Fake-Buchungsportale leichter erkennen

Die Haupturlaubszeit ist in vollem Gange. Durch die unterschiedlichen Bestimmungen im Ausland und das neue Preisniveau bleiben so einige im Sommer 2021 im eigenen Bundesland oder zumindest in der Nähe – und buchen vorab online.

Doch die Urlaubsfreude kann schnell getrübt werden, wenn die Ferienwohnung oder das Boot so wie dargestellt nicht existiert. Fake-Buchungsportale bescheren Kriminellen regelmäßig finanzielle Erfolge, sind für Sicherheitsbehörden nicht mal eben abschaltbar und vermiesen Buchenden die Freude über den langersehnten Urlaub.

Eine hundertprozentig Garantie, nicht auf einen Fake-Shop oder ein Fake-Portal hereinzufallen, gibt es nicht. Aber es gibt Anhaltspunkte, an denen sich die Nutzer von Online-Portalen orientieren sollten. Denn etwas mehr Zeit bei der Vorabrecherche investieren, kann vor Betrug bewahren:

  • Handelsregistereintragung über www.registerportal.de prüfen (Firmenname und HRB-Nummer suchen)
  • Über www.archiv.org nachschauen, wie lange die Internetseite bereits existiert
  • Bewertungsportale nach dem Portal checken – Gibt es auch schön ältere Einträge?
  • Seriosität von Anbietern durch Abfrage bei der örtlichen Touristeninformation abfragen
  • Preisgefüge im Blick behalten im Vergleich zu anderen, ähnlichen Anbietern
  • Zahlungen nur auf deutsche Konten veranlassen mit deutscher IBAN (DE) und die BIC überprüfen: Zu welcher Bank gehört sie?
  • Kontonummer googlen und gucken, ob es dazu bereits Einträge gibt
  • Achten Sie als Online-Bucher auf richtiges Deutsch in den Angeboten, checken Sie das Impressum, Prüfen Sie die angegebene Adresse und Telefonnummer
  • Angegebene Geschäftsführer o.ä. von Portalen mit Hilfe von Internetrecherche gegenchecken. In der Regel existieren von „echten“ Vorstands- bzw. Geschäftsleuten Bilder oder Hinweise zu weiteren Projekten

Neben Fake-Buchungsportalen gibt es für Verbraucher auch immer wieder Probleme mit Fake-Onlineshops jeglicher Art. Was hier beachtet werden sollte, ist unter diesem Link zusammengefasst: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/e-commerce/fake-shops/

Verbraucherärger über Fake-Homepage

„Betrüger prellen Ostsee-Urlauber um Zehntausende Euro“, so der Titel eines Zeitungsartikels aus Mecklenburg-Vorpommern bereits im August 2014. Die Zeitung berichtete über das Internetangebot von Betrügern, die Ferienwohnungen an der Ostseeküste vermieteten, die es gar nicht gab. Sie kassierten Zahlungen und verschwanden mit diesen über alle Berge und die Website mit ihnen. Im Jahr 2021 nun eine ähnliche Situation. Die gleiche Zeitung berichtet am 6. Juli: „Polizei warnt vor Fake-Hausboot-Seite“. Auch hier waren Betrüger am Werk, die mit falschen Vermietungen von Verbrauchern Zahlungen kassierten, für Angebote, die es gar nicht gab.

Das Phänomen der so genannten Fake-Angebote im Internet beschäftigt die Verbraucherzentralen mit steigenden Fallzahlen. So wurden im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr bereits doppelt so viele Beschwerden der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern über betrügerische Internethändler gemeldet.

Ein weiteres krasses Beispiel berichtete eine Verbraucherin in der Vorweihnachtszeit 2020. Zusammen mit etwa 300 weiteren Betrogenen hatte sie eine Playstation 5 vorbestellt und den Kaufpreis von etwa 500 Euro per Vorkasse bezahlt. Die Playstation wurde nie geliefert und die Webseite abgeschaltet.

In diesen und ähnlichen Fällen sollten die Betroffenen Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Auch die Alarmsignale einer betrügerischen Internetseite sollten richtig gedeutet werden. Dazu zählen:

Kontrolle des Impressums und der Kontaktmöglichkeiten
Welche Zahlungsmöglichkeiten werden angeboten?
Gibt es beim Kauf von Waren ein Widerrufs- und Rückgaberecht?

Diese Tipps sind wichtig und nützlich. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Meist sind derartige Seiten nur sehr schwer als Fälschung zu erkennen, denn sie sind professionell gestaltet und vermitteln einen seriösen Eindruck. Deshalb fordert die Verbraucherzentrale eine Identifikationspflicht für Webseiten, bevor diese bei der Denic registriert werden.

Weiterhin muss Online-Abzocke durch Polizei und Staatsanwaltschaft noch konsequenter bekämpft werden.