Weihnachtsmänner und Co. im Labortest

Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock hat in den vergangenen Wochen unter anderem Produkte untersucht, die in der Weihnachtszeit bei Verbrauchern sehr beliebt sind. Ergebnis: Es darf genascht werden – in Maßen versteht sich.

Alle 15 Proben Vollmilchschokolade mit weihnachtlichem Bezug gaben in der Amtsuntersuchung eine „gute Figur“ ab. Verschiedene Hohlkörper und Formen, wie Weihnachtsmänner und Zapfen, wurden in den letzten Wochen in den Fachlaboren des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock analysiert. Sie alle stammten aus Supermärkten des Lebensmitteleinzelhandels in M-V.

„Im Ergebnis haben unsere Stichproben ergeben, dass alle schokoladigen Naschereien beanstandungsfrei waren“, sagt Cornelia Trapp, Abteilungsleiterin der Lebens- und Futtermitteluntersuchung im LALLF. Kakao-, Milch- und Milchfettgehalt entsprachen den Anforderungen der Kakaoverordnung. „Auch wenn die Nährwertkennzahlen Fett und Zucker so manchen Verbraucher zusammenzucken lassen, sie stimmten bei unseren Proben. Es war das eingewickelt, was auf der Verpackung stand“.

Die Expertin rät: „Sollten die schokoladigen Verführungen etwas länger auf ihren Verzehr warten und gelagert werden, dann am besten gleichmäßig kühl. So erhält man die Qualität“.

Pilzgifte in Nüssen und Trockenfrüchten?

Ob in der Weihnachtsbäckerei oder zum solo genießen – Nüsse und Trockenfrüchte sind eine Quelle für gesunde Energie und ernährungsphysiologisch wertvoll. Nüsse beinhalten gesunde Fette und Trockenfrüchte unter anderem Ballaststoffe. Getrübt wäre diese Qualität, wenn ein Schimmelpilzbefall mit krebserregenden Aflatoxin­bildnern vorliegen würde. Aber: „Weder in den 33 in diesem Jahr untersuchten Proben Nüsse, noch in den 39 Proben Trockenfrüchten sind Aflatoxine nachgewiesen worden“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock. „Und auch sensorisch gab es keine Auffälligkeiten“, untermauert Feldhusen.

Das heißt: Aussehen, Geruch und Geschmack der Nuss- und Fruchtvielfalt – alles lag im Normbereich. Die Proben sind in üblichen Einkaufseinrichtungen des Landes entnommen worden und stammten ursprünglich aus verschiedenen Ländern. In der Analyse auf vier verschiedene Aflatoxine waren Proben von Erdnüssen (10), Haselnüssen (9), Walnüssen (9) und Paranüssen (5) sowie Backpflaumen (10), Aprikosen (10), Feigen (9), Datteln (8) und Cranberries (2).

Nüsse können bereits am Baum, aber auch beim Transport oder bei der Lagerung durch hohe Luftfeuchte und Wärme von Pilzen befallen werden. Diese können Gifte, die Mykotoxine entwickeln. Die Pilzgifte sind nicht mit bloßem Auge sichtbar und in der Regel auch nicht am Geruch oder Geschmack erkennbar. Ähnliches gilt für Trockenfrüchte. Hier bietet der Fruchtzucker Schimmelpilzen eine gute Wachstumsbasis.

Feldhusen rät: „Nüsse und Trockenfrüchte, die sichtbare Schimmelspuren aufweisen, müssen entsorgt werden. Sollten Sie einen atypischen Geschmack bemerken, z.B. muffig, ist das kein Genuss und kann gesundheitliche Nebenwirkungen provozieren.“ Ein atypischer Geschmack muss aber nicht zwangsläufig auf einen Schimmelpilzbefall hindeuten, es liegt jedoch ein erhöhtes Risiko dafür vor. Um einen Schimmelpilzbefall im eigenen Haushalt zu vermeiden, sollten Nüsse und Trockenfrüchte kühl und trocken gelagert werden.

Räucherfisch im mikrobiellen Amtscheck

Im Jahr 2020 sind im LALLF Rostock planmäßig 62 heißgeräucherte Fischereierzeugnisse auf ihre mikrobiologische und sensorische Qualität hin überprüft worden. Häufig untersuchte Fischarten waren Makrele, Forelle, Stremellachs, Schwarzer Heilbutt, Buttermakrele, Saibling, aber z. B. auch Zander. Entnommen wurden sie in Form von verpackter Ware aus dem Einzelhandel oder lose aus Fischräuchereien oder Fischtheken.

51 der Fischproben waren in Ordnung (82 %). In neun Fällen ist der Krankheitserreger Listeria monocytogenes nachgewiesen worden, davon in drei Proben in so hoher Konzentration, dass eine Gesundheitsgefahr gegeben war. Die Sensorik – also der Test auf Geruch, Geschmack und Aussehen – war bei allen Proben beanstandungsfrei. Listerien verursachen auch keinerlei Veränderungen dieser Prüfkriterien. Das macht sie dann bei Vorhandensein über 100 Keimen pro Gramm Fisch auch gefährlich. Zwei weitere Proben sind außerdem wegen Kennzeichnungsmängeln beanstandet worden.

Heißgeräucherte Fischwaren sind eine verbreitete Spezialität im Küstenland Mecklenburg-Vorpommern. Sie sind sprichwörtlich an fast jeder Ecke, ob im Lebensmitteleinzelhandel oder am Stand eines Direktvermarkters zu bekommen. Der erzeugnistypisch sensible Produktcharakter, bei kleineren Herstellern oft nicht standardisierte Herstellungstechnologien, z. T. lange Haltbarkeitsfristen sowie nicht immer optimale Vertriebsbedingungen können auch beim durchgegarten Räucherfisch zu hygienischen Problemen führen.

Verbraucher erwarten bei gegarten Erzeugnissen nicht unbedingt ein Vorkommen von Listerien. Sie werden bei ordnungsgemäßer Herstellung durch entsprechend hohe Rauchtemperaturen abgetötet. Listerien kommen aber überall in der Umwelt vor. Sie sind in der Regel für gesunde Menschen von mäßig krankheitsauslösender Wirkung. Allerdings sind immunsuppressive sowie alte Menschen und Schwangere Risikogruppen, bei denen eine Infektion zu schweren Verläufen führen kann. Um im Haushalt eine Vermehrung von Verderb- oder Krankheitserregern in geräucherten Fischerzeugnissen weitgehend zu verhindern, sind eine strikte Kühllagerung und zügiger Verbrauch empfehlenswert.

Sensorisch abweichende Räucherfische sollten unbedingt entsorgt werden! Hersteller mit auffälligen Ergebnissen sind neben entsprechenden Vollzugsmaßnahmen dringend aufgefordert, ihre Produktionstechnologie zu optimieren.

25 Jahre Studiengang Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Neubrandenburg

Seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert werden Ingenieur/inn/e/n der Lebensmitteltechnologie an der Hochschule Neubrandenburg ausgebildet. Das praxisnahe und vielseitige Studium bereitet die Studierenden auf spannende Berufe in den unterschiedlichsten Zweigen der Lebensmittelbranche (und darüber hinaus!) vor. Die Absolvent/inn/en produzieren und untersuchen Lebensmittel – von „A“ wie Apfelsaft bis „Z“ wie Zucchinigemüse und sichern so die Versorgung der Bevölkerung.

Lebensmitteltechnolog/inn/en aus der Vier-Tore-Stadt arbeiten aber auch in Untersuchungslaboren, in pharmazeutischen Unternehmen, bei Maschinenherstellern und in der Lebensmittelüberwachung. Die Aufgaben reichen von der Produktentwicklung, über die Produktion, das Qualitätsmanagement bis zum Vertrieb und der Anwendung. Zudem finden sich einige ehemalige Studierende in der Forschung.

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Apfel- und Birnenprodukte weitgehend frei von Patulin

In diesem Jahr sind im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) M-V in Rostock 46 Proben mit oder aus Äpfeln und Birnen bestehende Lebensmittel auf das Schimmelpilzgift Patulin untersucht worden. „Nur in einer Apfelsaftprobe war Patulin, aber unter der Bestimmungsgrenze nachweisbar“ sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF. Die Proben stammten aus dem Einzelhandel, Drogerien und Mostereien des Landes. Konkret handelte es sich um zehn Apfelmuse, neun Apfelsäfte, zehn Birnensäfte oder -nektare, acht Smoothies und neun Proben Beikost auf Apfelbasis.

Patulin kann besonders in angefaultem Kernobst, aber auch anderen faulenden Obstsorten und im Getreide vorkommen. Für den Verbraucher ist der Verzehr eines einzelnen Produktes mit erhöhtem Patulingehalt keine akute Gefahr. In höheren Dosen kann es zu Erbrechen und Verdauungsstörungen führen. Außerdem soll es leber- und nierenschädigend sein.

In Deutschland werden Äpfel und Birnen in vielen Varianten von Jung und Alt gegessen und sehr gern als Säfte getrunken. „Wir raten dazu, angefaultes Obst weder zu essen, noch weiter zu Saft, Kompott, Marmelade oder auch Wein zu verarbeiten“, ergänzt Feldhusen. Wichtig zu wissen ist, dass die Schimmelpilzgifte, oder Mykotoxine, weitgehend hitzestabil sind und daher ihre Wirkung durch Erhitzen nicht verlieren.

Die Menge an Patulin in Obstprodukten kann als Maß für die Qualität der in der Produktion eingesetzten Früchte an-gesehen werden. „Auch wenn die Untersuchungsergebnisse besser als in den Vorjahren sind, appellieren wir an die Verarbeiter, weiterhin nur gesundes Obst zu nutzen“, so der Amtsleiter.

Hintergrund

Patulin ist ein sekundäres Stoffwechselprodukt verschiedener Gattungen niederer Pilze. Es sind Schimmelpilzgifte der Gattung Aspergillus- und Penicillium.
Äpfel oder Birnen können bis zu ein Gramm Patulin pro Kilogramm Faulstelle enthalten. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass Patulin in der Regel nur in den fauligen Stellen verbreitet ist, es kaum im auch noch vorhandenen gesunden Apfelgewebe nachweisbar war. Weitere Analysen belegen, dass bis zu 40 % der braunfaulen Stellen an Äpfeln Patulin enthielten.

Tiefkühlkost in Wert von 800 EUR entwendet

In der Zeit vom 07.12.2020, 11:30 Uhr bis 08.12.2020, 07:30 Uhr wurde in Reinberg eine große Menge Tiefkühlkost gestohlen. Bislang unbekannte Täter drangen gewaltsam in ein Gebäude ein und entwendeten 120 tiefgefrorene Forellen, 2 tiefgefrorene Broiler und 6 kg Wildschweinschinken im Wert von rund 800 EUR. Außerdem wurden Fleischermesser und Taschenlampen entwendet. Der Gesamtschaden wird auf ca. 1000 EUR geschätzt.

Die Kriminalkommissariatsaußenstelle Malchin führt die weiteren Ermittlungen zu dem Diebstahl. Zeugen, die zur angegebenen Tatzeit in Reinberg auffällige Personen- oder Fahrzeugbewegungen wahrgenommen haben, Angaben zum entwendeten Diebesgut machen oder andere sachdienliche Hinweise geben können, melden sich bitte bei der Polizei in Malchin unter 03994 231 224 oder im Internet unter www.polizei.mvnet.de.