26.000 Vollzeit-Beschäftigten im Kreis könnte im Alter Hartz IV drohen

Gefangen im Niedriglohn: 26.000 Vollzeit-Beschäftigte im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte verdienen weniger als 2.200 Euro brutto im Monat. Das sind 45 Prozent aller Menschen, die hier sozialversicherungspflichtig die volle Stundenzahl arbeiten. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Die IG BAU Ostmecklenburg-Vorpommern beruft sich dabei auf eine aktuelle Statistik der Arbeitsagentur.
Gewerkschafter Wolfgang Ehlert warnt: „Wer heute in Vollzeit weniger als 2.200 Euro verdient, der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit im Alter auf staatliche Stütze angewiesen.“ Das ergebe sich aus Berechnungen der Bundesregierung. Danach muss ein Vollzeit-Arbeitnehmer im Schnitt mindestens 12,63 Euro pro Stunde verdienen, um nach 45 Beitragsjahren bei der Rente oberhalb der staatlichen Grundsicherung zu landen. „Einige werden zwar das Glück haben, dass der Ehepartner besser verdient und so die Renten-Haushaltskasse später aufbessert. Doch für viele ist die Rente selbst dann extrem knapp“, sagt Ehlert.