Führungen im Nationalpark

Start in die Führungssaison_Karoline Pöggel
Die Familienführungen der Nationalpark-Ranger bieten ein abwechslungsreiches Angebot für kleine und große Naturfreunde auf Entdeckertour. (Foto: K. Pöggel)

Endlich geht es wieder los. Mit kleinen Einschränkungen laden die Nationalpark-Ranger nach Pfingsten wieder Besucher zu ihren Führungen ein. Lauschen Sie beim abendlichen Froschkonzert Wasserfrosch, Rotbauchunke oder Laubfrosch. Oder nutzen Sie das abwechslungsreiche Angebot unserer Familienführungen.

Um die Hygienemaßnahmen einhalten zu können, wird die Teilnehmerzahl pro Führung auf zehn Personen begrenzt. Deshalb ist es erforderlich, dass sich Besucher spätestens einen Tag vorher unter der Telefonnummer 039824 25280 anmelden. Interessierte können sich montags bis donnerstags von 8:00 bis 15:00 Uhr und freitags von 8:00 bis 13:30 Uhr persönlich melden. Ansagen auf dem Anrufbeantworter können nicht berücksichtigt werden.

Sollte eine Führung einmal ausgebucht sein, geben die Kollegen gern Tipps für Alternativangebote.

Ungeachtet der geführten Wanderungen kann der Nationalpark selbstverständlich erkundet und genossen werden.

Das Warten endlich beendet: Öffnung des Specker-Horst-Radweges

Nach rund drei Monaten Bau- und Wartezeit endlich offen. Distriktleiterin Johanna Pump zerschneidet symbolisch das Absperrband. (Foto: Armin Liese)

Ab sofort ist der Specker-Horst-Weg zwischen Schwarzenhof und Boek für Radfahrer wieder frei. Nach einer grundlegenden Sanierung wurde heute die Sperrung des wichtigsten Radweges im Müritz-Nationalpark beendet.

Es gibt keinen Tag im Jahr, an dem nicht mindestens ein Radfahrer den Weg nutzt – sogar an Weihnachten und Silvester. Jährlich kommen die Zählanlagen auf rund 60.000 Radfahrer. Der Specker-Horst-Radweg ist mit Abstand der am meisten befahrene Radweg im Müritz-Nationalpark. Doch für die notwendige Sanierung musste er gesperrt werden.

Die Arbeiten starteten im Februar und wurden durch Corona ausgebremst. Trotzdem gelang es bis Anfang April den Unterbau und auch die Deckschicht aufzutragen. Diese mussten sich aber vor der Nutzung mit Niederschlagswasser setzen und verdichten, sonst zerstören die Fahrradreifen die lockere Oberfläche. Daher hofften alle Beteiligten auf Regen, der nach langem Warten endlich kam.

Eine Delegation von Mitarbeitern, coronabedingt ohne Prominenz, nahm den Weg unter die Räder und befand ihn für gut. (Foto: Ulrich Meßner)

Im Müritz-Nationalpark wird für den Radwegebau Brechsand benutzt. Dieser hat etliche Vorteile: Im Gegensatz zu Asphalt ist dieses Material flexibel, passt sich ins Landschaftsbild wesentlich besser ein und hält deutlich länger als der konventionelle Bau mit einer Teerdecke. Das liegt vor allem an der Dynamik des Untergrundes und der Wurzelaktivität im Wald.

„Die einstige Skepsis gegenüber ‚Sandwegen‘ hat sich mittlerweile zu einer starken Überzeugung gewandelt. Brechsand ist für unsere Radwege im Schutzgebiet perfekt geeignet, kostengünstig und viel länger haltbar als Teerdecken. Davon kann sich jeder Besucher überzeugen“, so der Leiter des Nationalparks.

„Ganz besonders möchte ich allen Kollegen danken, die hier mit Hand, Herz, Schaufel und Maschine zu diesem perfekten Ergebnis beigetragen haben, denn erstmalig wurde durch unsere eigenen Mitarbeiter ein Weg in diesem Umfang gebaut. Wir haben mit diesem Großprojekt bewiesen, dass wir nicht nur reparieren, sondern auch neu bauen können. Darauf können wir zu Recht stolz sein“, so der Amtsleiter Ulrich Meßner.

Öffnung der Nationalpark-Infos ab sofort

Endlich wieder offen. Die Nationalparkinformationen, wie diese in Serrahn, sind ab sofort für Besucher wieder geöffnet (Foto: B. Lüthi Herrmann)

Nach rund zwei Monaten Zwangspause durch die Corona-Krise sind die Infostellen des Müritz-Nationalparks wieder geöffnet. Rechtzeitig zum Aufschwung des Tourismus sind somit alle Vorbereitungen getroffen.

Es so weit: Die Nationalpark-Informationen öffnen wieder täglich von 10 bis 17 Uhr ihre Tore. Serrahn, Blankenförde, Schwarzenhof und Kratzeburg werden ab sofort für Besucher zugänglich sein. In Boek wird der Wohnwagen zeitnah aufgestellt, dann öffnet auch dort die Infostelle. Sie ist bis zur fertigen Sanierung des Gutshauses in einem Wohnwagen auf dem neu gestalteten Vorplatz zu finden.

Die Nationalparkinformation in Federow wird voraussichtlich zu Christi Himmelfahrt am 21. Mai öffnen. Ab Ende Mai dürfen dann wieder Touristen aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. Somit ist für den ersten großen Besucheransturm zu Pfingsten die Informationsversorgung gut vorbereitet.

Ungeachtet der Informationsöffnungen kann selbstverständlich der Nationalpark erkundet und genossen werden. Auch wenn es gerade kalt und nass ist, der Frühling kommt nach den Eisheiligen bestimmt bald zurück. Und der Regen ist für unsere Natur und gegen die Waldbrandgefahr dringend nötig.

Waldbrandgefahrenstufe 5 – höchste Warnstufe im Nationalpark

Obwohl wir erst April haben und die Temperaturen nachts noch tief sinken, ist der Wald extrem trocken. Das Leitforstamt Mirow hat daher die höchste Warnstufe ab sofort ausgerufen.

Hier löschte die Feuerwehr die berühmte Luiseneiche bei Carpin im vergangenen Jahr. Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten alle Besucher dringend die Verhaltensregeln beachten. (Foto: A. Liese)

Eigentlich verbindet man Waldbrandgefahr mit dem Hochsommer. Doch seit heute haben wir die höchste Warnstufe – auch im Müritz-Nationalpark. Lange ausbleibender Regen und trockener Wind haben die aktuelle Situation schon so früh im Jahr geschaffen.

Dies bedeutet, dass alle Besucher besonders vorsichtig sein müssen. Unachtsamkeit kann jetzt dramatische Folgen haben. Daher haben wir für alle Nationalparkbesucher die Verhaltensregeln zusammengestellt:

  • Wald außerhalb der Wege nicht betreten!
  • Rauchen im Wald unterlassen!
  • Keine Zigarettenreste aus dem Autofenster werfen!
  • Kein Feuer, auch kein Grillfeuer im und am Wald (50 m Mindestabstand) machen!
  • Zufahrtswege im Wald und an Waldrändern freihalten!
  • Das Befahren von nichtöffentlichen Waldwegen mit Kfz ist verboten!
  • Das Abstellen von Kfz auf trockenen Wiesen- und Waldflächen ist zu unterlassen!
  • Jeden Brand unverzüglich der Feuerwehr (Notruf 112), Forstdienststelle oder Polizei melden!

Um mögliche Feuer und Gefahren frühzeitig zu entdecken, wird das Nationalparkamt besonders viele Ranger zu Gebietskontrollen in die Fläche schicken. „Außerdem appellieren wir an Ihre Vernunft: Bitte halten Sie sich an die Sicherheitsvorschriften und tun Sie nichts Unüberlegtes im Wald. Momentan ist es wirklich brandgefährlich!“, so Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes.

 

Amphibienkonzert im Müritz-Nationalpark

Musikfestival im Müritz-Nationalpark – Sehen, Hören, Erleben. Endlich, es ist so weit, das alljährliche Spektakel ist wieder zu hören.

Moorfrösche: Zur Paarungszeit verfärben sich die männlichen Moorfrösche blau. Hier wartet eine ganze Gruppe auf Weibchen.
(Fotos: S. Krage)

Wie jedes Jahr treffen sich an den Kleingewässern mehrere tausend Solisten und Darsteller im zeitigen Frühjahr. In der Paarungszeit der Lurche finden mehrere Events statt, die sehr viel Energie und ein starkes Durchhaltevermögen verlangen. Der krönende Abschluss ist die Paarung – und damit die Eiablage.

Das erste große Festival ist gerade am Ausklingen: Zum Ende des Winters, wenn es am Tag ausreichend warm wird, kommen Grasfrosch und Moorfrosch als erstes in die Gewässer. Im vergangenen Jahr waren die blauen Frösche in der Zeit um Ostern zu hören, die aktuell warmen Temperaturen beschleunigen das Spektakel.

Mit dem Fernglas lassen sich die Amphibien ungestört beobachten

Die Saison ist aber keinesfalls vorbei. Kamm- und Teichmolche in ihrem Prachtkleid, Libellenlarven und andere Insekten sind jetzt zu bestaunen. Und das nächste große Ereignis steht bereits vor der Tür. An jedem warmen Abend beginnt das Konzert von neuem. Es sind verschiedene Singstimmen zu hören. Angefangen mit dem Bass und dem Bariton – die unvergesslichen Rotbauchunken und Wasserfrösche. Ein wenig später am Abend kommen die Tenöre noch mit dazu – die Laubfrösche. Dann blähen die Pavarottis der Kleingewässer ihre Schallblasen stolz auf, wie Kinder ihre Kaugummis.

Im Müritz-Nationalpark gibt es unzählige Kleingewässer, Sümpfe und Konzertbühnen der Amphibien. Bei einem Spaziergang in der Abenddämmerung können Sie das Spektakel genießen. Doch eine Bitte: Bleiben Sie auf den Wegen und stören Sie die Tiere nicht.

Raus in die Natur – es gibt viel zu entdecken

Buschwindröschen: Das Buschwindröschen ist recht häufig und bildet oft große Blütenteppiche. Die weißen Blüten öffnen sich besonders bei schönem Wetter.

Naturerwachen im Müritz-Nationalpark

Auch zu Zeiten der Coronakrise sind Spaziergänge erlaubt. Warum nicht in den Müritz-Nationalpark? Denn dort gibt es aktuell viel zu entdecken.

Frische Luft und Sonnenschein sind gut – daran zweifelt kein Mediziner. Und wenn dann noch die ersten Pflanzen voller Kraft in den Frühling starten und die ersten bunten Blüten zu sehen sind, dann ist dies Balsam für unsere Seele.

Mit seiner Größe von rund 32.000 Hektar bietet der Müritz-Nationalpark genug Platz für Ausflüge – ohne dass sich Menschen begegnen oder in Gruppen bewegen müssten. Viele Wander-, Rad- und Erlebniswege bieten den Gästen tolle Erlebnisse inmitten ungestörter Natur.

Leberblümchen: Sobald die ersten Blüten sich öffnen, wie hier beim Leberblümchen, bietet sich den Insekten ein reich gedeckter Tisch mit Pollen und Nektar.

Geophyten nennt man die Pflanzen, die mit Hilfe von Speicherorganen den Winter im Boden überdauern. Bereits vor dem Laubaustrieb der Bäume nutzen sie Licht und Wärme, um aus dem Erdreich auszutreiben, daher auch der Name Frühlingsgeophyten für unsere bekannten Frühblüher.

Die nötige Energie für das zeitige Austreiben im Frühjahr liefert das Speicherorgan (Zwiebel, Knolle oder Rhizom). Zu den Geophyten gehören beispielsweise das Buschwindröschen, Leberblümchen oder die Schlüsselblume. Für Menschen sind es die lang ersehnten bunten Farben nach dem Winter.

Schlüsselblume: Die Schlüsselblume verdankt ihren Namen der Pflanzenform, die an einen Schlüsselbart erinnert.
(Alle Fotos: B. Lüthi Herrmann)

Aber auch die Tierwelt erwacht: Beobachten Sie doch mal das scheinbar chaotische Gewimmel an einem Waldameisenhaufen – ein faszinierender Anblick der Geschäftigkeit. Also gehen Sie raus in die Natur. Es gibt viel zu entdecken.

 

Ausbildung zum PilzCoach

Verein der Natur- und Landschaftsführer bietet Weiterbildung für Erzieher, Lehrer, Eltern und Naturinteressierte an.

Pilze locken jedes Jahr viele Menschen in die Wälder. Nur wer sich gut auskennt, ist beim Sammeln auf der sicheren Seite. Foto: N. Künkler

Während eines insgesamt sechstägigen Kurses können Sie sich zum „PilzCoach“ weiterbilden. Angeboten wird der Kurs vom Verein der Natur- und Landschaftsführer Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Damit reagieren wir auf die große Nachfrage nach fachkundigen Naturführern während der Pilzsaison. Hotels, Vermieter und Veranstalter im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern haben den Bedarf der Gäste in den Herbstmonaten signalisiert“, so Heike Brechler vom zuständigen Verein. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, lediglich Interesse an der Natur und Begeisterung für Pilze.

Die Pilzcoach-Ausbildung unterliegt den Richtlinien der DGfM und kann mit einer Prüfung und Zertifikat nach 6 Unterrichtstagen zu je 8 Stunden abgeschlossen werden. Zu den Grundlagen im Umgang mit Pilzen lernen Sie ca. 30 Arten kennen und diese kreativ zu verwenden, z.B. bei der Papierherstellung oder als Farbstofflieferanten. Neben spielerischer Wissensvermittlung üben wir Exkursionsplanung sowie Gruppenleitung und tauschen unser Wissen und unsere Erfahrungen aus.

Der Kurs findet im April (13. – 15.4.) und Ende Oktober (30.10. – 1.11.) statt und kostet 399 €. Übernachtung und Verpflegung müssen die Teilnehmer selbst organisieren und die Kosten dafür tragen. Eine Anmeldung ist bei Heike Brechler unter heike.brechler@naturfuehrer-mv.de und 0151 17423838 möglich. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 14 Personen.