Diskussion mit Stadtvertretern und Bürgern: Wie lässt sich Silvestermüll vermeiden?

Warum türmt sich der Silvestermüll trotz zusätzlich aufgestellter Container? Wie lassen sich die Einwohner motivieren, auch beim privaten Feuerwerk sorgsam mit historischer Bausubstanz, Strandbädern und Spielplätzen umzugehen? Sollte es Einschränkungen beim privaten Feuerwerk zu Silvester geben und stattdessen ein zentrales gemeinsames Feuerwerk organisiert werden? Diese Fragen will Oberbürgermeister Silvio Witt mit den Stadtvertretern und Bürgern noch einmal diskutieren.

Anlass dazu sind die Hinterlassenschaften der zurückliegenden Silvesternacht. „Es ärgert mich, wenn die Menschen in der Stadt ihren Dreck achtlos liegen lassen“, betonte der Oberbürgermeister. Es sei sinnvoll dagegen vorzugehen. „Wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen, denn es kann nicht sein, dass wir zwei bis drei Wochen brauchen, um den Silvestermüll zu beseitigen. Zudem dies mit erheblichen Kosten zulasten der Steuerzahler verbunden ist.“ Silvio Witt schlägt vor, dass Geld für die Reinigung stattdessen für ein zentrales, gemeinsames Feuerwerk einzusetzen. Es müsse überlegt werden, wie sich sensible Stellen in der Stadt wie beispielsweise der Kulturpark, das Belvedere, die Innenstadt mit ihrer historischen Bausubstanz und auch Strandbäder und Spielplätze schützen lassen. Zusammen mit Stadtvertretern und Bürgern möchte der Oberbürgermeister Ideen zu dem Thema entwickeln, um sich gemeinsam diesem Problem zu stellen.

Auch in anderen Städten wird immer wieder über Einschränkungen der Knallerei in der Silvesternacht diskutiert. In Dortmund, Düsseldorf, Bielefeld und Bremen wurden unter anderem Zonen definiert, in denen private Feuerwerke verboten sind. In der Hansestadt Greifswald findet aktuell eine Bürgerbefragung unter dem Thema „Privates Feuerwerk zu Silvester – Ja oder Nein?“ statt.

Bereits vor zwei Jahren wurde das Thema in der Vier-Tore-Stadt diskutiert. Es zeigte sich ein sehr differenziertes Meinungsbild.

Polizeiliche Einsätze in der Silvesternacht

In der Silvesternacht 2019/2020 kam es im Präsidiumsbereich zu zahlreichen, für den Jahreswechsel typischen Einsatzlagen. In der Zeit vom 31.12.2019, 18 Uhr bis zum 01.01.2020, 05 Uhr verzeichnete die Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums etwas mehr als 200 Einsatzlagen.

So rückten die Beamten hauptsächlich zu Sachbeschädigungen und Bränden aus, die größtenteils durch Pyrotechnik ausgelöst wurden. Beschädigt oder zerstört wurden hierbei überwiegend Mülltonnen und bereits im Freien zur Entsorgung gelagerte Weihnachtsbäume. Regionale Schwerpunkte waren dabei nicht erkennbar.

In Neubrandenburg wurden durch Feuerwerksraketen gegen 22:37 Uhr ein Balkon im Ludwig-van-Beethoven-Ring sowie gegen 01:16 Uhr ein Balkon im Reitbahnweg in Brand gesetzt. Beide Brände wurden durch die Kameraden der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg gelöscht, ohne dass es zu größeren Schäden kam. Die Sachschäden werden in diesen beiden Fällen auf 2.500 EUR sowie 500 EUR geschätzt.

Im Erlenweg in Tutow brannte gegen 00:08 Uhr eine Gartenlaube komplett herunter. Durch das Feuer, dass vermutlich ebenfalls durch Feuerwerkskörper ausgelöst wurde, entstand ein Sachschaden von ca. 5.000 EUR. Zur Brandbekämpfung waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Tutow im Einsatz.

Der höchste Sachschaden entstand gegen 00:26 Uhr im Schäferweg in Ueckermünde. Hier gerieten durch das Abbrennen von massiver Pyrotechnik zunächst ein Carport und in der weiteren Folge zwei darunter abgestellte Pkw in Brand. Beide Pkw brannten vollständig aus, drei weitere Pkw wurden durch die Hitzeentwicklung beschädigt. Der Gesamtschaden wird zurzeit auf ca. 35.000 EUR beziffert.

Glücklicherweise sind bei keinem der Brände in der Silvesternacht Personen zu Schaden gekommen.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt waren Streitigkeiten und Körperverletzungen, oftmals im alkoholisierten Zustand begangen. Hier kam es meist nur zu kleineren Verletzungen.

Nach erster Einschätzung entsprach das Einsatzgeschehen in etwa dem der Vorjahre.

Feuerwerk zum Jahreswechsel aus Amtssicht

Viele Menschen nehmen den Start des neuen Jahres zum Anlass, sich die Umsetzung guter Vorsätze vorzunehmen. Dem Partner besser zuzuhören, in der Schule besser aufzupassen oder öfter als bisher zum Instrument zu greifen, das man früher so gerne gespielt hat, könnten solche Wünsche für das kommende Jahr sein. Diese positive Energie, mit der man die Zukunft gestalten will, kann jedoch schnell verpuffen, wenn einen die ersten Minuten dieser Zukunft ins Krankenhaus bringen und die Umsetzung der Vorsätze böse durchkreuzen.

Silvester-Feuerwerk soll Spaß machen, kann aber gefährlich sein. „Wer nicht vorsichtig ist, kann unter Umständen Verbrennungen, starke Verletzungen und irreversible Schädigungen der Augen und Ohren davontragen, die das ganze restliche Leben beeinträchtigen können“, warnt Dr. Heiko Will, Erster Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

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Silvester einmal anders

Wer kennt das nicht: Die Weihnachtstage sind vorbei und danach kommt für viele Kinder und Jugendliche die große Langeweile. Nicht so beim Pfadfinderbund Mecklenburg-Vorpommern. Vom 27. Dezember bis zum 4. Januar findet auch in diesem Jahr das Winterlager als Alternative zum „normalen“ Silvesterabend statt.

Das Winterlager ist ein einwöchiges Rollenspiel-Ferienlager, bei dem die Teilnehmenden in eine andere Welt oder eine andere Zeit eintauchen. Das abwechslungsreiche Programm besteht aus Geländespielen, verschiedenen Workshops und vielen Überraschungen. Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren können sich ab sofort anmelden und selbst in eine spannende Rolle schlüpfen. Die Winterläger der jeweiligen regionalen Pfadfinderstämme finden in M-V statt und kosten zwischen 90 und 130 Euro.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pbmv.de und beim Landesbüro des Pfadfinderbundes M-V: 03834 7721072 oder info@pbmv.de.

Der Pfadfinderbund M-V e.V. ist ein landesweiter Jugendverband, der aus ehrenamtlich geleiteten Jugendgruppen besteht. Die Pfadfindergruppen sind gemeinsam mit Rucksack und Zelt auf vielen Wanderfahrten im In- und Ausland unterwegs. Weitere Infos unter www.pbmv.de