Lösung für ein gemeinsames Miteinander gesucht

Foto: Polizeiinspektion Neubrandenburg

Mit Beginn der Sommerferien und den ersten Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich der unter Denkmalschutz stehende Aussichtspunkt Belvedere und auch der Brodaer Strand zu einem beliebten Treffpunkt der Neubrandenburger Jugendlichen etabliert. Es gibt seitdem nicht nur Beschwerden der umliegenden Anwohner über Lärm und Vandalismus, sondern vor allem über den Müll und die Abfälle, die die jungen Menschen dort oft hinterlassen. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz und die geltende Corona-Verordnung (Abstandsgebot) wurden von der Polizei bei mehreren Kontrollen ebenfalls festgestellt.

Am Donnerstag gab es ein Gespräch zwischen Oberbürgermeister Silvio Witt gemeinsam mit der Polizei und dem Jugendamt des Landkreises. Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass es um eine einvernehmliche Lösung gemeinsam mit den Jugendlichen gehe, die alle zufrieden stellt. „Hier soll nicht mit rigiden Verboten reagiert werden. Wir wollen die Interessen der Kinder und Jugendlichen genauso berücksichtigen, wie die nötigen Aspekte des Denkmalschutzes und die Wünsche der Anwohner“, betonte Oberbürgermeister Silvio Witt. Aus diesem Grund sei man übereingekommen, dass die Mobile Jugendarbeit über das Jugendamt des Landkreises das Gespräch mit den Jugendlichen suchen wird.

„Wir wissen, dass die jungen Menschen einen Platz brauchen, um sich zu treffen, da noch viele Einrichtungen geschlossen sind“, so Silvio Witt. Möglicherweise bieten sich am Brodaer Strand Alternativen abseits zum Belvedere an. „Gleichzeitig wollen wir die Jugendlichen dafür sensibilisieren, Rücksicht auf Badegäste und Anwohner zu nehmen, den Strand sauber zu hinterlassen und ein respektvolles Miteinander zu ermöglichen. Ich bin mir sicher, dass wir das gemeinsam erreichen werden.“

Rohrnetzspülung sorgt für saubere Leitungen

Turnusmäßig spülen die Neubrandenburger Stadtwerke jedes Jahr in mehreren Abschnitten Teile ihres rund 700 Kilometer langen Trinkwassernetzes. Am vergangenen Montag ging es im Weitiner Gewerbegebiet los.

Techniker Steven Engelbrecht von der Firma NED Water TEC ist dafür mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug vor Ort. Mitten auf einer Wiese im Gewerbegebiet ist schon alles vorbereitet, ein Schlauch führt vom Hydranten in den Wagen hinein. „Das Wasser wird mit hoher Fließgeschwindigkeit durch die Leitung transportiert. Dabei werden Ablagerungen, die zum Beispiel durch Eisen und Mangan entstehen, herausgespült“, erklärt der Experte. Reguliert wird die Fließgeschwindigkeit auch durch eine Pumpe, die sich im Inneren des Wagens befindet.

Wie sich das Wasser, das aus dem Leitungsnetz gepumpt und gespült wird verändert, kann man durch ein gläsernes Teilstück des Rohrsystems im Wageninneren beobachten. Ein Display, das sich genau über dem überdimensionierten Schauglas befindet, zeigt die Trübung des Wassers an. „Anhand des Wertes auf der Anzeige wissen wir, wann wir mit der Spülung aufhören können“, sagt Steven Engelbrecht.

neu.sw setzt diese spezielle Technik zum zweiten Mal ein. Im Gegensatz zu früher ist dieses Verfahren effektiver, weil mehrere Kilometer des Leitungsnetzes innerhalb eines Zeitraums durchgespült werden. Außerdem wird der gesamte Spülprozess präzise mithilfe einer Software überwacht, sodass zum Beispiel auch die Spüldauer und das entnommene Wasser genau dokumentiert werden.

Insgesamt werden in diesem Jahr rund 42 Kilometer des Trinkwassernetzes durchgespült. In Weitin und Zirzow fanden die Rohrnetzspülungen bereits statt. In Chemnitz, Blankenhof, Gevezin, Neverin, Neuenkirchen, Glocksin, Magdalenenhöh und Luisenhof wird das Trinkwassernetz an verschiedenen Tagen jeweils von 20:00 bis 6:00 Uhr noch gespült. Die betroffenen Kunden wurden durch Handzettel oder Aushänge zeitnah über die Arbeiten informiert. Am 7. August endet die Maßnahme in Luisenhof.

Die Neubrandenburger Stadtwerke versorgen insgesamt rund 78 000 Menschen in der Stadt und im Umland mit jährlich knapp vier Millionen Kubikmetern Wasser.