Die wahren Kosten von Lebensmitteln

Was kosten uns Lebensmittel wirklich? Dieser Frage sind Forschende der Universität Greifswald und der Universität Augsburg in einem Praxisprojekt mit der PENNY Markt GmbH nachgegangen. Für dieses haben die Wissenschaftler*innen die ökologischen Folgekosten verschiedener Lebensmittel berechnet. Das Projekt soll den großen Unterschied des Verkaufspreises von Lebensmitteln und deren wirklichen Wert darlegen. Vor allem tierische Produkte schneiden nach den Berechnungen schlecht ab.

Für die Berechnung werden die Faktoren der Treibhausgasemissionen, der reaktiven Stickstoffemissionen, des Energieverbrauchs und der Landnutzungsänderungen, verursacht durch biologische und konventionelle Lebensmittelerzeugung, bepreist. Errechnet werden also die wahren Preise von Lebensmitteln, die nicht nur die Produktionskosten, sondern auch ökologische und soziale Folgekosten, welche während der landwirtschaftlichen Produktion anfallen, abdecken.

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"Kalte Kaffee-Getränke" koffeinhaltige Kalorienbomben

Fotoquelle: naturepost/Pixabay

Ob Cappuccino, Latte Macchiato, Café Latte oder Eiskaffee – kalte Kaffee-Getränke aus dem Kühlregal haben Hochsaison. Sie enthalten jedoch meist viele Kalorien und eine Menge Zucker und Zusatzstoffe. Bei diesen Produkten handelt es sich um Milchmischgetränke bzw. Milcherzeugnisse mit Kaffee. Sie bestehen hauptsächlich aus fettarmer Milch oder Vollmilch. Weitere Zutaten sind Kaffee, Zucker, manchmal Kakaopulver und fast immer Zusatzstoffe.

Der Koffeingehalt entspricht ungefähr dem einer Tasse Kaffee, es gibt aber auch Kaffeegetränke mit deutlich mehr Koffein. „Mit einem Becher oder einer Flasche Kaffeegetränk werden zwischendurch schnell mal bis zu 320 kcal getrunken – mehr Kalorien als in einer halben Tafel Vollmilchschokolade stecken oder ungefähr so viel wie in einem Cheeseburger“, sagt Antje Degner von der Verbraucherzentrale Mecklenburg- Vorpommern. Natürlich hängt die Gesamtenergiemenge der Getränke auch davon ab, wie viel Kaffeegetränk in den Bechern enthalten ist. Die Spannweite in einer Stichprobe der Verbraucherzentrale reichte von 190 bis 400 Milliliter.

Häufig enthalten die Kaffeegetränke viel Zucker. 48 Gramm Zucker fand die Verbraucherzentrale laut Nährwerttabelle in einer 400 Milliliter Flasche Kaffeegetränk. Das entspricht 16 Stückchen Würfelzucker. Die meisten kalten Kaffeegetränke enthalten Zusatzstoffe. Häufig findet man Verdickungsmittel, wie z. B. Carrageen. Auch Emulgatoren, modifizierte Stärke und Säureregulatoren werden teilweise zugesetzt.

Wer wissen möchte, ob und welche Zusatzstoffe enthalten sind, sollte einen Blick in die Zutatenliste werfen. Fazit: Kaffeegetränke aus der Kühltheke sind nicht als Durstlöscher geeignet. Sie sind eher eine kalorien- und koffeinhaltige Zwischenmahlzeit mit teilweise recht vielen Zusatzstoffen.

Gemüsechips eine unbedenkliche Knabberei? Acrylamid in Kartoffel- und Gemüsechips

Gemüsechips, beispielsweise aus Süßkartoffeln, Möhren, Pastinaken oder rote Bete, sind neuere Handelsprodukte, die den Verbraucher inspirieren, mal etwas anderes, vermeintlich gesundes, aus dem Knabbereienregal zu konsumieren. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) widmet sich auch dieser Produktgruppe. Im Fokus stand der Vergleich des Gehalts an vermutlich krebserregendem Acrylamid in Gemüsechips und klassischen Kartoffelchips.

„Die Analysen der zehn Proben Kartoffel- und ebenso vielen Gemüsechips ergaben unterschiedliche Ergebnisse: Der Richtwert für Kartoffelchips von 750 µg/kg Acrylamid wurde in keiner Probe überschritten. Die Acrylamidgehalte der Gemüsechipsproben lagen im Mittel statistisch abgesichert höher, bei 1.236 µg/kg“, sagt Frerk Feldhusen, Direktor des LALLF. Der höchste ermittelte Acrylamidgehalt in Gemüsechips betrug knapp 1.900 µg/kg.

Die Bildung der unerwünschten Substanz wird in den Gemüsechips höchstwahrscheinlich durch den höheren Zuckergehalt der verwendeten Gemüsesorten im Vergleich zu Kartoffeln begünstigt.

„Bei Kartoffelchips wird das Risiko der Überschreitung der Richtwerte für Acrylamid inzwischen als gering eingeschätzt“, ergänzt Feldhusen. Die Hersteller haben in den letzten Jahren Maßnahmen zur Minimierung des Acrylamids in ihren Produktionsverfahren erfolgreich angepasst und umgesetzt.

Für Gemüsechips gibt es noch keinen separaten Richtwert. Die Datenbasis für Acrylamidwerte muss weiterhin vergrößert werden, damit zukünftig eine entsprechende Zahl für diese Produktgruppe festgelegt werden kann.

„Zu vermuten ist, dass momentan durch den geringeren Verzehr der Gemüsechips eher kein Gesundheitsrisiko für Verbraucher gegeben ist“, so Feldhusen.

Grundsätzlich enthalten die meisten, im Handel erhältlichen Kartoffel- und Gemüsechips viel Fett und Salz und sollten daher nur gelegentlich genossen werden.

Hintergrund
Acrylamid gehört aufgrund von Daten aus Tierversuchen zu den unerwünschten Stoffen. In Tierversuchen wirkte es Krebs erzeugend und Erbgut verändernd. Das Bundesamt für Risikobewertung in Berlin schätzt ein, dass Acrylamid in Lebensmitteln das Risiko der Krebsentwicklung bei Verbrauchern aller Altersgruppen erhöhen könnte.
In Lebensmitteln entsteht Acrylamid tagtäglich bei der Zubereitung mit Temperaturen ab 150 Grad Celsius, die die Lebensmittel auch ‚bräunt‘. Als Entstehungsbasis müssen die Aminosäure Asparangin und sogenannte reduzierende Zucker, wie Glukosen oder Fruktose, in dem Lebensmittel enthalten sein.
Aufgrund der vielen Einflussfaktoren lässt sich die Höhe der Bildung von Acrylamid bislang schwer voraussagen. Je dunkler Backwerk, Chips und Co sind, desto höher ist wahrscheinlich auch ihr Acrylamid-Gehalt.
Wichtige Acrylamid-Quellen sind Kaffee, Chips, Kekse, Kräcker und Knäcke- sowie Toastbrot. Im Verhältnis zum Körpergewicht sind Kinder die am stärksten exponierte Altersgruppe.

Honig – genaue Herkunft oft nicht erkennbar

Honig (Quelle: Pixabay / Gasfull)

Honig ist beliebt. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa ein Kilogramm Honig pro Jahr. Eine Vielzahl von Sorten sind im Angebot: von Akazienhonig über Rapshonig bis hin zu Wald- und Wiesenhonig. Aber woher kommt der Honig, der in unseren Supermarktregalen steht? Nur etwa 30 Prozent der Nachfrage kann aus einheimischer Produktion gedeckt werden. Der größte Anteil wird importiert, vor allem aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Bedeutende europäische Länder für den Import von Honig nach Deutschland sind Bulgarien, Ungarn und Rumänien.

Die genaue Herkunft erfahren Verbraucher jedoch oft nicht. Gemäß der deutschen Honigverordnung muss Honig zwar eine Herkunftsangabe tragen, ein konkretes Ursprungsland muss aber lediglich auf dem Etikett stehen, wenn der Honig aus nur einem Land stammt. Oft handelt es sich jedoch um eine Mischung von Honigen aus zwei oder mehr Ursprungsländern. Dann genügt einer dieser Hinweise: „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“. Vor allem die Angabe „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ ist wenig hilfreich, schließlich kann so gekennzeichneter Honig aus der ganzen Welt stammen.

Wer gern Honig aus Deutschland kaufen möchte, sollte sich nicht nur auf den ersten Eindruck verlassen, sondern genauer hinschauen. So hat manch deutscher Hersteller bzw. Abfüller neben wenigen deutschen Honigen vor allem Honigmischungen aus anderen Ländern im Sortiment.

Wird „Deutschland“ als Ursprungsland angegeben oder lautet die Bezeichnung „Deutscher Honig“, darf der Honig auch nur aus Deutschland stammen. Bei Honig, der in einem Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes verpackt ist, muss die deutsche Herkunft ebenfalls garantiert sein.

Und selbstverständlich: Werben Hersteller freiwillig mit Angaben, wie „Honig aus Nord-Deutschland“ oder „Honig aus Mecklenburg-Vorpommern“, muss der Honig auch aus dieser Region kommen.

VZMV: Was steckt unter der Hülle? – Unsichtbarer Frischeschutz für Obst und Gemüse

Foto: Avocados, ganz
Quelle: Pixabay/ sandid

„Eine Schutzschicht auf Früchten für die extra lange Frische“ und „könnte künftig auch dabei helfen, Verpackungsmüll zu reduzieren“. So schwärmen zwei große Handelsketten, wenn sie die neue Methode des „Coating“ beschreiben. Den Begriff kann man mit Beschichtung oder Umhüllung übersetzen. Als erste Früchte mit solch einer „zweiten Haut“ wurden in deutschen Testmärkten Avocados angeboten. Es folgten Zitrusfrüchte, wie Orangen oder Limetten, und Mangos.

Was steckt hinter dieser Methode?
Avocados und andere tropische Früchte legen aus ihren Anbauländern bis nach Deutschland einen weiten Weg zurück. Mit einem Überzugsmittel wird auf der Oberfläche von frischem Obst und Gemüse eine dünne pflanzliche und damit essbare „Schale“ geformt. Die Schicht soll verhindern, dass während des Transportes zu viel Wasser verloren geht und möglichst wenig Sauerstoff in die Frucht gelangt. So können natürliche Oxidationsvorgänge, wie z. B. das Braunwerden, verzögert werden. Die Nachreifung wird nach Herstelleraussagen verlangsamt: Die behandelten Früchte sollen doppelt so lange „erntefrisch“ bleiben wie unbehandeltes Obst. Durch die Verlängerung der Haltbarkeit sollen auch die Vitamine länger erhalten bleiben.

Woraus besteht dieser Überzug?
Die Grundstoffe von „Apeel“, einem der beiden Coating-Mittel, die schon verwendet werden, bestehen aus pflanzlichen Fetten, gewonnen aus: Schalen, Samen und Fruchtfleisch. Es handelt sich chemisch gesehen um Mono- und Diglyceride, wie bei dem als Lebensmittelzusatzstoff zugelassenen Emulgator E 471. Bei „Semper fresh“ stammt der Überzug aus einer Mischung aus Zuckerresten, Zellulose und pflanzlichen Ölen.
Die Substanzen sind geschmacklos, geruchlos, farblos und biologisch abbaubar. Laut Herstellern sollen sie essbar und gut verträglich sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass Schalen, die üblicherweise weggeworfen werden, jetzt verzehrt werden sollten.

Kann man das Coating im Supermarkt erkennen?
Die Methode ist im Moment hauptsächlich am Firmenlogo in Aufklebern oder an Schildern zu erkennen. Für Zitrusfrüchte, wie Orangen oder Limetten, gilt aber eine besondere Regelung. Hier müssen Oberflächenbehandlungsmittel angegeben werden, z. B. steht auf dem Etikett „Behandelt mit E 471“. Ohne weitere Erklärung sind beide Varianten für Verbraucher eher unverständlich.

Für Bio-Lebensmittel ist dieser Zusatzstoff nicht zugelassen und darf deshalb auch nicht als Überzugsmittel für Bio-Obst verwendet werden.

Spart das Coating Verpackung?
Viele tropische Früchte gelangen unverpackt nach Deutschland. Hier wird also keine Verpackung gespart. Wenn das Verfahren allerdings zukünftig für Gurken oder andere Produkte in Folie angewandt würde, dann sind durchaus Einsparungen möglich. Für die Händler soll das Verfahren auf jeden Fall den Vorteil bringen, dass weniger Früchte weggeworfen werden müssen.

Wird die Frische nur vorgetäuscht?
Diese Frage ist momentan schwer zu beantworten. Die Hersteller betonen, dass die langsamere Nachreifung es ermöglicht, dicht am optimalen Reifezeitpunkt zu ernten. Ob die optische Frische auch mit innerer Frische und einem Reichtum an Vitaminen und gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen einhergeht, sollte genauer untersucht werden.

Woher kommt das Ei? Der Hühnerstall ist meist nicht die Packstelle!

Viele Verbraucher wollen beim Kauf von Eiern wissen, woher diese kommen, nicht nur zur Osterzeit.
Die Angaben auf der Eierpackung helfen meist nicht weiter. Dort ist die sogenannte Packstellennummer aufgedruckt. Das ist eine Pflichtangabe, die lediglich angibt, wo die Eier abgepackt wurden und der Rückverfolgbarkeit durch die Kontrollbehörden dient.

In einem Eierkarton, dessen Packstellennummer mit dem Länderkürzel „DE“ beginnt, können so beispielsweise Eier aus Frankreich oder Belgien stecken. Das führt bei Verbraucherinnen und Verbrauchern immer wieder zu Verwirrungen.

Die Herkunft der Eier erkennen Sie nur am Stempel, dem Erzeugercode, direkt auf dem Ei:
An der ersten Ziffer erkennen Sie das Haltungssystem. Die „0“ steht für Bio-, die „1“ für Freiland-, die „2“ für Bodenhaltung. Die „3“ steht für eine Haltung in Kleingruppen (ausgestaltete Käfige). Diese Eier gehen fast ausschließlich in die Verarbeitung. Es folgt der Ländercode aus Buchstaben, „DE“ steht z. B. für Deutschland, „NL“ für die Niederlande. Daran schließt sich die Betriebsnummer an. Bei deutschen Eiern stehen die ersten beiden Ziffern für das Bundesland.

Beginnt die Nummer mit der „13“ kommt das Ei beispielsweise aus Mecklenburg-Vorpommern. Bei Eiererzeugern, die dem KAT-Kennzeichnungssystem angeschlossen sind, können Sie diese Nummer auf der Internetseite www.was-steht-auf-dem-ei.de eingeben und erhalten dann genauere Informationen zum Legebetrieb.

Besonders zu Ostern sind bereits gekochte und gefärbte Eier beliebt. Hier dürfen die Informationen zur Haltungsform und Herkunft fehlen, allerdings drucken manche Anbieter sie freiwillig auf die Verpackung.

Bei gefärbten Eiern kann es sich sogar um solche aus herkömmlicher Käfighaltung handeln, denn außerhalb der EU ist diese Haltungsform immer noch erlaubt. Wenn Sie auf der Verpackung das Siegel „Kontrolliert durch KAT“ finden, dann garantiert dieser Verein, dass die Eier in Europa gelegt wurden und aus Boden-, Freiland- oder Bio-Haltung stammen.

Nahrungsergänzungsmittel schützen nicht vor Covid-19

Auch wenn manch ein Anbieter einen anderen Eindruck erweckt: Es gibt kein Nahrungsergänzungsmittel, das Schutz vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus bietet oder eine Erkrankung abschwächen kann.

Wer möchte sich nicht vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen?
Aussagen wie „Mit Vitamin D schützen Sie sich vor den neuen Viren“ oder „Selen hat bei Infektionen der Lunge einen positiven Effekt“ kommen da gerade recht. Immer mehr Anbieter oder Vertreiber von Nahrungsergänzungsmitteln nutzen die Angst der Verbraucher und bewerben ihre Produkte im Internet mit entsprechenden Aussagen.

Doch Vorsicht! Der Virus (SARS-CoV-2) ist erst seit kurzer Zeit bekannt. Daher gibt es noch keine Studien, die eine Wirksamkeit von Vitaminen, Mineralstoffen oder bestimmten Pflanzenstoffen beim Schutz vor den Viren oder bei ihrer Bekämpfung nachweisen. Studien, die in diesem Zusammenhang zitiert werden, beziehen sich in der Regel auf andere Viren.

In vielen Fällen wird die Stärkung des Immunsystems als Argument für die Einnahme von Nahrungsergänzungen vorgebracht: Richtig ist, dass Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Zink oder Selen zur „normalen Funktion des Immunsystems“ beitragen können. Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel dürfen mit so einer Aussage auch beworben werden, wenn sie eine bestimmte Menge dieser Vitamine oder Mineralstoffe enthalten. Allerdings bedeutet das nicht, dass Sie mit einer Zufuhr dieser Stoffe über den täglichen Bedarf hinaus eine noch bessere Funktion Ihres Immunsystems erreichen. Wenn Sie abwechslungsreich essen und sich regelmäßig im Freien aufhalten, sind Sie in der Regel gut mit den genannten Nährstoffen versorgt. Wollen Sie dennoch auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, rät Sandra Reppe von der Verbraucherzentrale M-V, sich an den Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung zu orientieren, um keine zusätzlichen Risiken einzugehen.

Nahrungsergänzungsmittel dürfen grundsätzlich nicht damit beworben werden, dass sie vor einer Infektion schützen bzw. die Symptome bei einer Erkrankung lindern können.

Informieren Sie sich auch unter www.klartext-nahrungsergaenzung.de zu den Methoden der „Gesundheitsberatung“ im Internet.