Abgetrocknete Äcker lassen Gefahr für Sandstürme und Dürre steigen

In dieser Woche wurden erneut punktuell Sandstürme beobachtet. „Das weist darauf hin, dass die oberen Bodenschichten durch die geringen Niederschläge, die hohe Sonneneinstrahlung und die starken Winde im April teilweise schon wieder deutlich ausgetrocknet sind“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Landwirte berichten von Anzeichen beginnenden Trockenstresses. Punktuell ist die Situation ins­besondere für den Ökolandbau und auf Sandböden besorgniserregend. Insgesamt jedoch schätzen wir die Lage noch nicht so problematisch ein. Ende Mai werden wir die Situation betreffs Wasser in den oberen Boden­schichten neu bewerten um ggf. die 2018 ins Leben gerufene Dürre-AG zu reaktivieren.“

Diese Einschätzung basiert auf einem Bericht der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) zum Stand der Ackerkulturen, die auch eine Analyse der Witterung beinhaltet. Die Winter­niederschläge 2020/21 haben demnach nach den trockenen Sommern der letzten Jahre zwar eine leichte Entspannung gebracht, konnten jedoch die Wasser­speicher im Boden nicht vollständig wiederauffüllen. Das zeigt sich insbesondere an den nach wie vor niedrigen Wasserständen in den Söllen auf den Äckern.

Im kalten April sanken die Temperaturen nachts regelmäßig in den Frostbereich. Frostschäden wurden jedoch nur vereinzelt von früh gesäten Lupinen­beständen berichtet. Die meisten Kulturpflanzen und Obstbäume befanden sich noch nicht in kritischen Entwicklungsstadien. Starke Strahlungsintensität und hohe Windgeschwindigkeiten ließen die Winderosions­gefahr nicht nur auf den abgetrockneten Sandböden steigen.

Ob sich die Situation zuspitzt oder entschärft, hängt maßgeblich vom weiteren Witterungsverlauf bis Mitte Mai ab. Auch wenn die Eisheiligen bereits gewesen sein sollten, wie viele vermuten, raten die Experten, sich in den kommenden Wochen noch auf Nacht- und Morgenfrösten einzustellen. Insgesamt sei es zu früh, auch nur vage Empfehlungen zu kurzfristigen Kompen­sations- und Hilfsmaßnahmen für das Anbaujahr 2021 zu geben.

Appell an Hobbygärtner: Pflanzkartoffeln vor Viren schützen

Einzigartig für Deutschland sind die Standorte für die Erzeugung gesunder Pflanzkartoffeln in Mecklenburg-Vorpommern. Das liegt an den natürlichen Voraussetzungen wie dem Seeklima, der Bodenqualität und den pflanzengesundheitlichen Bedingungen auf über 136.000 ha Ackerfläche in M-V. Sie sind als sogenannte Gesundlagen für die Pflanzkartoffelerzeugung durch die EU anerkannt. Den ersten Impuls für ihre Errichtung gaben die Blattläuse. Sie übertragen zahlreiche Kartoffelviren, haben es an der Küste bei Wind und Wetter jedoch schwerer, sich zu vermehren und auszubreiten. Alle großen Kartoffelzüchter Deutschlands sind deshalb im Land ansässig. M-V gilt als Kinderstube fast aller deutschen Kartoffelsorten, auch in ökologischer Qualität.

Aber natürlich droht dem Kartoffelanbau trotz aller positiven Grundbedingungen Gefahr – unter anderem durch die Viren. „Der Ausschluss des Befalls mit Viruskrankheiten ist eines der wichtigsten Kriterien in der aufwändigen Pflanzgutvermehrung, die durch das LALLF kontrolliert wird“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. „Viren rauben den Pflanzen Vitalität und Kraft und können den Knollenertrag empfindlich schmälern“, ergänzt er.

Erkennbar sind Viruskrankheiten an Veränderungen der Blätter, wie Mosaikverfärbungen und Kräuselungen. Blattläuse nehmen die Viren beim Saugen von Pflanzensaft auf. „Fliegen sie auf die nächste Kartoffelpflanze, zieht auch das Virus mit und die Krankheiten verbreiten sich.“, zeigt Goltermann auf. Sämtliche Kartoffel-Vermehrungsflächen werden daher mehrfach auf Blattlausbefall oder Krankheitssymptome kontrolliert und die geernteten Knollen mittels PCR auf ihren Virusgehalt untersucht. Bei einem erkannten Befall droht den Züchtern die Aberkennung des betreffenden Aufwuches und damit eine Handelssperre. In jedem Fall müssen virusbefallene Feldbestände bereinigt werden.

Um die Virusübertragungsgefahr noch weiter zu reduzieren, wendet man im Land M-V für die Gesundlagen strengere Anforderungen an die Pflanzgutqualität an, als gesetzlich vorgegeben. So soll erreicht werden, dass sich auch in der Nachbarschaft der Züchterbestände keine gravierenden Infektionsquellen befinden, von denen sich Viren durch Blattläuse verbreiten können. Dabei geht es nicht nur um landwirtschaftliche Kartoffelbestände, sondern ebenso um den Kartoffelanbau in Kleingärten. Denn auch diese Kartoffeln sind mögliche Lebensgrundlage von Blattläusen und können bei schlechter Qualität als Infektionsquelle dienen.
„Es ist wichtig, dass nur anerkanntes Pflanzgut, unter anderem durch direkten und meist kostengünstigen Bezug vom Züchter, zum Anbau gelangt“, unterstreicht Goltermann. Gesundes, zertifiziertes Pflanzgut ist an einer blauen Banderole an den im Handel erhältlichen Raschelsäcken zu erkennen.
In den letzten zwei Jahren sind vermehrt virusbefallene Pflanzkartoffelpartien aufgefallen, die wahrscheinlich auf belastete Kartoffelbestände in der Nachbarschaft zurückzuführen sind. Goltermann appelliert an die Kleingärtner: „Bitte legen Sie nicht ein-fach übrig gebliebene oder angekeimte Speisekartoffeln in die Erde. Im Zweifel schaden Sie damit der Kartoffelwirtschaft des Landes“.

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Veröffentlicht: Kompendium des Integrierten Pflanzenschutzes als Basiswissen für Landwirte in M-V

Die neuesten Ergebnisse und Empfehlungen zum Integrierten Pflanzenschutz im Ackerbau 2021 sind erschienen. Landwirte, Händler, Berater und Interessierte können ein neutrales und objektives Basiswissen für die Planung und Umsetzung von Pflanzenschutzmaßnahmen erhalten.

„Wir haben Ergebnisse aus aktuellen Versuchen und Monitorings mit denen zurückliegender Jahre kombiniert. Das ist eine solide Grundlage für die Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes in landwirtschaftlichen Kulturen und auf dem Grünland in M-V“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.

In der Veröffentlichung sind Themen wie die Nutzung von Randdüsen zur Abdriftminderung, Varianten mechanischer Unkrautregulierung, Auffälligkeiten bei einzelnen Pilz- und Blattkrankheiten in Getreide, Kartoffeln und Mais, Bekämpfungsmöglichkeiten von Schadinsekten wie dem Rapserdfloh und nicht zuletzt Auflagen zum Bienenschutz aufgeführt.

„Wann sind Pflanzenschutzmaßnahmen gerechtfertigt? Welche Mittel sollen gewählt und unter Beachtung welcher Auflagen ausgebracht werden? Gibt es nicht-chemische Alternativen?“, definiert Goltermann das Ziel der Texte, Übersichten, Tabellen auf gut 160 Seiten.

In dem Leitfaden sind unter anderem auch Informationen und Vorschriften zu persönlicher Schutzausrüstung und dem Anwenderschutz beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln benannt. Hier gibt es neuerdings strenge Auflagen.

Neue rechtliche Anforderungen sowie Neuerungen bei Zulassungen bzw. Anwendungsbestimmungen der Pflanzenschutzmittel finden in dem Kompendium Berücksichtigung. Goltermann wirbt für dessen Nutzung: „Es ist die umfassendste Unterstützung für die Arbeit im Pflanzenschutz der landwirtschaftlichen Unternehmen, die eine Landeseinrichtung bieten kann.“ Die Kernaussagen werden alljährlich in Winterschulungen präsentiert. 2021 erfolgt dies pandemiebedingt in Onlinevorträgen. „Natürlich stehen die MitarbeiterInnen des Pflanzenschutzdienstes des LALLF auch telefonisch zur Verfügung, wenn spezielle Fragen zu klären sind“, unterstreicht der Direktor.

Die Broschüre ist auf der Internetseite des LALLF als kostenloser Download eingestellt:
www.isip.de/mv

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Geflügelpest abwehren

Im Zusammenhang mit dem Auftreten der Geflügelpest im Land Mecklenburg-Vorpommern weist das Veterinäramt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte alle Geflügelhalter auf die Situation hin. Die Maßnahmen zum vorbeugenden Schutz sollten unbedingt beachtet werden: Das Geflügel ist von Wildvögeln fernzuhalten. Deshalb darf keinesfalls im Freien gefüttert und getränkt werden. Einstreu und Futter müssen so gelagert werden, dass Wildvögel keinen Zugriff haben. Geflügelteile und Eierschalen von gekauften Eiern dürfen nicht verfüttert werden. Die Desinfektion der Schuhe vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Stalls ist selbstverständlich zwingend notwendig.

Der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Dr. Guntram Wagner, erinnert in diesem Zusammenhang erneut daran, dass sich Geflügelhalter beim Veterinäramt mit ihrem Bestand anzumelden haben. „Außerdem hat uns ein Halter, der ein Krankheitsgeschehen oder größere Verluste bei seinem Geflügel bemerkt, zu informieren“, so Dr. Wagner. Sein Aufruf an die Geflügelhalter lautet, dass sie sich vorsorglich auf das Aufstallen des Hausgeflügels vorbereiten sollten. „Aus der Erfahrung der zurückliegenden Jahre dürften die Maßnahmen bekannt sein“, sagte er. „Wichtig ist eine ganz enge Maschenweite bei der Verwendung von Netzen und eine dichte Überdachung. Viele Geflügelhalter schlachten schon jetzt die Weihnachtsgänse und -enten. Auch das sei natürlich eine vorbeugende Maßnahme.

Wie der Amtstierarzt weiter mitteilt, laufen in seiner Behörde zurzeit Überprüfungen der seuchenhygienischen Absicherung der gewerblichen Geflügelhaltungen. Außerdem werden aufgefundene tote Wasser- und Greifvögel beprobt. „Wir treffen zudem laufend Risikobewertungen für unseren Landkreis unter Berücksichtigung vorhandener Geflügelanlagen, Rastplätzen der Zugvögel und der Laborbefunde beprobter Wildvögel“, erklärt Dr. Wagner.

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Protest der Landwirte

Am Mittwoch, 11.11.2020, gegen 11:11 Uhr fand in Klatzow bei Altentreptow eine Versammlung der Landwirte statt. Nach derzeitigen Erkenntnissen diente die Versammlung dem Protest der Landwirte gegen die aktuellen Milchpreise.

Ca. 25 Landwirte und 11 Traktoren aus den umliegenden Landkreisen kamen in Klatzow zusammen, um mittels mitgeführten Transparenten auf die gegenwärtigen Lebensmittelpreise aufmerksam zu machen. Eines der Transparente trug die Aufschrift: „No farmers, no food, no future.“

Die unangemeldete Versammlung verlief friedlich und ohne Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs. Ob ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorliegt, wird durch die Versammlungsbehörde geprüft.

BIO-Landpartie – Einladung auf den LandKulturHof Klein Trebbow (bei Neustrelitz)

Der LandKulturHof in Klein Trebbow nimmt am Samstag (19. September) an der Bio-Landpartie teil.

Los geht es um 10 Uhr mit Kutschfahrten zu den Milchschafen und Schweinen sowie Führungen durch den Gemüsegarten. Von 13 bis 14 Uhr folgt eine Infoveranstaltung auf dem Hof. Bis 17 Uhr können Produkte auf dem Hof gekauft werden.

Während der Landpartie wird sich der Förderverein Solidarische Landwirtschaft Klein Trebbow vorstellen. Auf der Gartenbaufläche sowie auf der Rinderfläche sollen noch in diesem Jahr Gehölze gepflanzt und damit ein Waldgarten angelegt werden. Dafür werden Baumpatenschaften vergeben.

Was ein Waldgarten ist und wie man eine Baumpatenschaft übernehmen kann, das können die Besucher im persönlichen Gespräch auf der Biolandpartie erfahren.

Wettbewerb: Unternehmen mit bestem Bio-Konzept in M-V gesucht

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V vergibt 2020 zum zweiten Mal den Förderpreis „Bestes BIO aus M-V“ in der Kategorie „Bestes Betriebskonzept“. „Es soll ein besonders innovativer und engagierter, motivierter, ökologisch wirtschaftender Betrieb ausgezeichnet werden. Dazu gehört, dass der Betrieb zur Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Mecklenburg-Vorpommern beiträgt, zum Beispiel durch praxisbewährte, regional angepasste Anbau- und Vermarktungskonzepte sowie durch einen hohen Grad an sozialer Einsatzbereitschaft im Rahmen des Ökolandbaus. Das Konzept des Betriebes sollte geeignet sein, als Leitbild für andere Unternehmen zu gelten“, sagt Ressortchef Dr. Till Backhaus.

Der Wettbewerb richtet sich an ökologisch wirtschaftende, landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern aus den Fachbereichen der Tier- und Pflanzenproduktion, des Obst- und Gemüsebaus.

Die Teilnehmer können durch das Einreichen einer Betriebsbeschreibung in Form des vorgegebenen, vollständig ausgefüllten, unterschriebenen Fragebogens mitmachen. Neben der Beantwortung der Fragen können weitere Materialien zur Darstellung der vorbildlichen Leistung (Zertifikate, Fotos, Zeitungsausschnitte, Skizzen, Betriebsspiegel, usw.) nach eigenem Ermessen der Bewerbung beigefügt werden. Im Rahmen des Wettbewerbs werden insgesamt bis zu drei Sieger auf der Grundlage des Votums der Fachjury ausgezeichnet. Die Jury besteht u.a. aus Vertretern der Forschung, der Bildung, der Landwirtschafts- und Umweltverbände, des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt MV sowie Abgeordneten des Landtages MV.

Für den Erstplatzierten steht ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro zur Verfügung. Die Plätze zwei und drei erhalten jeweils 1.000 Euro bzw. 600 Euro.

Folgende Bereiche werden bewertet:

  • Beitrag zur Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Mecklenburg-Vorpommern
  • Natur- und Umweltschutz
  • Vermarktung
  • Regionales Engagement
  • Gesamtbetriebliches Konzept

Einsendeschluss ist am 18. Oktober.

Der Fragebogen sowie die Wettbewerbsbedingungen können unter www.lm.mv-regierung.de abgerufen werden.

Ansprechpartner:
Frau Kirsten Uhlitzsch, Telefon: 0385 588 6328
Herr Dr. Kai-Uwe Kachel, Telefon: 0385 588 6322