Sagenerzählen in MV auf der deutschen Liste des Immateriellen Kulturerbes

Holzbildhauer Harald Wroost beim Erklären der Sage über Dietrich von der Lünenburg auf dem Skulpturenpfad des Forst- und Köhlerhofes Wiethagen; Foto: Hartmut Schmied

Eine Bewerbergruppe von 75 Sagenerzählenden aus Mecklenburg-Vorpommern konnte sich deutschlandweit durchsetzen: Am 19. März 2021 wurde durch die Kultusministerkonferenz entschieden und über die Deutsche UNESCO-Kommission mitgeteilt, dass das Sagenerzählen in MV ins Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes (IKE) aufgenommen wird. Der Antrag wurde vom Legenden-Forscher Dr. Hartmut Schmied und dem Vorsitzenden des Vereins Sagen- und Märchenstraße Mecklenburg-Vorpommern Wolfgang Woitag stellvertretend für die Gruppe eingereicht.

Es ist der einzige erfolgreiche Antrag aus MV von insgesamt 20 Einreichungen aus den Bundesländern in diesem Jahr. Dabei wird der Antrag vom nationalen IKE-Expertenkomitee insbesondere als vorbildliches „Modellprogramm zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ gewürdigt. Woitag bringt Details: „Die Sagen werden mündlich oder in Büchern schriftlich erzählt. Sie kommen als Theaterstücke und bei Volksfesten als Petermännchen, Burgfrau, Kräuterhexe oder Schildbürger zur Aufführung. Holzbildhauer oder Grafiker unterstützen Sagenpfad- oder Buchprojekte.“ Auch zehn Museen des Museumsverbandes in MV sind mit ihren Sagen-Ausstellungen und museumspädagogischen Angeboten dabei.

„Seit etwa 200 Jahren werden auf dem Gebiet unseres heutigen Bundeslandes die mittlerweile rund 50.000 Sagen gesammelt und aufgeschrieben. Die Weiterentwicklung und kreative Neuentstehung von Sagen ist ausdrücklich erwünscht“, erklärt Schmied. So fiel bei der Bewertung des 2019 gestellten Antrages das Sagenerzählen über die elektronischen Medien wie Internet, Geocaching, CDs oder Podcasts besonders ins Gewicht. Auch das virtuelle CRYPTONEUM Legenden-Museum aus dem Gründungsjahr 1999 gehört in diese moderne Erzählgruppe.

Neben den vielen Einzelaktiven haben sich auch sechs Vereine mitbeworben. Darunter der Kulturverein Sagenland MV, der Landesverband Freier Theater MV und die Gesellschaft zur Förderung des Wossidlo-Archivs. Der Arbeitskreis Immaterielles Kulturerbe beim Museumsverband sowie der Heimatverband MV begleiteten das Projekt. Sie sind auch Ansprechpartner für Interessenten, wenn ab 1. April 2021 der neue Bewerbungszyklus beginnt.

Deutschland ist 2013 dem internationalen Übereinkommen zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Seitdem bewerben sich im Zweijahresrhythmus Akteure aus ganz Deutschland mit Aktivitäten der Bereiche Sprachüberlieferung, darstellende Künste, Bräuche und Feste, Naturwissen und zu traditionellen Handwerkstechniken. Die Sagen berühren dabei all diese Bereiche mit ihren geheimnisvollen Erklärungen.

Kulturpreis 2021 ausgelobt

Auch im Jahr 2021 lobt das Land Mecklenburg-Vorpommern wieder einen Kulturpreis aus. Der Preis wird als Landeskulturpreis und als Förderpreis verliehen. Die Preisträgerinnen bzw. Preisträger werden von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ausgezeichnet. Kulturministerin Bettina Martin ruft zum Einreichen von Vorschlägen auf.

Mit dem Kulturpreis würdigt das Land die künstlerischen oder kulturellen Leistungen einer Persönlichkeit oder einer Gruppe aus allen Bereichen von Kunst und Kultur. Für die Verleihung kann ein einzelnes Werk oder das Gesamtschaffen maßgeblich sein. Der Förderpreis soll, wie der Hauptpreis, Leistungen von höchster Qualität anerkennen und besonders innovative Projekte berücksichtigen. Vorausgesetzt wird ein enger Bezug zu Land und Leuten. Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro, der Förderpreis mit 5.000 Euro dotiert.

Vorschläge für den Landeskulturpreis können bis zum 20. April 2021 beim

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung Kultur
Werderstr. 124
19055 Schwerin
E-Mail: poststelle@bm.mv-regierung.de

eingereicht werden. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Einzelheiten zum Bewerbungsverfahren sind auf den Internetseiten des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur abrufbar.

Im vergangenen Jahr hat Dr. Wolfgang Bordel den Kulturpreis erhalten. Der Förderpreis ging an den Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e. V.

Ausschreibung für den Uwe-Johnson-Förderpreis 2021 startet

Für den mit 5.000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Förderpreis können Autorinnen und Autoren oder deren Verlage noch unveröffentlichte oder seit April 2019 veröffentlichte Debüts aus dem Bereich Prosa und Essayistik einreichen. Einsendeschluss ist der 1. März 2021.

Der Förderpreis würdigt herausragende literarische Erstlingswerke, in denen sich Anknüpfungs­punkte zur Poetik Johnsons finden und deren Blickwinkel unbestechlich und jenseits „einfacher Wahrheiten“ auf die deutsche Geschichte, Gegenwart und Zukunft gerichtet ist. Nach Sichtung aller eingegangenen Texte gibt die Jury am 20. Juli 2021 die Preisträgerin oder den Preisträger bekannt.

Der Uwe-Johnson-Förderpreis würdigt herausragende Debüts und wird von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V. in Neubrandenburg gemeinsam mit dem Humanistischen Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg, und der Berliner Kanzlei Gentz und Partner im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Literaturpreis vergeben.

Erstmals wurde der Uwe-Johnson-Förderpreis 2005 an den Schriftsteller Arno Orzessek verliehen. Weitere Preisträgerinnen und Preisträger sind: Emma Braslavsky (2007), Thomas Pletzinger (2009), Judith Zander (2011), Matthias Senkel (2013), Mirna Funk (2015), Shida Bazyar (2017) und Kenah Cusanit (2019). Vorschläge können bis zum 1. März 2021 bei der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft e.V., 2. Ringstraße 21, 17033 Neubrandenburg eingereicht werden.

Weitere Informationen zum Preis und zu den Teilnahmebedingungen finden Sie unter: www.uwejohnsonpreis.de/2020/01/19/teilnahmebedingungen-uwe-johnson-foerderpreis/

Der singende, klingende Adventskalender der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz

Das Neustrelitz-Neubrandenburger Theater hat einen ganz besonderen Adventskalender für sein Publikum vorbereitet: den singenden, klingenden Adventskalender! Vom 1. bis 24. Dezember öffnet sich täglich ein Türchen auf der Homepage.

Kinder jeden Alters können dort den verrückten Hutmacher oder die Herzkönigin aus ALICE IM WUNDERLAND treffen! Sie können der Fee Dämonia oder dem Prinzen Reinhold aus DORNRÖSCHEN begegnen oder auch die Hexe Tyrannia Vamperl und den Kater Mauricio di Mauro aus dem SATANARCHÄOLÜGENIALKOHÖLLISCHEN WUNSCHPUNSCH Sehen, und viele mehr …

Schauen Sie vorbei auf: tog.de/advent/ Täglich auch auf Facebook oder Instagram!

P.S. Für die TÜREN UNSERES ADVENTSKALENDERS haben wir extra Fotos gemacht! Und zwar von Türen, die sich in unseren Spielstätten im Landestheater Neustrelitz, im Schauspielhaus Neubrandenburg und auch in der Konzertkirche Neubrandenburg befinden. Vielleicht erkennen Sie die ein oder andere wieder 🙂

Folge 8 PODCAST #prinziphoffnung mit Dagmar Wenndorff (Stall Userin)

Die neue Folge des Podcasts #prinziphoffnung ist online: Dramaturg Joris Löschburg im Gespräch mit Dagmar Wenndorff vom Kultur-Stall Userin. (Das Gespräch wurde im September 2020 aufgezeichnet.)

#prinziphoffnung erscheint 14-tägig als Video-Podcast. Die aktuelle Folge finden Sie hier, einfach bis Folge 8 scrollen: tog.de/projekten/prinziphoffnung-podcast

Oder gleich hier auf YouTube anschauen.

#prinziphoffnung. Podcast aus dem Marstall Neustrelitz.

Gerade in undurchsichtigen, schweren Zeiten lohnt manchmal der Blick durch ein „utopisches Fernrohr“. Der Philosoph Ernst Bloch (1885-1977) widmete dem vorausschauenden Denken der Menschheit sein dreibändiges Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“

Je weitreichender aber die Probleme erscheinen, die sich unserem Blick auf die Gegenwart eröffnen, desto wichtiger ist es, dass wir uns zusammentun, um gemeinsam über Lösungen nachzudenken.

Torsten Harder (Foto: T. Adeney)

Unter dem Titel #prinziphoffnung empfangen die Schauspieldirektorin Tatjana Rese und der Dramaturg Joris Löschburg alle zwei Wochen einen Gast aus der Kulturszene, um über Chancen und Gefahren der aktuellen Entwicklungen zu sprechen. Dabei soll es nicht nur um die unmittelbaren Auswirkungen der aktuellen Krise für Kunst- und Kulturschaffende gehen, sondern auch um jene „großen Fragen“, die sich aus dieser ergeben: Wie wollen wir in Zukunft zusammen leben? Was für eine Gesellschaft wünschen wir uns? Welche Rolle kann das Theater dabei spielen und welche kulturellen Angebote wünschen wir uns?

Der Begriff der Hoffnung steht dabei nicht für eine naive oder gar passive Grundhaltung, sondern für ein Denken, welches den kritischen Blick auf die Gegenwart immer wieder mit Entwürfen einer lebenswerten Zukunft verbindet.

Neben gesellschaftlich weitreichenden Themen sollen die Gäste auch zu ihren ganz persönlichen Ängsten, Träumen und Wünschen befragt werden. Mit dem Podcast #prinziphoffnung möchte die TOG zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen, über die Zeit nach der Krise nachzudenken, zu träumen und zu diskutieren.

Podcast #prinziphoffnung mit Lukas Storch

Gerade in undurchsichtigen, schweren Zeiten lohnt manchmal der Blick durch ein „utopisches Fernrohr“. Der Philosoph Ernst Bloch (1885-1977) widmete dem vorausschauenden Denken der Menschheit sein dreibändiges Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ Je weitreichender aber die Probleme erscheinen, die sich unserem Blick auf die Gegenwart eröffnen, desto wichtiger ist es, dass wir uns zusammentun, um gemeinsam über Lösungen nachzudenken.

Unter dem Titel #prinziphoffnung empfangen die Schauspieldirektorin Tatjana Rese und der Dramaturg Joris Löschburg alle zwei Wochen einen Gast aus der Kulturszene, um über Chancen und Gefahren der aktuellen Entwicklungen zu sprechen. Dabei soll es nicht nur um die unmittelbaren Auswirkungen der aktuellen Krise für Kunst- und Kulturschaffende gehen, sondern auch um jene „großen Fragen“, die sich aus dieser ergeben: Wie wollen wir in Zukunft zusammen leben? Was für eine Gesellschaft wünschen wir uns? Welche Rolle kann das Theater dabei spielen und welche kulturellen Angebote wünschen wir uns?

Der Begriff der Hoffnung steht dabei nicht für eine naive oder gar passive Grundhaltung, sondern für ein Denken, welches den kritischen Blick auf die Gegenwart immer wieder mit Entwürfen einer lebenswerten Zukunft verbindet.

Neben gesellschaftlich weitreichenden Themen sollen die Gäste auch zu ihren ganz persönlichen Ängsten, Träumen und Wünschen befragt werden. Mit dem Podcast #prinziphoffnung möchte die TOG zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen, über die Zeit nach der Krise nachzudenken, zu träumen und zu diskutieren.

Gesprächspartner waren bisher: Intendant Sven Müller, der Berliner Autor Gregor Edelmann, der künstlerische Leiter der Deutschen Tanzkompanie Lars Scheibner, der Programmleiter der Kachelofenfabrik Horst Conradt und Neubrandenburgs OB Silvio Witt. Heute folgt der Kirchenmusiker und Leiter der Singakademie Neustrelitz Lukas Storch und am 15.09. folgt der Komponist und Musiker Torsten Harder.