Erfolgreicher Liebesbetrug und derzeit viele Trickbetrugsversuche von falschen Polizisten

In Pasewalk ist eine 60 Jahre alte Frau auf einen Liebesbetrüger im Internet reingefallen. Die deutsche Staatsangehörige hat durch die „love scamming“-Masche fast 8.000 Euro verloren. Sie habe nach eigener Aussage ab 2018 über einen längeren Zeitraum Kontakt zu einem „Michel Eggert“ gehabt.

Nach dem Aufbau von „Vertrauen“ hat er mitgeteilt, dass er im Gefängnis in Ghana sitze und Geld brauche, um dort wieder raus zu kommen. Daraufhin überwies die Frau mehrfach Geld. Als er nicht mehr auf ihre Nachrichten reagierte und sich das „FBI“ aus den USA mit weiteren Geldforderungen meldete, wurde sie misstrauisch und erstattete nun Anzeige.

Im Bereich des Landkreises Vorpommern-Greifswald häufen sich aktuell Trickanrufe. Derzeitige Masche ist vor allem die des falschen Polizisten. Bisher hatten die Anrufer keinen Erfolg. Damit das möglichst so bleibt, warnt die Polizei erneut vor solchen Maschen.

  • Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen! Auch nicht, um Geld/Wertsachen vor Einbrecherbanden o.ä. zu schützen.
  • Die Polizei ruft auch niemals mit der Telefonnummer 110 an!
  • Bleiben Sie generell misstrauisch: Gegenüber Personen, die vorgeben zu ihrer Familie zu gehören und plötzlich dringend Geld benötigen, dieses aber nicht selbst abholen können. Gegenüber Gewinnspielversprechen, für die vorab allerdings Geld überwiesen werden soll, damit der Gewinn ausgezahlt werden kann. Gegenüber „Bankmitarbeitern“, die vorgeben, Tan-Nummern zu benötigen.

Rund 25.000 Euro weg – 49-Jährige fällt auf digitalen Liebesbetrug herein

Eine 49 Jahre alte deutsche Frau aus der Region Grimmen hat durch „love scamming“ – also Liebesbetrug im Internet – rund 25.000 Euro verloren. Sie hatte vor einigen Monaten über Facebook einen angeblich in Kabul (Afghanistan) stationierten „General“ kennengelernt. Er gab sich als Mann Ende 50 aus, der einen „Freigabebefehl“ benötige, um das südasiatische Land wieder verlassen zu können. Er bat sie, eine Mail an die Vereinten Nationen (UN) zu verfassen und um seine Freilassung zu bitten. Dazu gab er ihr eine (natürlich falsche) E-Mail-Adresse. Nachdem die Frau den Auftrag erledigt hatte, kamen von eben dieser Mail-Adresse Geldforderungen. Diese sollten über einen gewissen Zeitraum überwiesen werden – zum Beispiel für Flüge, Bearbeitungsgebühren und eine Auslöse.

Als kürzlich weitere Geldforderungen der UN kamen, wurde die Frau stutzig und erstattete Anzeige bei der Polizei.
Die Kriminalpolizeiinspektion Anklam hat die Ermittlungen aufgenommen.

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Weiterhin steigende Zahlen bei den Trickstraftaten zum Nachteil älterer Menschen

Anlässlich des Tags der Senioren am 21. August informiert das Landeskriminalamt MV über aktuelle Entwicklungen im Phänomenbereich der Trickstraftaten zum Nachteil älterer Menschen: Auch im Jahr 2020 ist weiterhin ein Anstieg der angezeigten Trickstraftaten zum Nachteil älterer Menschen in Mecklenburg-Vorpommern zu verzeichnen.

In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden bereits 1.368 Fälle von Trickstraftaten zum Nachteil älterer Menschen bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Im Vorjahreszeitraum waren es 971 Fälle, was einen Anstieg von 41 % bedeutet. Erfreulicherweise kam es in diesem Jahr bislang nur bei 98 Fällen zur Übergabe von Geld oder Wertsachen. Die Versuchsquote liegt damit bei 92,8 % und somit höher als im Jahr 2019 (91,3 % der Fälle blieben beim Versuch). Von Januar bis einschließlich Juli 2020 beliefen sich die Schadenssummen auf 794.138 Euro, im gesamten Jahr 2019 wurden Schäden in Höhe von 1.552.351 Euro verzeichnet. Da die Fallzahlen im laufenden Jahr, im Vergleich zum Jahr 2019, ansteigen, jedoch die Quote der Vollendungen geringer ist, ist nach derzeitigem Kenntnisstand von einer ähnlichen Gesamtschadenssumme am Ende des Jahres 2020 im Vergleich zum Vorjahr auszugehen.

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Betrüge am Telefon im gesamten Bereich – einer geglückt

In allen drei Landkreisen des Zuständigkeitsbereiches des Neubrandenburger Polizeipräsidiums kommt es aktuell zu Betrugsdelikten am Telefon zum Nachteil von Senioren. Neun Taten in allen möglichen Varianten wurden angezeigt, davon ist eine geglückt. Von einer wesentlich höheren Dunkelziffer ist auszugehen.

In Woldegk freute sich der 91-jährige Geschädigte, als ihm am Telefon von seinem Gewinn berichtet wurde. Für 35.000 EUR müsse er nur 900 EUR an Gebühren bezahlen. In seiner Freude berichtete er seiner Pflegekraft davon, die die Polizei informierte.

Auch ein 70-jähriger aus Neubrandenburg hatte „gewonnen“. Er legte auf, als er 1000 EUR Gebühren zahlen sollte.

In Demmin fiel ein 84-Jähriger Mann nicht auf seinen falschen Enkel rein, der dringend 18.000 EUR brauchte.

Recht ungewöhnlich war der Anruf bei einer 73-jährigen Frau in Neustrelitz. Da sie an einem Gewinnspiel teilgenommen habe, müsse sie nun monatlich 4,95 EUR überweisen.

Ebenfalls bei Neustrelitz erhielt am Donnerstagvormittag der Geschädigte die telefonische Mitteilung über seinen Gewinn. Er müsse nur die Gebühr von 1000 EUR überweisen und morgen käme der Notar mit dem Geld vorbei.

Auch bei Röbel benötigte die Enkelin dringend Geld ihrer 77-jährigen Großmutter. Als die falsche Enkelin nach Schmuck und Wertsachen fragte, legte die Geschädigte auf.

In Stralsund wurde eine 86-Jährige angerufen. Ihre Tochter hätte ein Kind tot gefahren. Man benötige sofort 27.000 EUR für den Anwalt, da sonst Haft droht.

In einem kleinen Dorf im Amt Jarmen-Tutow rief der Neffe bei einem 68-Jährigen an. Er würde sofort 14.300 EUR für einen Immobilienkauf benötigen. Als der Geschädigte auflegte, rief direkt danach ein angeblicher Mitarbeiter der Kriminalpolizei an und fragte, ob seine Kollegen schon da seien. Als es verneint und aufgelegt wurde, rief ein „Notar“ an und wollte persönliche Daten abfragen. Mit diesen Anrufen kontrollieren die Betrüger, ob mit der echten Polizei oder Verwandten telefoniert wird oder wurde.

Bereits am Mittwoch kam zu einem Gewinnspielbetrug, bei dem eine 67-Jährige aus Wolgast 200 EUR verlor. Wie durch eine Angehörige der Geschädigten der Polizei gemeldet wurde, ist es unweit entfernt in Zinnowitz zu einem weiteren Gewinnspielbetrug gekommen, der geglückt ist. Eine 77-Jährige glaubte dem Anrufer, dass sie gewonnen habe. Sie erwarb Gutscheinkarten im Gesamtwert von 6.500 EUR und gab die Codes der Karten am Telefon an die Betrüger weiter.

In diesem Jahr sind in Mecklenburg-Vorpommern die Trickstraftaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von sieben Monaten bereits um 41% gestiegen. Die Schadenssumme liegt bei fast 800.000 EUR.

81-Jährige bringt 16.000 EUR zum Polizeihauptrevier Neubrandenburg

Am Montagnachmittag, 17.08.2020, gegen 16:00 Uhr staunten die Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg nicht schlecht: Eine 81-Jährige stand mit 16.000 EUR in bar vor der Tür und wollte mit dieser Summe ihren Sohn auslösen, der dort in Gewahrsam sitzen würde. Die Seniorin war auf einen Enkeltrick hereingefallen und hat nur durch Zufall das Geld der echten Polizei übergeben wollen.

Die Geschädigte aus der Neubrandenburger Oststadt erhielt in den Mittagsstunden einen Anruf auf ihrem Mobiltelefon. Ihre angebliche Schwiegertochter berichtete unter Tränen, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall verursacht hätte, bei dem eine Frau verstorben sei. Der Sohn würde nun in Untersuchungshaft kommen, bis eine Kaution in Höhe von 18.000 EUR gestellt würde. Die Schwiegermutter soll doch ein Taxi zur Bank nehmen und das Geld abholen. Dabei dürfe sie aber mit niemandem sprechen, da keiner etwas von dem Unfall erfahren dürfe. Über eine Übergabe des Geldes wurde zu diesem Zeitpunkt nicht gesprochen. Die 81-Jährige nahm sich ein Taxi in die Innenstadt zu ihrer Bank, wo sie 16.000 EUR abhob. Da auch das Polizeirevier in der Innenstadt liegt, entschloss sich die Dame, ihren Sohn gleich auszulösen und ging direkt dorthin. Und das war ihr Glück. Auf ihrem Handy hatte sie inzwischen 16 verpasste Anrufe der angeblichen Schwiegertochter. Die Beamten des Polizeihauptreviers kümmerten sich um die Seniorin. Sie riefen den echten Sohn an und übergaben ihm Mutter und Geld.

Neben diesem Fall gab es noch vier weitere Anrufe dieser Art in Neubrandenburg und jeweils einen in der Feldberger Seenlandschaft und in Röbel. Von einer weitaus höheren Dunkelziffer ist auszugehen. Die Täter nutzten in allen sieben bekannten Fällen die gleiche Masche mit dem Familienangehörigen, der einen tödlichen Unfall verursacht hat.

In Neubrandenburg behauptete die Anruferin in einem Fall, die Tochter des Geschädigten hätte einen Unfall verursacht und säße nun in U-Haft. Doch die Tochter saß zu diesem Zeitpunkt neben ihrem 79-jährigen Vater und übernahm das Telefonat, welches daraufhin sofort beendet wurde.

Bei dem Fall in Röbel rief eine angebliche Polizistin bei einer 91-Jährigen an. Doch diese berichtete ihrer Pflegekraft davon, welche die Polizei informierte.

Auch in den anderen Fällen bleib es glücklicherweise bei Versuchen. Die Senioren legten auf oder drohten mit der echten Polizei.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die sogenannten Geldabholer noch in der Nähe befinden und es zu weiteren Taten beziehungsweise Versuchen kommt. Es handelt sich bei diesen Betrügern in der Regel um reisende Tätergruppen. Die Anrufer sitzen fast immer im Ausland. Bitte reden Sie unbedingt mit Ihren Angehörigen!

Senioren in Röbel und Eggesin werden Opfer von Internetbetrügern und verlieren viel Geld

In den vergangenen Tagen ist es Betrügern in gleich zwei Fällen gelungen, ältere Opfer um ihr Erspartes zu bringen.

In Röbel verlor ein Rentner im Alter von 86 Jahren durch einen Betrug im TAN-Verfahren über 30.000 EUR. Am Telefon meldete sich ein Herr Schmidt von der Hausbank des Mannes. Er gab an, dass der Generator für die mobilen Transaktionsnummern überprüft werden müsse. Er forderte den 86-Jährigen auf, insgesamt drei TAN für das Onlinebanking zu generieren. Das machte der Geschädigte und gab die Nummern telefonisch weiter. Herr Schmidt sagte ihm, dass das Gerät unbedingt ausgetauscht werden müsse. Erst als ein echter Angestellter der Hausbank einen Tag später telefonisch nachfragte, ob die Überweisung in Ausland rechtmäßig sei, fiel der Betrug auf.

E-Mail der Sparkasse

In Eggesin ist ein 74-Jähriger Opfer einer Pishing-Mail geworden. Die Verbraucherzentrale warnt bereits vor dieser Mail, welche angeblich von der Sparkasse stammt. Unter den aktuellen Warnungen/Pishing Radar hat die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage ein Beispiel dieser Mails eingestellt. Die Masche ist in ganz Deutschland die gleiche: Die Opfer erhalten eine E-Mail von der angeblichen „Sparkassen-Finanzgruppe“, welche täuschend echt aussieht. Aufgrund der Covid-Pandemie hätten sich die Sparkassenverbände zusammengeschlossen und ein neues System entwickelt – das SVOB (Sparkasse-Verbindet-Online-Banking). Es werden zahlreiche Vorzüge, wie z.B. der Wegfall von Kontoführungsgebühren, aufgezählt und eine zeitliche Dringlichkeit dargelegt, da ein Lockdowns möglich ist und die Umstellung zügig erfolgen müsse. Das alte System wird abgeschaltet und durch SVOB ersetzt. Der Empfänger der E-Mail gelangt über einen Button zur Registration. So klickte auch der 74-Jährige auf „Weiter“ und wurde an eine Maske geleitet, in welche er sämtliche persönlichen Angaben, Kontodaten, Kartennummern und die PIN für das Onlinebanking eingab. Schließlich erhielt der Senior einen Anruf von einem angeblichen Sparkassen Mitarbeiter, der ihn aufforderte TAN zu generieren, um den gesamten Vorgang zu verifizieren. Der Geschädigte gab zwei TAN telefonisch weiter. Nur einen Tag später erhielt der Mann erneut diese E-Mail, mit der Aufforderung sich zu registrieren. Das machte ihn stutzig und als er sein Konto einsah, musste er feststellen, dass knapp 9000 EUR von seinem Konto abgebucht worden sind.

Bitte behandeln Sie Ihre TAN wie die PIN Ihrer EC-Karten. Diese dürfen in keinem Fall telefonisch weiteregegeben werden. Geben Sie auch keine Kontodaten oder andere sensible Informationen am Telefon preis!

Sofern in dieser Meldung kein gesonderter Hinweis ergeht, haben alle genannten Personen die deutsche Staatsangehörigkeit.

Online-Banking-Betrug geglückt

Ein 86-jähriger Deutscher aus Neubrandenburg hat mehrere seiner Tan-Nummern an einen vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter weitergegeben. Seine Bank bemerkte noch am selben Tag mehrere auffällige Abbuchungen in Gesamthöhe von knapp 1.000 Euro. Durch die Information seiner Hausbank (Deutsche Bank) bemerkte der Mann den Betrug und erstattete Anzeige. Bisher ist noch nicht klar, ob die Bank-Mitarbeiter die Abbuchungen noch rückgängig machen und das Geld so für den Kunden zurückholen können.

Der angebliche Microsoft-Mitarbeiter hatte den Mann auf seinem Festnetz angerufen und ihm vorgegaukelt, dass er einen Virus auf seinem PC habe. Den Schutz des Computers könne der Anrufer direkt veranlassen, dafür benötige er lediglich einige Tan-Nummern, da auch sein Banking-System von dem Virus betroffen sei und geschützt werden müsse.

Generell sollen Tan-Nummern niemals weitergegeben werden, weder telefonisch noch schriftlich. Und selbst wenn der Computer mal von einem Virus befallen sein sollte, so würde der Fachmann keine Tan-Nummern oder Pin-Nummern fordern, um den Computer wieder virenfrei zu machen.

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