Ehre fürs Ehrenamt – Antragsfrist läuft noch bis zum 31. Juli

Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg würdigt seit 1999 ehrenamtliches Engagement mit Anerkennungen durch Stadtpräsident/in und Oberbürgermeister/in während des Bürgerempfangs anlässlich des Stadtgeburtstages am 4. Januar. Mit der Auszeichnung ist außerdem ein Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt verbunden.

Vereine, Verbände und Initiativen sind deshalb aufgerufen, Vorschläge für zu Ehrende zu unterbreiten. Wer macht sich besonders stark im Verein? Wer setzt sich in hervorragender und uneigennütziger Art und Weise für die Gesellschaft ein?

Anträge auf Würdigung des Ehrenamtes können noch bis zum 31. Juli 2021 schriftlich beim Stadtpräsidenten eingereicht werden. Unter www.neubrandenburg.de ist das Antragsformular zu finden.

Vorschläge gesucht: Wer ist ehrenamtlich besonders aktiv?

Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg würdigt seit 1999 ehrenamtliches Engagement mit Anerkennungen durch Stadtpräsident/in und Oberbürgermeister/in während des Bürgerempfangs am 4. Januar.

Die Auszeichnung umfasst auch den Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt.
Vereine, Verbände und Initiativen sind deshalb aufgerufen, Vorschläge für zu Ehrende zu unterbreiten.

Der entsprechende Antrag auf Würdigung des Ehrenamtes ist bis zum 31. Juli 2021 schriftlich beim Stadtpräsidenten einzureichen. Das Formular ist auf der Internetseite der Vier-Tore-Stadt zu finden. www.neubrandenburg.de/media/custom/2751_3075_1.PDF?1624870909

Höhere Steuerfreibeträge für das kommunale Ehrenamt

Die Steuerfreibeträge fürs kommunale Ehrenamt werden erhöht. Finanzminister Reinhard Meyer hatte für diese Änderungen bei seinen Länderkolleginnen und -kollegen geworben – mit Erfolg. Die Änderung tritt rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft.

Die Entschädigungsverordnung des Landes ist 2019 angepasst worden. Seither können ehrenamtlich Tätige etwa in den Kommunalvertretungen eine höhere Aufwandsentschädigung erhalten. Da allerdings der steuerfreie Mindestbetrag nicht erhöht wurde, hätten viele Ehrenamtler einen Teil der Erhöhung versteuern müssen. Finanzminister Meyer drängte daher bei den Finanzministerinnen und Finanzministern in den anderen Bundesländern sowie bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf eine Anpassung.

In Reihen der Finanzministerinnen und Finanzminister erhielt Meyer breiten Zuspruch, so dass das Thema erneut auf die Agenda kam und das Bundeskabinett Ende März schließlich entsprechende Änderungen beschloss. Nachdem der Bundesrat der Lohnsteueränderungsrichtlinie bereits im Mai zugestimmt hat, erteilte nunmehr auch das BMF der Anhebung Steuerfreibeträge für das kommunale Ehrenamt das Einvernehmen.

Damit erhöht sich rückwirkend zum 1. Januar 2021 die steuerfreie monatliche Aufwandspauschale von 200 Euro auf 250 Euro.

Finanzminister Reinhard Meyer: „Ich freue mich vor allem für die ehrenamtlich Aktiven bei uns im Land, dass mein Werben Erfolg hatte. Die Freibeträge wurden zuletzt 2013 angepasst. Die Erhöhung war also überfällig. Die Kommunen sind Fundament unserer Gesellschaft. Daher muss auch das kommunale Ehrenamt entsprechend wertgeschätzt werden.“

Ehre fürs Ehrenamt

In jedem Jahr ehrt die Stadt Neubrandenburg anlässlich ihres Gründungstages bei einem Bürgerempfang Menschen, die sich in hervorragender und uneigennütziger Art und Weise im Ehrenamt für die Gesellschaft einsetzen. Da der Bürgerempfang im Januar aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen musste, wird die Ehrung in diesem Jahr im Rahmen der Stadtvertretersitzung durchgeführt.

Die Stadtvertretung Neubrandenburg hat am 22. Oktober 2020 beschlossen Christa Grund, Andreas Jordan, Anke Jurchen, Ute Kraft und Peter Lippold für ihr jahrelanges, außergewöhnliches Engagement im Ehrenamt zu würdigen.

Stadtpräsident Dieter Stegemann:

Christa Grund

Christa Grund engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich. Sie hat viele Jahre als Ratsfrau in der Stadtvertretung gearbeitet, im FDGB-Chor und später im Volkschor gesungen und ist aktives Mitglied im Polizeisportverein. Seit 13 Jahren leitet Christa Grund die Ortsgruppe 9 der Volkssolidarität in Neubrandenburg. Sie bereichert die monatlichen Veranstaltungen mit eigenen Beiträgen, organisiert Vorträge sowie musikalische und kulturelle Begegnungen in der Kunstsammlung, im Regionalmuseum, dem Literaturzentrum im Brigitte-Reimann-Literaturhaus, mit der EUROPA-Union sowie dem URANIA-Zentrum. Sie ermöglichte Konzertbesuche zum Tag der Deutschen Einheit und zu Orgelkonzerten in der Konzertkirche. In guter Zusammenarbeit mit den hiesigen Reiseunternehmen organisiert sie Tagesreisen und Schiffsausflüge. Die 65 Mitglieder der Ortsgruppe 9 der Volkssolidarität Nordost e.V. bedanken sich für den Einsatz von Christa Grund und haben sie gern für eine Würdigung ihrer ehrenamtlichen Arbeit vorgeschlagen.

Andreas Jordan

Andreas Jordan wurde für die Anerkennung seiner ehrenamtlichen Arbeit in dieser Form vom Freien Fanfarenzug Neubrandenburg Stadt 1980 e. V. vorgeschlagen.

Andreas Jordan wurde 1985 Mitglied im Freien Fanfarenzug Neubrandenburg und zeigte sich in allen Jahren seiner Mitgliedschaft immer mehr mit dem Verein verbunden. Im Jahr 2011 wurde er in die verantwortungsvolle Position des Vereinsleiters gewählt und steckt seit dieser Zeit mit Herzblut seine Freizeit und vieles mehr in die Arbeit für den Verein. Die Kinder- und Jugendarbeit, die Musik und damit auch der Fortbestand des Vereins stehen in seinem Leben beinahe immer an erster Stelle. In jedem Jahr wird es schwerer, die notwendigen Mittel für die Vereinsarbeit, sei es für die Ausrüstung oder auch für Freizeitaktivitäten, zu beschaffen. Dafür sammelt er nach einem anstrengenden Arbeitstag z.B. noch Papier, Altkleider oder auch Bücher.

Ein besonderes Anliegen ist für Herrn Jordan die jährliche Spendengala zu Ehren der José-Carreras-Leukämie-Stiftung, die sowohl ein Erlebnis für Groß und Klein ist, aber auch einen sehr wichtigen und hoffnungstragenden Zweck erfüllt. Nahezu das ganze Jahr über steckt Herr Jordan Zeit, Nerven und Anstrengungen in die Organisation dieses Ereignisses – es müssen Sponsoren und Tombola-Preise gefunden, Teilnehmer und Gäste eingeladen und Werbemaßnahmen ergriffen werden. Ohne Andreas Jordan wäre der Verein nicht denkbar.

Anke Jurchen

Anke Jurchen leitet seit 20 Jahren den Förderverein der Grundschule Süd e. V.

Sie hatte maßgeblichen Anteil an der Erarbeitung des Schulkonzeptes mit seiner sportlichen und gesundheitsorientierten Ausrichtung. Während des Mentorings für eine wissenschaftliche Arbeit lernte sie die Grundschule Süd kennen und entschied sich, das Schulkonzept „Gesund und fit durch Schule“ aktiv zu begleiten. Also nicht persönliche Motive, sondern das Wohlergehen aller Kinder dieser Grundschule waren die Beweggründe für Anke Jurchens Mitarbeit im Förderverein, den sie seit 2001 äußerst professionell als Vorsitzende führt. Bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit war die Erstellung einer sachgemäßen Satzung eine große Herausforderung. Anke Jurchen investiert einen hohen Anteil ihrer Freizeit, um den wiederkehrenden Vereinsaufgaben gerecht zu werden, wie dem Schreiben von Anträgen, der qualifizierten Buchführung, der Erstellung von Verwendungsnachweisen für die Abrechnung von Zuschüssen, die Durchführung von Mitgliederversammlungen und die Präsentation des Vereins in der Öffentlichkeit. Wiederholt führte sie Seminare und Fortbildungen für Eltern und das Schulpersonal zum Thema Bewegung und Gesundheitsförderung ehrenamtlich durch.

Ute Kraft

Der Vorschlag für die Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit von Ute Kraft wurde vom Eine Welt – Nueva Esperanza e. V. unterbreitet. Dieser gemeinnützige Verein ist Träger des Weltladens in Neubrandenburg. Dort werden fair produzierte und gehandelte Waren aus aller Welt angeboten. Der Verein realisiert Bildungsprojekte und unterhält Netzwerkkontakte zu gleichgesinnten Vereinen und Institutionen. Ute Kraft ist seit dem Jahr 2000 Mitglied des im Jahr 1992 gegründeten Vereins und hat dort 15 Jahre als Vorstandsvorsitzende gewirkt. Ute Kraft übte ihr Ehrenamt neben Schichtarbeit im Pflegedienst, familiären Herausforderungen und trotz späterer eigener Erkrankung verantwortungsvoll aus. Im Vorschlag des Vereins heißt es: „Sie pflegte den Zusammenhalt des Vereins und stand in schwierigen Zeiten mit Optimismus und Sachlichkeit zur Seite.“

Peter Lippold

Peter Lippold ist Gründungsmitglied des Fördervereins „Freunde der Gesamtschule e. V. der IGS „Vier Tore“, der ihn auch für diese Würdigung vorgeschlagen hat.

Der Verein wurde am 27. Oktober 1993 gegründet, von 1997 bis 2012 war Peter Lippold Vorsitzender des Vereins und ist bis heute Mitglied des Vorstandes.

Er erfand, er förderte und er unterstützt bis heute zahlreiche Projekte und Veranstaltungen, die die Gesamtschule nur über den Förderverein anbieten konnte. Zu nennen wären die jährliche Auszeichnung der besten Schulabgänger, Schüleraustausche mit Norwegen, Polen, Dänemark, Schweden, Lerncamps in den Sommerferien, schulische Wettbewerbe unterschiedlicher Art, die Entwicklung eines Schul-Logos, Kooperationen mit dem Regionalmuseum, dem Fraueneinfälle NB e. V., der Theater und Orchester GmbH, dem Präventionsrat und vielen weiteren Institutionen.

Auch die Erringung des Titels „Schule ohne Rassismus“, die Verbesserung der Ganztagsausstattung der Schule, die Mitarbeit der Schule beim Stadtteilfest der Südstadt und vieles mehr gehen auf die Initiativen und den ehrenamtlichen Einsatz von Peter Lippold zurück.

Oberbürgermeister Silvio Witt würdigt ein Neubrandenburger Unternehmen für sein wirtschaftliches und soziales Engagement zum Wohle der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg:

Das Duden Institut für Lerntherapie Neubrandenburg wird als Franchiseunternehmen von Kathrin Ader betrieben. Es bietet Menschen mit Lernschwierigkeiten individuelle Hilfe und fördert Kinder und Jugendliche mit Rechenschwäche, Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) oder LRS in Englisch. Grundlage der Förderung ist das Konzept der integrativen Lerntherapie. Es verbindet die jeweilige Fachdidaktik mit passenden Methoden aus der Spiel-, Ergo- und Familientherapie.

Das Unternehmen zeichnet sich insbesondere durch seinen Beitrag zur Inklusion im Sinne von bestmöglicher individueller Entfaltung statt Erfüllung vorgegebener gesellschaftlicher Leistungsparameter aus.

Sowohl nach außen durch die Formen der angebotenen Dienstleistungen und des vielfältigen Engagements der Unternehmerin Kathrin Ader, aber auch nach innen durch den Umgang mit den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leistet das Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur sozialen Entwicklung der Stadt.

Im Rahmen von Mitgliedschaften und Kooperationen unterstützt das Unternehmen zahlreiche Vereine und Bildungseinrichtungen in Neubrandenburg. Das Duden Institut ist regelmäßiger Unterstützer der Initiative zur Förderung lernschwacher Kinder e. V. in Form von finanziellen Zuwendungen, kostenfreier individueller Beratungstätigkeit für Familien sowie die Gestaltung kostenfreier Elternabende durch Fachkräfte des Unternehmens in Schulen, Horten und Kitas.

Das Duden Institut sichert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch individuelle und flexible Arbeitszeitlösungen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen am Arbeitsplatz, ein wertschätzendes Miteinander, Weiterbildungsmöglichkeiten, teambildende Freizeitmaßnahmen wie die gemeinsame Teilnahme an sportlichen Aktivitäten, z. B. dem Frauenlauf in Neubrandenburg sind nur einige Beispiele für das soziale Engagement des Unternehmens nach innen.

Viele Empfehlungen zur Würdigung des Ehrenamts beim Bürgerempfang bezogen sich in diesem Jahr auf ehrenamtliche Leistungen während der besonderen Zeit der Corona–Pandemie.

So schlägt der Förderverein des Albert–Einstein–Gymnasiums e. V. Mai Ngyen und Jonas Eckhardt vor.

Stadtpräsident Dieter Stegemann:

Mai und Jonas sind Schülerin und Schüler der 12. Klasse des Albert-Einstein-Gymnasiums. Sie stehen hier stellvertretend für alle diejenigen Schüler*innen der Oberstufe des AEG, die nach dem Beschluss der Schließung der Schulen in MV im März 2020 innerhalb weniger Tage eine Online-Plattform für den Distanzunterricht nutzbar gemacht, diese Plattform gepflegt, Lehrer/innen und Schüler/innen bei der Nutzung der Plattform angeleitet und unterstützt haben und die Nutzungsmöglichkeiten der Plattform kontinuierlich weiterentwickelt haben. Bereits am 3. Tag nach der Schulschließung wurde so die Durchführung von Online-Unterricht in den Klassen der gymnasialen Oberstufe möglich. Durch die Plattform waren verschiedene Unterrichtsformen möglich. Die Mitglieder dieser Schüler/inneninitiative haben viel Zeit – neben ihren schulischen Aufgaben – aufgewendet, um die Plattform arbeitsfähig und störungsfrei zu halten und um während der gesamten Zeit praktische Hilfe für die Lehrkräfte anzubieten. Damit war es möglich, lebendigen und nachhaltigen Unterricht in und trotz Distanz durchzuführen.

Das Netzwerk Stadtteilarbeit, bestehend aus den Stadtteilbüros auf dem Datzeberg, der Südstadt und der Oststadt sowie dem Quartiersmanagement Nordstadt-Ihlenfelder Vorstadt schlägt die Ehrung von Marcos Atala, einem herausragenden unter vielen Mitwirkenden im Netzwerk NB HILFT 2.0 vor.

Stadtpräsident Dieter Stegemann:

Dieses Netzwerk wurde gegründet, als es wegen des Corona-Lockdown im März 2020 für viele Menschen, die einer Risikogruppe angehören, schwierig wurde, sich selbst zu versorgen. Bei NB HILFT 2.0 fanden sich sehr schnell und unkompliziert Bürger*innen Neubrandenburgs zusammen, um bei Einkäufen und durch praktische Hilfestellungen zu unterstützen.

Marcos Atala hat sich seit Gründung des Netzwerks bis heute mit hohem Engagement beteiligt. Mit großer Freundlichkeit, Ausdauer, mit Geduld und Verständnis hat er sich auch um ungewöhnliche Hilfewünsche gekümmert. Viele Neubrandenburger/innen konnten sich darauf verlassen, dass Marcos Atala zuverlässig hilft. Auch für das Organisationsteam, das seit dem Sommer 2020 vom Netzwerk Stadtteilarbeit unterstützt wird, ist Marcos Atala ein wichtiger Partner. Insbesondere der menschliche Kontakt ist Marcos Atala wichtig, oftmals hat ein Gespräch an der Wohnungstür den hilfebedürftigen Menschen geholfen, die Einsamkeit für kurze Zeit zu vergessen.

Das herausragende Engagement von Marcos Atala steht gleichzeitig beispielhaft für viele Engagierte des Netzwerks, die sich während der Corona-Krisenzeit selbstverständlich und selbstlos für andere einsetzen und zupacken, wenn Hilfe gebraucht wird.

Engagement-Fachtage sind wichtige Plattform für die zukünftige Entwicklung des Ehrenamtes

Unter dem Motto „Krise – Umbruch – Aufbruch!“ finden vom 26. bis 28. Mai in digitaler Form die Engagement-Fachtage Mecklenburg-Vorpommern statt. Sozialministerin Stefanie Drese hob zum Auftakt den Strukturwandel im Bereich des Ehrenamtes hervor und würdigte die Fachtage als wichtige Plattform des Kennenlernens und als Impulsgeberin für neue Ideen und Trends für das bürgerschaftliche Engagement in Mecklenburg-Vorpommern.

„In diesem Jahr stehen die Engagement-Fachtage unter dem Zeichen des Wandels“, sagte Drese. Nicht erst durch die Pandemie gebe es das Problem des Generationenwechsels im Ehrenamt.

„Um weiterhin Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen, ist es notwendig, neue Ansätze ehrenamtlicher Tätigkeiten, neue Rahmenbedingungen und neue, digitale Beteiligungswerkzeuge zu diskutieren. Das können zum Beispiel digitale Tools oder neue Formen der Mitgliederbeteiligung sein. Ich erachte die Fachtage daher als besonders wichtig für unser Land, auch weiterhin die „kleinen“ Hilfen für das Ehrenamt in einem großen Rahmen zu präsentieren“, so Drese.

Die Ministerin betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Ehrenamtsstiftung MV, die maßgeblich die Engagement-Fachtage organisiert und begleitet. Sie sei seit ihrer Gründung 2015 zu einer sehr wichtigen und nicht in größere Verbände oder bestimmte ehrenamtliche Strukturen eingebunden Institution geworden. Das verleihe ihr Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit, so Drese.

Drese: „Die Ehrenamtsstiftung fördert unkompliziert, flexibel und schnell, wie es das Ehrenamt benötigt. Dabei leistet sie eine individuelle Beratung und ist aktuell dabei, diese sehr gefragten Beratungsprozesse auszubauen. Das macht die Ehrenamtsstiftung zu einer Partnerin auf Augenhöhe – egal ob Dorfverein, Landesverband oder bundesweit tätige Organisation. Insbesondere für kleine Initiativen und Vereinen, die nicht in festen Strukturen eingebunden sind, bietet die Stiftung durch ihre zahlreichen Möglichkeiten der Projektförderung aber auch der Weiterbildung eine hervorragende Chance, aktiv zu werden“, verdeutlichte Ministerin Drese.

EhrenamtsKarte MV wächst weiter dynamisch

In dieser Woche konnte die 3.000 EhrenamtsKarte MV ausgehändigt werden. Für Sozialministerin Stefanie Drese ist diese in den letzten Monaten weiter stark gestiegene Zahl ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz der landesweiten Bonuskarte für in Mecklenburg-Vorpommern ehrenamtlich besonders Engagierte. „Unsere Ehrenamtskarte entwickelt sich prächtig“, bilanziert Drese. Denn auch die Zahl der Partner wächst kontinuierlich.

An den Erhalt der EhrenamtsKarte MV sind einige Voraussetzungen geknüpft, wie z.B. mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden im Jahr ehrenamtliches Engagement. „Wir wollen mit den Kriterien sicherstellen, dass die Ehrenamtskarte keine Massenware ist, sondern eine Würdigung und ein Dankeschön für stark bürgerschaftlich engagierte Menschen in unserem Land. Das gelingt sehr gut. Dieser Ansatz trifft auf hohe Zustimmung bei den Ehrenamtlichen“, so Drese.

Mit der EhrenamtsKarte MV können Berechtigte Rabatte oder besondere Leistungen bei teilnehmenden Unternehmen, Freizeitstätten, Einrichtungen, Institutionen und Vereinen erhalten.

Ministerin Drese weißt dabei auf die kontinuierliche Steigerung der Attraktivität der EhrenamtsKarte MV hin. „Wir haben inzwischen die stolze Zahl von 190 Partnern, mit weiteren Interessenten sind wir im Gespräch. Unseren Partnern aus ganz unterschiedlichen Bereichen gilt mein herzlicher Dank. Damit zeigen sie ihre Wertschätzung für unsere ehrenamtlich Engagierten im Land.“

Zu den 190 Partnern mit über 360 Angeboten gehören z.B. Einzelhändler, Tankstellen, Fast-Food-Filialen, Bäckereien, Autovermieter, Krankenkassen, Restaurants, Hotels, Freizeit-, Wellness-, Kultur- und Ausflugseinrichtungen sowie Sportvereine.

„Diese Vielfalt zeichnet unsere Ehrenamtskarte aus“, betont Drese. Die meisten Partner hätten eine regionale Verankerung. Positiv sei zudem, dass die Angebote ausgewogen landesweit verteilt sind, natürlich mit Schwerpunkten in den großen Städten und den Tourismushochburgen.

Drese: „Ich freue mich, dass wir als Landesregierung gemeinsam mit der Ehrenamtsstiftung MV und den acht MitMachZentralen im gesamten Land solch ein schönes und wachsendes Angebot zur Würdigung der Leistung vieler Menschen im Land schaffen.“

Hintergrund:

Auf der Website www.ehrenamtskarte-mv.de finden sich detaillierte Informationen etwa zu den Voraussetzungen zum Erhalt der Karte. Es können dort zudem Anträge gestellt und die teilnehmenden Partner und deren Angebote gefunden werden. Auch interessierte Unternehmen und Institutionen können über die Website direkt Kontakt aufnehmen. Kernstück ist die große Landkarte, die alle Angebote einfach und geografisch übersichtlich darstellt.

Die EhrenamtsKarte MV ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung, der Ehrenamtsstiftung MV und der acht vom Land geförderten MitMachZentralen in allen Landkreisen sowie in Rostock und Schwerin. Dort erhalten Interessierte und ehrenamtlich Engagierte Unterstützung und Auskunft vor Ort.

Angemerkt

Nichts gegen die Anerkennung von ehrenamtlicher Arbeit! Im Ehrenamt wird viel geleistet und die Gesellschaft zusammen gehalten.

Nichtsdestotrotz werden viele Aufgaben, für die die Gesellschaft eigentlich zahlen müsste, ins Ehrenamt abgeschoben. Da ist die Herausgabe von Rabattkarten sehr wohlfeil (und kostenbändigend). Außerdem haben die „Partner“ auch noch was davon. Wie andere Punktesammelsysteme auch werden die Karteninhaber eben genau in die Läden dieser Partner gelockt, um dort für mehr Umsatz zu sorgen. DeutschlandCard, ADAC und Payback lassen grüßen.

Für Politik und Wirtschaft also eine Win-Win-Situation. Nur der Ehrenamtler bekommt statt einer vernünftigen Aufwandsentschädigung nur ein paar Rabatte.

Ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe für pflegebedürftige Menschen

Seit über einem Jahr leben wir unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Alle Bereiche unseres Alltags sind mehr oder weniger davon betroffen. Dabei sind ältere und pflegebedürftige Menschen besonderen Belastungen ausgesetzt. Ihre Versorgung und Pflege sicherzustellen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, an deren Realisierung verschiedene Leistungsanbieter und Instanzen mitwirken. So sind auch ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer/innen im Auftrag der Pflegekassen im Einsatz. Beispielsweise können sie im Haushalt unterstützen, Einkäufe erledigen, Arzt- oder Behördentermine begleiten, vorlesen oder gemeinsame Spaziergänge anbieten.

Die Nachbarschaftshelfer/innen werden im Rahmen von obligatorischen Kursen auf Grundlage der „Unterstützungsangebotelandesverordnung M-V“ qualifiziert. In einem Grundkurs erhalten sie allgemeine Kenntnisse im Umgang mit den zu betreuenden Menschen, Informationen zum Netzwerk Pflege und Anleitung zur Abrechnung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit mit den Pflegekassen. Die Kursteilnahme ist Voraussetzung zur Nutzung des Entlastungsbetrages nach §45 b SGB XI für einen pflegebedürftigen Menschen.

Wichtig ist: Die Kurse werden auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen fortgeführt und zwar in der Kombination von Telefonkonferenz und Online-Kurs. Federführend tätig sind dabei die Pflegestützpunkte, welche für die Fragen der Nachbarschaftshelfer vor, während und nach dem Grundkurs zur Verfügung stehen.

PC-Grundkenntnisse und vor allem ein stabiles WLAN sind unabdingbare technische Voraussetzungen zur Teilnahme am Online-Kurs. Interessent/inn/en an der Nachbarschaftshilfe und an einem Grundkurs können sich in den vier Pflegestützpunkten unseres Landkreises telefonisch anmelden:

Pflegestützpunkt Demmin    0395 / 570 87 4750
Pflegestützpunkt Neubrandenburg    0395 / 570 87 5752
Pflegestützpunkt Neustrelitz    03981 / 262 90 64
Pflegestützpunkt Waren    0395 / 570 87 2331

Weitere Informationen können auch auf der Homepage www.PflegestuetzpunkteMV.de   nachgelesen werden.