Aktuelle Studie zur Elternzeitnahme von Müttern und Vätern in M-V

Im Rahmen der Kommunikationsoffensive „Apropos Partnerschaft- Macht´s gemeinsam!“ hat das Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit in M-V wissenschaftlich untersucht, welche Faktoren die Elternzeitnahme von Müttern und Vätern in Mecklenburg-Vorpommern beeinflussen. Dazu wurde eine Befragung durchgeführt, Daten analysiert und eine Studie erstellt. Auf den Online Transfertagen „Gemeinsam – wie sonst?! Aushandlung macht Partnerschaft“ werden nun erstmals die Ergebnisse der Forschungsarbeit präsentiert.

Mehr Partnerschaftlichkeit ist ein ganz wichtiges Thema in Mecklenburg-Vorpommern. Es gehe zum einen darum, bezahlte Arbeit und unbezahlte Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern ausgewogen und besser aufzuteilen. Zugleich müssten dafür die öffentliche Infrastruktur und externe Dienstleistungen zu Verfügung gestellt sowie die Rahmenbedingungen angepasst werden. „Mit unserem sehr guten Kita-Angebot ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, dass mehr Väter Elternzeit nehmen. Dabei ist uns immer wichtig, dass Vereinbarkeit kein Frauenthema ist, sondern Frauen und Männer, Unternehmen und Sozialpartner gemeinsam an Lösungen arbeiten müssen. Im Jahr 2020 betrug der Anteil der Männer in MV an den Beziehern von Elterngeld 23,2 Prozent. Auch wenn die Zahl langsam steigt, sind wir noch lange nicht bei einer partnerschaftlichen Teilung der Erwerbs- und Sorgearbeit. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass Väter mehr und längere Elternzeit nehmen. Von den Online Transfertagen verspreche ich mir weitere Impulse für eine gelebte Gleichberechtigung“, so Drese.

Darüber hinaus bieten die Online Transfertage weitere Erkenntnisse aus der Kommunikationsoffensive sowie die Gelegenheit zu Perspektivenwechsel, Austausch und Inputs zu verschieden Aspekten des Themas Partnerschaftlichkeit:

  • Trialog mit der Schirmherrin der Kommunikationsoffensive, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung Stefanie Drese, sowie Vertreter:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft
  • Expert/inn/enrunde mit dem „Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor Familie“ zu Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung hinsichtlich Vereinbarkeit und Partnerschaftlichkeit
  • Workshops mit den Väterexperten Hans-Georg Nelles und Eberhard Schäfer zur Rolle heutiger Väter in Wirtschaft und Gesellschaft

Den Ablaufplan der Veranstaltung finden Sie im Anhang (s.u.).

Weitere Informationen zur Kommunikationsoffensive „Apropos Partnerschaft – Macht`s gemeinsam!“ und zur Ausstellung finden Sie unter: http://www.landeszentrum-mv.de/apropos-partnerschaft.html

Schwerpunkte der 2019 gestarteten Kommunikationsoffensive „Apropos Partnerschaft – Macht‘s gemeinsam!“ im Überblick:

  • Studie zur Elternzeitnahme mit dem Titel „Apropos Partnerschaft – Einflussfaktoren auf die Elternzeitnahme in Mecklenburg“: Analyse verschiedener Gründe für Elternzeitnutzung von Frauen und Männern in Mecklenburg-Vorpommern
  • März bis Juni 2019: Präsentation der international ausgezeichneten Fotoausstellung „Swedish Dads“ an 11 Ausstellungsorten in M-V
  • Zahlreiche begleitende Veranstaltungen zur Fotoausstellung: Austausch mit Eltern über das Thema Elternzeit sowie mit Akteur:innen aus unternehmensnahen Strukturen zu Männern als Träger von Vereinbarkeitsanliegen
  • LZGV Online-Umfrage „MV-Dads“: Befragung von 264 werdenden Vätern zu ihren Erfahrungen und Wünschen

Direktlink zur Studie: http://www.landeszentrum-mv.de/fileadmin/Apropos_Partnerschaft/Projektmaterial/LZGV__2021__-_Studie__Apropos_Partnerschaft_-_Einflussfaktoren_auf_die_Elternzeitnahme_in_Mecklenburg-Vorpommern_.pdf

Längerfristige Schließungen abgelehnt – Studie zeigt auf, welche COVID-Maßnahmen akzeptiert und präferiert werden

Neue Studie zu Bevölkerungspräferenzen im Zusammenhang mit Corona-Maßnahmen zeigt u.a. auf: Kurzfristige Kontaktbeschränkungen werden akzeptiert, längerfristige Schließungen von Schulen und Kindergärten sowie strikte Ausgangssperren hingegen abgelehnt. Und: 2/3 der Bevölkerung ist bereit finanzielle Einbußen zu tragen.

Eine wissenschaftliche Studie der Hochschule Neubrandenburg untersuchte anhand von mehr als 3.000 Teilnehmenden, welche Maßnahmen die Bevölkerung im Zusammenhang der Corona-Pandemie bevorzugt und welche sie ablehnt. Politische Entscheidungsträger konnten bisher nicht auf Informationen über die Bevölkerungspräferenzen zurückgreifen und somit blieb unklar, inwieweit die Bürger/innen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie unterstützen und inwieweit sie bereit sind, wirtschaftliche oder gesundheitsbezogene Konsequenzen zu akzeptieren.

Die Ergebnisse der Neubrandenburger Hochschulstudie zeigen im Wesentlichen auf, dass

  • kurzfristige Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen akzeptiert, aber mehrwöchige Schließungen von Schulen und Kindergärten sowie strikter Ausgangssperren abgelehnt werden.
  • das individuelle Einkommen von großer Bedeutung ist.
  • das individuelle Ansteckungsrisiko wichtig ist, wobei konkrete Informationen zur Übersterblichkeit nicht verstanden werden.
  • der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes eine nachgeordnete Rolle bei der individuellen Beurteilung der Maßnahmen spielt.
  • 1/3 der Bevölkerung restriktive Maßnahmen (Motto „Sicherheit geht vor“) einfordert, fast 2/3 der Bevölkerung sich hauptsächlich am Rückgang des individuellen Einkommens (Motto „Bitte keine individuellen Einbußen“) orientiert und ein kleiner Teil der Bevölkerung die Maßnahmen nicht gut findet, aber bereit ist, individuelle Einbußen auch in Kauf zu nehmen (Motto „Finde Maßnahmen nicht gut, nehme Einbußen aber in Kauf“).

Sind die Bürger bereit, wirtschaftliche Verluste in Kauf zu nehmen, und wenn ja, in welchem Ausmaß? Sind die Bürger bereit, eine erhöhte Übersterblichkeitsrate zu akzeptieren, um die Wirtschaft zu stabilisieren? Welche finanziellen Verluste würden die Menschen während einer Pandemie hinnehmen? Welches individuelle Ansteckungsrisiko sind die Menschen bereit zu akzeptieren? Welche Rolle spielt die Datensicherheit bei der Verwendung einer Corona-App?

Ziel dieser Studie war es, diese und ähnliche Fragen zu beantworten und die Präferenzen der Bevölkerung zu analysieren. Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und können Politikern und anderen Entscheidungsträgern dabei helfen, nachhaltige Entscheidungen zu treffen, welche die Perspektive der Bevölkerung berücksichtigen. Das Verständnis und die Berücksichtigung der Präferenzen der Bevölkerung kann schließlich zu einer besseren Akzeptanz politischer Entscheidungen führen. Damit können zukünftige Entscheidungen über restriktive politische Interventionen während einer Pandemie in Übereinstimmung mit der Bevölkerung getroffen und leichter und nachhaltiger umgesetzt werden.

Weiterführende Informationen zur Studie und Methode: Zusammenfassung Studie – siehe Anlage (PDF) www.coronapreferences.info/