Warnung nach erfolgreichem Betrug: angebotenes Erbe über Facebook

Am 04.03.2021 wurde im Polizeihauptrevier Demmin eine Betrugsanzeige erstattet, bei welchem einer geschädigten Dame ein Schaden von mehr als 8.000 Euro entstanden ist.

Nach Angaben der Geschädigten ist sie im September 2020 bei Facebook auf eine Anzeige aufmerksam geworden, in welcher ein Erbe für den Betrag von 350.000 Euro gesucht wurde. Sie hat sich auf diese Anzeige gemeldet und in der Folge per E-Mail und whattsapp Kontakt zu dem vermeintlichen Gönner aufgenommen. Es gab dann eine Kommunikation mit privaten Fragen und Antworten, wodurch die Betrüger das Vertrauen der gutgläubigen Dame gewinnen wollten, was ihnen gelungen ist.

In der Folge wurde die Geschädigte an einen vermeintlichen Anwalt in Frankreich verwiesen, welchem sie nach dessen Aufforderung ihre persönlichen Daten, eine Kopie ihres Ausweises und ihre Kontonummer mitgeteilt hat. Weiterhin wurde sie aufgefordert, Zertifikate auszudrucken, diese unterschrieben zurückzusenden und verschiedene Geldbeträge als Gebühren auf unterschiedliche Konten zu überweisen. Die Geschädigte hat das insgesamt achtmal getan und so insgesamt 8.045 Euro an die Betrüger überwiesen. Zur Zahlung der Gebühren hat sie sogar einen Kredit aufgenommen, in der Hoffnung auf die Auszahlung des Erbes.

Nach der erneuten Aufforderung am 02.03.2021 über eine Summe von 1775,23 Euro teilte die geschädigte Dame dem Anwalt mit, dass sie nicht bereit sei, mehr Geld zu zahlen. Sie blockierte die Nummer, so dass es dann keinen Kontakt mehr mit den Betrügern gab. Anschließend offenbarte sie sich ihrem Ehemann und erstattete gestern Strafanzeige bei der Polizei.

Die Beamten der Kriminalkommissariatsaußenstelle Demmin haben die Ermittlungen wegen des Betruges aufgenommen. Dazu wird der Schriftverkehr ausgewertet und die begünstigten Kontodaten überprüft.

Neben der regelmäßigen Warnung, fremden Personen niemals Geld zu übergeben bzw. zu überweisen liegt der Polizei ein Tipp am Herzen: besprechen Sie vor einer Geldübergabe bzw. -überweisung Ihr Vorhaben mit einem Verwandten oder Bekannten. Meist wird nämlich schon im Gespräch deutlich, dass es sich um einen Betrug handeln könnte. Natürlich sind auch wir als Polizei jederzeit erreichbar.

Warnung: Vorsicht vor Facebook-Phishing durch Fake-Videos

Im Bereich des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte häufen sich derzeit die Strafanzeigen von Facebook-Nutzern, deren Accounts gehackt wurden und über die nun unbefugt Nachrichten von Betrügern verschickt werden.

Die Beamten des Kriminalkommissariats Neubrandenburg wollen die Begehungsweise der Betrüger beschreiben, um zu warnen und die Bürger/innen vor derartigen Betrugsversuchen zu schützen.

Hintergrund dafür ist eine Phishing-Mail mit einem Fake-Video. Die Opfer erhalten von dem Facebook-Account eines angeblichen Facebook-Freundes eine private Nachricht über den Facebook-Messenger. In dieser Nachricht ist scheinbar ein Video enthalten. Der angeblich Freund schreibt dazu: „Bist du das in dem Video?“ oder „Das musst du dir anschauen!“. Schon ist die Neugier des Opfers geweckt und der Nutzer klickt auf das vermeintliche Video. Doch statt dem Video öffnet sich ein neues Fenster, auf dem der Nutzer aufgefordert wird, sich erneut bei Facebook anzumelden. Tatsächlich ist dies jedoch nicht die offizielle Login-Seite von Facebook, sondern eine Fake-Seite.

Der Nutzer ist immer noch neugierig und denkt dabei nicht daran, dass er sich bereits angemeldet hatte. Er gibt also erneut seine Zugangsdaten ein – dieses Mal aber unbekannterweise auf der Fake-Seite. Anschließend öffnet sich kein Video. Stattdessen haben die Betrüger nun die Zugangsdaten ihres Opfers und können blitzschnell das Passwort seines Facebook-Accounts sowie die hinterlegte Mailadresse ändern. Die Betrüger haben somit Zugriff auf sämtliche Daten und Fotos, die der Nutzer zuvor in seinem Profil gespeichert hatte. Außerdem können die Täter nun über diesen Facebook-Account betrügerische Inserate im Facebook Marketplace schalten oder andere Straftaten im Namen des Opfers begehen.

Die Polizei möchte die Bevölkerung warnen: Wenn Sie nicht möchten, dass unbefugte Personen Zugriff zu Ihren privaten Facebook-Account bekommen, seien Sie vorsichtig und aufmerksam. Öffnen Sie keine Links oder Videos, die Ihnen zugeschickt werden und in irgendeiner Weise suspekt erscheinen.

Sollten Sie bereits auf solche Phishing-Mails reingefallen sein, ändern Sie sofort Ihr Passwort und warnen Sie alle Personen in Ihrer Freundesliste, dass Sie keine Links oder Videos, die Ihre Freunde von Ihrem Account erhalten haben, öffnen sollen. Ein Scan per Anti-Viren-Programm ist zudem dringend zu empfehlen, da die Täter auch Schadsoftware überspielt haben könnten.

VZMV: Das Fake-Gewinnspiel auf Facebook

Eine Verbraucherin machte die Verbraucherzentrale M-V auf das Gewinnspiel einer Autohaus Berning GmbH auf Facebook aufmerksam. Der vermeintliche Anbieter verkündet dem Nutzer, dass infolge der Corona-Krise die Produktion zwar stillsteht, man aber die Lager dennoch leeren muss. Aus diesem Grund will der Anbieter etwas Gutes tun und 15 Golf an treue Nutzer verlosen. Dafür soll der Nutzer den Beitrag bis zum 17.04.2020 teilen, kommentieren und die Anbieterseite mit „Gefällt mir“ markieren.

Vielen Nutzern ist nicht klar, dass es bei derartigen Gewinnspielen keine Gewinne gibt. Die Masche ist ein alter Hut: dem Nutzer wird suggeriert, dass es aus fiktivem oder realem Anlass etwas Großartiges zu gewinnen gibt. Und welcher Anlass eignet sich dafür besser als die derzeitige (Ausnahme)-Situation. Die Voraussetzungen der Teilnahme – kommentieren, teilen, liken und eine persönliche Nachricht schicken.

Nun könnte man meinen: „Wenn man da mal mitspielt, passiert doch nichts!“. Das ist ein Irrtum, denn die Leichtgläubigkeit lässt sich der Ersteller solcher Seiten mit den Daten der Nutzer bezahlen. Ab einer bestimmten Teilnehmerzahl werden die Nutzer zu einem neuen Link weitergeleitet. Über diesen gelangt man zu diversen Partnerprogrammen, für die der Ersteller Provision, der Nutzer dagegen bestenfalls lästige Werbung erhält.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Falsche Gewinnspiele sind häufig daran zu erkennen, dass entweder der Name eines bekannten Unternehmens missbraucht oder ein Phantasiename benutzt wird. Der Nutzer wird zum Teilen und Liken „gezwungen“; Teilnahmebedingungen für das Spiel fehlen. Zudem gibt es weder echte Kontaktmöglichkeiten noch ein Impressum. Achten Sie darauf, ehe Sie Ihre Daten preisgeben!