Nordkirche veröffentlicht Handlungsempfehlungen für kirchliches Leben

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat heute (1. Mai) umfassende Handlungsempfehlungen für das kirchliche Leben im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie veröffentlicht. Ein entsprechendes Schreiben ist über die Kirchenkreise an die fast 1.000 Kirchengemeinden sowie an kirchliche Einrichtungen versandt worden.

Hintergrund für die aktuellen Handlungsempfehlungen der Nordkirche sind entsprechende Verordnungen der Länder im Bereich der Nordkirche, die bereits erlassen worden sind bzw. erwartet werden. Demnach werden auf dem gesamten Gebiet der Nordkirche voraussichtlich ab dem 10. Mai erstmals wieder Sonntagsgottesdienste in Kirchen möglich sein. Die Entscheidung darüber, ob und ab wann diese Möglichkeit genutzt wird, sowie über konkrete Schutzkonzepte und Gottesdienstformen liegt bei den Kirchengemeinderäten, die dazu beraten und beschließen. Dies wird ebenso wie die Umsetzung der Schutzmaßnahmen vielerorts erst im Laufe der kommenden Wochen möglich sein.

Im Blick auf gottesdienstliche Zusammenkünfte empfiehlt die Nordkirche vor allem:

  • Mindestabstand von zwei Metern in allen Richtungen zwischen den Teilnehmenden (außer zwischen Angehörigen eines Haushaltes)
  • kleine Teilnehmer- bzw. Besucherzahl, orientiert an den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes
  • Hygienemaßnahmen (Möglichkeit zur Hand-Desinfektion am Eingang, Tragen von Mund-Nasen-Schutz, auch „Alltagsmaske“ oder „Community-Maske“ genannt)
  • Aufnahme der Kontaktdaten der Teilnehmenden zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten
  • Bitte um Verzicht auf Teilnahme am Gottesdienst bei Krankheitssymptomen.

Um zu verhindern, dass Menschen aus Platzgründen nicht am Gottesdienst teilnehmen können, sind beispielsweise auch mehrere Gottesdienste zu verschiedenen Uhrzeiten oder Andachten an Wochentagen denkbar. Die Nordkirche empfiehlt zudem, das Online-Streaming weiterhin zu nutzen und auszubauen, auch für Gottesdienste, bei denen Teilnehmende physisch anwesend sind.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt hebt hervor: „Ich bin froh, dass die Kirchengemeinden auf dem Gebiet der Nordkirche nun wieder selbst entscheiden können, ob Gottesdienste in ihren Kirchen gefeiert werden. In den letzten Wochen ist deutlich geworden, dass viele Menschen innerhalb und außerhalb der christlichen Kirchen dem Sonntagsgottesdienst eine große Bedeutung beimessen – für ihr persönliches Glaubensleben ebenso wie für die öffentliche Relevanz des Evangeliums. Vor Ort ist nun jeweils abzuwägen, welcher Weg in den nächsten Wochen angebracht ist. Es wird Gemeinden geben, die sich für Gottesdienste unter den geltenden Schutz- und Hygienekonzepten entscheiden. Andere werden in letzter Zeit neu entwickelte und erprobte analoge und digitale Formen für Verkündigung und Gemeinschaft fortsetzen oder traditionelle und neue Formen kombinieren. Ich traue den Menschen in unserer Kirche zu, dass sie dazu auf dem Hintergrund ethischer und theologischer Abwägungen verantwortliche Entscheidungen treffen. Mit den vorliegenden Handlungsempfehlungen unserer Kirche bekommen die Verantwortlichen vor Ort dafür einen hilfreichen Orientierungsrahmen.“

Die Landesbischöfin fügt hinzu: „Für mich ist zentral, dass unser ganzes christliches Leben Gottesdienst ist: Auch die Begleitung von Kranken, Sterbenden, Einsamen gehört dazu, genauso wie die Fürsorge für Geflüchtete, sozial Schwache, Obdachlose und Menschen in Existenzangst. Aus dem christlichen Glauben heraus orientieren wir uns an Nächstenliebe und Barmherzigkeit, um  mitmenschlich Kirche zu sein.“

Darüber hinaus gibt die Nordkirche auch Empfehlungen für Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern sowie zu Fragen des kirchlichen Lebens insgesamt und des Dienstes von Pastorinnen, Pastoren und Mitarbeitenden. Verantwortlich für die Gestaltung des kirchlichen Lebens in den Kirchengemeinden sind laut Verfassung der Nordkirche die jeweiligen Kirchengemeinderäte. Das gilt auch für die Festlegung und Umsetzung der jeweiligen kirchengemeindlichen Schutzkonzepte. Dabei sind die Rechtsverordnungen der Bundesländer, die derzeit überarbeitet werden, einzuhalten.

Die Handlungsempfehlungen der Nordkirche spiegeln den Diskussionsprozess innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie zwischen EKD, Bundesregierung und Länderregierungen wider. Ihnen liegen auch eine Verständigung mit der katholischen Kirche sowie Gespräche mit jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften zugrunde.

Die Handlungsempfehlungen der Nordkirche im Internet:

www.aktuell.nordkirche.de

Ostersonntag erster Online-Auftritt für digitales Chorprojekt der Nordkirche

Über 30 Chöre mit rund 900 Sängerinnen und Sängern beteiligen sich mittlerweile am digitalen Chorprojekt „Sing To Hope Choir“, das der Fachbereich Popularmusik in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) vor zwei Wochen ins Leben gerufen hatte. Ziel ist es, allen Chorfans zwischen Flensburg und Greifswald eine Alternative zu den wegen des Coronavirus‘ abgesagten Chorproben zu bieten. Am Ostersonntag (12. April, 11:30 Uhr) wird es bereits eine erste gemeinsame Veröffentlichung im Internet geben: der digitale OsterHoffnungs-Chor 2020.

Jan Simowitsch, Leiter des Fachbereichs Popularmusik der Nordkirche: „Ostern heißt: Alles wird neu. Alles wird hell. Die Sonne geht auf. Das wollen wir mit den Sängerinnen und Sängern gemeinsam feiern! Am Ostersonntag lassen wir den derzeit größten Chor erklingen. Und dafür brauchen wir natürlich viele weitere Stimmen.“

„Morgenlicht“ heißt das Stück, das am Ostersonntag im Internet zu hören sein wird – als Chorvideo mit einem Zusammenschnitt möglichst vieler Aufnahmen von Teilnehmenden. Zu den prominenten Unterstützern des digitalen Chorprojektes gehört auch Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein: „Singen macht froh – das wissen wir alle. Und in Gemeinschaft macht es noch einmal mehr Freude“, sagt er. Deshalb vermissten derzeit sehr viele Menschen in der Nordkirche ihre Chöre und Chorproben. Magaard weiter: „Ich freue mich, dass mit diesem Osterprojekt die Freude am gemeinsamen Singen und die Osterfreude erlebbar werden und möchte alle motivieren, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Mitmachen ist ganz einfach!“

Neben Noten und Hörbeispielen der einzelnen Chorstimmen zum Osterstück „Morgenlicht“ gibt es hier auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Interessierte ihren Gesang ohne Aufwand selber aufnehmen können.

Bis Dienstag, 7. April 2020, können diese Aufnahme und ein Foto, das den Sänger oder die Sängerin bei der Aktion zeigt, an folgende E-Mail-Adresse geschickt werden: Jan.Simowitsch@popularmusik.nordkirche.de.

Sobald die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus‘ aufgehoben sein werden, wollen sich alle beteiligten Sängerinnen und Sänger zu einem gemeinsamen – und dann analogem öffentlichen – Konzert treffen.

Corona-Krise: Nordkirche startet ab morgen kostenlose Seelsorge-Hotline

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) bietet ab Dienstag, 24. März, eine kostenlose Seelsorge-Hotline für alle Menschen an, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Unter der Nummer 0800 4540106 sind bis auf Weiteres täglich von 14 bis 18 Uhr ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger der Nordkirche erreichbar.

Menschen, die beispielsweise unter emotionalen und psychischen Belastungen oder sozialer Isolation leiden, sowie kranke und alte Menschen, die seelsorgerliche Begleitung brauchen, können sich an die Seelsorgerinnen und Seelsorger wenden.

Nordkirche ruft zum Klimafasten 2019 auf

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland beteiligt sich an der Aktion „Klimafasten 2019“. Sie ruft Christinnen und Christen, Gemeinden, Kirchenkreise, kirchliche Dienste und Werke dazu auf, in der diesjährigen Fastenzeit ab Aschermittwoch (6. März) eine klimafreundliche und ressourcensparende Lebensweise auszuprobieren. „Wir brauchen Kreativität und Veränderung. Dazu sind die sieben Wochen vor Ostern eine gute Gelegenheit“, betont der Umweltpastor der Nordkirche, Jan Christensen, vor dem Start der Aktion.

Unter dem Leitsatz „So viel du brauchst…“ (2. Mose 16) lädt die Nordkirche in diesem Jahr gemeinsam mit zehn weiteren evangelischen Landeskirchen und drei katholischen Erzbistümern dazu ein, Klimaschutz in den Mittelpunkt der eigenen Fastenzeit zu stellen. Jeder und jede kann sich daran beteiligen. Sieben Wochen lang gibt es wöchentlich zu jeweils einem Thema Anregungen, welche klimafreundlichen Alternativen im eigenen Alltag möglich sind.

Klimafasten ist allein, in der Familie oder in Gruppen möglich, heißt es da: So könne beispielsweise jede Gruppe in einer Kirchengemeinde etwas ausprobieren oder sich austauschen. Gemeinsam würden die Beteiligten ihre Erfahrungen in die Gemeinde einbringen. So könnte beispielsweise das nächste Gemeindefest plastikfrei gestaltet, ein vegetarisches Gemeindefrühstück ausprobiert oder neue Fahrradständer gebaut werden, damit mehr Menschen mit dem Rad zur Kirche fahren.

Die Idee hinter der bundesweiten Aktion: Erfolge beim Energiesparen zu Hause könnten auf das Energiemanagement der Kirchengemeinde übertragen werden. „So kann die Gemeinde Vorbild werden, um die Welt ein Stück gerechter und zukunftsfähiger werden zu lassen“, sagt Annette Piening vom Klimaschutzbüro der Nordkirche. Theologische Impulse in Andachten oder Gottesdiensten könnten ebenfalls dazu beitragen, in diesem Jahr eine etwas andere Fastenzeit zu gestalten.

Teamer-Ausbildung in Sassen

Mehr als 50 Jugendliche aus allen Regionen des Pommerschen Kirchenkreises der Evangelsichen Kirche in Mecklenburg-Vorpommern, die sich für die Teamer-Ausbildung haben entdecken lassen, waren dabei, um sich an drei Wochenenden im Landschulheim Sassen ausbilden ließen. Zum Abschluss zogen 51 stolze Teamerinnen und Teamer zum ersten Mal ihre roten Teamer-Outfits an. Die Jugendlichen sind nun gut vorbereitet auf den praktischen Teil ihrer Teamer-Ausbildung, auf die Einsätze in den Gemeinden und im Kirchenkreis.
Während eines Gottesdienstes in Altentreptow wurden alle Teamerinnen und Teamer des Jahrgangs 2018 gesegnet und in die Arbeit in den Gemeinden des pommerschen Kirchenkreises und des Sprengels ausgesandt. Viele Eltern und Gemeindeglieder waren gekommen, um mit uns gemeinsam diesen besonderen Gottesdienst zu feiern.
Im gleichen Gottesdienst wurde die bisherige pommersche Jugendvertretung nach zwei Jahren intensiver Arbeit im Kirchenkreis und in der Nordkirche entpflichtet und zwölf junge Menschen, die im Frühsommer von den Jugendlichen der pommerschen Kirchengemeinden mittels eines Online-Verfahrens gewählt worden waren, in ihr Amt eingeführt. Auch diese Jugendvertretung ist für zwei Jahre gewählt, in ihr sind Jugendliche aus allen drei Propsteien vertreten.
Für den nächsten Teamer-Kurs, der im Januar 2019 beginnt, gibt es übrigens schon eine ganze Menge Anmeldungen, wer noch Lust hat, sich auch zur Teamerin oder zum Teamer ausbilden zu lassen oder Fragen zum Konzept hat, kann sich gern unter der Mailadresse jugendpfarramt@pek.de an Jugendpastorin Tabea Bartels wenden.

Landessynodale aus MV gewählt

Die Synoden der Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern haben am Wochenende in Züssow und Güstrow die Landessynodalen der Nordkirche neu gewählt. Das Kirchenparlament wird im November 2018 erstmalig zusammentreten. Für die neun zu wählenden Plätze aus dem Kirchenkreis Mecklenburg stellten sich 23 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl. Im Anschluss an eine persönliche Vorstellung fand in Güstrow der Urnengang statt. Für die sieben zu wählenden Plätze aus dem Kirchenkreis Pommern stellten sich in Züssow 13 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl.
Zudem wurden die Mitglieder für vier Ausschüsse gewählt. Weitere Themen der Tagung in Züssow waren Beschlussfassungen zur Geschäftsordnung, zur Finanzsatzung, zur Pfarrstellenstruktur sowie zur Archivgebührensatzung. Präses Elke König stellte den Synodalen die Geschäftsordnung ausführlich vor. Nach reger Diskussion und Abstimmungen über mehrere Änderungen bzw. Ergänzungen wurde die Geschäftsordnung durch die Synode einstimmig beschlossen.
Die Landessynode bildet zusammen mit der Kirchenleitung und der Landesbischöfin bzw. dem Landesbischof die gemeinsame Leitungsebene der Nordkirche, die 2012 aus der Fusion der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Pommerschen Evangelischen Kirche und der Nordelbischen Kirche hervorging.

Aufruf von Landesbischof Ulrich zum bevorstehenden Erntedankfest 2018

In den nächsten Wochen bereiten sich die rund 1.000 Kirchengemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) auf das Erntedankfest am 7. Oktober vor. Aus diesem Anlass ruft Landesbischof Gerhard Ulrich die Gemeinden dazu auf, in ihren Gottesdiensten die von den Folgen des trockenen Frühjahrs und Sommers betroffenen Landwirte besonders in den Blick zu nehmen:
„Die Dürre der vergangenen Monate hat viele Landwirte, die auf dem Gebiet der Nordkirche wirtschaften, schwer getroffen. Zahlreiche Milchbauern können keine ausreichenden Futtervorräte anlegen, viele Ackerbauern erzielen unterdurchschnittliche Erträge – und das, nachdem auch das Vorjahr für die Landwirtschaft schwierig gewesen ist. – Das Erntedankfest steht bevor. Alljährlich danken wir dabei Gott für die Ernte und unser täglich Brot, das durch die harte Arbeit vieler Menschen auf unsere Tische kommt. Vielen Landwirten ist in diesem Jahr nicht zum Feiern zumute – und das ist auch verständlich. Erntedank ist auch Gelegenheit, Sorgen und Nöte der Bauern vor Gott zu bringen. Zugleich können wir alle, die wir uns tagtäglich von ihren Erzeugnissen ernähren, unsere Verbundenheit mit ihnen zeigen. Was wir in diesen Wochen erleben, erinnert daran: Eine reiche Ernte und volle Regale in den Geschäften sind keine Selbstverständlichkeit.“
Mecklenburg-Vorpommern feiert sein Landeserntedankfest am 7. Oktober in Dummerstorf bei Rostock (Kirchenkreis Mecklenburg). Die Predigt aus diesem Anlass hält Dr. Andreas v. Maltzahn, Schweriner Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, in der nahegelegenen Kirche Kavelstorf.