Finanzsanierung statt Kredit

Die so genannten Kreditvermittler mit Sitz in der Schweiz haben Zuwachs bekommen. Die SUD Service & Dienstleistungen AG mit dem Slogan „Die richtige Lösung zur rechten Zeit“ ist jetzt am Markt aktiv. Ein Verbraucher suchte im Internet nach einem günstigen Kredit und füllte online ein entsprechendes Formular aus. Dabei ging er irrtümlich davon aus, dass es sich um eine Kreditanfrage oder Kreditvermittlung handelt. Kurze Zeit später erhielt er von der SUD ein Genehmigungsschreiben, das auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, der Kredit sei bewilligt worden. Dem Schreiben war ein (Vermittlungs-)Vertrag beigefügt, den der Verbraucher ausgefüllt und unterschrieben hat. Als der Betroffene in der Folge eine Nachnahmesendung erhielt, für die er mehrere hundert Euro zahlen sollte, wurde er stutzig und verweigerte die Annahme.

Finanzsanierungen können Verbrauchern helfen, eine angespannte finanzielle Situation zu ordnen. Die SUD nutzt mit ihrem Geschäftsmodell jedoch die Notlage betroffener Verbraucher aus, was schlimmstenfalls zu einer Vertiefung der Verschuldung führt.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Versprechen Kreditangebote schnelle Hilfe, ist Vorsicht geboten! Kreditinstitute sind stets verpflichtet, die Bonität des Kreditnehmers zu prüfen. Erhält man einen solchen Vermittlungsvertrag, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass damit kein Kredit genehmigt wird. Hat man dennoch einen solchen Vertrag unterschrieben, danach eine Nachnahmesendung erhalten und benötigt Unterstützung, sollte man sich von der Verbraucherzentrale beraten lassen. Verbraucher, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, können sich an die gemeinnützigen Schuldner- und Insolvenzberatungen wenden.

Darlehen in Corona-Zeiten

Was tun, wenn nach der Stundung noch immer nicht ausreichend Geld da ist?

Auch wenn es an einigen Stellen schon so scheint – die wirtschaftlichen Folgen des „Corona-Lockdowns“ sind noch nicht überwunden.
Zügig kam das Hilfspaket der Gesetzgebung in Form des Gesetzes zur Abmilderung der COVID-19-Pandemie, mit welchem den betroffenen Verbrauchern unter anderem die Möglichkeit zur Stundung der laufenden Raten aus Verbraucherdarlehensverträgen für bis zu 3 Monaten eröffnet wurde. Dieser Zeitraum (April, Mai und Juni 2020) ist abgelaufen und eine Verlängerung der Stundung für Verbraucher hat die Bundesregierung abgelehnt, seit dem 01.07.2020 sind wieder die Kredite zu bedienen.

Trotzdem sind nach wie vor viele Haushalte von Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit betroffen und können laufende Kreditraten nicht aufbringen. Was kann man tun?

Umgehend sollte man den Kontakt zu dem Darlehensgeber suchen, die Situation schildern und um Lösungsvorschläge bitten. Eine gute Vorbereitung ist hierfür notwendig, denn der Darlehensgeber muss wissen, welche Summe aufgebracht werden kann, um dies in Vorschlägen zu berücksichtigen. Ob nun eine Stundung (nun aber gegebenenfalls kostenpflichtig), eine Umschuldung oder eine freie Lösung angeboten wird, hängt vom kreditgebenden Unternehmen ab. Lassen Sie sich einen Lösungsvorschlag immer schriftlich geben, so haben Sie die Möglichkeit, diesen zu prüfen.

Ob die erarbeiteten Vorschläge zu Ihnen passen, entscheiden Sie selbst. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. unterstützt Sie gern und prüft mit Ihnen die vorgeschlagenen Lösungen.

Unseriöse Kreditkartenangebote aus dem www

Seit einigen Wochen häufen sich die Anfragen von Verbrauchern, die nach einer Kreditabfrage in Internetportalen anstelle eines Angebotes eine kostenpflichtige Prepaid-Kreditkarte per Nachnahme zugeschickt bekommen. Wird die Annahme dieser Nachnahmesendung verweigert, folgen Anschreiben von Inkassounternehmen mit erheblichen Inkassogebühren. Zusätzlich werden in separaten Anschreiben die Gebühren für „Dienstleistungsverträge zur Überwachung Ihrer Bonität“ ebenfalls mit einem enormen Gebührenaufschlag eingetrieben. Lohnenswert sind weder die Prepaid-Kreditkarte noch diese Art der Dienstleistungsverträge, denn damit werden akute Geldsorgen nicht beseitigt, sondern verschärft.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Sofern Sie solche Schreiben statt unverbindlicher Angebote erhalten, reagieren Sie bitte sofort und widersprechen Sie den unberechtigten Forderungen schriftlich, am besten mit Einwurf-Einschreiben. Hilfe zur Formulierung von Widersprüchen finden Sie auf den Seiten der Verbraucherzentrale, unter dem Stichwort „Inkassocheck“.

Sind Sie sich nicht sicher und benötigen Unterstützung, hilft die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e.V. gern in diesen Fällen. Infos zur Terminvereinbarung und den Kosten gibt es unter www.verbraucherzentrale-mv.eu oder unter 0381 2087050.