Höheres Bußgeld für Zünden von Pyrotechnik im öffentlichen Raum

Zum diesjährigen Jahreswechsel ist das Zünden von Pyrotechnik auf öffentlichen Straßen und Plätzen untersagt. Wer gegen diese Corona-Maßnahme verstößt, muss nun mit einem deutlich höheren Bußgeld rechnen. Es kann zwischen 50 und 1.000 Euro liegen.

Innenminister Torsten Renz: „Die Sanktionsmöglichkeiten wurden noch einmal angehoben, um ein deutliches Signal zu senden. Wer trotz aller Verbote gegen die Silvesterregelungen verstößt, tut dies bewusst. Es wird sehr breit darüber aufgeklärt und jeder kennt die Vorgaben. Diese hat die Landesregierung auch gemacht, um Menschenansammlungen, die schnell zu Infektionsherden werden können, zu verhindern.“

Aus diesem Grund soll das Bußgeld, das zunächst vorgesehen, aber noch nicht per Verordnung in Kraft getreten ist, erhöht werden. Auch der Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen ist in diesem Jahr verboten. Davon ausgenommen ist Kleinstfeuerwerk der Kategorie F1, wie beispielsweise Tischfeuerwerk, Wunderkerzen und Knallfrösche.

Minister Renz warnte in diesem Zusammenhang auch davor, über die Grenze nach Polen zu fahren und sich dort mit Feuerwerk einzudecken. „Das ist definitiv keine gute Idee, denn wer von einer Einkaufstour nach Deutschland zurückkommt, muss sich in Quarantäne begeben. Hinzu kommt, dass den Böllern oft die CE-Kennzeichnung fehlt, die in Deutschland erforderlich ist. Bei Verwenden solcher drohen empfindliche Strafen.“

Diskussion mit Stadtvertretern und Bürgern: Wie lässt sich Silvestermüll vermeiden?

Warum türmt sich der Silvestermüll trotz zusätzlich aufgestellter Container? Wie lassen sich die Einwohner motivieren, auch beim privaten Feuerwerk sorgsam mit historischer Bausubstanz, Strandbädern und Spielplätzen umzugehen? Sollte es Einschränkungen beim privaten Feuerwerk zu Silvester geben und stattdessen ein zentrales gemeinsames Feuerwerk organisiert werden? Diese Fragen will Oberbürgermeister Silvio Witt mit den Stadtvertretern und Bürgern noch einmal diskutieren.

Anlass dazu sind die Hinterlassenschaften der zurückliegenden Silvesternacht. „Es ärgert mich, wenn die Menschen in der Stadt ihren Dreck achtlos liegen lassen“, betonte der Oberbürgermeister. Es sei sinnvoll dagegen vorzugehen. „Wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen, denn es kann nicht sein, dass wir zwei bis drei Wochen brauchen, um den Silvestermüll zu beseitigen. Zudem dies mit erheblichen Kosten zulasten der Steuerzahler verbunden ist.“ Silvio Witt schlägt vor, dass Geld für die Reinigung stattdessen für ein zentrales, gemeinsames Feuerwerk einzusetzen. Es müsse überlegt werden, wie sich sensible Stellen in der Stadt wie beispielsweise der Kulturpark, das Belvedere, die Innenstadt mit ihrer historischen Bausubstanz und auch Strandbäder und Spielplätze schützen lassen. Zusammen mit Stadtvertretern und Bürgern möchte der Oberbürgermeister Ideen zu dem Thema entwickeln, um sich gemeinsam diesem Problem zu stellen.

Auch in anderen Städten wird immer wieder über Einschränkungen der Knallerei in der Silvesternacht diskutiert. In Dortmund, Düsseldorf, Bielefeld und Bremen wurden unter anderem Zonen definiert, in denen private Feuerwerke verboten sind. In der Hansestadt Greifswald findet aktuell eine Bürgerbefragung unter dem Thema „Privates Feuerwerk zu Silvester – Ja oder Nein?“ statt.

Bereits vor zwei Jahren wurde das Thema in der Vier-Tore-Stadt diskutiert. Es zeigte sich ein sehr differenziertes Meinungsbild.

Feuerwerk zum Jahreswechsel aus Amtssicht

Viele Menschen nehmen den Start des neuen Jahres zum Anlass, sich die Umsetzung guter Vorsätze vorzunehmen. Dem Partner besser zuzuhören, in der Schule besser aufzupassen oder öfter als bisher zum Instrument zu greifen, das man früher so gerne gespielt hat, könnten solche Wünsche für das kommende Jahr sein. Diese positive Energie, mit der man die Zukunft gestalten will, kann jedoch schnell verpuffen, wenn einen die ersten Minuten dieser Zukunft ins Krankenhaus bringen und die Umsetzung der Vorsätze böse durchkreuzen.

Silvester-Feuerwerk soll Spaß machen, kann aber gefährlich sein. „Wer nicht vorsichtig ist, kann unter Umständen Verbrennungen, starke Verletzungen und irreversible Schädigungen der Augen und Ohren davontragen, die das ganze restliche Leben beeinträchtigen können“, warnt Dr. Heiko Will, Erster Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

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Silvesterfeuerwerk – Die ersten Briefkästen sind zerstört!

Der Verkauf pyrotechnischer Erzeugnisse ist am Freitag angelaufen. Das Angebot ist riesig und verspricht neben vielen Leuchteffekten so manchen lauten „Knaller“. Die Kehrseite: Briefkästen, Müllcontainer oder Hausflure werden wieder für die ewig unbelehrbaren Idioten als Experimentierfelder herhalten müssen. So die ersten vier Briefkästen, die in Polzow zu Bruch gingen. Neben einer Sachbeschädigung ist hier ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz gegeben.

Das Silvesterfeuerwerk wird mit immer neuen Produkten bunter und lauter. Die verschiedenen Feuerwerke enthalten oft mehr (erlaubte) Explosivmasse. Sollte vor dem Zünden die Gebrauchsanweisung nicht gelesen werden und/oder gar erheblicher Alkoholgenuss ins Spiel kommen, könnte der Spaß schnell traurig enden.

Die Polizei appelliert an alle Feier- und Feuerwerksfreudigen:

Gehen Sie sachgemäß mit den Feuerwerkskörpern um, damit Ihre Feier nicht in einer Unfallchirurgie ein vorzeitiges Ende findet!

„Gut gemeinte Scherze“ können schnell das Gegenteil bewirken. Böller in Richtung mitfeiernder Freunde geworfen, können ungewollt treffen und Verletzungen verursachen.

Denken Sie an Ihre Mitmenschen! Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände ist in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Seniorenheimen, Reet- und Fachwerkhäusern und Kirchen verboten.

Lassen Sie das Auto bei Feiern möglichst stehen. Melden Sie sich rechtzeitig bei einem Taxiunternehmen an oder „verpflichten“ Sie ein Familienmitglied auf Alkoholverzicht!

Die Polizei und auch NBnews würden sich freuen, wenn es bei den vielen Feierlichkeiten in der letzten Nacht des Jahres 2018 zu keinen Unfällen, Streitigkeiten oder Körperverletzungen kommt und die Polizei am Neujahrstag vermelden kann, dass nahezu alles ruhig war.