Hein Hannemann up Platt

Mit Unterstützung des Heimatverbandes M-V hat der Lexikus-Verlag aus Rostock ein neues Buch herausgebracht: „Hein Hannemann. Läuschen von de Wåterkant“ von Sophie Kloerss. Wie der Titel es schon verrät, handelt es sich bei dieser Neuerscheinung der Abenteuer des Rostocker Jungen um eine Übertragung ins Niederdeutsche.

Vorlage ist das Kinder- und Jugendbuch „Hein Hannemann. Eine Geschichte von der Waterkant“, das erstmals 1923 erschien. Die Neuauflage 2009 (Edition Godewind – ein Imprint des Lexikus Verlages) wurde möglich dank einer Initiative der Mitglieder des Fördervereins der Stadtbibliothek Wismar. Und auch das vorliegende Buch ist ein Gemeinschaftswerk, diesmal vom Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., dem Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald und dem Lexikus Verlag.

Die Arbeit der 22 ehrenamtlichen Übersetzer ist besonders zu würdigen, sie sind alle namentlich auf dem Titelblatt aufgeführt. Und weil bei so vielen Akteuren nicht alles aus einem Guss sein kann, hat Frau Ulrike Stern, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald, Redaktion, Lektorat und Korrektorat sowie die Vereinheitlichung für den mecklenburgisch-vorpommerschen Sprachraum übernommen. Damit die Abenteuer Hein Hannemanns und seiner Freunde auch für den schulischen Plattdeutschunterricht genutzt werden können, hat Frau Stern didaktische Hilfen erarbeitet, die mittels eines QR-Codes aufgerufen werden können.

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Wechsel in der Geschäftsstelle des Heimatverbandes in Vorpommern

Heimatverband verabschiedet Christian Peplow und begrüßt Dr. Karola Stark

Bei der Verabschiedung von Christian Peplow vor dem Eingang zum Büro der Geschäftsstelle in Ferdinandshof, vlnr: Christian Peplow, Dr. Anna-Konstanze Schröder, Patrick Dahlemann, Dr. Cornelia Nenz, Foto: Gerlind Schlecker/Sammlung HMV

Der Jahreswechsel 2020/21 brachte dem Heimatverband auch einen Wechsel in der Leitung seiner Geschäftsstelle in Ferdinandshof. Christian Peplow beendete seine erfolgreiche Arbeit im Verband zum Jahresende und Dr. Karola Stark nimmt ab dem 11. Januar die Arbeit in der Geschäftsstelle auf.

Herr Peplow bleibt dem Heimatverband im Bereich Niederdeutsch und als Vorsitzender des Niederdeutschen Bühnenbundes ehrenamtlich verbunden.
„Der Sitz der Geschäftsstelle des Heimatverbandes in Ferdinandshof war eine gute Wahl. Die Besetzung mit Christian Peplow sogar noch eine bessere. Dank seiner engagierten Arbeit konnten die Niederdeutschsprecher und Heimatforscher vernetzt und die Präsenz des Heimatverbandes spürbar in Vorpommern erhöht werden. Das stärkt die regionale Identität und passt hervorragend zu unseren Zielen als Landesregierung. Als Landeskind Vorpommerns hat er genau den richtigen Riecher für Themen und Menschen“, erklärt Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann.

Seit 2019 hat Christian Peplow die vorpommersche Geschäftsstelle aufgebaut. Unter seiner Leitung konnte er das Büro in Ferdinandshof als Anlaufstelle für die Heimatengagierten in Vorpommern und darüber hinaus mit den Aufgabenbereichen Niederdeutsch und Ortschroniken für ganz Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich etablieren.

Insbesondere der Aufbau eines Netzwerks der Niederdeutschakteure im Land über den Atlas Niederdeutsch und die Runden Tische Plattdeutsch ist ihm zu verdanken. Auf diese Weise konnten unter anderem Projekte wie die Übersetzung des Jugendbuches Hein Hannemann ins Plattdeutsche mit über 20 Übersetzer/innen, die Würdigung von Alwine Wuthenow zu ihrem 200-jährigen Jubiläum, die Begleitung des plattdeutschen Hörmagazins „Dat Hürblatt“ und die erste Verleihung eines plattdeutschen Autorenpreises für junge Autor/inn/en unter 35 Jahren (Ü-35-Pries, Ü für plattdeutsch ünner, hochdeutsch unter) umgesetzt werden. Hinzu kam die tatkräftige Unterstützung der Engagierten im Arbeitskreis Ortschroniken, die das Ortschronikenportal gestalten, und die Vernetzung von Ortschronist/inn/en über Fachtagungen in Vorpommern.

Auf so mancher öffentlichen Veranstaltung konnte man Herrn Peplow als ein Gesicht des Heimatverbandes erleben, das am Stand oder auf der Bühne zum Heimatengagement einlädt. Er zeigte bei diesen Gelegenheiten, dass plattdeutsch eine zeitgemäße, alltagstaugliche Sprache ist. Leider muss Christian Peplow seine Stelle aus persönlichen Gründen aufgeben. Der Heimatverband MV freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm in anderer Form.

„Im Namen des Verbandes bedanken ich mich für den Einsatz meines Kollegen Christian Peplow. Mit seinen vielen Begabungen hat er den Verband an entscheidenden Stellen geprägt. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Bereich Niederdeutsch und Heimatforschung und wünschen ihm weiterhin gutes Gelingen bei allen seinen Vorhaben“, so die Geschäftsführerin des Heimatverbandes Dr. Anna-Konstanze Schröder.

Bei einer kleinen Verabschiedung in Corona-Zeiten im Dezember 2020 würdigten der Leiter des Amtes Torgelow-Ferdinandshof und Bürgermeister von Ferdinandshof Gerd Hamm, der Landtagsabgeordnete und Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann, Dr. Cornelia Nenz und Gerlind Schlecker vom Vorstand des Heimatverbandes MV sowie Dr. Anna-Konstanze Schröder, Geschäftsführerin des Heimatverbandes die Arbeit von Christian Peplow.

Patrick Dahlemann: „Die Verabschiedung aus so persönlichen Gründen fällt natürlich schwer. Um so mehr wünsche ich Christian Peplow nur das Beste für seine Gesundheit. Das ist das allerwichtigste!“

Dr. Karola Stark, Foto: privat

Bereits zum 1. Januar konnte der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern mit Dr. Karola Stark eine würdige Nachfolgerin für die Leitung der vorpommerschen Geschäftsstelle gewinnen. Sie setzte sich im Dezember gegen 20 sehr gute Bewerber/innen durch, von denen 6 zum persönlichen Gespräch geladen worden waren. Ab dem 11. Januar nimmt sie die Arbeit in der Geschäftsstelle auf.

Die promovierte Historikerin blickt auf langjährige Erfahrungen in der Begleitung von Heimatstuben in der Region Uecker-Randow und von Heimatengagierten im ganzen Bundesland zurück. Mit ihrer Lebenserfahrung mit Stationen unter anderem in Kairo/Ägypten bringt sie weitere Perspektiven in den Verband ein. Eine offizielle Einführung und Wiedereröffnung der Geschäftsstelle kündigen wir für die Zeit an, in der persönliche Begegnungen wieder mit mehr Personen möglich sind.

Auch der Staatssekretär für Vorpommern und Landtagsabgeordnete Patrick Dahlemann freut sich: „Mit Dr. Karola Stark setzt der Heimatverband auf Erfahrung und Netzwerk in der so wichtigen Arbeit der Heimatpflege. Ich freue mich auch hier auf eine gute Zusammenarbeit. Wir haben viel vor.“

Die Einrichtung der Geschäftsstelle in Vorpommern wird mit Mitteln des Strategiefonds bis 2023 ermöglicht. Der Heimatverband MV ist dankbar für die großzügige Förderung und hofft auf eine Verstetigung dieser Stelle.

Runder Tisch Landesgeschichte konstituiert sich

Bild: Kartenauschnitt, Johann Baptist Homann (1664-1724): Ducatus Meklenburgici tabula generalis. Verlag: Nürnberg Homann Johann Baptist, Erscheinungsdatum: 1712; Vorlage aus dem Besitz der Sondersammlung der Universität Rostock; Sammlung HMV/Ortschronikenportal-MV

Am 5. Dezember trafen sich 15 Vertreter/innen unterschiedlichster Einrichtungen, die sich der Erforschung und Vermittlung der Regionalgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet fühlen. Sie haben über die prekäre personelle und finanzielle Situation der Landesgeschichte sowohl an den Universitäten, den Bibliotheken und Archiven als auch im Bereich des ehrenamtlichen Engagements beraten.

Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern hatte zum Online-Austausch eingeladen. Schon lange ist die Landesgeschichte in Not: Lehrstühle für Pommersche oder Mecklenburgische Landesgeschichte wurden abgeschafft. Damit fehlt nicht nur Forschung in diesem Bereich, sondern auch die Ausbildung des akademischen Nachwuchses und der Lehrer/innen sind gefährdet. Die Archive und Bibliotheken im Land sind finanziell und personell so schlecht ausgestattet, dass sie z.T. geschlossen bleiben oder jährlich neu um ihre Finanzierung bangen müssen. Der Wossidlo-Forschungsstelle droht als eigenständiger Einrichtung das Aus.

Die Aufarbeitung und Vermittlung der Landesgeschichte kann einen entscheidenden Beitrag zur Identitätsbildung und Demokratieerziehung im Lande leisten. Dafür braucht es jedoch eine langfristige institutionelle Verankerung und nicht einen schrittweisen Abbau.

Um den konstruktiven Austausch fortzusetzen, sich noch stärker zu vernetzen, konzeptionelle Vorschläge zu bündeln und gemeinsame Projekte zu entwickeln, wird sich der Kreis weiter treffen. Namentlich waren vertreten: Martin Buchsteiner (Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern, Geschichtsdidaktik Universität Greifswald), Irmfried Garbe (Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte), Michael Heinz (Stasi-Unterlagenarchiv, Gesellschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte), Klaus-Dieter Kohrt (Pommerscher Greif, Heimatverband MV), Raiko Lippert (Verein Kulturgut Mecklenburg-Strelitz), Matthias Manke (Historische Kommission für Mecklenburg), Florian Ostrop (Stiftung Mecklenburg), Oliver Plessow (Didaktik der Geschichte Universität Rostock), Haik Porada (Historische Kommission für Pommern), Christoph Schmitt (Wossidlo-Forschungsstelle Universität Rostock, Gesellschaft zur Förderung des Wossidlo-Archivs, Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern), Anna-Konstanze Schröder (Heimatverband MV), Antje Theise (Universitätsbibliothek Rostock), Andreas Wagner (Sprecherrat der AG Gedenkstätten), Wolfgang Eric Wagner (WWU Münster, Historische Kommission für Mecklenburg), Ralf-Gunnar Werlich (Historisches Institut Universität Greifswald).

Weitere Institutionen und Netzwerke sind eingeladen, sich am Runden Tisch zu beteiligen. Abschließend stellt Martin Buchsteiner, Vorsitzender des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Leiter der Geschichtsdidaktik an der Universität Greifswald fest: „Wir sind auf einem guten Weg!“

Heimat in Mecklenburg-Vorpommern ist Heimat in Europa

Bundeskongress Heimat online – Heimatverband MV als Mitausrichter präsentiert das Heimatengagement in Mecklenburg-Vorpommern zum Thema „Heimat in Europa“

Der Heimatverband MV richtete mit seinen Dachorganisationen Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) auf Bundesebene und CIVILSCAPE auf europäischer Ebene den Bundeskongress Heimat 2020 erfolgreich online aus. Am 14. und 15. September haben sich europaweit rund 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer live zugeschaltet, um den Debatten zum Thema Heimat in Europa zu folgen und mit zu diskutieren. Ursprünglich war eine Tagung in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns zum fünfjährigen Bestehen des neuen Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Berlin geplant. Die Corona-Schutzmaßnahmen ließen die Heimatverbände in Deutschland und Europa neue Wege gehen.

In einem Live-Stream an zwei Konferenztagen diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der Heimatverbände mit bedeutenden Gäste zu den Themen Teilhabe der Bürger an der Europapolitik, Heimatpflege mit der jüngeren Generation, Migration und Beheimatung, digitale Chancen für die Heimatbewegung. Dazu wurden Filme und Interviews eingespielt, wie z.B. die Mecklenburger-Alphorn-Gruppe aus Witzin oder das PoMore TanzOrkiestra mit polnischen und deutschen Musikern aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Wahlschweriner Christoph Wunnicke führte durch das Programm und leitete die Diskussionen. Auch Gesprächspartner aus Schweden, den Niederlanden und Südtirol/Italien beteiligten an der Diskussion und brachten ihre Erfahrungen ein.

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"Zweiter Runder Tisch Plattdeutsch" in Rostock

Am 05. September 2020 veranstaltet der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern von 10:00 bis 15:00 Uhr den „Zweiten Runden Tisch Plattdeutsch“ des Jahres 2020 und lädt hierzu ganz herzlich alle Plattdeutschakteure und Plattschnacker nach Rostock ein.

Veranstaltungsort:
Haus der Societät Rostock maritim e.V. (im ehemaligen Schifffahrtsmuseum)
Atrium
August-Bebel-Straße 1
18055 Rostock
Der Heimatverband will an diesen Tag auf die plattdeutschen Aktivitäten des Jahres 2020 zurückschauen und natürlich über zukünftige plattdeutsche Projekte sprechen.

Erneut sollen alle teilnehmenden Personen, Gruppen, Vereine, Initiativen usw. die Möglichkeit erhalten, ihre Projekte und Ideen rund um die plattdeutsche Sprache vorzustellen. Dafür stehen jedem wieder fünf bis zehn Minuten Redezeit zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos.

Aufgrund der aktuellen Bestimmungen im Umgang mit der Coronapandemie ist die maximale Teilnehmerzahl auf 70 Personen begrenzt und eine Anmeldung zwingend erforderlich! Diese bitte an: peplow@heimatverband-mv.de oder unter der Telefonnummer: 039778-286352 (mit AB)