Amphibienkonzert im Müritz-Nationalpark

Musikfestival im Müritz-Nationalpark – Sehen, Hören, Erleben. Endlich, es ist so weit, das alljährliche Spektakel ist wieder zu hören.

Moorfrösche: Zur Paarungszeit verfärben sich die männlichen Moorfrösche blau. Hier wartet eine ganze Gruppe auf Weibchen.
(Fotos: S. Krage)

Wie jedes Jahr treffen sich an den Kleingewässern mehrere tausend Solisten und Darsteller im zeitigen Frühjahr. In der Paarungszeit der Lurche finden mehrere Events statt, die sehr viel Energie und ein starkes Durchhaltevermögen verlangen. Der krönende Abschluss ist die Paarung – und damit die Eiablage.

Das erste große Festival ist gerade am Ausklingen: Zum Ende des Winters, wenn es am Tag ausreichend warm wird, kommen Grasfrosch und Moorfrosch als erstes in die Gewässer. Im vergangenen Jahr waren die blauen Frösche in der Zeit um Ostern zu hören, die aktuell warmen Temperaturen beschleunigen das Spektakel.

Mit dem Fernglas lassen sich die Amphibien ungestört beobachten

Die Saison ist aber keinesfalls vorbei. Kamm- und Teichmolche in ihrem Prachtkleid, Libellenlarven und andere Insekten sind jetzt zu bestaunen. Und das nächste große Ereignis steht bereits vor der Tür. An jedem warmen Abend beginnt das Konzert von neuem. Es sind verschiedene Singstimmen zu hören. Angefangen mit dem Bass und dem Bariton – die unvergesslichen Rotbauchunken und Wasserfrösche. Ein wenig später am Abend kommen die Tenöre noch mit dazu – die Laubfrösche. Dann blähen die Pavarottis der Kleingewässer ihre Schallblasen stolz auf, wie Kinder ihre Kaugummis.

Im Müritz-Nationalpark gibt es unzählige Kleingewässer, Sümpfe und Konzertbühnen der Amphibien. Bei einem Spaziergang in der Abenddämmerung können Sie das Spektakel genießen. Doch eine Bitte: Bleiben Sie auf den Wegen und stören Sie die Tiere nicht.

Raus in die Natur – es gibt viel zu entdecken

Buschwindröschen: Das Buschwindröschen ist recht häufig und bildet oft große Blütenteppiche. Die weißen Blüten öffnen sich besonders bei schönem Wetter.

Naturerwachen im Müritz-Nationalpark

Auch zu Zeiten der Coronakrise sind Spaziergänge erlaubt. Warum nicht in den Müritz-Nationalpark? Denn dort gibt es aktuell viel zu entdecken.

Frische Luft und Sonnenschein sind gut – daran zweifelt kein Mediziner. Und wenn dann noch die ersten Pflanzen voller Kraft in den Frühling starten und die ersten bunten Blüten zu sehen sind, dann ist dies Balsam für unsere Seele.

Mit seiner Größe von rund 32.000 Hektar bietet der Müritz-Nationalpark genug Platz für Ausflüge – ohne dass sich Menschen begegnen oder in Gruppen bewegen müssten. Viele Wander-, Rad- und Erlebniswege bieten den Gästen tolle Erlebnisse inmitten ungestörter Natur.

Leberblümchen: Sobald die ersten Blüten sich öffnen, wie hier beim Leberblümchen, bietet sich den Insekten ein reich gedeckter Tisch mit Pollen und Nektar.

Geophyten nennt man die Pflanzen, die mit Hilfe von Speicherorganen den Winter im Boden überdauern. Bereits vor dem Laubaustrieb der Bäume nutzen sie Licht und Wärme, um aus dem Erdreich auszutreiben, daher auch der Name Frühlingsgeophyten für unsere bekannten Frühblüher.

Die nötige Energie für das zeitige Austreiben im Frühjahr liefert das Speicherorgan (Zwiebel, Knolle oder Rhizom). Zu den Geophyten gehören beispielsweise das Buschwindröschen, Leberblümchen oder die Schlüsselblume. Für Menschen sind es die lang ersehnten bunten Farben nach dem Winter.

Schlüsselblume: Die Schlüsselblume verdankt ihren Namen der Pflanzenform, die an einen Schlüsselbart erinnert.
(Alle Fotos: B. Lüthi Herrmann)

Aber auch die Tierwelt erwacht: Beobachten Sie doch mal das scheinbar chaotische Gewimmel an einem Waldameisenhaufen – ein faszinierender Anblick der Geschäftigkeit. Also gehen Sie raus in die Natur. Es gibt viel zu entdecken.

 

Tagung der Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung M-V

Netzwerk Lernort Bauernhof M-V: Erlebnis gesucht – Bauernhof gefunden am 12. März 2020 im Bürgerhaus Güstrow

Zum Auftakt der Tagung stellen sich einige landwirtschaftliche Höfe vor. Sie zeigen, warum ganzheitliche Naturbildung auf dem Lernort Bauernhof so wichtig ist. Weitere Schwerpunkte sind die Möglichkeiten der Förderung für zukünftige Akteure. Am Nachmittag vertiefen sechs Workshop die Themen, wie z.B. „Wie kommen die Gruppen zu den Höfen?“. Es bieten u.a. praktisch tätige Landwirte, Schulen, KiTa´s und die Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof ihre Unterstützungen an.

Auf der Tagung wird das neu gegründete Netzwerk vorgestellt: lernort-bauernhof-mv.de. Es möchte zum Mitmachen anregen. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Landwirten, Gärtnern, Schulbauernhöfen, Umweltbildnern und verarbeitenden Betrieben.

Warum ist das eine gute und wichtige Idee?

  • landwirtschaftliche Höfe können den Rahmen bieten, um ihre pfiffigen und zukunftsstarken Projekte vorzustellen
  • Kinder und Jugendliche lernen wieder, wo die Nahrungsmittel wirklich herkommen
  • landwirtschaftliche Betriebe können über ein neues Standbein nachdenken
  • strahlende Kinderaugen sind der beste Lohn

Die Tagung möchte die aufgeführten Möglichkeiten gut veranschaulichen und die Akteure vernetzen. Das Netzwerk ist offen für alle landwirtschaftlichen Betriebe, ökologisch oder konventionell, groß oder klein.

Der Einladungsflyer mit dem vollständigen Programm und dem Link zur Anmeldung ist unter www.lung.mv-regierung.de/dateien/landeslehrst_09_programm.pdf abrufbar. Anmeldungen sind noch möglich. Die Tagung beginnt um 10 Uhr im Bürgerhaus Güstrow (Sonnenplatz 1).

Ausbildung zum PilzCoach

Verein der Natur- und Landschaftsführer bietet Weiterbildung für Erzieher, Lehrer, Eltern und Naturinteressierte an.

Pilze locken jedes Jahr viele Menschen in die Wälder. Nur wer sich gut auskennt, ist beim Sammeln auf der sicheren Seite. Foto: N. Künkler

Während eines insgesamt sechstägigen Kurses können Sie sich zum „PilzCoach“ weiterbilden. Angeboten wird der Kurs vom Verein der Natur- und Landschaftsführer Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Damit reagieren wir auf die große Nachfrage nach fachkundigen Naturführern während der Pilzsaison. Hotels, Vermieter und Veranstalter im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern haben den Bedarf der Gäste in den Herbstmonaten signalisiert“, so Heike Brechler vom zuständigen Verein. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, lediglich Interesse an der Natur und Begeisterung für Pilze.

Die Pilzcoach-Ausbildung unterliegt den Richtlinien der DGfM und kann mit einer Prüfung und Zertifikat nach 6 Unterrichtstagen zu je 8 Stunden abgeschlossen werden. Zu den Grundlagen im Umgang mit Pilzen lernen Sie ca. 30 Arten kennen und diese kreativ zu verwenden, z.B. bei der Papierherstellung oder als Farbstofflieferanten. Neben spielerischer Wissensvermittlung üben wir Exkursionsplanung sowie Gruppenleitung und tauschen unser Wissen und unsere Erfahrungen aus.

Der Kurs findet im April (13. – 15.4.) und Ende Oktober (30.10. – 1.11.) statt und kostet 399 €. Übernachtung und Verpflegung müssen die Teilnehmer selbst organisieren und die Kosten dafür tragen. Eine Anmeldung ist bei Heike Brechler unter heike.brechler@naturfuehrer-mv.de und 0151 17423838 möglich. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 14 Personen.

 

Wolfsnachwuchs im Müritz-Nationalpark

Ein Wolfswelpe inspiziert neugierig eine automatische Kamera, die im Rahmen des Wildtiermonitorings installiert wurde. Foto: Nationalparkamt Müritz

Seit mehr als zwei Jahren leben dauerhaft Wölfe im Müritz-Nationalpark. Nun konnte erstmals ein Wolfswelpe dokumentiert werden. Am 10. August 2019 gegen 7:23 Uhr löste die Bewegung des ca. 10 Wochen alten Jungtieres in einem abgelegenen Teil des Müritz-Nationalparks die Automatik einer Wildkamera aus.

Seit 2016 lebt die Mutter des Welpen, die Fähe „Saxonia“, im westlichen Teil des Nationalparks. Genetische Untersuchungen belegen, dass das weibliche Tier mit der Individualkennung „GW681f“ ursprünglich aus dem Landkreis Görlitz (Sachsen) stammt. Regelmäßige Spuren- und Fotofallenbilder, die im Rahmen des Wolfsmonitorings entstanden sind, bestätigten ihren dauerhaften Aufenthalt östlich der Müritz. Seit 2018 hat die Wölfin einen Begleiter gefunden. Das männliche Tier hinterlässt deutlich größere Pfotenabdrücke und sind deshalb gut von seiner zierlicheren Partnerin zu unterscheiden. Der Welpennachweis belegt, dass aus dem Paar eine Familie wurde. „Die Frage wieviel Welpen tatsächlich zum Nationalpark-Rudel gehören soll die Fortführung des Montorings beantworten“, so Nationalparkleiter Ulrich Meßner.

Der erste Nachweis von Wölfen im Müritz-Nationalpark gelang bereits im Mai 2012 durch einen einzelnen Rüden, der auf seiner Wanderschaft nach Niedersachsen weiterzog. Auch im östlichen Teilgebiet „Serrahn“ werden seit 2018 immer wieder Hinweise auf Wölfe gemeldet. Bis dato gibt es hier jedoch noch keine Belege für Welpen.

Das Wolfsmonitoring für Deutschland geht bundesweit für das Jahre 2018 von über 70 Rudeln mit Reproduktion aus (dbb-wolf.de). In Mecklenburg-Vorpommern siedeln seit 2006 wieder Wölfe, die erste Wolfsfamilie wurde im Jahr 2014 bei Lübtheen nachgewiesen. Gegenwärtig sind offiziell sieben Rudel bekannt.

Stadt reagiert auf Bürgerbeschwerden – Halteverbot in der Platanenstraße

In der Platanenstraße muss der vorhandene Grünbewuchs radikal eingekürzt werden. Mehrere Bürger hatten sich beschwert, dass die Straße für Autofahrer, die aus Ebereschen-, Rotdorn-, Robinien- und Hainbuchenstraße kommen, schlecht einsehbar ist.

Außerdem ist es erforderlich, etwa zehn Stellflächen entlang der Platanenstraße zu sperren. Dazu werden vorerst bis Anfang September entsprechende Haltverbote aufgestellt. Bis Ende des Jahres werden die betreffenden Parkbuchten dann teilweise oder ganz zurückgebaut.

Die Verkehrsteilnehmer werden im Interesse der Sicherheit des Straßenverkehrs und zur Vermeidung von Unfällen gebeten, die neuen Haltverbote zu beachten.

14. Kratzeburger Fledermausnacht: Faszination Fledermaus – Entdecken, forschen, gestalten

Am 2. August findet bereits zum 14. Mal die beliebte Kratzeburger Fledermausnacht auf dem Gelände des „Flatterhus“ statt. Von 17 bis 23 Uhr lädt das Nationalparkamt Müritz gemeinsam mit der Gemeinde Kratzeburg zu vielfältigen Aktionen für Klein und Groß rund um die geheimnisvollen Flugkünstler der Finsternis in die dortige Nationalparkinformation ein.

Axel Griesau kennt sich mit Fledermäusen aus, Foto: B. Lüthi Herrmann

Mit den Ohren sehen, den Händen fliegen, kopfüber von der Decke hängen und trotzdem noch schlafen können – ein Naturphänomen, welches erwacht, wenn es dunkel wird und munter um die Häuser jagt. Aber nicht, um den Nachteulen unter uns in die Frisuren zu fliegen oder sogar manch einem das Blut zu stehlen, sondern um im Schein des Mondlichtes auf Insektenfang zu gehen. Fledermäuse sind faszinierende Tiere und bereiten mit ihren interessanten Verhaltensweisen viel Freude beim Forschen und Entdecken.

Das abwechslungsreiche Programm der 14. Kratzeburger Fledermausnacht räumt mit Vorurteilen auf, zeigt welche Arten im Müritz-Nationalpark und Umgebung vorkommen und warum sie so gefährdet sind. Wer sich für Fledermäuse interessiert oder sie besser kennenlernen möchte und wer gerne Experten befragt, bastelt und Geschichten lauscht, der ist herzlich eingeladen.

Ab 17 Uhr gibt es an verschiedenen Ständen im Hinterhof rund um das Thema Fledermaus viel zu entdecken. Das dort erlangte Wissen ist hilfreich, um auch die diesjährige Fledermaus-Ralley erfolgreich zu meistern, denn es werden wie jedes Jahr ab 20 Uhr Fledermauspreise an die Teilnehmer verliehen. Ab 20:30 Uhr bekommen die Besucher die Möglichkeit, mit den Nationalpark – Rangern auf Exkursion in das nahe gelegene Fledermausrevier zu gehen und die geflügelten Säuger mit Detektoren aufzuspüren. Beim anschließenden Nachtfalterfang haben sie den vielfältigen Speiseplan der Fledermaus dann live vor Augen. Der Abend klingt mit einem prasselnden Lagerfeuer und leckerem Stockbrot aus.