Premieren 5 x ANTIKE = 1x digital und 4x analog

In der zwangsauferlegten Stilllegung des Theaterbetriebs hat sich die Theater und Orchester GmbH auf die universelle Kraft der Mythen besonnen. Neben einer digitalen Inszenierung, dem ANTIKE-BAUKASTEN, der weiterhin online bereitsteht, widmen sie sich auch in vier analogen Inszenierungen der klassischen ANTIKE.

Live im Theater ist ANTIGONE von Jean Anouilh zu erleben, ein Stück, das eine ganz besondere Sicht auf die Geschichte um Kreon und die berühmte antike Heldin bietet. Anouilh präsentiert uns Antigone als von der Macht des despotischen Königs Kreon unbeeindruckte Frau, die zu Ihrer Entscheidung steht – koste es, was es wolle. Entscheiden Sie mit, wieviel zivilen Ungehorsam der Staat verträgt.

Außerdem wird der packende Monolog ihrer Schwester ISMENE gezeigt, die ihrerseits einen ganz eigenen Blick auf die gemeinsame Geschichte wirft: Gibt es nicht auch ein Recht auf ein ganz normales’ Leben? Müssen wir uns ständig einmischen, unser Leben riskieren? Ist es etwa besser, ehrenvoll zu sterben als bescheiden zu leben?

Unter dem Titel „Ohne Hoffnung und Verzweiflung“ hat das Landestheater noch einen zweiten ANTIKE-BAUKASTEN ins Programm aufgenommen. Mit Texten von Heiner Müller, einem der wohl wichtigsten Dramatiker der neueren deutschen Literatur, wird sich der Antike noch einmal auf eine ganz andere, aber ebenso aktuelle Art gewidmet. Müller übersetzt die antiken Mythen im wahrsten Sinne des Wortes: So werden bekannte Figuren wie Herakles oder Medea zu Spiegeln unserer eigenen Gesellschaft, ihre Geschichten scheinen sich in einer Art ewigen Wiederkehr des Gleichen zu wiederholen.

Komplettiert wird das Angebot mit einer szenischen Lesung aus Christa Wolfs KASSANDRA. Mit der 1983 gleichzeitig in der DDR und der BRD veröffentlichten Erzählung bringt das Theater ein flammendes Plädoyer für den Frieden und gegen den Irrsinn des Krieges auf die Bühne, das uns in den gegenwärtigen Zeiten aktueller denn je betrifft.

Karten sind unter 03981 20 64 00 und 0395 569 98 32 sowie online unter tog.de erhältlich. Es gibt auch ein ANTIKE-TICKET, mit dem man alle vier Inszenierungen zum Termin seiner Wahl und zum Vorteilspreis ansehen kann.

PREMIEREN

Ohne Hoffnung und Verzweiflung
Ein Abend mit Texten von Heiner Müller
Premiere am Fr. 25.9., 19:30 Uhr im Schauspielhaus Neubrandenburg

Ismene, Schwester von
Monolog von Lot Vekemans
Premiere am Sa. 26.9., 19:30 Uhr im Schauspielhaus Neubrandenburg

ANTIGONE
Drama von Jean Anouilh
Premiere am Fr., 2.10., 19:30 Uhr im Landestheater Neustrelitz

Kassandra
Lesung nach Christa Wolf
Premiere am So., 4. Oktober 2020, 19:30 Uhr im Landestheater Neustrelitz

Antike-Baukasten antike-baukasten.tog.de

Das ist sogar an einem Wochenende möglich. Im Landestheater Neustrelitz sind vom 2. bis 4. Oktober alle Inszenierungen an einem Wochenende auf der Bühne zu erleben.

Tanzdrama "FAUST" Uraufführung der Tanzkompanie

Für Lars Scheibner und sein Team der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz ist mit der Uraufführung FAUST die grundlegende Frage verbunden nach: Was ist Sein? Fausts Leben ist eine rasante Forschungsreise ins Ungewisse, kompromisslos, mutig und zuweilen maßlos. Neben dem Erkenntnisdrang verkörpert Faust als Gestalt der Renaissance aber auch Hochmut und Egozentrik. Sein Wissensdrang bleibt nicht frei von Schuld, wie die Gretchentragödie zeigt. Dafür sorgt auch Mephisto „der Geist, der stets verneint“. Er ist „ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“, eine der schillerndsten Gestalten der Weltliteratur ist Faust zur Seite gestellt, ihn antreibend, ihn verführend. Immerhin hat er mit keinem Geringeren als Gott um die Seele Fausts gewettet. _

Schauspielhaus Nbg.: Sa. 14.9., 19:30 Uhr

Lessing-Drama "Nathan der Weise" aktuell – nun in Neubrandenburg!

Die Frage nach der richtigen der drei großen Weltreligionen steht im Zentrum von Lessings dramatischen Gedicht „Nathan der Weise“. Der reiche Jude Nathan beantwortet sie anhand der Ringparabel. Doch wie sieht es mit uns fast 250 Jahre nach der Uraufführung aus – ist eine friedliche Koexistenz von Christentum, Judentum und Islam möglich? Der Klassiker der Aufklärung wirft noch immer aktuelle Fragen auf.

Schauspielhaus Neubrandenburg: So. 01.09., 16 Uhr / Sa. 28.09., 19:30 Uhr