Fischerhaus wird notgesichert

Fotos: Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg

Auf der Fischerinsel im Tollensesee haben Bauarbeiten am Fischerhaus begonnen. Nachdem letzte Sicherungsmaßnahmen im Jahr 2006 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) durchgeführt wurden, erfolgt derzeit eine Notsicherung des denkmalgeschützten Gebäudes im südlichen Bereich des Tollensesees. Das Fachwerkhaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts steht bereits seit 1986 auf der Denkmalliste und ist wahrscheinlich eines der ältesten durchgängig im kommunalen Besitz befindlichen Wohnhäuser des Landes. Die Insel diente den Fischern zu DDR-Zeiten unter anderem als Unterkunft und Zuflucht.

Das seit Jahrzehnten ungenutzte Fischerhaus gilt durch die abgeschiedene Lage, den langen Leerstand und den voranschreitenden Verfall als akut gefährdet. Um die Lasten vom Mauerwerk zu nehmen, werden zunächst die Dachziegel entfernt. Mit einem leichteren Blechdach wird das Haus künftig geschützt. Außerdem werden die Wände abgestützt und damit stabilisiert.

Da das Objekt im Naturschutzgebiet Nonnenhof und darüber hinaus in einem FFH- und Vogelschutzgebiet liegt, waren nicht nur umfängliche denkmal- sondern auch naturschutzrechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die insbesondere die Durchführung der Arbeiten im Zeitraum von Dezember bis Ende Februar vorgeben. Die Insel darf bis auf wenige Monate im Jahr aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht betreten werden.

Die derzeitigen Erhaltungsmaßnahmen sind nur durch die Unterstützung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern mit rund 100.000 Euro und der durch Spenden finanzierten Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 10.000 Euro möglich.