Polizei warnt vor falscher Bundesstelle

Bildquelle: Polizeirevier Barth

Im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 warnt die Polizei vor einer neuen, bundesweiten Betrugsmasche. Bislang unbekannte Täter geben sich als angebliche ‚Bundesstelle für Seuchenschutz‘ aus und verschicken Briefe an ihre vermeintlichen Opfer. Darin werden die jeweiligen Adressaten aufgefordert, aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe einen Test auf COVID-19 durchzuführen.

Für die Zustellung des Tests fallen Gebühren an, die per Nachnahme bei der Deutschen Post entrichten werden müssen. Es wird auf eine schnelle Vorauszahlung und Abholung des Test-Sets binnen drei Tagen gedrungen. Eine falsche Zustellbenachrichtigung der Deutschen Post mit der geforderten Nachnahmegebühr liegt dem Schreiben gleich mit bei. Sollte diese Maßnahme nicht freiwillig durchgeführt werden, drohen die mutmaßlichen Betrüger eine zwangsweise Durchsetzung an.

Ein derartiges Betrugsschreiben von einem angeblichen Dr. Marcus Petersen erhielt am vergangenen Wochenende auch eine 64-jährige Deutsche aus Zingst. Mit dem zusätzlichen Abholschein bei der Postfiliale wurde die Frau aufgefordert, eine Nachnahmegebühr in Höhe von 85,50 Euro zu zahlen. Sie fiel allerdings nicht auf diese Masche rein und erstatte Strafanzeige im Polizeirevier Barth.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Die Polizei warnt davor, auf die betrügerischen Schreiben der angeblichen ‚Bundesstelle für Seuchenschutz‘ reinzufallen. Bekanntgewordene Sachverhalte sollten bei der Polizei unbedingt zur Anzeige gebracht werden. Erhaltene Forderungsschreiben sowie die dazugehörigen Briefumschläge und Abholbenachrichtigungen sollten aufgehoben und der Polizei zur Verfügung gestellt werden.

Familienangehörige, Freunde und Bekannte werden gebeten, insbesondere ältere Menschen über diese neue Betrugsmasche zu informieren und hinsichtlich des richtigen Umgangs mit diesen Zahlungsforderungen zu sensibilisieren.

Betrugsdelikt durch unseriöse Handwerker in Burg Stargard

In einer Gaststätte in Burg Stargard kam es am 14.05.2020 zu einem Wasserrohrbruch. Daraufhin wurde durch Mitarbeiter der Gaststätte über eine 0800-Servicenummer telefonisch der Kontakt zu einer vermeintlichen Servicefirma aus Bergisch-Gladbach aufgenommen.

Am gleichen Tag erschienen zwei männliche Personen in der Gaststätte zur Inaugenscheinnahme des Schadens. Sie teilten der Hinweisgeberin danach mit, dass sie aufgrund der Größe des Schadens am Folgetag mit weiteren Mitarbeitern und weiterem Werkzeug zur Schadensbehebung erneut erscheinen würden. Sie müssten den zu erwartenden Rechnungsbetrag von ca. 2.000,00 EUR aber sofort bezahlen.

Durch die vorgeblichen Firmenmitarbeiter wurde sofort eine Rechnung erstellt, die auch durch eine Mitarbeiterin mittels Zahlungskarte sofort vor Ort bezahlt wurde. Ein mobiles Lesegerät wurde hierfür von den Firmenmitarbeitern mitgeführt.

Zu der angekündigten Reparatur am Folgetag kam es nicht. Über die angegebene Telefonnummer der vorgeblichen Firma war keine Kontaktaufnahme mehr möglich. Die beiden Servicemitarbeiter schienen osteuropäischer Herkunft und sprachen Deutsch mit starkem Akzent. Sie fuhren einen schwarzen bzw. dunklen Pkw bzw. Kombi mit Essener Kennzeichen ohne Firmenaufdruck.

Es entstand ein Schaden von 2.000,00 EUR. Hinweise zu diesem Betrugsdelikt, insbesondere zum Pkw, nimmt das Polizeirevier Friedland unter 039601 300 224 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

In diesem Zusammenhang möchte die Polizei nochmals vor unseriösen Handwerkern warnen. Insbesondere bei einem Notfall sollte darauf geachtet werden, regionale Firmen zu beauftragen, welche über eine regionale Telefonnummer verfügen und dann auch im Streitfall erreichbar sind.

64.000 Euro an Liebesbetrüger verloren

Eine 71 Jahre alte deutsche Frau hat durch „Romance Scamming“, also Liebesbetrug, mehr als 64.000 Euro an den oder die unbekannten Betrüger verloren.

Wie in Fällen des Romance Scamming (auch Love Scamming) üblich hat die Frau den vermeintlich Liebe suchenden Mann über das Internet kennengelernt. Zunächst gab es über einen längeren Zeitraum schriftlichen Kontakt, bei dem ihr ein ernstes Interesse an ihr als Person suggeriert wurde. Mit seiner Lebensgeschichte wollte er augenscheinlich Mitleid erregen. Dann plötzlich – wie in solchen Fällen gängige Praxis- teilte er Schwierigkeiten mit. Er sei ins Gefängnis gekommen, er habe Schulden, er brauche dringend Hilfe – und die könne er natürlich nur von ihr bekommen.

Über einen aufwendigen Transaktionsbetrug hatte sie zunächst geglaubt, nur sein Geld hin- und herzuschieben – letztlich verlor sie aber in mehreren Schritten ihr eigenes Geld – insgesamt mehr als 64.000 Euro.

Die Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

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LKA MV warnt Unternehmen vor falschen E-Mails im Zusammenhang mit der Corona-Soforthilfe

Derzeit sind falsche E-Mails im Umlauf, die sich an Unternehmen richten und sich auf bereits ausgezahlte Corona-Soforthilfen beziehen. Die E-Mails stammen angeblich von Behörden oder Banken und fordern die Empfänger dazu auf, eine beigefügte Bescheinigung des Finanzamts ausgefüllt zurückzusenden. Neben der Bescheinigung über erhaltene Zuschüsse zur Vorlage beim Finanzamt ist der E-Mail ein weiteres, offiziell wirkendes PDF-Dokument angefügt, das eine Rechtsbelehrung über die Pflichten als Antragsteller für den Corona-Zuschuss enthält.

Bislang ist in Mecklenburg-Vorpommern ein Unternehmen bekannt geworden, das zwei derartige Emails erhalten hat. Die Absender dieser Emails waren die Adressen corona-zuschuss@nrw.de.com sowie corona-zuschuss@nbank.de.com. Diese E-Mails stammen nicht von den vorgegebenen Stellen.

Es ist davon auszugehen, dass sie dazu dienen, sensible Unternehmensdaten abzugreifen. Das betroffene Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern handelte richtig und ging nicht auf die Aufforderung ein. Im besagten Fall sind durch die Absender-Adressen deutliche Bezüge zu Nordrhein-Westfalen bzw. Niedersachsen erkennbar. Die gefälschten E-Mails dürften somit für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern leichter durchschaubar sein. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass ähnliche E-Mails mit Bezügen zu Mecklenburg-Vorpommern im Umlauf sind.

Das LKA MV rät daher allen Empfängern dieser E-Mails:

  • Öffnen Sie grundsätzlich nur Anlagen von Absendern, die Sie kennen.
  • Nehmen Sie weder Kontakt mit den Tätern unter den oben genannten E-Mail-Adressen auf noch füllen Sie die angehängten Formulare aus!

Weitere Informationen zum Phänomen „Phishing“ erhalten Sie unter www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/phishing/.

Warnung vor Betrugsmasche – lukrative Jobangebote "Homeoffice" im Internet

Gerade zu Zeiten von Corona erscheinen lukrative Jobangebote im Internet für Tätigkeiten im Homeoffice für viele sehr attraktiv. Wer möchte nicht für 10 Stunden in der Woche über 2.000 EUR verdienen?

Betrüger veröffentlichen derzeit vermehrt als angebliche Firmen-Inserate für Jobangebote im Internet. Die Inserate wirken zunächst seriös. Allerdings werden von den Bewerbern kaum Voraussetzungen oder Vorkenntnisse erwartet. Es wird suggeriert, dass unabhängig von Schulbildung oder bisherigem beruflichen Werdegang ausschließlich Wert auf das Engagement der Bewerber gelegt wird. Das Motto lautet: „Bei uns bekommt jeder eine zweite Chance.“ Angeboten wird eine Tätigkeit, die bequem von Zuhause aus bewältigt werden kann. Hierzu muss man nur wenige Stunden im Monat arbeiten und soll dafür ungewöhnlich viel Gehalt erhalten. Das klingt doch interessant, oder? Dass die Betrüger es jedoch ausschließlich auf das Abfischen Ihrer Daten abgesehen haben, um damit Betrugshandlungen zu begehen, wird im Inserat verschwiegen. Denn wenn die Täter das Interesse der ahnungslosen Bewerber erlangt haben, soll der Bewerber sämtliche Personalien, Bankdaten und zum Teil auch seine Sozialversicherungsnummer für den angeblichen Arbeitsvertrag übersenden. Ausdrücklich werden auch ein Foto des Personalausweises sowie ein Selfie des Bewerbers mit seinem Ausweis in der Hand verlangt, angeblich um sich zu verifizieren.

Mit diesen Datensätzen können Betrüger im Darknet viel Geld verdienen, direkt online Bankkonten auf Ihren Namen eröffnen, diverse Online-Bestellungen auf Ihren Namen tätigen, Accounts auf Ihren Namen auf sämtlichen Webseiten erstellen, Verkäufe in Ihrem Namen tätigen oder tun und lassen etc.

Ein Beispiel ist, dass dieses Jobangebot beinhaltet, dass Sie das neu eingerichtete Onlinebanking einer innovativen Internetbank testen sollen, indem Sie ein neues Bankkonto erstellen und anschließend das Programm bewerten sollen. Ihnen wird vorher gesagt, dass diese „Test-Konten“ natürlich am Ende des Testverfahrens gelöscht werden. Letztlich ist nun allerdings der Grundstein für Geldwäsche gelegt! Die Täter können ihr illegal erlangtes Geld Dank dem von Ihnen eröffneten Konto rein waschen. Am Ende der polizeilichen Ermittlungen stehen Sie als Kontoinhaber und somit Beschuldigter im Strafverfahren, da Ihnen eine Tätigkeit als Finanzagent unterstellt wird!

Hier noch ein weiteres Beispiel: Das gut bezahlte Jobangebot, das Ihr Interesse geweckt hat, beinhaltet, dass Sie Pakete empfangen, in einem PC-System registrieren und anschließend ungeöffnet weiterversenden sollen. Klingt ganz einfach, wenn man dafür auch noch 2.000 EUR im Monat erhält?! Was nicht erwähnt wird: Die Täter rekrutieren Sie als „Paketagent“. Die Betrüger bestellen teure Waren online auf Ihren Namen und lassen die Ware an Sie verschicken. Sie quittieren dem Postboten, dass Sie das Paket entgegen genommen haben und leiten es ungeöffnet weiter ins Ausland, so wie es Ihnen die Firma vorgab. Jedoch bezahlt niemand die teure Ware. Demnach erhalten Sie eines Tages Mahnungen und im Zweifel auch Inkassoschreiben und Schufa-Einträge, wissen jedoch gar nicht wofür. Alle Indizien richten sich jedoch gegen Sie als Betrüger.

Eine 31-jährige Deutsche aus Burg Stargard ist bereits Opfer dieser Betrugsmasche geworden. Sie ist auf ein Jobangebot im Internet eingegangen und hat dafür ihre vollständigen persönlichen Daten an den vermeintlichen neuen Arbeitgeber gesendet. Mit den Daten wurde dann ein Konto eröffnet. Die 31-Jährige hat davon erfahren, als sie von dem Geldinstitut eine Aufforderung bekommen hat, ausstehende Geldbeträge zu überweisen. Dann wurde ihr bewusst, dass sie Opfer einer Betrugsstraftat geworden ist und erstattete Strafanzeige bei der Polizei.
Prüfen Sie also bei jedem Jobangebot genau, was wirklich dahinter steckt. Lassen Sie sich nicht von Geld blenden, denn in keinem Fall wird Ihnen letztlich von den Tätern Geld für Ihre Tätigkeiten ausgezahlt.

Ein geglückter und zwei versuchte Betrugsfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg

Eine 56-jährige deutsche Frau aus dem Bereich des Amtes Mecklenburgische Kleinseenplatte wurde Opfer eines sogenannten Liebesbetrugs. Auf der Internetplattform Facebook lernte die Geschädigte im Dezember des vergangenen Jahres einen Mann mit dem Accountnamen „Deiter Bade“ kennen. Nach der Profillöschung des Tatverdächtigen kommunizierte die Frau ausschließlich über WhatsApp mit dem Mann.

Mit dem Vorwand in Malaysia auf Montage zu sein und für die Einreise nach Deutschland 3500,00 EUR zu benötigen, entlockte er der Frau diesen benötigten Betrag. Den Betrag überwies sie auf ein ausländisches Konto. Die Frau sah den unbekannten Tatverdächtigen als eine Art Freund an, dem sie gern helfen wollte.

Nach Aussagen der Geschädigten ist die Überweisung nun drei Wochen her. Von ihrem „Freund“ hat sie seit dem nichts mehr gehört, bekam aber am gestrigen Tage eine Nachricht eines angeblichen Bankmitarbeiters, der sie erneut aufforderte, eine Zahlung in Höhe von 10.000 EUR vorzunehmen. Im Falle einer Nichtzahlung würde ihre Internetbekanntschaft in Haft genommen und ihre persönlichen Daten der deutschen Regierung übersandt werden. Die Geschädigte wandte sich nach der erneuten Überweisungsaufforderung an die Polizei.

Darüber hinaus kam es zu zwei Betrugsversuchen.

Ein 73-jähriger deutscher Mann aus Ribnitz-Damgarten erhielt eine E-Mail von einem ihm unbekannten Absender, in der ihm 45 Prozent einer Erbschaft zugesagt wurden. Die Erbschaft sollte eine Höhe von 18,7 Mio. US Dollar umfassen.

Dieses Geld ist jedoch, laut Verfasser der E-Mail, in einem Fond investiert. Um die Beschlagnahme des Fonds durch die US-Behörden zu verhindern, muss jedoch erst einmal das gesamte Geld auf das Konto des Geschädigten überwiesen werden. Der Mann ging mit dieser E-Mail rechtzeitig zur Polizei. Ein Schaden konnte somit verhindert werden.

Des Weiteren wurde eine 61-jährige deutsche Frau aus Neubrandenburg via Telefon von einem vermeintlichen Mitarbeiter des Verbraucherschutzes kontaktiert. Dieser teilte ihr eine Forderung eines Inkassobüros mit. Der tatverdächtige Anrufer empfahl einen vermeintlichen Anwalt zu kontaktieren. Dies wurde durch die Geschädigte getan und der mutmaßliche Anwalt stellte seine Hilfe in Aussicht. Einen weiteren Termin mit dem Tatverdächtigen sollte es am Abend des Tages geben, jedoch wollte die Geschädigte dies erst einmal mit ihrem Mann besprechen. Das Ehepaar entschied sich dazu, den Vorfall der Polizei zu melden.

Gerade in diesen Zeiten sind insbesondere viele ältere Leute einsam und können nicht besucht werden. Oft suchen sie sich daher andere Kontakte in sozialen Netzwerken und am Telefon. Bitte klären sie ihre Angehörigen notfalls telefonisch über die verschiedenen Betrugsmaschen auf.

Service für Erwachsene – Ihre Rechnung aus Tschechien

In den letzten Wochen wendeten sich zahlreiche, männliche Verbraucher an die Beratungsstelle in Stralsund mit der Bitte um Beratung zu Zahlungsaufforderungen eines tschechischen Inkassounternehmens. Mit der Rechnung, die die Betroffenen per Post oder per SMS erhalten haben, macht das Inkasso eine Forderung für die angebliche Inanspruchnahme von Erotikdienstleistungen am Telefon geltend.

Wer der Zahlungsaufforderung nicht nachkommt, erhält schnell die nächste Mahnung mit einem weitaus höheren Betrag. Die Firmen heißen u.a. ARMEX, INOVA Inkasso, ROVITA oder AVIS Inkasso und sind nicht im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen. Die Aufforderung, den geforderten Betrag per Post bar an das Inkassounternehmen zu schicken, sollte den Empfänger des Schreibens auf jeden Fall misstrauisch machen.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Lassen Sie sich von derartigen Schreiben nicht beunruhigen! Nur auf eine Zahlungsaufforderung eines in Deutschland registrierten Inkassounternehmens sollten Sie reagieren und die Berechtigung der Forderung prüfen. Sind Sie unsicher oder benötigen Sie Unterstützung, lassen Sie sich von Ihrer Verbraucherzentrale beraten.