Neustrelitzer Beamte stellen zahlreiche Verstöße während einer Verkehrskontrolle fest

Am 23.11.2020 gegen 22:00 Uhr beabsichtigten Beamte des Polizeihauptreviers Neustrelitz im Rahmen ihrer Streifentätigkeit ein Fahrzeug zu kontrollieren. Mit Einschalten des Anhaltesignals versuchte der Fahrzeugführer des zu kontrollierenden Pkw sich zunächst der Kontrolle zu entziehen, konnte jedoch in der Hohenzieritzer Straße weniger Meter vor dem Auffahren auf die B 96 gestoppt und einer Verkehrskontrolle unterzogen werden.

Während sich die Beamten dem Fahrzeug näherten, sahen sie, wie der Fahrzeugführer unmittelbar nach Stoppen des Fahrzeuges auf die Rücksitzbank kletterte, wo bereits zwei weitere Mitfahrer saßen. So fanden die kontrollierenden Beamten einen 24-jährigen, deutschen Beifahrer ohne besetzten Fahrersitz im Frontbereich vor. Auf der Rücksitzbank des Fahrzeugs stellten sie den 19-jährigen, deutschen Fahrzeugführer in der Mitte sowie eine 24-jährige Deutsche und einen 25-jährigen Polen neben ihm sitzend fest. Der vermeintliche Fahrzeugführer gab sich jedoch unverzüglich zu erkennen, sodass dieser bezüglich seiner Fahrtauglichkeit überprüft werden konnte. Im Ergebnis dessen stellten die kontrollierenden Beamten fest, dass der Fahrzeugführer nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Zudem ergaben sich körperliche Anzeichen, die auf den Konsum von Betäubungsmitteln hindeuteten. Nach erfolgter Belehrung räumte der Fahrer den Konsum ein und stimmte außerdem einem Urintest zu, der ebenfalls positiv auf Betäubungsmittel reagierte. Somit schloss sich für den Fahrzeugführer eine Blutprobenentnahme im Klinikum Neustrelitz an.

Während der weiteren Kontrolle des Fahrzeugs stellten die Beamten fest, dass das am Fahrzeug geführte Kennzeichen zu einem anderen Fahrzeug gehörte. Außerdem fanden die Beamten vier weitere amtliche Kennzeichen, wovon eines zur Fahndung ausgeschrieben war. Die aufgefundenen Kennzeichen wurden sichergestellt.

Bei dem 25-jährigen, polnischen Mitfahrer fanden die kontrollierenden Beamten ein Utensil zum Konsum von Betäubungsmitteln, an dem Rückstände von Betäubungsmitteln zu verzeichnen waren. Gegen den Mitfahrer wurde gesondert Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gefertigt.

Die Tatsache, dass die vier Personen gemeinsam in einem Fahrzeug unterwegs waren, stellt einen Verstoß gegen das Kontaktverbot der Corona-Landesverordnung M-V dar. Die Beamten fertigten in diesem Fall Ordnungswidrigkeitenanzeigen, die zur weiteren Bearbeitung an das zuständige Ordnungsamt weitergeleitet wurden.

Die Kriminalkommissariatsaußenstelle Neustrelitz ermittelt nun gegen den 19-jährigen Fahrzeugführer wegen des Fahren ohne Führerscheins, des Kennzeichenmissbrauchs, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, Verdacht des Führens eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln sowie wegen des Verdachts des Besitzes von Betäubungsmitteln. Außerdem wird die zuständige Führerscheinstelle verständigt.

Tatmittel Smartphone – Wenn Kinder Nacktbilder verschicken

Es kann der Chat in einer WhatsApp- oder Facebook-Gruppe sein oder der virtuelle Mitspieler bei Online-Spielen. Und es kann jedes Kind treffen. Auch Ihr Kind. Plötzlich verlangt jemand Nacktbilder, teils sogar Nahaufnahmen des Intimbereichs von dem Mädchen oder Jungen.

In einem aktuellen Fall wurde eine erst Neunjährige zum Opfer. Die Kinder machen oft die geforderten Aufnahmen, verschicken sie an einzelne Personen oder stellen sie in Gruppen ein. Manchmal, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlen, manchmal aber auch aus Unwissenheit darüber, dass das eben nicht okay ist.

Etwa 35 solcher Fälle hat es im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg (Landkreise MSE, VR und VG) in diesem Jahr bereits gegeben. Das ist nur das Hellfeld. Die Dunkelziffer wird viel höher geschätzt.

Da es in unserem Bereich jüngst wieder zu dieser Form des sexuellen Missbrauchs eines Kindes per Chat gekommen ist, möchte die Polizei für dieses Thema sensibilisieren und insbesondere an Eltern appellieren: Sprechen Sie mit Ihrem Nachwuchs über diese Form des Missbrauchs. Auch Kinder im Grundschulalter sollten offen darüber aufgeklärt werden, dass es Menschen gibt, die Aufnahmen fordern und diese womöglich kinderpornografisch nutzen. In Familien aber auch in Schulen sollte diese Form des Missbrauchs kein Tabuthema sein. Nacktfotos von Kindern und Jugendlichen zu fordern, ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.

In der Regel stoßen Eltern auf solche Aufnahmen oder Videos, weil sie diese zufällig auf den Handys der Kinder entdecken oder auch, weil sie bewusst die Handys kontrollieren. Zu genau dieser Kontrolle rät die Polizei Eltern – gerade bei noch jungen Kindern. Und Eltern sollten ihre Kinder nicht nur aufklären und die Handys regelmäßig kontrollieren, sondern auch bestimmte Apps oder Zugänge von vornherein sperren.

Und: Damit das Kind in den ersten Schuljahren jederzeit für die Eltern von unterwegs erreichbar ist, reicht auch ein ganz simples Handy aus.

Auf www.polizei-beratung.de finden sich unter dem Stichwort „Gefahren im Internet“ viele Tipps für Eltern und Kinder.

Wer Bilder oder Videos auf den Handys seiner Kinder entdeckt oder es „gebeichtet“ bekommt, wendet sich bitte an die Polizei unter 0395 5582 2224, die Internetwache der Landespolizei MV unter www.polizei.mvnet.de oder an jede andere Polizeidienststelle.

Mehrfacher Notrufmissbrauch in Neubrandenburg – drei Jugendliche ermittelt

In der Zeit vom 30.06.2020 23:25 Uhr bis 01.07.2020 ca. 01:55 Uhr haben nach jetzigem Ermittlungsstand drei tatverdächtige Jugendliche mehrfach missbräuchlich den Notruf gewählt und damit vier Einsätze der Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg und in einem Fall auch der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg ausgelöst.

Bei dem ersten Anruf gegen 23:25 Uhr teilte ein Hinweisgeber mit, dass es auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Neubrandenburger Oststadt zu einer körperlichen Auseinandersetzung mehrerer Personen gekommen ist. Die eingesetzten Beamten konnten keine Personen vor Ort feststellen.

Bei einem zweiten Anruf gegen 00:20 Uhr wurde per Notruf mitgeteilt, dass sich angeblich zwei Personen auf dem Parkplatz eines Discounters, ebenfalls in der Neubrandenburger Oststadt, schlagen. Auch dort hatten die Beamten keine Feststellung.

In einem dritten Anruf um 01:20 Uhr meldete ein Hinweisgeber, dass es zu einem Handtaschenraub in der Oststadt gekommen sein soll. Die Täter sollten laut Hinweisgeber in Richtung Klinikum geflüchtet sein. Auch dieser Sachverhalt bestätigte sich nicht.

Ein vierter Sachverhalt wurde gegen 01:55 Uhr der Rettungsleitstelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gemeldet. Ein Hinweisgeber teilte eine Rauchentwicklung auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Oststadt mit. Neben der Feuerwehr, die mit drei Fahrzeugen ausrückte, wurde auch eine Funkstreifenwagenbesatzung zum Einsatz gebracht. Vor Ort konnte keine Rauchentwicklung festgestellt werden.

Im Rahmen der anschließenden Bestreifung des Gebietes konnten durch die Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg wenig später drei tatverdächtige deutsche Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren in der Ziolkowskistraße angetroffen und überprüft werden. Die Mobiltelefone der Tatverdächtigen wurden sichergestellt und überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass mit allen drei Telefonen die Notrufe getätigt wurden. Weitere Notrufe gab es in der Nacht nicht mehr!

Die Ermittlungen gegen die drei Jugendlichen wurden wegen des Verdachts des Notrufmissbrauchs aufgenommen und dauern an.