannten die Masche aus den Medien und legten auf. Aber andere Sachverhalte zeigten auch, dass man den Betrügern mit Cleverness auf die Schliche kommen kann. Ein 88-jähriger Geschädigter rief während des Telefonats auf dem Festnetz mit seinem Handy seinen echten Sohn an. Eine 96-Jährige hinterfragte mehrfach die Namen der Enkel. Und ein 63-jähriger Mann fragte die angebliche Polizistin nach dem genauen Unfallort. Die Straße gibt es in Neubrandenburg gar nicht.

Die Polizei freut sich sehr, dass gestern kein geglückter Fall angezeigt wurde. Gleichzeitig warnt sie aber noch einmal eindringlich. Die Geldabholer der Betrügerbanden sind immer für eine gewisse Zeit in einem bestimmten Gebiet. Wenn dieses „abgegrast“ ist, ziehen sie weiter. Vermutlich wird es deshalb zeitnah viele weitere Anrufer der Betrüger in unserem Gebiet geben.

Anrufe von falschen Polizisten wecken Misstrauen und Bedenken

Am Dienstagabend gingen in mehreren Polizeidienststellen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte eine Vielzahl von Bürgerhinweisen zu Anrufen falscher Polizisten ein. In allen Fällen reagierten die Angerufenen richtig und beendeten das Gespräch, noch bevor es zu weiteren Forderungen kam.

Schwerpunktzeit der Anrufe war von 21:15 Uhr des 23.03.2021 bis in die Mitternachtsstunden. Bei den Angerufenen handelte es sich um männliche sowie weibliche Personen im Alter von 59 bis 93 Jahren aus Neustrelitz, Zirtow, Neu Rhäse, Alt Rhese, Wustrow, Triepkendorf und Waldsee. Alle Anrufe erfolgten unter der Telefonnummer 0385 77112. Die unbekannten Anrufer gaben an, von der Landespolizei Schwerin, vom Landeskriminalamt Schwerin oder vom Bundeskriminalamt zu sein, ohne sich namentlich vorzustellen. In den Telefonaten wurde den Angerufenen mitgeteilt, dass man rumänische Personen festgenommen habe und bei deren Durchsuchung eine Liste von Namen gefunden hätte, auf denen auch die Namen der Angerufenen stehen würden. Man warnte nun, Niemandem die Tür zu öffnen.

In den bekannten Fällen reagierten die Angerufenen goldrichtig und wendeten sich an den Notruf der Polizei oder an die örtliche Polizei. Diesen Tipp gilt es auch weiterhin zu befolgen. Seien Sie misstrauisch und legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt. Informieren Sie in jedem Fall die Polizei oder sprechen Sie mit Angehörigen oder Freunden.

Zwei Betrüge geglückt

Am Donnerstag wurden in Neubrandenburg insgesamt zehn Betrugsfälle angezeigt, in denen sich der Anrufer als Polizist ausgab. Die Gründe des Anrufes waren unterschiedlich, vom Verkehrsunfall eines Verwandten, bis zur Kaution, oder die gefasste Diebesbande. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich sehr hoch.

Leider hat einer der Anrufe Erfolg gehabt. In den Mittagsstunden rief ein Thomas Krüger von der Kriminalpolizei bei einem 77-jährigen Deutschen an. Dem Neubrandenburger wurde am Telefon weisgemacht, dass eine Diebesbande gefasst wurde. Einer der Täter konnte jedoch flüchten. Die anderen Tatverdächtigen hätten einen Zettel mit Namen, Anschrift und Bankdaten des Geschädigten dabei gehabt, daher fürchte die Polizei nun um seine Sicherheit. Man wolle dem flüchtigen Täter eine Falle stellen und benötige dafür Geld als Lockmittel. Das Geld sollte der Senior auf ein ausländisches Konto überweisen. Der 77-Jährige begab sich zur Bank und überwies über 5000 EUR. Als er wieder zu Hause war, riefen die Betrüger erneut an und gaben an, weitere 8000 EUR zu benötigen, um des Täters habhaft zu werden. Das Geld würde er sofort nach Ergreifung wieder bekommen. Daraufhin wurde der Geschädigte skeptisch und informierte die echte Polizei. Diese Masche ist in dieser leichten Abwandlung neu. Üblicherweise will der falsche Polizist die Wertgegenstände sicherstellen, damit sie nicht gestohlen werden und schickt Kollegen in zivil, die sie abholen.

In der Nähe von Friedland ist eine Frau auf den Liebesbetrug (Romance Scam) hereingefallen. Die 63-jährige Deutsche wurde über Facebook von einem angeblichen General der United Nation angeschrieben. Er nannte sich Robert Kienäppel. Es wurden über längere Zeit zahlreiche Liebesbekundungen ausgetauscht. Schließlich teilte er ihr mit, dass er sich auf geheimer Mission in Kabul befände. Er wolle jedoch aus diesem Einsatz raus und sich zur Ruhe setzen. Dazu müsse er sich freikaufen. Die Geschädigte korrespondierte per Mail mit der „United Nation“ und bat dort um den Freikauf des Generals. Dieser wurde gewährt und sie überwies über 5000 EUR an ein ausländisches Konto. Durch ihre Hausbank wurde ihr später mitgeteilt, dass es sich wahrscheinlich um Betrug handelt und die 63-Jährige erstattete Anzeige.

Enkeltrick in letzter Sekunde verhindert – Trickbetrüger mit neuer Masche am Werk

Freitagmittag haben Ermittler der Kripo Anklam in letzter Sekunde eine 78-Jährige davor bewahrt, einem Enkeltrick zum Opfer zu fallen und über 25.000 Euro zu verlieren. Durch Ermittlungsarbeit waren die Beamten auf die Frau aufmerksam geworden. Sie hatte zuvor Anrufe von falschen Polizisten bekommen, die ihr „rieten“, ihr Geld abzuheben und es zur Sicherheit den vermeintlichen Polizisten zu übergeben.

Derzeit gibt es im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise VG, VR und MSE) etliche Trickbetrugversuche per Telefon, die Hinweisgeber der Polizei melden. Vor allem Bürger im Bereich des Landkreises Vorpommern-Greifswald sind aktuell betroffen.

Darunter sind falsche Gewinnspielversprechen bei denen vorab Geld überwiesen werden soll oder aber Codes von Gutscheinkarten durchgegeben werden sollen. Besonders „beliebt“ war bei den Betrügern in diesen Tagen aber die oben bereits erwähnte Masche mit den falschen Polizisten. „Es hat einen Überfall in Ihrer Nähe gegeben und Ihr Name steht auf der Liste der Bande. Wir fragen nun ab, ob Sie Wertgegenstände zu Hause haben.“ So oder ähnlich gehen die Betrüger vor.

Eine neue noch ausgefeiltere Methode erlebte dabei eine 68-Jährige aus Anklam. Sie wurde von einem vermeintlichen Ermittler der Anklamer Polizei kontaktiert und sollte weitergeleitet werden an die Einsatzleitstelle der Polizei. Während der Verbindungsmelodie sollte sie selbst die 110 eintippen. Es ging wieder jemand ans Telefon und bestätigte die „Echtheit“ der Ermittler, die zuvor angerufen haben. Das Gespräch brach ab, die Frau hat es richtigerweise bei der echten Polizei angezeigt.

Wichtig in diesem Zusammenhang:

  • Die Polizei wird NIE am Telefon den Besitz von Wertgegenständen abfragen!
  • Bei Geldforderungen oder abgefragten Auskünften zu Wertgegenständen: Geben Sie nie Auskünfte über Ihren Besitz, legen Sie auf, informieren Sie die echte Polizei.
  • Die Polizei wird Sie nie weiterleiten und bitten, die 110 einzutippen. Und: Die 110 kann zwar gewählt werden, aber die Polizei kann nicht mit der im Display angezeigten 110 bei Ihnen anrufen!
  • Es kann tatsächlich vorkommen, dass sich richtige Ermittler im Zuge eines bereits laufenden Ermittlungsverfahrens auch telefonisch bei jemandem meldet. Aber auch dabei werden Sie nie nach Ihrem Besitz oder nach Wertgegenständen gefragt. Zudem erkennen Sie die Echtheit daran, dass der Anrufer Detailwissen zu dem Sachverhalt kennt, in den Sie involviert sind.
  • Bei Unsicherheit über die Echtheit des vermeintlichen Polizisten am Telefon: Lassen Sie sich den Namen und die Dienststelle sowie die Personalnummer geben. Legen Sie auf und rufen Sie von sich aus die im Telefonbuch stehende Nummer des örtlichen Reviers zum Prüfen an oder wählen Sie im Zweifel eigenständig die 110!
  • Lassen Sie sich nie darauf ein, sich zur Überprüfung weiterverbinden zu lassen oder eine Ihnen vorgegebene Nummer zu wählen. Auch die können getürkt sein.

In diesem Zusammenhang sensibilisiert die Polizei derzeit auch Banken und Sparkassen, dass es wieder gehäufte Betrugsversuche zum Nachteil älterer Menschen gibt.

Wer einen betrügerischen oder verdächtigen Anruf erhält, sollte umgehend das örtlich zuständige Polizeirevier oder die Einsatzleitstelle unter 0395 55822224 eigenständig kontaktieren.

Seelsorge-Hotline der Nordkirche auch an den Feiertagen erreichbar

Die seit dem 24. März geschaltete Seelsorge-Hotline der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird auch an den bevorstehenden Feiertagen erreichbar sein. Das teilt der Hauptbereich Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog der Nordkirche heute (8. April) mit. Unter der kostenlosen Nummer 0800 4540106 sind weiterhin täglich von 14 bis 18 Uhr ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger der Nordkirche erreichbar.

An die Seelsorge-Hotline können sich alle Menschen wenden, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, so Prof. Dr. Kerstin Lammer, Leitende Pastorin des Hauptbereichs Seelsorge und gesellschaftlicher Dialog der Nordkirche: „Seit dem Start der Hotline vor gut zwei Wochen wenden sich vor allem Menschen an uns, die unter den Folgen der Corona-Pandemie besonders leiden, weil sie mit Unsicherheit und Angst, aber auch mit Trauer umgehen müssen. Hinzu kommt, dass Menschen sich einsam oder eingesperrt fühlen, weil Besuche nicht möglich sind. Anderen wird es jetzt zu Hause zu eng, weil viele auf einmal drinnen bleiben müssen, das kann vermehrt zu Konflikten führen. Gerade an den Feiertagen wird das für viele vermutlich schwer werden. Für sie sind wir mit unserem seelsorgerlichen Gesprächsangebot da und ganz Ohr am Telefon.“

Derzeit sind insgesamt 35 haupt- und ehrenamtliche kirchliche Fachkräfte abwechselnd an der Seelsorge-Hotline im Einsatz. Je nach Bedarf und Anzahl der Anrufe kann das Helferteam erweitert werden. Nach einem gemeinsamen Aufruf von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Hauptbereichsleiterin Prof. Dr. Kerstin Lammer und dem Diplom-Psychologen Matthias Schmidt vom Beratungs- und Seelsorgezentrum an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg, haben sich zahlreiche ausgebildete haupt- und ehrenamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger für die Seelsorge-Hotline der Nordkirche zur Verfügung gestellt.

Selbstverständlich steht auch die Telefonseelsorge unter den Nummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 weiterhin zur Verfügung (www.telefonseelsorge.de).

Time 4 Clubfriends

Auch die beiden AWO Jugendclubs in Basepohl und Stavenhagen dürfen auf Grund des Corona Virus nicht öffnen und können so, nicht wie sonst, für die Besucher der Einrichtungen da sein.

Franka und Wacki von den beiden Clubs haben sich aber überlegt, wie trotzdem der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen gehalten werden kann. Sie wollen für sie da sein und wenn es nur am Telefon ist.

Vom 06. bis 09. April und vom 14. bis 17. April sind die beiden in der Zeit von 10:00 bis 14:00 Uhr am Telefon und erwarten die Anrufe. Die Kinder und Jugendlichen könnt über ihre Sorgen und Nöte, aber auch lustige Geschichten erzählen, oder einfach quatschen, so wie sie das sonst im Club auch immer gemacht haben.

Jugendclub Basepohl: 039954 21151
Jugendclub Stavenhagen: 039954 487154

Franka und Wacki freuen sich auf viele Gepräche.