Speiseeis aus M-V in alljährlicher Kontrolle

Besonders im Sommer ist die Lust auf Eis geweckt. Damit die kalte Leckerei zu einem problemlosen Genuss wird, sind jährlich Proben unterschiedlicher Sorten aus Eisdielen in Mecklenburg-Vorpommern in der mikrobiologischen Untersuchung im LALLF in Neubrandenburg.

In diesem Jahr wurden bis Ende Juli im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) 202 Speiseeisproben, der Großteil aus Softeisautomaten (129), mikrobiologisch geprüft. Ein gutes Ergebnis vorweg: „Krankmachende Keime wie Salmonellen oder Listerien (Listeria monocytogenes) konnten nicht nachgewiesen werden“, bilanziert Tierärztin Birte Andreas, Dezernatsleiterin für die mikrobiologische Untersuchung milchbasierter Lebensmittel.

Zehn Prozent der Eisproben (21 Stück, davon 17 Softeis) mussten aber wegen hygienischer Mängel beanstandet werden. Häufig wurden Grenz- bzw. Warnwertüberschreitungen von Enterobakterien (Hygienenachweiskeime), einschließlich E. coli, festgestellt. Bei den Enterobakterien handelt es sich in der Regel um Verunreinigungen durch die Nutzung hygienisch nicht einwandfreier Gerätschaften oder Rohware bei der Herstellung oder Abgabe des Gefrorenen. Selten sind technologisch bedingte Fehler die Ursache.

Diese Ergebnisse sind tendenziell besser als in den Vorjahren, allerdings sind in diesem Jahr coronabedingt durch die Schließungen der Verkaufsstellen nicht so viele Proben untersucht worden.

Speiseeis kann von der Herstellung bis zum Verzehr mit Keimen kontaminiert werden. Daher ergibt sich die stetige Notwendigkeit von Kontrollen der Eisdielen mit entsprechenden Auflagen durch die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter. „Für ein einwandfreies Eis ist unter anderem eine fachkundige Reinigung und Wartung der Softeisautomaten die Voraussetzung“, betont Andreas. „Denn der Milchanteil im Eis ist ein guter Nährboden für Bakterien. Grundsätzlich können Verbraucherinnen und Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern ihr Eis guten Gewissens genießen“.

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Marktcheck der Verbraucherzentrale MV zur Füllmenge und zu Nährwertangaben: Wie viel Luft steckt im Vanilleeis?

Foto: Vanilleeiskugel, Pixabay Ulrike Mai

Frühlingssonne und steigende Temperaturen machen Lust auf ein Eis. Ein nichtrepräsentativer Marktcheck der Verbraucherzentrale Mecklenburg- Vorpommern nahm die Kennzeichnung von zehn Vanilleeissorten unter die Lupe. Vorrangig ging es dabei um die Füllmengen- und die Nährwertangaben.

Füllmengenkennzeichnung von Eis

Laut Fertigpackungsverordnung werden die Füllmengen von flüssigen Lebensmitteln nach Volumen, alle anderen Lebensmittel nach Gewicht gekennzeichnet. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. Speiseeis wird wie ein flüssiges Lebensmittel behandelt und die Füllmenge somit nach Volumen, also in Millilitern, gekennzeichnet. 80 Prozent der Hersteller im Test gaben zusätzlich freiwillig auch die Füllmenge in Gramm an. In allen Produkten im Marktcheck steckte ein Luftaufschlag, teilweise bis über 100 Prozent. Durch die eingeschlagene Luft steigt das Volumen und aus 500 Gramm werden schnell 1000 Milliliter. Luft macht das Eis cremig. Jedoch muss die Luft im Zutatenverzeichnis nicht deklariert werden.

Nährwertkennzeichnung

Schwierig wird es für den Verbraucher, wenn auch die Nährwerte, wie z. B. Kalorien-, Zucker- und Fettgehalte, bezogen auf das Volumen angegeben werden. Knapp ein Drittel der Hersteller in der Stichprobe tat dies. Sie gaben die Kalorien nur bezogen auf 100 Milliliter an. Die Verbraucher können diese Angabe nicht nachmessen. Weil aber 100 Milliliter Eis oft nicht mehr als 50 Gramm entsprechen, wirken die Kaloriengehalte vergleichsweise niedrig. 30 Prozent der Hersteller im Test gaben die Nährwerte nur in Bezug auf das Gewicht an. Das macht es dem Verbraucher nicht leicht, Eis unterschiedlicher Hersteller miteinander zu vergleichen. Immerhin 40 Prozent gaben die Nährwerte sowohl für das Gewicht als auch für das Volumen an.

Was ist eine Portion Eis?

Gesetzlich verpflichtend sind die Nährwertangaben nur in Bezug auf 100 Gramm oder auf 100 Milliliter Eis. 80 Prozent der Hersteller machten zusätzlich auch Angaben bezogen auf eine Portion. Dabei fiel auf, dass die gewählten Portionsgrößen der Hersteller sehr stark variierten. Sie lagen zwischen 50 und 86 Gramm und 100 bis 200 Millilitern.

Herstellerbefragung

Die Eishersteller wurden schriftlich u. a. um Auskunft gebeten, nach welchen Kriterien sie ihre Portionsgrößen festlegen. Mehrfach wurde erklärt, dass die Hersteller sich auf die Standards von Euroglaces (Europäischer Speiseeisverband) beziehen, die eine Portion Eis mit 100 Millilitern bemessen.

Keiner der angefragten Hersteller hatte bei der Festlegung seiner Portionsgrößen Verbraucherbefragungen zugrunde gelegt.

Fazit

Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern sieht die Angabe von Portionsgrößen bei Eis als unsinnig an, da Portionsgrößen individuell sehr unterschiedlich sind. Durch die Angabe kleingewählter Portionsgrößen könnte beim Verbraucher ein falscher Eindruck der tatsächlich aufgenommenen Kalorien entstehen.

Weiterhin wäre es verbraucherfreundlicher, wenn alle Eishersteller sowohl die Füllmengen in Gramm als auch die Nährwertangaben bezogen auf das Gewicht angeben würden, so könnte der Verbraucher Eis unterschiedlicher Hersteller leichter miteinander vergleichen, Nährwerte realistischer einschätzen und eine bewusste Kaufentscheidung treffen.