Gespenstisch aber ungefährlich

Besorgte Bürger meldeten sich in den letzten Tagen vermehrt zu eingesponnenen Sträuchern und darin befindliche Raupen. Nicht selten wurde vermutet, dass es sich um den gesundheitsgefährdenden Eichenprozessionsspinner handelt. Aber dem ist nicht so! Verursacher sind ungefährliche Raupen der Gespinstmotten der Schmetterlingsfamilie (Yponomeutidae). Die Raupen sondern Gespinstfäden ab, um sich vor Fraßfeinden, wie Vögel, und ungünstiger Witterung zu schützen.

In manchen Jahren kommt es zu Massenvermehrungen. Dann werden ganze Pflanzen eingesponnen und komplett kahl gefressen.
Weder für die Gehölze, noch für Anwohner oder Spaziergänger sind diese sonderbar anmutenden Naturschauspiele eine Gefahr! Die befallenen Büsche und Bäume treiben in der Regel wieder aus.

Um den Garten gespinstfrei zu halten, sollten Kleingärtner ihre Bäume im Frühjahr kontrollieren und sofort erste, bewohnte Nester ausschneiden und ggf. verbrennen oder im Hausmüll entsorgen. Biologische Gegenspieler sind verschiedene Nützlinge wie Raubwanzen, parasitierende Wespen und Meisen. Sie lassen sich durch Insektenhotels, Steinhaufen und Nistkästen in die Gärten locken.
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist sinnlos. Die Raupen werden durch das Gespinst geschützt, so dass Insektizide sie nicht erreichen.
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Veranstaltungshinweis Ranger-Führungen

Führungen mit dem Ranger (Foto: Nationalparkamt Müritz)

Der Müritz-Nationalpark bietet unzählige Möglichkeiten den Urlaub oder die Freizeit in der Natur zu verbringen.

„Im Reich der Fischadler“
Wanderung durch das Gutsdorf Federow zum Beobachtungspunkt am Fischadlerhorst. Erfahren Sie Wissenswertes über diesen faszinierenden Vogel und sein Leben zwischen Afrika und Mecklenburg.
Wo? Federow, Nationalpark-Information
Wann? Dienstags, 29.06. bis 03.08.2021
14:30 bis 17:00 Uhr
Etwa zwei Kilometer

„Auf Entdeckungstour mit dem Ranger“
Wir suchen die Ursprünge der Nationalparkidee und schauen in die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft einer einzigartigen Landschaft
Wo? Gutshaus Friedrichsfelde bei Ankershagen
Wann? Mittwochs, 30.06. bis 18.08.2021
10:35 bis 12:25 Uhr
Etwa zwei Kilometer

„Wanderung zum Düsterwiesenbruch“
Erleben Sie die Tier- und Pflanzenwelt im Moor.
Wo? Blankenförde; Nationalpark-Information
Wann? Mittwochs, 30.06. bis 01.09.2021
10:00 bis 13:30 Uhr
Etwa vier Kilometer

„Geheimnisvolle Seen und ihre Geschichte“
Die Landschaft und die Dörfer an der Oberen Havel erzählen ihre eigene Geschichte. Unterwegs mit dem Ranger erwartet Sie bei dieser Wanderung Lehrreiches und Amüsantes aus dem Nationalpark
Wo? Kratzeburg, Nationalpark-Information
Wann? Montags, 05.07. bis 23.08.2021
10:00 bis 13:00 Uhr
Etwa acht Kilometer

Aufgrund der aktuellen Situation ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen begrenzt. Es ist erforderlich, dass Sie sich zwei Tage vorher unter Tel. 039824 / 252-80 anmelden.

Naturlandschaften öffnen Infozentren und bieten Führungen an

Aufatmen und Loslegen heißt es in allen 13 Nationalen Naturlandschaften von MV. Zum 1. Juni öffnen die ersten Besucherinformationszentren und Ausstellungen in den sieben Naturparks, drei Biosphärenreservaten und drei Nationalparks nach langer Corona-Pause erneut ihre Türen. Führungen finden unter Auflagen statt.

Ab dem 4. Juni können auch Touristen aus dem gesamten Bundesgebiet die ersten Infozentren besuchen.

Die Öffnungszeiten der Infozentren sowie aktuelle Termine, coronabedingte Auflagen und Informationen zu den Führungen werden direkt in den Infozentren der Naturlandschaften bekannt gegeben. Besucher sollten sich vorab informieren und rechtzeitig telefonisch oder per Mail anmelden.

Neben geplanten Führungen sind teilweise auch individuelle Angebote für Familien, Gruppen und Schulklassen buchbar. Viele der Angebote sind kostenfrei und auch für in der Mobilität eingeschränkte Menschen zugänglich. Spezielle barrierefreie Angebote können direkt in den Besucherinformationszentren angefragt werden.

Alle Nationalen Naturlandschaften von MV sind online unter www.natur-mv.de zu finden.

Ausstellung über Wildbienen eröffnet

Rund 600 Wildbienenarten leben in Deutschland. Als Bestäuber sichern sie vor allem im Obst- und Gemüsebau landwirtschaftliche Erträge. Darüber hinaus erhalten sie durch ihre Bestäubungsleistung die Vielfalt an Wildblumen. Doch der Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten wird knapp, es fehlt an Nahrung und Nistmöglichkeiten.

Das Berliner Wildbienen-Projekt „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ zeigt, wie öffentliche Grünflächen bestäuberfreundlich aufgewertet werden und so Lebensräume für Insekten entstehen können. Prof. Sandra Rose (Studiengang Agrarwirtschaft) und Prof. Robert Sommer (Studiengang Naturschutz und Landschaftsplanung) haben die zugehörige Ausstellung in der Neubrandenburger Hochschule offiziell eröffnet.

„Wildbienen zeigen uns, was unsere beiden Studiengänge verbindet und wieso es wichtig ist, gerade jetzt diese Verbindung zu fördern. Eine Trendwende in den Agrarlandschaften lässt sich am besten umsetzen, wenn beide Fachrichtungen zusammenarbeiten“, so Prof. Sommer, „eine intensive Nutzung der Landschaft führt zu einem Artenrückgang, während eine extensive Nutzung die Artenvielfalt fördern kann. Allerdings müssen diese extensive Bewirtschaftungsformen auch gefördert werden. Entscheidend ist die Wertschätzung landwirtschaftlicher Produkte und die entsprechende Entlohnung von Landwirtinnen und Landwirten.“

Er betont die besondere Relevanz einer gemeinsamen Bildung an der Hochschule Neubrandenburg: „Wenn die Landwirtinnen und Landwirte auf der einen Seite die Effekte der Umweltmaßnahmen auf die Artenvielfalt kennen und unsere Absolventinnen und Absolventen von NLP auf der anderen Seite in den zuständigen Behörden mehr über die Landwirtschaft wissen, dann setzen die Landwirtinnen und Landwirte die Maßnahmen viel eher um. Denn so fühlen sie sich wertgeschätzt und müssen – hoffentlich – keine großen bürokratischen Hürden mehr nehmen.“ Lassen sie uns im Sinne der Wildbiene daher mit Respekt aufeinander zugehen.“

Die Ausstellung ist bis Januar im Foyer von Haus 1 zu sehen. Das Projekt wird durch die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gefördert.

Führungen im Müritz-Nationalpark

Die Familienführungen der Nationalpark-Ranger bieten ein abwechslungsreiches Angebot für kleine und große Naturfreunde auf Entdeckertour. Der Müritz-Nationalpark bietet unzählige Möglichkeiten die Ferienzeit gemeinsam in der Natur zu verbringen.

„Der Löwe, der Wolf und das wilde Volk im Wald“ Bei dieser Familienführung mit dem Ranger entdecken Groß und Klein die Vielfalt von Wiese, Wald und Moor und erleben Natur zum Anfassen.
Wo? Zwenzow, Parkplatz Ortsausgang Richtung Mirow
Wann? Dienstag, 18. und 25. August 10:00 bis 13:00 Uhr
Etwa vier Kilometer

„Spurensuche für Groß und Klein“ Fährten, Federn und Fraßspuren können uns verraten, welche Tiere im Wald leben, ohne dass wir sie selbst zu Gesicht bekommen. Wie der berühmte Detektiv Sherlock Holmes macht ihr euch auf die Suche und kommt den Tieren dabei manchmal ganz nahe.
Wo? Schwarzenhof, Nationalpark-Information
Wann? Freitag, 14. und 21. August 10:30 bis 13:15 Uhr
Etwa fünf Kilometer

Für die Führungen ist bis 1 Tag vorher eine Anmeldung unter 039824 252 80 erforderlich.

Unterwegs mit dem Ranger

Der Müritz-Nationalpark bietet unzählige Möglichkeiten den Urlaub oder die Freizeit in der Natur zu verbringen. Dazu gehören auch Führungen zu unterschiedlichen Themen.

Rund um die Wienpietschseen geht eine Wanderung, die sich mit der Entstehung von Mooren und ihrer Rolle für das Klima auseinandersetzt.
Wo? Nationalparkeingang Waren, Specker Straße
Wann? Donnerstag, 13. August
11:00 bis 15:00 Uhr
Etwa fünf Kilometer

Für die Führung ist eine Anmeldung unter 039824 252 80 erforderlich.

Amphibienkonzert im Müritz-Nationalpark

Musikfestival im Müritz-Nationalpark – Sehen, Hören, Erleben. Endlich, es ist so weit, das alljährliche Spektakel ist wieder zu hören.

Moorfrösche: Zur Paarungszeit verfärben sich die männlichen Moorfrösche blau. Hier wartet eine ganze Gruppe auf Weibchen.
(Fotos: S. Krage)

Wie jedes Jahr treffen sich an den Kleingewässern mehrere tausend Solisten und Darsteller im zeitigen Frühjahr. In der Paarungszeit der Lurche finden mehrere Events statt, die sehr viel Energie und ein starkes Durchhaltevermögen verlangen. Der krönende Abschluss ist die Paarung – und damit die Eiablage.

Das erste große Festival ist gerade am Ausklingen: Zum Ende des Winters, wenn es am Tag ausreichend warm wird, kommen Grasfrosch und Moorfrosch als erstes in die Gewässer. Im vergangenen Jahr waren die blauen Frösche in der Zeit um Ostern zu hören, die aktuell warmen Temperaturen beschleunigen das Spektakel.

Mit dem Fernglas lassen sich die Amphibien ungestört beobachten

Die Saison ist aber keinesfalls vorbei. Kamm- und Teichmolche in ihrem Prachtkleid, Libellenlarven und andere Insekten sind jetzt zu bestaunen. Und das nächste große Ereignis steht bereits vor der Tür. An jedem warmen Abend beginnt das Konzert von neuem. Es sind verschiedene Singstimmen zu hören. Angefangen mit dem Bass und dem Bariton – die unvergesslichen Rotbauchunken und Wasserfrösche. Ein wenig später am Abend kommen die Tenöre noch mit dazu – die Laubfrösche. Dann blähen die Pavarottis der Kleingewässer ihre Schallblasen stolz auf, wie Kinder ihre Kaugummis.

Im Müritz-Nationalpark gibt es unzählige Kleingewässer, Sümpfe und Konzertbühnen der Amphibien. Bei einem Spaziergang in der Abenddämmerung können Sie das Spektakel genießen. Doch eine Bitte: Bleiben Sie auf den Wegen und stören Sie die Tiere nicht.