Annalise-Wagner-Preis 2021

Cover der Publikation „Beständiger Wandel: Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft in Mecklenburg von 1900 bis 2000“ von Prof. Dr. Mario Niemann, © Hinstorff Verlag Rostock

Der 30. Annalise-Wagner-Preis geht an die agrar- und zeitgeschichtliche Studie „Beständiger Wandel: Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft in Mecklenburg von 1900 bis 2000“ von Prof. Dr. Mario Niemann.

Die Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg vergibt zum 30. Mal den „Annalise-Wagner-Preis“ an einen Text mit Bezug zur historischen Region Mecklenburg-Strelitz. Der regionale Literaturpreis ist mit 2500 Euro dotiert und wird in diesem Jahr unterstützt vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie diskutierte die Jury über 76 eingereichte Bewerbungen und Vorschläge.

Der 30. Annalise-Wagner-Preis geht an die agrar- und zeitgeschichtliche Studie „Beständiger Wandel: Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft in Mecklenburg von 1900 bis 2000“ von Prof. Dr. Mario Niemann. Die – im doppelten Sinne gewichtige – Publikation erschien 2020 im Rostocker Hinstorff Verlag.

In der Begründung zur Vergabe des Preises heißt es unter anderem: „Als erste Gesamtdarstellung des ländlichen Lebens in Mecklenburg im 20. Jahrhundert ist dieses agrarhistorische Sachbuch ein Meilenstein in der Erforschung der Wirtschafts- und Sozialgeschichte des mecklenburgischen Landesteils des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern – und zugleich verspricht die erzählerische Textqualität jedem Interessierten einen „fesselnden Lesegenuss. Erstmals stehen die Territorien des historischen Mecklenburg-Schwerin und des historischen Mecklenburg-Strelitz gemeinsam im Fokus.

Dieses agrarhistorische Sachbuch ist ein „beeindruckender Beitrag zum kollektiven Gedächtnis der Region“ und gibt nachhaltig „Impulse für demokratische Erinnerungskultur und gesellschaftliche Kommunikation“, heißt es weiter in der Begründung.

Prof. Dr. Mario Niemann, © IT- und Medienzentrum der Universität Rostock

Der renommierte Zeit- und Agrarhistoriker Prof. Dr. Mario Niemann engagierte sich für dieses publizistische „Herzens-Projekt“ mit einer Leidenschaft, die auf wissenschaftlicher Berufung fußt, weit darüber hinausgeht – und auch ganz persönliche Hintergründe hat. „Ich bin Mecklenburger und fühle mich dem ländlichen Mecklenburg sehr verbunden“, schreibt er im Vorwort der Publikation. Zu seinen Vorfahren gehören alteingesessene mecklenburgische Bauernfamilien, er absolvierte eine landwirtschaftliche Berufsausbildung, studierte an der Rostocker Universität Geschichte und leitet heute den Arbeitsbereich Moderne deutsche Agrargeschichte am Historischen Institut der Universität Rostock.

Der 30. Annalise-Wagner-Preis wird anlässlich des europaweiten „Tages der Stiftungen“ im Herbst an Prof. Dr. Mario Niemann verliehen. Die öffentliche Preisverleihung wird in der Neubrandenburger Hochschule stattfinden.

Sagenerzählen in MV auf der deutschen Liste des Immateriellen Kulturerbes

Holzbildhauer Harald Wroost beim Erklären der Sage über Dietrich von der Lünenburg auf dem Skulpturenpfad des Forst- und Köhlerhofes Wiethagen; Foto: Hartmut Schmied

Eine Bewerbergruppe von 75 Sagenerzählenden aus Mecklenburg-Vorpommern konnte sich deutschlandweit durchsetzen: Am 19. März 2021 wurde durch die Kultusministerkonferenz entschieden und über die Deutsche UNESCO-Kommission mitgeteilt, dass das Sagenerzählen in MV ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes (IKE) aufgenommen wird. Der Antrag wurde vom Legenden-Forscher Dr. Hartmut Schmied und dem Vorsitzenden des Vereins Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommern Wolfgang Woitag stellvertretend für die Gruppe eingereicht.

Es ist der einzige erfolgreiche Antrag aus MV von insgesamt 20 Einreichungen aus den Bundesländern in diesem Jahr. Dabei wird der Antrag vom nationalen IKE-Expertenkomitee insbesondere als vorbildliches „Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ gewürdigt. Woitag bringt Details: „Die Sagen werden mündlich oder in Büchern schriftlich erzählt. Sie kommen als Theaterstücke und bei Volksfesten als Petermännchen, Burgfrau, Kräuterhexe oder Schildbürger zur Aufführung. Holzbildhauer oder Grafiker unterstützen Sagenpfad- oder Buchprojekte.“ Auch zehn Museen des Museumsverbandes in MV sind mit ihren Sagen-Ausstellungen und museumspädagogischen Angeboten dabei.

„Seit etwa 200 Jahren werden auf dem Gebiet unseres heutigen Bundeslandes die mittlerweile rund 50.000 Sagen gesammelt und aufgeschrieben. Die Weiterentwicklung und kreative Neuentstehung von Sagen ist ausdrücklich erwünscht“, erklärt Schmied. So fiel bei der Bewertung des 2019 gestellten Antrages das Sagenerzählen über die elektronischen Medien wie Internet, Geocaching, CDs oder Podcasts besonders ins Gewicht. Auch das virtuelle CRYPTONEUM Legenden-Museum aus dem Gründungsjahr 1999 gehört in diese moderne Erzählgruppe.

Neben den vielen Einzelaktiven haben sich auch sechs Vereine mitbeworben. Darunter der Kulturverein Sagenland MV, der Landesverband Freier Theater MV und die Gesellschaft zur Förderung des Wossidlo-Archivs. Der Arbeitskreis Immaterielles Kulturerbe beim Museumsverband sowie der Heimatverband MV begleiteten das Projekt. Sie sind auch Ansprechpartner für Interessenten, wenn ab 1. April 2021 der neue Bewerbungszyklus beginnt.

Deutschland ist 2013 dem internationalen Übereinkommen zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Seitdem bewerben sich im Zweijahresrhythmus Akteure aus ganz Deutschland mit Aktivitäten der Bereiche Sprachüberlieferung, darstellende Künste, Bräuche und Feste, Naturwissen und zu traditionellen Handwerkstechniken. Die Sagen berühren dabei all diese Bereiche mit ihren geheimnisvollen Erklärungen.

Hein Hannemann up Platt

Mit Unterstützung des Heimatverbandes M-V hat der Lexikus-Verlag aus Rostock ein neues Buch herausgebracht: „Hein Hannemann. Läuschen von de Wåterkant“ von Sophie Kloerss. Wie der Titel es schon verrät, handelt es sich bei dieser Neuerscheinung der Abenteuer des Rostocker Jungen um eine Übertragung ins Niederdeutsche.

Vorlage ist das Kinder- und Jugendbuch „Hein Hannemann. Eine Geschichte von der Waterkant“, das erstmals 1923 erschien. Die Neuauflage 2009 (Edition Godewind – ein Imprint des Lexikus Verlages) wurde möglich dank einer Initiative der Mitglieder des Fördervereins der Stadtbibliothek Wismar. Und auch das vorliegende Buch ist ein Gemeinschaftswerk, diesmal vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., dem Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald und dem Lexikus Verlag.

Die Arbeit der 22 ehrenamtlichen Übersetzer ist besonders zu würdigen, sie sind alle namentlich auf dem Titelblatt aufgeführt. Und weil bei so vielen Akteuren nicht alles aus einem Guss sein kann, hat Frau Ulrike Stern, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald, Redaktion, Lektorat und Korrektorat sowie die Vereinheitlichung für den mecklenburgisch-vorpommerschen Sprachraum übernommen. Damit die Abenteuer Hein Hannemanns und seiner Freunde auch für den schulischen Plattdeutschunterricht genutzt werden können, hat Frau Stern didaktische Hilfen erarbeitet, die mittels eines QR-Codes aufgerufen werden können.

„Hein Hannemann up Platt“ weiterlesen

Ausschreibung für den Uwe-Johnson-Förderpreis 2021 startet

Für den mit 5.000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Förderpreis können Autorinnen und Autoren oder deren Verlage noch unveröffentlichte oder seit April 2019 veröffentlichte Debüts aus dem Bereich Prosa und Essayistik einreichen. Einsendeschluss ist der 1. März 2021.

Der Förderpreis würdigt herausragende literarische Erstlingswerke, in denen sich Anknüpfungs­punkte zur Poetik Johnsons finden und deren Blickwinkel unbestechlich und jenseits „einfacher Wahrheiten“ auf die deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft gerichtet ist. Nach Sichtung aller eingegangenen Texte gibt die Jury am 20. Juli 2021 die Preisträgerin oder den Preisträger bekannt.

Der Uwe-Johnson-Förderpreis würdigt herausragende Debüts und wird von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V. in Neubrandenburg gemeinsam mit dem Humanistischen Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg, und der Berliner Kanzlei Gentz und Partner im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Literaturpreis vergeben.

Erstmals wurde der Uwe-Johnson-Förderpreis 2005 an den Schriftsteller Arno Orzessek verliehen. Weitere Preisträgerinnen und Preisträger sind: Emma Braslavsky (2007), Thomas Pletzinger (2009), Judith Zander (2011), Matthias Senkel (2013), Mirna Funk (2015), Shida Bazyar (2017) und Kenah Cusanit (2019). Vorschläge können bis zum 1. März 2021 bei der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V., 2. Ringstraße 21, 17033 Neubrandenburg eingereicht werden.

Weitere Informationen zum Preis und zu den Teilnahmebedingungen finden Sie unter: www.uwejohnsonpreis.de/2020/01/19/teilnahmebedingungen-uwe-johnson-foerderpreis/

Lesekreis in der Bibliothek

Regionalbibliothek und Förderverein laden am 22. September 2020 um 17 Uhr wieder zum Lesekreis ein.

In dieser Runde plaudern die Protagonisten über Neuerscheinungen aus Belletristik und Sachliteratur, geben Anregungen zu Bestsellern und Zeitschriften oder greifen saisonale bzw. fachspezifische Wunschthemen auf.

Interessierte sind bei freiem Eintritt willkommen.

Premiere DIE VERWANDLUNG im Schauspielhaus Neubrandenburg

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf und sind ein ungeheures Ungeziefer! Ein Insekt! Ein riesiger Käfer!

„Moment mal!“, denken Sie – aber Sie irren sich – das hier ist kein Traum!
Zur Arbeit können Sie so jedenfalls nicht. Und wenn Sie glauben, dass Ihre Familie Ihnen beistehen wird – Fehlanzeige! Stattdessen finden Sie sich von nun an in Ihr Zimmer verbannt. Am besten, Sie nutzen die neu gewonnene Zeit, um über Ihre monströse Nutzlosigkeit nachzudenken!

Am Freitag, 18.September feiert DIE VERWANDLUNG Premiere. Als Bühnenadaption nach eine Erzählung von Franz Kafka. Für die Premiere gibt es nur noch Restkarten. Aber das Schauspielhaus lädt Sie herzlich zu einer der weiteren Vorstellungstermine ein!

Wünsche nimmt der Theaterservice gern unter 0395 569 98 32 entgegen oder buchen Sie Ihr Ticket einfach online unter tog.de

Die Verwandlung
PREMIERE, Fr., 18.09.2020, 19:30 Uhr – nur noch Restkarten!
Schauspielhaus Neubrandenburg
Weitere Vorstellungen:
So., 20.09., 16:00 Uhr
So., 27.09., 16:00 Uhr
Sa., 10.10., 19:30 Uhr
So., 25.10., 16:00 Uhr
Inszenierung: Swentja Krumscheidt
Ausstattung: Kathlina Anna Reinhardt
Es spielen: Momo Böhnke, Michael Goralczyk, Angelika Hofstetter, Judith Mahler

Jugendkunstschule „Junge Künste“: Jetzt für die Kurse anmelden

Mit dem neuen Schuljahr beginnen auch in der Jugendkunstschule „Junge Künste“ wieder die regelmäßigen Kurse und offenen Angebote in den sieben Fachbereichen.

Der Fachbereich Literatur lädt jeden Mittwoch Kinder und Jugendliche in das Wiekhaus 21 ein. Das Lesen und der Austausch über aktuelle Jugendbuchliteratur steht neben dem Verfassen von eigenen kreativen Texten im Mittelpunkt des wöchentlichen Treffs.

Der Theaterclub bietet schauspielbegeisterten Kindern und Jugendlichen eine Bühne, um sich im darstellenden Spiel auszuprobieren.

In der Oststadt gelegenen Keramikwerkstatt steht jeden Dienstag und Donnerstag das Formen und Bemalen von Ton im Mittelpunkt. Wer seine Fähigkeiten unter regelmäßiger Anleitung verfeinern möchte, kann sich zum Aufbaukeramikkurs und zum Töpfern an der Drehscheibe anmelden.

Im Haus der Jungen Künste, An der Hochstraße 13 in Neubrandenburg, warten Angebote in den Fachbereichen Bildende Kunst, Textil, Musik und Medien auf kreative Kinder und Jugendliche.

Bei den Kursangeboten im Bereich Bildende Kunst ist für Kitakinder bis hin zu Jugendlichen, die sich auf ein künstlerisches Studium oder eine Ausbildung vorbereiten möchten, für jeden was dabei.

Wer sich eher musikalisch betätigen will, ist herzlich zu den offenen Bandproben am Donnerstag eingeladen, bei welchen man sich an verschiedenen Musikinstrumenten ausprobieren kann.

Im offenen Medienatelier besteht die Möglichkeit, sich unter anderem in Grafikdesign, Animationsfilmen oder Fotografie zu versuchen. In der offenen Nähwerkstatt kann gehäkelt, gestrickt, genäht oder gestickt werden.

Im Kunstklub, der in der Kunstsammlung Neubrandenburg stattfindet, können gemeinsam mit der Kunstpädagogin die aktuellen Ausstellungen angesehen werden. Anschließend können die jungen Besucherinnen und Besucher in der Museumspädagogik selbst kreativ werden.

Weitere Informationen gibt es auf der Webseite: www.junge-kuenste.de. Da aufgrund der Hygienebestimmungen die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um vorherige Anmeldung in den Fachbereichen oder unter 0395 77824822/ info@junge-kuenste.de gebeten.