"Notruf der Polizei" – Zahlen, Fakten, Kurioses aus der Leitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg

Unfälle, Diebstähle, zu laute Musik, aber auch Chauffeur-Anfragen oder die Landung Außerirdischer: Im Jahr 2020 hat es in der Einsatzleitstelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (zuständig für die Landkreise Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte) rund 106.600 Notrufe gegeben. Knapp die Hälfte davon zogen einen tatsächlichen Einsatz der Polizei nach sich – also knapp 53.700-mal. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2019 rund 110.100 Notrufe, die in der Neubrandenburger Leitstelle eingingen, 49.300 Einsätze ergaben sich daraus.

Über Weihnachten – 24.-26.12. – ist die Anzahl der Notrufe in 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen: 582-mal haben Bürger 2020 die 110 an den drei Festtagen gewählt, in 2019 lag die Zahl bei 538 Notrufen. Am Silvestertag (31.12.) wurde die Leitstelle 2020 bis Mitternacht deutlich seltener kontaktiert (284-mal) als an Silvester 2019 (347-mal).

Zu den häufigsten Gründen für Einsätze nach Notrufen gehörten Verkehrsunfälle, Gefahrenabwehr und das Prüfen von Beschwerden oder Hinweisen wegen Lärmbelästigung/Ruhestörung.

Generell rufen Bürger aber auch wegen alltäglicher Dinge in der Leitstelle an: Selbstgekochtes, das nicht schmeckt, Fragen beim Abschluss von Versicherungsverträgen oder weil die Polizei das Internet reparieren soll. Weitere kuriose Beispiele: Ein Mann wollte mitteilen, dass Silberstreifen am Himmel sind und Außerirdische gleich landen werden, eine Frau konnte ihr Telefon nicht laden und bat die Polizei, ihren Bruder vorbeizuschicken, ein Vater wollte seinen achtjährigen Sohn von der Polizei abholen lassen, weil dieser nicht von der Spielkonsole wegzukriegen war. Auch, wer sich aussperrt oder seinen Schlüssel verloren hat, wählt gern mal die 110. Dabei wägen die Beamten stets ab: Ist die Tür zugefallen und im Haus sind zum Beispiel noch Kinder allein, organisiert die Polizei natürlich Hilfe.

Doch nicht immer ist es mit freundlichen Verweisen an andere Hilfsmöglichkeiten getan: In 125 Fällen hat die Polizei im Bereich des Präsidiums Neubrandenburg vergangenes Jahr Anzeigen im Sinne von §145 StGB wegen des Missbrauchs von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln* gefertigt. Im Jahr 2019 waren es 135 Fälle. Hierbei handelt es sich sowohl um Notruf-Streiche oder Meldungen falscher Unfälle und sonstiger angeblicher Gefahren, aber auch um Fälle von Manipulation von Feuerlöschern oder Rauchmeldern.

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Neuer Vize im Polizeipräsidium

Polizeidirektor Lutz Müller
Foto: Claudia Tupeit

Der Präsident des Polizeipräsidiums Neubrandenburg hat einen Neuen an seiner Seite: Polizeidirektor Lutz Müller ist ein Hauptstadtkind und hat bis August noch die Inspektion in Schwerin geleitet. Nun wurde der 49-jährige Polizist in seinem Amt als Leiter des Führungsstabes im – coronabedingt – kleinen Rahmen offiziell begrüßt. In seiner neuen Funktion verantwortet Müller vier Dezernate, die unter anderem auf die Bereiche Einsatz, Prävention, Kriminalität und Verwaltung spezialisiert sind. Außerdem ist er der Stellvertreter des Polizeipräsidenten.

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