VZMV – Sie haben gewonnen …. Verbraucherzentrale warnt vor unserioösen Anrufen

Allein am dieser Tag gingen mehrere Anrufe von Verbrauchern bei der Beratungsstelle Rostock ein, denen durch Anrufe von angeblichen Rechtsanwaltskanzleien fröhlich offeriert wurde: „Sie haben gewonnen.“

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Um den Gewinn erhalten zu können, wurde den Verbrauchern vermittelt, sie müssten Amazon-Gutscheine in Höhe von 750 Euro kaufen. Bevor sie dies taten, riefen sie glücklicherweise bei der Verbraucherzentrale an und die Verbraucherschützer konnten sie davon abhalten. Denn durch das Freirubbeln der Codes auf den Gutscheinen und Weitergabe an den vermeintlichen „Gewinnausschütter“ am Telefon, wäre das Geld der Verbraucher verloren.

Bei anderen Verbrauchern meldete sich eine Rechtsanwaltskanzlei aus Österreich, die Gewinne in Höhe von 91.000 Euro auszahlen wollte. Potentielle Gewinner müssten vor der Auszahlung jedoch an die Rechtsanwaltskanzlei Bearbeitungs- und Verwaltungsgebühren von 1.500 Euro überweisen. Auch hier konnte die Zahlung abgewehrt werden.

Die Verbraucherzentrale rät: Überlegen Sie bei überraschenden Gewinnanrufen, ob Sie überhaupt jemals an einem Gewinnspiel teilgenommen haben. Geben Sie nicht bereitwillig Ihre Daten und Kontoverbindungen heraus. Für seriöse Gewinne muss niemals Geld im Voraus gezahlt werden. Dies gilt auch für Gutscheinkarten, die für eine angebliche Gewinnauszahlung käuflich erworben und frei gerubbelt werden sollen.

Sollten Sie unsicher sein, wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale oder die Beratungsstellen der Polizei.

Black Friday und Cyber Monday – Drei Tipps der Verbraucherzentrale

Achtung bei zu hohen Rabatten

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Die Schnäppchenjagd ist eröffnet. Überall wird mit den Begriffen Black Friday und Cyber Monday geworben. Doch verbirgt sich hinter dem Angebot wirklich ein Schnäppchen? Um das rauszufinden, sollte der Kunde die Preise in Ruhe und mit Hilfe von Suchmaschinen vergleichen, denn häufig sind die Rabatte gerade an diesen Aktionstagen „aufgeblasen“. Wenn z. B. ein Onlineshop eine Waschmaschine von 549 Euro auf 379 Euro reduziert, handelt es sich bei dem angezeigten Ursprungspreis nicht um den eigentlichen Marktpreis, sondern um die UVP (Unverbindliche Preisempfehlung) des Herstellers. Der Marktpreis liegt wahrscheinlich ohnehin nur noch bei 399 Euro.

Es gibt kein Widerrufsrecht im stationären Handel

Waren, die in einem Ladengeschäft gekauft werden, können entgegen der weitläufigen Meinung nicht grundsätzlich umgetauscht werden, denn das 14-tägige Widerrufsrecht gilt hier nicht. Ob und zu welchen Bedingungen (Gutschein oder Geld zurück) der Händler ein Umtauschrecht gewährt, entscheidet er allein. Kunden sollten sich daher vor dem Kauf über Rückgabemöglichkeiten informieren. Nur wenn die Ware online bzw. telefonisch bestellt wurde, dann besteht in der Regel das 14-tägige Widerrufsrecht.

Vorsicht vor Fake-Shops

Gerade an besonderen Rabatt-Tagen erhöht sich nochmals die Gefahr, auf einen Fake-Shop reinzufallen. Noch mehr Onlinehändler werben mit Schnäppchen und Kunden lassen sich von vermeintlich günstigen Angeboten blenden. Fake-Shops sind meist sehr professionell gestaltet, so dass auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, dass sich dahinter kein echter Händler verbirgt. Ein Blick ins Impressum und in die AGB sollte zu jeder Bestellung dazugehören. Auch das Lesen von Erfahrungsberichten anderer Kunden kann hilfreich sein, bevor der Kaufbutton gedrückt wird. Die Zahlung sollte – auch wenn der Rabatt noch so attraktiv erscheint – lieber per Rechnung oder per Einzugsermächtigung erfolgen. Bei Letzterer kann dem Bankeinzug innerhalb von acht Wochen nach Kontobelastung widersprochen werden. Wenn der Onlineshop nur Vorkasse anbietet: Finger weg!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Lebensmitteleinkauf im Internet

Foto: Einkaufswagen, Quelle: Hayati Kayhan / Fotolia via VZ MV

Die Bestellung von Lebensmitteln im Internet hat laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Lebensmittel online zu bestellen ist eine Möglichkeit, in Corona Zeiten Kontakte einzuschränken. Für den ein oder anderen, der sich in häuslicher Quarantäne befindet, gibt es vielleicht gar keine andere Möglichkeit.

Lieferbedingungen und Gebühren

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen durchzulesen. Sonst kann es passieren, dass Sie sich nach mühsamer Zusammenstellung des Warenkorbes über den Endbetrag wundern.

Lieferservices des stationären Handels liefern die Ware nur in einem bestimmten Umkreis um die Filiale. Die Lieferung erfolgt in der Regel mit eigenen Fahrzeugen. Reine Lebensmittel-Onlineshops stellen die Lebensmittel per Paket zu. Sie liefern teilweise deutschlandweit, häufig ist die Lieferung jedoch auf wenige Großstädte beschränkt.

Zu den Kosten für die Lebensmittel kommen neben Versandkosten unter Umständen noch Gewichtszuschläge für Getränkekästen oder ein Frischezuschlag für Kühl- oder Tiefkühlware dazu. Dadurch kann sich die Gesamtsumme schon mal um zehn Euro erhöhen. Bei manchen Lebensmittel-Onlineshops entfallen die Versandkosten ab einem bestimmten Bestellwert. Einige Onlineanbieter geben einen Mindestbestellwert vor. Auf jeden Fall muss der Anbieter vor Einleitung des Bestellvorgangs darüber informieren, ob zusätzliche Liefer- und Versandkosten anfallen.

Lebensmittelkennzeichnung im Online-Shop

Wer beispielsweise an einer Lebensmittelallergie leidet, muss sich beim Online-Einkauf von Lebensmitteln genauso gut informieren können wie beim Einkauf im Supermarkt. Grundsätzlich müssen Verbraucher vor Vertragsabschluss dieselben Informationen vorfinden, die auch auf den Lebensmittelverpackungen und im Supermarkt Pflicht sind. Das sind zum Beispiel die genaue Bezeichnung des Lebensmittels, das Zutatenverzeichnis, die Nährwertangaben, die Füllmenge oder das Ursprungsland bei Obst und Gemüse. Auch der Preis und der Grundpreis (Preis pro Kilogramm / Liter bzw. pro 100 Gramm / 100 Milliliter) müssen angegeben werden. Eine Ausnahme bildet das Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum. Es muss nicht auf der Internetseite des Anbieters aufgeführt sein.

Widerrufsrecht

Bei Einkäufen im Internet steht Ihnen normalerweise ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Aber Achtung: für Lebensmittel gibt es Ausnahmen. Beispielsweise sind schnell verderbliche Waren oder Lebensmittel, die individuell an die Wünsche des Kunden angepasst wurden (z. B. selbst kreierte Müslimischung) vom Widerrufsrecht ausgenommen.

Vorsicht: Unseriöse Partnervermittlungen in Zeitungsanzeigen

Die Gefahr ist groß, dass man auf dem Weg zum Traumpartner eher einen teuren Mitgliedsvertrag unterschrieben hat als nette Menschen kennen zu lernen.
Wer einen neuen Partner sucht – egal, ob es um gemeinsame Freizeitgestaltung oder den Bund für’s Leben geht – nutzt oft kleine Kontaktanzeigen in Zeitungen. Diese sind meist sehr persönlich gehalten und ein Anruf unter der angegebenen Nummer ist schnell getan.

Aber Achtung! Sehr häufig stecken hinter diesen Anzeigen Partnervermittlungen, die mit dieser Masche auf Kundenfang gehen. Interessierte sollen einen Vertrag abschließen, in dem es meistens um eine Klubmitgliedschaft oder die Vermittlung von sogenannten Freizeitkontakten geht. Betroffene fühlen sich übers Ohr gehauen, weil zuvor ganz andere Erwartungen geweckt wurden. Denn statt des reisefreudigen Pensionärs oder der junggebliebenen Witwe, die angeblich inseriert haben, ist nur eine Mitarbeiterin der Vermittlungsagentur am Telefon, die einen Hausbesuch anbietet. Wer sich darauf einlässt und einen Vertrag unterschreibt, merkt sehr schnell, dass es nicht um die in Aussicht gestellten Begegnungen mit außergewöhnlich interessanten Menschen geht, sondern dass man lediglich Mitglied in einem kostspieligen Freizeitklub geworden ist. 3.000 bis 5.000 Euro für ein halbes Jahr Mitgliedschaft und eine Hand voll Adressen sind nicht unüblich.

Solche Fälle sind Gegenstand der alltäglichen Beratung in der Verbraucherzentrale MV. Katrin Schiller, Juristin der Rostocker Beratungsstelle rät: „Lassen Sie sich auf keinen Fall unter Druck setzen. Bestehen Sie auf Bedenkzeit und Aushändigung des Vertragstextes mehrere Tage vor Unterschrift. Also, niemals sofort unterschreiben. Tätigen Sie keine Vorauszahlung! Wer die Dienste einer Freizeitpartner- oder Partnervermittlung nutzen möchte, sollte sich vor Vertragsabschluss beraten lassen.“

Gutscheine zu Ostern

Verbraucherzentrale MV beantwortet die wichtigsten Fragen

Wegen der Coronavirus-Krise ist es derzeit kaum möglich, für Familie und Freunden kleine Aufmerksamkeiten persönlich zu erwerben, geschweige denn persönlich zu überbringen. Zusätzlich zu den postalischen Ostergrüßen liegt es deshalb für viele Verbraucher nahe, Gutscheine zu versenden. Diese können online erworben werden, aber derzeit u. a. auch als Gutscheinkarten in Postfilialen, Drogerien und Supermärkten. Der Beschenkte kann sich somit seinen Wunsch selbst erfüllen. Doch kann ein Gutschein in bar ausgezahlt werden? Oder wie lange ist ein Gutschein gültig? Was passiert wenn der Gutschein nicht rechtzeitig eingelöst wird?

Kann ich mir den Gutschein auszahlen lassen?
Eine Verpflichtung, den Geldbetrag auszahlen zu lassen, besteht in der Regel nicht. Häufig ergibt sich dies aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Wie lange ist ein Gutschein gültig?
Wurde mit dem Verkäufer nichts anderes vereinbart, gilt für kostenpflichtige Gutscheine die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren. Allerdings beginnt der Zeitraum erst mit dem Ende des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Findet man also einen Coupon von 2019 an der Pinnwand, kann man diesen noch bis Ende 2022 einlösen.

Dürfen Gutscheine befristet sein?
Ja. Bei der befristeten Variante reicht es aus, wenn Händler in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf die Fristen hinweisen. Hier oder direkt auf dem Gutschein finden sich Formulierungen wie zum Beispiel „Einzulösen bis …“ oder „gültig 12 Monate ab Ausstellungsdatum…“. Die Zeiträume dürfen nicht zu knapp bemessen sein. Drei bis sechs Monate sollte man nicht akzeptieren.

Was geschieht, wenn die Frist abgelaufen ist?
Sie können dann zwar den Gutschein nicht mehr einlösen, allerdings vertreten wir die Ansicht, dass der Geldwert des Gutscheins in diesem Fall zurückerstattet werden muss. Zu beachten ist aber, dass der Händler dann seinen entgangenen Gewinn einbehalten darf. Wie hoch dieser entgangene Gewinn ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

Gutschein verjährt – was nun?
Wird der Gutschein nicht rechtzeitig eingelöst, muss man auf die Kulanz des Händlers hoffen. Rechtlich gesehen darf er sich weigern, die im Gutschein vereinbarte Leistung zu erbringen.

Kann ein Geschenkgutschein auch teilweise eingelöst werden?
Solange dem Händler diese Teilleistungen zumutbar sind und keinen Verlust für ihn bedeuten, steht dem nichts entgegen. Der Restbetrag kann auf dem alten Gutschein vermerkt oder in Form einer neuen Gutschrift ausgehändigt werden. Ein Anspruch des Kunden auf Auszahlung der restlichen Gutscheinsumme besteht allerdings nicht.

Dürfen Gutscheine nur von dem oder der Beschenkten eingelöst werden?
Grundsätzlich ist ein Gutschein übertragbar, so dass er auch von einer anderen Person eingelöst werden kann. Ausnahme: Wenn die entsprechende Leistung aus dem Gutschein ausschließlich auf eine ganz bestimmte Person ausgestellt ist.

Was, wenn der Händler bzw. das Unternehmen insolvent ist?
Haben Sie einen Gutschein bei einem insolventen Händler, können Sie Ihre Forderungen aus dem Gutschein ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens nur noch zur Insolvenztabelle anmelden.