Denkmalpreise des Landes für 2021 ausgeschrieben

Das Land Mecklenburg-Vorpommern vergibt auch im Jahr 2021 den Friedrich-Lisch-Denkmalpreis und den Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche. Die Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger der Denkmalpreise müssen bis zum 31. Mai 2021 im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur eingehen.

Kulturministerin Bettina Martin ruft dazu auf, Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger der Denkmalpreise zu machen. „’Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege‘ ist nicht nur das Motto des diesjährigen Denkmalpreises. Es gilt auch als Motivation, wichtige Zeugnisse unserer Heimatgeschichte zu erkennen“, sagte Martin. „Mit den Preisen ehren wir Menschen, die sich auf dem Gebiet der Denkmalpflege verdient gemacht haben. Ich freue mich darauf, wenn wir in diesem Jahr beim Tag des offenen Denkmals tolle Projekte vorstellen können und so unsere Geschichte stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt.“

Der Friedrich-Lisch-Denkmalpreis und der Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche werden am 12. September 2021 bei der zentralen Landesveranstaltung am bundesweiten Tag des offenen Denkmals verliehen. Der Friedrich-Lisch-Denkmalpreis ist mit 4.000 Euro dotiert, der Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche ist mit 700 Euro dotiert.

Die Bewertung der Vorschläge erfolgt durch eine unabhängige Fachkommission. Vorschläge können einschließlich ihrer Begründung durch Vereine, Verbände, Institutionen, staatliche und kommunale Verwaltungen sowie Einzelpersonen an die folgende Adresse eingereicht werden:

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Mecklenburg-Vorpommern

Werderstraße 124
19055 Schwerin

Fax: 0385 588 7082
E-Mail: poststelle@bm.mv-regierung.de

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Fischerhaus wird notgesichert

Fotos: Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg

Auf der Fischerinsel im Tollensesee haben Bauarbeiten am Fischerhaus begonnen. Nachdem letzte Sicherungsmaßnahmen im Jahr 2006 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) durchgeführt wurden, erfolgt derzeit eine Notsicherung des denkmalgeschützten Gebäudes im südlichen Bereich des Tollensesees. Das Fachwerkhaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts steht bereits seit 1986 auf der Denkmalliste und ist wahrscheinlich eines der ältesten durchgängig im kommunalen Besitz befindlichen Wohnhäuser des Landes. Die Insel diente den Fischern zu DDR-Zeiten unter anderem als Unterkunft und Zuflucht.

Das seit Jahrzehnten ungenutzte Fischerhaus gilt durch die abgeschiedene Lage, den langen Leerstand und den voranschreitenden Verfall als akut gefährdet. Um die Lasten vom Mauerwerk zu nehmen, werden zunächst die Dachziegel entfernt. Mit einem leichteren Blechdach wird das Haus künftig geschützt. Außerdem werden die Wände abgestützt und damit stabilisiert.

Da das Objekt im Naturschutzgebiet Nonnenhof und darüber hinaus in einem FFH- und Vogelschutzgebiet liegt, waren nicht nur umfängliche denkmal- sondern auch naturschutzrechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die insbesondere die Durchführung der Arbeiten im Zeitraum von Dezember bis Ende Februar vorgeben. Die Insel darf bis auf wenige Monate im Jahr aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht betreten werden.

Die derzeitigen Erhaltungsmaßnahmen sind nur durch die Unterstützung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern mit rund 100.000 Euro und der durch Spenden finanzierten Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit 10.000 Euro möglich.

Ensemble Neustrelitzer Straße kommt auf die Denkmalliste der Stadt

Foto: Stadt Neubrandenburg

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hat informiert, dass das Gebäudeensemble Neustrelitzer Straße 49 bis 109 und die Geschwister-Scholl-Straße 1 a unter Denkmalschutz gestellt wird.

Somit ist das Wohngebiet in der Neustrelitzer Straße künftig als Teil der Denkmalliste der Vier-Tore-Stadt zu führen. Konstituierende Elemente des Wohngebietes wurden in der Reihenfolge ihrer Wertigkeit als Denkmal vom Landesamt dargestellt. Dabei handelt es sich um:

  • die städtebauliche Anlage der im Wesentlichen in vier Gruppen gegliederten und Höfe ausbildenden 15 Baukörper von 11 bis 14 Geschossen samt Kaufhalle und Kindereinrichtung
  • die architektonische Gestaltung aus Grundelementen der Wohnungsbauserie 70 (WBS 70) mit ihren rasterförmigen Fassaden, den verschiedenen Oberflächen aus Keramik und Putzen unterschiedlicher Körnung sowie dem damit einhergehenden Eindruck der „Plattenbauweise“
  • die vier großflächigen Wandbilder von Wolfram Schubert sowie die Material- und Farbvariationen in den Oberflächen der normierten Großtafeln und Brüstungselemente
  • die Gestaltung der Erdgeschosszone mit kleinen Läden
  • die Freiraumgestaltung mit Wegebeziehungen, insbesondere Hochbeete und Treppen

Das Landesamt hat die Denkmalwürdigkeit des Objektes festgestellt und begründet dies unter anderem damit, dass das in den Jahren 1980 bis 1985 errichtete Wohngebiet „ein abwechslungsreich strukturiertes und funktional organisiertes Ensemble von besonderer städtebaulicher Qualität und von hohem baugeschichtlichem und künstlerischen Wert“ ist. Erreicht wird dies, so heißt es in der Begründung, durch die „architektonische Anwendung der Grundelemente aus der WBS 70-Serie, die das wesentliche Mittel des Wohnungsbaus in den letzten beiden Jahrzehnten der DDR war.“ Hervorgehoben wird zudem, dass das Ensemble ohne Teilab- brüche, umfassende Änderungen an den Fassaden oder Erweiterungen authentisch erhalten ist. Mit den großflächigen Wandbildern auf den Stirnseiten der Blöcke werden auf „hohem Niveau innerhalb des Ensembles grafisch-ornamentale und farbliche Akzente“ gesetzt.

Außerdem wird auf den Zeugniswert für die Geschichte Neubrandenburgs und für die Politik- und Sozialgeschichte der späten DDR verwiesen. Das Ensemble besitze einen exemplarischen Wert für den Wohnungsbestand der ehemaligen Bezirksstadt. Als besonderes Zeugnis der Ära Honecker wird dem Ensemble ein hoher Seltenheitswert zugeschrieben.

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Fördermittel für Fischerinsel zugesichert

Für die Fischerinsel im Süden des Tollensesees gibt es Fördermittel. Rund 94.000 Euro stellt das Land dafür in diesem Jahr zur Verfügung. „Das Geld reicht nicht aus, um das denkmalgeschützte Haus auf der Insel zu sanieren. Wir sind aber verpflichtet Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen und weitere Planungsmaßnahmen in Gang zu setzen. Dies können wir jetzt tun“, machte Oberbürgermeister Silvio Witt deutlich.

Seit Jahren bereitet die Fischerinsel und das denkmalgeschützte vom Verfall bedrohte Gebäude der Stadt Sorgen. Die letzten Instandsetzungsmaßnahmen an dem Haus wurden im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) im Jahr 2006 durchgeführt.

Hinzu kommt, dass es sich bei der Fischerinsel um einen äußerst sensiblen Bereich im Spannungsfeld zwischen Naturschutzgebiet (Nonnenhof) und dem Denkmalschutz handelt. Außerdem gehört die Fischerinsel zum Vogelschutzgebiet mit europaweiter Bedeutung und den entsprechend strengen Regularien, was die Nutzung betrifft. Die Fischerinsel liegt im Brutgebiet des Vogelschutzgebietes und darf nicht betreten werden. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises außerhalb der Brutzeit ist dies möglich. Das Gebäude ist demnach nicht nutzbar, steht aber unter Denkmalschutz. Dieser Denkmalstatus verpflichtet wiederrum zu entsprechenden Maßnahmen, um den Erhalt zu sichern.

Das Gebäude auf der Insel ist eines der ältesten noch stehenden Häuser in Neubrandenburg. Das zweigeschossige Fachwerkgebäude wurde schon im Jahr 1729 in Ratsprotokollen erwähnt. Bis in die 1970er-Jahre übernachteten noch Fischer in dem Haus. Seitdem steht es weitestgehend leer.

Welche konkreten Sicherungsmaßnahmen mit dem Geld aus Schwerin in diesem Jahr vorgenommen werden können, wird derzeit geprüft.

Informationsabend zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße

DDR-Plattenbauten sind in der Vergangenheit verändert worden oder vollständig aus dem Stadtbild verschwunden – eine deutsch­landweite Entwicklung, die sich auch in Neubrandenburg beobachten lässt.

In diesem Zusammenhang stellt das in den 80er Jahren entstandene Wohnquartier in der Neustrelitzer Straße ein unverändertes Beispiel einer Gesamtanlage mit städtebaulich hoher Wirksamkeit dar. Die von Wolfram Schubert gestalteten Nordgiebel der 14-Geschosser besitzen außerdem einen künstlerischen Wert. Um das Erscheinungsbild des Ensembles aus insgesamt 15 Baukörpern zu erhalten, prüft die Stadt Neubran­denburg die Möglichkeiten zum Schutz der Anlage.

Oberbürgermeister Silvio Witt begrüßt alle Interessenten und Medienvertreter zu der Informationsveranstaltung zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße. Dr. Jörg Kirchner (Abteilung Inventarisierung, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege), Lutz Braun (Architekt und Stadtplaner) und Martin Maleschka (Architekt und Autor) werden dazu als Experten erwartet.

14. Oktober 2019 | 17 Uhr
Lesesaal des Stadtarchivs
Marktplatz 1 (Eingang Darrenstraße)

Informationsabend zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße

DDR-Plattenbauten sind in der Vergangenheit verändert worden oder vollständig aus dem Stadtbild verschwunden – eine deutsch­landweite Entwicklung, die sich auch in Neubrandenburg beobachten lässt.

In diesem Zusammenhang stellt das in den 80er Jahren entstandene Wohnquartier in der Neustrelitzer Straße ein unverändertes Beispiel einer Gesamtanlage mit städtebaulich hoher Wirksamkeit dar. Die von Wolfram Schubert gestalteten Nordgiebel der 14-Geschosser besitzen außerdem einen künstlerischen Wert. Um das Erscheinungsbild des Ensembles aus insgesamt 15 Baukörpern zu erhalten, prüft die Stadt Neubran­denburg die Möglichkeiten zum Schutz der Anlage.

Oberbürgermeister Silvio Witt begrüßt alle Interessenten und Medienvertreter zu der Informationsveranstaltung zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße. Dr. Jörg Kirchner (Abteilung Inventarisierung, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege), Lutz Braun (Architekt und Stadtplaner) und Martin Maleschka (Architekt und Autor) werden dazu als Experten erwartet.

14. Oktober 2019 | 17 Uhr
Lesesaal des Stadtarchivs
Marktplatz 1 (Eingang Darrenstraße)

FÄLLT AUS: Der Kulturpark in Neubrandenburg – Gartenkunst als nationales Aufbauwerk (aktualisiert)

Zwischen 1969 und 1975 entsteht auf dem moorastigen Gelände zwischen Stadt und Tollensesee, dem Werderbruch, der heutige Kulturpark in Form eines Landschaftsgartens mit Wiesen, Spielplätzen, Staudengärten und zahlreichen Plastiken verschiedener Künstlerinnen und Künstler.

Am Mittwoch, 25.September, um 19 Uhr berichtet Prof. Dr. Caroline Rolka von der Hochschule Neubrandenburg im Neubrandenburger Stadtarchiv, Marktplatz 1 (Eingang Darrenstraße), über Hintergründe zur Entstehung des Neubrandenburger Gartendenkmals. Im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks der DDR leisteten Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger freiwillige Arbeitsstunden beim Aufbau. 1981 erhielt der Park den Denkmalstatus.

Die Veranstaltung sollte im Rahmen des Projektes „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ des Neubrandenburger Regionalmuseums stattfinden. Es wird gefördert durch den Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.

Update: Die Veranstaltung fällt krankheitsbedingt aus. Sie wird zu einem späteren Termin nachgeholt.