Die Insolvenzwelle ist angerollt – Werbegemeinschaft Neubrandenburger Innenstadt fordert sofortiges Eingreifen

Bild v.r.: Wolfgang Wander, Michael Kruse, Petra Voß (Vorstand der Werbegemeinschaft) und Michael Schröder (City-Manager)

In einer Krisensitzung des Vorstandes der Neubrandenburger Innenstadt Händler, Dienstleister und Gastronomen wurde ein 5-Punkte Papier erarbeitet mit Forderungen an die Landespolitik. Zur Abwendung weiterer Insolvenzen und massiver Schäden für die innerstädtischen Strukturen fordert die Werbegemeinschaft:

  • Die sofortige Auszahlung der Hilfen aus November und Dezember
  • Die Korrektur der praxisfremden Hürden für die Beziehung von Wirtschaftshilfen
  • Die Herstellung einer Gleichbehandlung bei der Anspruchsberechtigung
  • Die Rettung von Kleinstbetrieben und Jungunternehmern (Unternehmerlohn)
  • Schaffung von Kaufanreizen für Produkte und Dienstleistungen regionaler Unternehmen

Noch immer sind bei dem Großteil der Unternehmen keine Hilfen, oder nur Teilbeträge angekommen. Viele der Handels- und Dienstleistungsunternehmen sind aufgrund der praxisfremden Gestaltung der Zugangshürden gar nicht berechtigt, Hilfen zu beantragen.

Vermehrt regt sich in der Unternehmerschaft Wut, Ärger und Angst auch über die als Ungerecht empfundene Förderpraxis. Menschen, die das Risiko auf sich genommen haben in eine Selbstständigkeit zu gehen und Verantwortung für sich und weitere Mitarbeiter übernehmen, darf man jetzt nicht achtlos über die Klinge springen lassen. Es muss sofort etwas getan werden, um deren Existenzen zu sichern. Eine sinnvolle Schaffung von Kaufanreizen für lokale Unternehmen verhindert weiteren Abfluss von Geld an internationale agierende Megaunternehmen, die zwar von dem Online-Boom profitieren, sich aber einer Lasten-Teilung durch Steueroptimierung entziehen.

Lebensmitteleinkauf im Internet

Foto: Einkaufswagen, Quelle: Hayati Kayhan / Fotolia via VZ MV

Die Bestellung von Lebensmitteln im Internet hat laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Lebensmittel online zu bestellen ist eine Möglichkeit, in Corona Zeiten Kontakte einzuschränken. Für den ein oder anderen, der sich in häuslicher Quarantäne befindet, gibt es vielleicht gar keine andere Möglichkeit.

Lieferbedingungen und Gebühren

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen durchzulesen. Sonst kann es passieren, dass Sie sich nach mühsamer Zusammenstellung des Warenkorbes über den Endbetrag wundern.

Lieferservices des stationären Handels liefern die Ware nur in einem bestimmten Umkreis um die Filiale. Die Lieferung erfolgt in der Regel mit eigenen Fahrzeugen. Reine Lebensmittel-Onlineshops stellen die Lebensmittel per Paket zu. Sie liefern teilweise deutschlandweit, häufig ist die Lieferung jedoch auf wenige Großstädte beschränkt.

Zu den Kosten für die Lebensmittel kommen neben Versandkosten unter Umständen noch Gewichtszuschläge für Getränkekästen oder ein Frischezuschlag für Kühl- oder Tiefkühlware dazu. Dadurch kann sich die Gesamtsumme schon mal um zehn Euro erhöhen. Bei manchen Lebensmittel-Onlineshops entfallen die Versandkosten ab einem bestimmten Bestellwert. Einige Onlineanbieter geben einen Mindestbestellwert vor. Auf jeden Fall muss der Anbieter vor Einleitung des Bestellvorgangs darüber informieren, ob zusätzliche Liefer- und Versandkosten anfallen.

Lebensmittelkennzeichnung im Online-Shop

Wer beispielsweise an einer Lebensmittelallergie leidet, muss sich beim Online-Einkauf von Lebensmitteln genauso gut informieren können wie beim Einkauf im Supermarkt. Grundsätzlich müssen Verbraucher vor Vertragsabschluss dieselben Informationen vorfinden, die auch auf den Lebensmittelverpackungen und im Supermarkt Pflicht sind. Das sind zum Beispiel die genaue Bezeichnung des Lebensmittels, das Zutatenverzeichnis, die Nährwertangaben, die Füllmenge oder das Ursprungsland bei Obst und Gemüse. Auch der Preis und der Grundpreis (Preis pro Kilogramm / Liter bzw. pro 100 Gramm / 100 Milliliter) müssen angegeben werden. Eine Ausnahme bildet das Mindesthaltbarkeits- bzw. Verbrauchsdatum. Es muss nicht auf der Internetseite des Anbieters aufgeführt sein.

Widerrufsrecht

Bei Einkäufen im Internet steht Ihnen normalerweise ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Aber Achtung: für Lebensmittel gibt es Ausnahmen. Beispielsweise sind schnell verderbliche Waren oder Lebensmittel, die individuell an die Wünsche des Kunden angepasst wurden (z. B. selbst kreierte Müslimischung) vom Widerrufsrecht ausgenommen.

Absage Halloween-Shopping in der Neubrandenburger Innenstadt am 24. Oktober – auch ohne Veranstaltung Geschäfte bis 20 Uhr geöffnet

Foto: KEG / City-Manager Michael Schröder

Die aktuellen Infektionszahlen und Auflagen rund um Corona ermöglichen es nicht das beliebte Halloween-Shopping zu veranstalten. City-Manager Michael Schröder verständigte sich dazu mit allen Beteiligten (Marktplatz-Center, Neuwoges, Werbegemeinschaft Neubrandenburger Innenstadt, Gesundheitsamt und Stadtverwaltung).
Auch ohne Rahmenprogramm wollen die Geschäfte in der Innenstadt an diesem Samstag bis 20 Uhr öffnen.

Die Gewerbetreibenden haben sich insbesondere mit der Dekoration sehr viel Mühe gegeben. In Zeiten von Corona ist der Zusammenhalt und die damit verbundene Bereitschaft zum lokalen Shopping besonders von Bedeutung. Daher werden die Händler am Samstag, den 24. Oktober, bis 20 Uhr ihre Geschäfte öffnen.

Last Minute-Aktion auf www.durchstarten-in-mv.de ist gestartet

Die „Last Minute-Aktion“ im Rahmen der Fachkräftekampagne Durchstarten in MV (www.durchstarten-in-mv.de) bietet freie Ausbildungsplätze an. Egal, ob es sich um einen vorhandenen Ausbildungsplatz im Unternehmen oder Schülerinnen und Schüler geht, die einen Ausbildungsplatz suchen: Es sollen Unternehmen und Ausbildungsinteressierte miteinander zusammengebracht werden. Darüber hinaus geht es bei der Aktion darum. junge Menschen auf die Ausbildungs- und Arbeitsmarktmöglichkeiten in ihrer Heimat aufmerksam machen.

Ende Mai gab es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 9.964 gemeldete Ausbildungsstellen (-1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Dem stehen rund 6.079 (-14,4 Prozent) gemeldete Bewerber gegenüber. Zu den „Top Five“ der unbesetzten Ausbildungsplätze zählen: Kaufmann/-frau im Einzelhandel (375 unbesetzte Ausbildungsplätze), Koch (334); Verkäufer/in (307); Hotelfachmann/-frau: (288) und Restaurantfachmann/-frau (266).

Innerhalb der Last Minute-Aktion finden Ausbildungsinteressierte direkt auf der Startseite der Kampagnenwebsite www.durchstarten-in-mv.de alle offenen Ausbildungsangebote von Unternehmen, die für den Ausbildungsbeginn 2020 noch freie Lehrstellen zu besetzen haben. Aktuell sind rund 300 Last Minute-Angebote im Azubi-Atlas für potentielle Auszubildende freigeschaltet.

Das Wirtschaftsministerium und die Industrie- und Handelskammern in MV werben gemeinsam für die guten beruflichen Perspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Die Fachkräftekampagne Durchstarten in MV (www.durchstarten-in-mv.de) wird vom Wirtschaftsministerium MV und den Industrie- und Handelskammern im Land finanziert.

Alle Informationen zur Kampagne unter www.durchstarten-in-mv.de oder auch auf Instagram (www.instagram.com/durchstarteninmv), Facebook (www.facebook.com/DurchstartenInMV) oder YouTube (www.youtube.com/user/DeinLandDeineChance).

Veranstaltung zum Tag des fairen Handels

Am 9. Mai ist Tag des Fairen Handels. Der Neubrandenburger Weltladen lädt darum am Samstag von 13 bis 16 Uhr ein. Unter freiem Himmel soll es Gespräche geben: über die aktuelle Situation der Produzenten und Solidarität, über faire Arbeitsbedingungen und das Lieferkettengesetz. Der Weltladen befindet sich an der Johanniskirche, Aufsteller weisen den Weg. Für den nötigen Abstand und Schutz ist gesorgt.

Die aktuelle Situation zeigt deutlich, warum Menschenrechte entlang globaler Lieferketten stärker in den Fokus gerückt werden sollten. Die wirtschaftliche Krise aufgrund von Corona hat dramatische Auswirkungen auf Menschen am Anfang vieler Lieferketten. Gerade hier sind die Produzenten aufgrund fehlender Absicherung besonders gefährdet. Ziel der deutschlandweiten Weltladenbewegung ist es, dass durch die Bundesregierung noch in der laufenden Legislaturperiode ein entsprechendes Gesetz verabschiedet wird.

Seit 50 Jahren lebt der faire Handel in den Weltläden vor, was er von der Regierung fordert: faire Handelspraktiken und faire Bezahlung, Geschlechtergerechtigkeit, gute Arbeitsbedingungen. Es ist an der Zeit, ein Lieferkettengesetz für alle gesetzlich festzuschreiben. Das Forum fairer Handel und der Weltladendachverband versuchen seit längerem, dieses Gesetz auf den Weg zu bringen. Zum Jahreswechsel hatten sich 42 Firmen angeschlossen. Momentan steht anderes im Fokus. Die Weltladen-Aktiven sind der Meinung, dass trotzdem diejenigen, die im globalen Süden Kaffee und Kakao für den Norden ernten, Aufmerksamkeit verdienen.

Übrigens ist der Neubrandenburger Weltladen jetzt auch mobil und aller zwei Wochen auf dem GrünMarkt dabei. „Fair und regional – das passt zusammen“, fanden die Organisatoren des GrünMarktes. Und die angeregten Gespräche am vergangenen Samstag gaben ihnen recht. Nach wochenlanger Schließung sind die Mitstreiter des Weltladens froh, wieder für die Kunden da sein zu können. Regulär öffnet der Laden dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr, mittwochs und samstags von 10 bis 12 Uhr.
www.weltladen-nb.de

Landesweiter Online-Shop öffnet heute auf Digitalem Marktplatz M-V

Am Freitag öffnete der landesweite Online-Shop für den Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern die virtuelle Ladentür. Nach einem Kabinettsbeschluss vom 17. März wurde das Projekt binnen 38 Tagen verwirklicht.

Erstes Ziel war es, eine schnelle Möglichkeit für die Händlerinnen und Händler zu schaffen, sich während der Corona-Pandemie im Internet sichtbar zu machen. Als Kunde vor Ort findet man seine Händler vor Ort, von denen viele als Reaktion auf die Covid-19-bedingten Ladenschließungen Abhol- und Lieferdienste eingerichtet haben. Der Onlineshop ist nun der zweiten Schritt. Unter www.shop.digitalesmv.de kann man beim Händler vor Ort direkt online kaufen. Jede Einzelhändlerin und jeder Einzelhändler unseres Bundeslands kann diese Infrastruktur des Landes im für den Handel sehr schweren Corona-Jahr 2020 kostenlos zu nutzen.

Innerhalb weniger Minuten können Einzelhändlerinnen und Einzelhändler auf der Plattform ihre eigene Online-Filiale öffnen. Dabei spielt weder die Größe des Geschäfts noch die bereits bestehende eigene Infrastruktur eine Rolle. Der digitale Marktplatz und der landesweite Onlineshop stellen ein kostenloses Angebot für alle dar, die einen Geschäftssitz in M-V haben. Neben der Infrastruktur sind Funktionen für Kundenkontakt sowie automatische AGB- und Impressumserstellung enthalten, sodass allen Interessierten auch eine rechtssichere Lösung geboten wird. Bei technischen Problemen stehen kurze Schritt-für-Schritt Anleitungen per Video und auch eine technische Hotline zur Verfügung.

Mit dem digitalen Marktplatz und dem landesweiten Online-Shop wird eine nachhaltige Lösung für jeden angeboten, dem vielleicht bisher die Hürden zu hoch waren, mit seinem Geschäft neben dem Laden vor Ort auch online zu gehen. Der digitale Marktplatz des Landes MV wurde unter Mithilfe der Industrie- und Handelskammern, des Handelsverbands Nord und des „Digitalen Innovationsraum MV“ konzipiert und umgesetzt. Den digitalen Marktplatz erreichen Sie unter: www.marktplatz.digitalesmv.de, den landesweite Online-Shop unter www.shop.digitalesmv.de.

Statement OB Witt: Gute Nachrichten für Neubrandenburg

Silvio Witt, Oberbürgermeister und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Städtetags, zu den Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus

„Die Lockerungen, die die Bundesregierung und Länder zur Corona-Epidemie beschlossen haben, begrüßen wir“, so Oberbürgermeister Silvio Witt als Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetages. „Das sind gute Nachrichten auch für die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg. Es ist gut und wichtig, dass sich in den Innenstädten wieder etwas tut und das für die Schülerinnen und Schüler eine Perspektive aufgezeigt wird, wann der Schulbetrieb aufgenommen wird.“

Nach wie vor genießt der Infektionsschutz Vorrang. Die Kontaktbeschränkungen und das Abstandsgebot bleiben auch über den 20. April hinaus bestehen. „Deshalb verlangt es von den Bürgerinnen und Bürgern noch mehr Geduld ab bis eine Normalität wieder erreicht wird“, weiß das Stadtoberhaupt. Es wird zudem ein Mund- und Nasenschutz im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel empfohlen. „Die Vier-Tore-Städter haben sich bisher an die Maßgaben zur Eindämmung des Virus gehalten. Darauf baue und vertraue ich auch weiterhin.“

Ab Montag werden Geschäfte, die nicht größer als 800 Quadratmeter sind oder ihre Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter reduzieren, geöffnet sein. Bau- und Gartenmärkte öffnen bereits am Sonnabend ihre Türen. In Mecklenburg-Vorpommern öffnen die Schulen für Abschussklassen bereits am 27. April. „Was uns besonders freut, dass unsere Regionalbibliothek wieder ihre Türen öffnen kann. Wenn ein Spielplatzbesuch noch untersagt ist, so ist ein Besuch in der Hintersten Mühle bei Einhaltung des Abstandsgebotes wieder uneingeschränkt möglich.“

Großveranstaltungen sind bis Ende August abgesagt und auch die Theatersaison wurde für beendet erklärt. „Gastronomie ist ebenfalls ein Teil unseres gesellschaftlichen Lebens“, betont Silvio Witt. Auch für diesen Bereich soll zeitnah eine Zukunftsperspektive skizziert werden, haben sich der Deutsche Städtetag und die Landesregierung auf die Fahnen geschrieben.

„Nach wie vor leisten wir als Stadt das Krisenmanagement vor Ort. In der Vier-Tore-Stadt haben wir die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus mit Hilfe des Landkreises und unserer Partner umgesetzt. Wir werden auch weiterhin über Vorgaben informieren und gegebenenfalls auch kontrollieren, um eine Ausbreitung des Virus einzudämmen“, verdeutlicht der Oberbürgermeister. „Gleichzeitig benötigen auch wir einen finanziellen Rahmen von Bund und Land, um unsere Handlungsfähigkeit sicherzustellen.“

Wirtschaft und gesellschaftlichen Leben sollen Schritt für Schritt wieder in Gang gebracht werden. „Ein erster Schritt ist nun getan und ich hoffe, dass wir durch unser Verhalten weiterhin in der Lage sind, die Infektionszahlen so gering wie möglich zu halten“, appelliert Silvio Witt.