Hospiz-Arbeit unter schwierigen Corona-Bedingungen

Natürlich bleiben auch die Aktivitäten des Neubrandenburger Dreikönigsvereins von den Auswirkungen der Corona-Beschränkungen nicht unberührt. Das wichtigste Tätigkeitsfeld des Vereins, die stationäre und mobile Hospizarbeit, wird aber selbstverständlich weitergeführt, sagte Rainer Prachtl, der Vorsitzende des Vereins. So seien im vergangenen halben Jahr 60 Gäste des Hospizes in der Lindenstraße sowie Menschen in ihren Wohnungen oder im Heim betreut worden.

„Mein Dank gilt allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern unseres Hospizes, die unter den schwierigen Bedingungen Menschen auf ihrem letzten Weg des Lebens begleitet und den Angehörigen beigestanden haben“, sagte Prachtl. Auch in den kommenden Monaten können sich Betroffene natürlich jederzeit an das Hospiz wenden.

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Auf den Spuren Hans Falladas

Der philosophische Gesprächskreis des Dreikönigsvereins Neubrandenburg e.V. lädt im Rahmen seiner Vortragsreihe zum Vortrag mit Dr. Angelika Rosenfeld, Bad Doberan:

„Auf den Spuren von Hans Fallada in Hinterpommern, Feldberg und Bad Doberan Schauplätze von Leben und Literatur“
am Montag, 09. März 2020 um 19:30 Uhr
in das Hotel Am Ring Neubrandenburg,
Große Krauthöferstr. 1 (hinter dem Rathaus)

Fallada gehört zu den bedeutendsten Autoren aus Mecklenburg-Vorpommern und ist seit einigen Jahren wieder „modern“, was sich an mehreren Neuausgaben und aktuellen Biographien zeigt. Hans Fallada, geboren 1893 in Greifswald, führte ein unstetes, zeitweise kriminelles und ständig drogenabhängiges Leben. Vor seiner Schriftstellerkarriere, die mit „Kleiner Mann, was nun?“ 1932 begann, verdingte er sich als kaufmännische Hilfskraft auf Gütern diesseits und jenseits der Oder, oft nur für ein paar Wochen. Gelernt oder studiert hatte er nicht, die Schule vor dem Abitur abgebrochen. Auf dem Land herrschte nach dem Ersten Weltkrieg eine politisch brisante Stimmung, die schließlich zum Kapp-Putsch führte. In abgelegenen Wäldern trainierte die „Schwarze Reichswehr“ und versteckte ihre Waffen. Das bekam Fallada hautnah mit, auf dem Gut Radach einige Kilometer östlich von Küstrin, und verarbeitete seine Eindrücke im Roman „Wolf unter Wölfen“: Zu den vielen, fast unzähligen Arbeitsverhältnissen Falladas gehörte um 1920/21 auch eine Tätigkeit in Vorder Bollhagen. Belegt ist sie nur durch einen einzigen Brief und vielleicht durch einen Hinweis im Wolfs-Roman. Das Gut Vorder Bollhagen hatte damals den besonderen Status eines Lehrguts. Im Dorf Carwitz bei Feldberg wurde Fallada ab 1933 einige Jahre sesshaft, immer wieder unterbrochen von längeren Kuren in Sanatorien, ausgelöst durch Alkohol- und Morphium-exzesse. Das ländliche Carwitz war für ihn ein Rückzugsort, um dem Druck des NS-Regimes zu entgehen.1945 setzten die Sowjets Fallada in Feldberg sogar als Bürgermeister ein. Das hielt der labile Autor allerdings nicht lange durch. Bereits 1947 starb Hans Fallada im Hilfskrankenhaus Berlin-Niederschönhausen. Bestattet wurde er in Carwitz, an einem Platz zum Träumen: Vom Grab aus schaut man weit in die Ferne über den Kleinen Luzinsee, der – für Norddeutschland ungewöhnlich – türkisblau funkelt.
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

www.dreikoenigsverein.de

Siemerling-Preis 2020 wird am 24. Februar in Neubrandenburg

Der Siemerling-Preises 2020 wird am 24. Februar durch die Neubrandenburger Dreikönigsstiftung an Prof. Hartwig Eschenburg (85) aus Rostock verliehen. Die Laudatio wird Andreas Flade, Oberkirchenrat i.R., halten.

Prof. Hartwig Eschenburg hat sich als Kirchenmusikdirektor (KMD) im besonderen Maße um christlich-humanistische, kulturelle und soziale Werte verdient gemacht und damit dem Gemeinwohl unserer Gesellschaft einen hohen Dienst erwiesen. Eschenburg war von 1964 bis 2000 als Kantor an der Rostocker St.-Johannis-Kirche tätig und entwickelte die Kantorei mit rund 350 Sängerinnen und Sänger zu einem kirchenmusikalischen Zentrum im Norden Deutschlands. Besonders am Herzen lag ihm die Kinder- und Jugendarbeit. In DDR-Zeiten schuf er damit neben der ideologisch geprägten Schule einen Hort der Bildung, der auch die Kirchengeschichte und christliche Traditionen umfasste. Über seine berufliche Tätigkeit als Kantor hinaus engagierte er sich all die Jahre auch ehrenamtlich. Legendär sind die jährlichen Singwanderungen der Sänger der Kantorei in den Sommerferien. Den Höhepunkt bildeten dann die geistlichen Abendmusiken in kleinen, oft bis auf den letzten Platz gefüllten Dorfkirchen mit der musikalischen Verkündigung der christlichen Botschaft. Die Wende 1989 empfand Eschenburg als Geschenk. Zwischen 1994 und 1998 engagierte er sich als Moderator des „Runden Tisches Kultur“ in Rostock. Eschenburg prägte durch sein christlich-humanistisches Wirken und seine kirchenmusikalische Arbeit Hunderte Menschen, insbesondere auch Kinder und Jugendliche.

„Ich habe Prof. Hartwig Eschenburg selbst erleben dürfen. Ich bin sehr dankbar, dass wir ihm mit dem Siemerling-Preis für sein Lebenswerk danken können“, sagte Rainer Prachtl, Vorsitzender des Dreikönigsvereins. „Hartwig Eschenburg hat Generationen von Menschen geprägt, die mit der Musik und der christlich sozialen Botschaft im Herzen unser Miteinander bereichert haben.“

Schwesig würdigt Arbeit des Dreikönigsvereins Neubrandenburg

„Der Benefizabend des Dreikönigsvereins ist gute Tradition zum Neujahr in Neubrandenburg und in unserem Land. Der Dreikönigsverein hat in den fast 30 Jahren seines Bestehens immer wieder Menschen beschenkt. Die Aktiven im Dreikönigsverein kennen ihre Stadt und wissen, wo ganz konkret Hilfe gebraucht wird“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf dem Benefizabend des Dreikönigsvereins in Neubrandenburg.

„Im Dreikönigsverein treffen sich Menschen, die durch Werte und durch Menschlichkeit verbunden sind“, so die Ministerpräsidentin weiter. Als Beispiele nannte die Regierungschefin das Dreikönigshospiz in der Lindenstraße und auch den ambulanten Hospizdienst. Schwesig: „Sterbende aufmerksam und würdig zu begleiten, ist ein wirklich großer Dienst und ganz wichtig für die Menschen am Ende des Lebens wie für ihre Familien.“

Genauso wichtig seien die Israelfahrten des Dreikönigsvereins, die Jugendlichen eine ganz besondere Erfahrung ermöglichen würden. „Jüdisches Leben in Israel kennenzulernen, ist mehr als Völkerverständigung. Es bedeutet auch, sich unserer Verantwortung in Deutschland bewusst zu werden. In Zeiten eines wiederauflebenden Antisemitismus ist das leider wieder besonders aktuell“, mahnte die Ministerpräsidentin. Sie dankte allen, die sich im Dreikönigsverein engagieren: „Ihre Hilfe ist fest verankert in Neubrandenburg und darüber hinaus.“

Unermüdlicher Einsatz für die Musik und die Menschen Siemerling-Preis 2020 geht an Prof. Hartwig Eschenburg

Mit dem Siemerling-Preis 2020 wird auf Beschluss des Kuratoriums der Neubrandenburger Dreikönigsstiftung Prof. Hartwig Eschenburg (85) aus Rostock geehrt. Er hat sich im besonderen Maße um christlich-humanistische, kulturelle und soziale Werte verdient gemacht und damit dem Gemeinwohl unserer Gesellschaft einen hohen Dienst erwiesen. Eschenburg war von 1964 bis 2000 als Kantor an der Rostocker St.-Johannis-Kirche tätig und entwickelte die Kantorei mit rund 350 Sängerinnen und Sänger zu einem kirchenmusikalischen Zentrum im Norden Deutschlands. Besonders am Herzen lag ihm die Kinder- und Jugendarbeit.
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Dreikönigs-Stiftung Neubrandenburg schreibt den Siemerling-Sozialpreis aus

Zum 27. Mal wird in diesem Jahr der Siemerling-Sozialpreis durch die Dreikönigs-Stiftung Neubrandenburg ausgeschrieben. Die Auszeichnung wird seit fast drei Jahrzehnten an Menschen, Vereine und Initiativen verliehen, die sich im besonderen Maße im sozialen und kulturellen Bereich in Mecklenburg-Vorpommern verdient gemacht haben, sagte der Vorsitzende des Dreikönigsvereins, Rainer Prachtl. Dabei spielt ehrenamtliches Engagement eine herausragende Rolle.

Vorschläge für den Preis können bis zum 15. November 2019 beim Kuratorium der Dreikönigs-Stiftung eingereicht werden. Dem Kuratorium, das über die Vergabe des Preises beschließt, gehören neben Mitgliedern des in der Viertorestadt ansässigen Dreikönigsvereins auch kooptierte Mitglieder an. Der Siemerling-Sozialpreis 2020 wird Anfang kommenden Jahres verliehen. Dem Preisträger wird die Plastik “Das Lamm im offenen Buch”, geschaffen von Franziskanerpater Laurentius (Ulrich) Englisch, verliehen. Zudem ist ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro mit der Auszeichnung verbunden.

Zuletzt wurde Ursula Hase (75) aus Hagenow mit dem Preis geehrt. Sie engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Weitere Preisträger waren unter anderem Franziskanerbruder Gabriel Zörnig (2018), Elisabeth Lellbach sowie Dorothee Barndt aus Rostock (2017), die Kunsthistorikerin und Publizistin Dr. Renate Krüger aus Schwerin (2016), der frühere Landtagspräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Hinrich Kuessner (2011), die Diakonissen in Ludwigslust (2009), Landesrabbiner William Wolff (2006) und Pfarrer Hans-Joachim Beier aus Siedenbollentin (1995).

Ein Teil der Neubrandenburger Familie Siemerling wirkte seit dem 18. Jahrhundert über mehrere Generationen als Ärzte, Apotheker, Kaufleute und Bankiers. Diese Familienmitglieder setzten sich für die Förderung des städtischen Gemeinwesens, des wirtschaftlichen Aufstiegs und des geistigen Lebens ein. 1994 wurde der Preis erstmals von der Dreikönigs-Stiftung verliehen, an den Michaelshof in Rostock, eine evangelische Pflege‑ und Fördereinrichtung für die Betreuung, Pflege und Förderung Behinderter.

Nähere Angaben zu den Modalitäten der Bewerbung finden Sie auf der Homepage des Dreikönigsvereins: www.dreikoenigsverein.de

Carl Gustav Carus – Arzt, Naturphilosoph, Künstler

Der philosophische Gesprächskreis des Dreikönigsvereins Neubrandenburg e.V. lädt im Rahmen seiner Vortragsreihe zum Vortrag mit Prof. Dr. Hellmut Rühle, Woggersin:

„Carl Gustav Carus – Arzt, Naturphilosoph, Künstler“
am Montag, 11. November 2019 um 19:30 Uhr
in das Hotel Am Ring Neubrandenburg,
Große Krauthöferstr. 1 (hinter dem Rathaus)

Carl Gustav Carus (1789-1869) gehört zu den faszinierendsten Persönlichkeiten der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als Arzt steht er sowohl für wissenschaftliche Forschung als auch für die Naturphilosophie, die eine Generation später durch die Naturwissenschaft als Grundlage einer modernen Medizin abgelöst worden ist. Carus kann als Vorläufer Freuds gelten, schuf außerdem das einheitliche Fach Gynäkologie und Geburtshilfe. Später war er Leibarzt der Könige von Sachsen. Als Maler gehört er zu den Vertretern der Romantik und wurde wesentlich durch Caspar David Friedrich beeinflusst, den er in Dresden förderte und auf dessen Spuren er auch eine Reise nach Mecklenburg und Rügen unternahm, der wir kurz folgen. Herauszuheben sind daneben seine engen Kontakte zu Goethe, zu Alexander von Humboldt und zum Danteübersetzer König Johann von Sachsen.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.