Bundestag verabschiedet wegen Corona neues Gesetz zu Verbraucherrechten

Welche Zahlungen darf man stoppen?

Durch die derzeitige Corona-Pandemie geraten viele Verbraucher aufgrund von Einkommenseinbußen in finanzielle Nöte. Zur Abmilderung dieser Folgen wurde vom Bundestag ein Gesetz verabschiedet. Seit dem 1. April 2020 gelten neue Verbraucherrechte.

Verbraucher dürfen ihre Abschläge auf Strom, Gas und Wasser, die monatlichen Zahlungen für Telefon und Internet, den Beitrag für bestimmte Versicherungen (z. B. private Krankenversicherungen) und größere Raten für Konsumkredite vorübergehend aussetzen. Diese Zahlungsstundung gilt zunächst für drei Monate, also für April, Mai und Juni 2020.

Verbraucher müssen in dieser Zeit weder die Einstellung der Versorgung, also etwa eine Stromsperre) noch Mahn- und Inkassokosten befürchten. Alle Forderungen werden aber nicht erlassen, sondern müssen ab Juli nachgezahlt werden. Der Gesetzgeber hat sich vorbehalten, die Dauer dieser Sonderregung wenn notwendig bis September zu verlängern.

Voraussetzungen für einen Zahlungsaufschub sind:

  • ein stark vermindertes Einkommen durch die Corona-Krise,
  • das Einkommen reicht nicht mehr für einen angemessenen Lebensunterhalt,
  • es geht um laufende Kosten aus einem Vertrag für existenzielle Leistungen wie Miete, Energiekosten, Telefon und Internet, Lebensmittel und notwendige Medikamente, Unterhaltsleistungen
  • der Vertrag wurde vor dem 08.03.2020 geschlossen.

Für alle Fragen rund um die neuen Regelungen können Sie sich gern an die Beratungsstelle Rostock der Verbraucherzentrale wenden.

Hohe Fördersummen für das Energiesparen

Foto: Verbraucherzentrale MV

Für Energiesparmaßnahmen können Verbraucher in diesem Jahr zum Teil erheblich höhere Zuschüsse bekommen als bislang. Haushalte, die ihre alte Heizung außer Betrieb nehmen und stattdessen erneuerbare Energien nutzen, erhalten hohe Fördersummen. Reine Gas- und Öl-Kessel werden allerdings gar nicht mehr gefördert. Öl-Kessel sollen langfristig verboten werden.

Förderung erneuerbarer Energien für das Heizen

Vollständig erneuerbare Energien: Verbraucherinnen und Verbraucher, die vollständig auf erneuerbare Energie setzen, zum Beispiel mit einer Pellet-heizung oder Wärmepumpe, können hohe Zuschüsse (bis zu 35 Prozent) bekommen. Der Austausch einer alten Ölheizung bringt nochmal 10 Prozent zusätzlich, also 45 Prozent für die Pelletheizung oder die Wärmepumpe.

Gas-Hybridheizung: Wer etwa auf eine Gasheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien (z. B. mit Solarkollektoren) umsteigt, bekommt für diese so genannte Gas-Hybridheizung einen Zuschuss von 30 Prozent der Kosten. Bei einer Investition von beispielsweise 20.000 Euro beträgt der Zuschuss 6.000 Euro. So wird ein erheblicher Teil der Mehrinvestition für die Solarkollektoren durch den Zuschuss finanziert. Auch bei der Gas-Hybridheizung erhalten Verbraucher einen zusätzlichen 10-prozentigen Ölaustauschbonus.

Gas-Brennwertkessel: Der Austausch einer Heizung durch einen Gas-Brenn-wertkessel kann mit 20 Prozent Zuschuss gefördert werden, wenn nach spä-testens zwei Jahren eine Komponente mit erneuerbaren Energien dazu kommt. Das können zum Beispiel Solarkollektoren oder eine Wärmepumpe sein. Die später zu ergänzende Komponente kann dann ebenfalls bezuschusst werden.

Förderung von Wärmedämmung: Wer nachträglich Wärmedämmungen in Außenwände oder Dach einbaut oder sein Haus mit neuen Fenstern oder Haustüren ausstattet, bekommt jetzt mit 20 Prozent doppelte Zuschüsse. Bis zu 40 Prozent beträgt die Förderung für Komplettsanierungen als sogenanntes Effizienzhaus.

Voraussetzungen der Förderung

„Wer die Fördermittel beanspruchen will, muss in der Regel mehr Energie einsparen, als es die gesetzlichen Mindestanforderungen verlangen. Selbst bei höheren Investitionskosten ist das empfehlenswert“, rät Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Mit besseren Maßnahmen wird mehr Energie eingespart. Langfristig werden also auch Kosten eingespart und klimafreundlicher geheizt. Wer sich für die Fördermittel interessiert, sollte sich vor einer Entscheidung zunächst beraten lassen, etwa zu der Frage, welche Heizung überhaupt geeignet ist oder welche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sind. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale berät individuell und anbieterneutral zu Fördermitteln und energetischen Maßnahmen bei Wohngebäuden: 0800 809 802 400 und vz-energie.de.

Zapfen oder schleppen?

Wer Leitungswasser statt Mineralwasser trinkt, kann auf diese Weise die Herstellung und den Transport von Mineralwasserflaschen vermeiden. Das schont das Portemonnaie und das Klima, rät die Verbraucherzentrale.

Alljährlich rufen die Vereinten Nationen am 22. März zum Weltwassertag auf. In diesem Jahr ist das Motto „Wasser und Klimaschutz“. Während es in vielen Ländern der Erde um den Zugang zu sauberem Trinkwasser geht, ist die Wasserqualität überall in Deutschland sehr gut, so Simone Goetz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Damit wir unbedenklich Wasser aus der Leitung trinken können, muss es frei von Schadstoffen und Krankheitserregern sein. Die Gesundheitsämter sorgen dafür, dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten werden.

Wer sein Wasser selbst zapft, statt es im Kasten nach Hause zu schleppen, spart bares Geld. Wasser aus dem Hahn ist bei vergleichbarer Qualität viel preiswerter: Zahlen Sie für vier Liter Leitungswasser ungefähr einen Cent, so können es für die gleiche Menge Mineralwasser ein bis zwei Euro sein. Auch der Gehalt an Mineralien ist beim gekauften Mineralwasser oftmals kaum höher. Das hat im Juli 2019 die Untersuchung von 32 Mineralwässern ohne Kohlensäure durch die Stiftung Warentest belegt. Das können Sie für Ihr Lieblingswasser nachprüfen: Auf dem Etikett sind die wichtigsten Mineralstoffe angegeben. Sind es insgesamt weniger als 500 Milligramm in einem Liter, dann hat das Mineralwasser nur einen geringen Mineralstoffgehalt.

Der Quellort, der auf jedem Etikett stehen muss, zeigt an, wo das Wasser abgefüllt wurde. Im Jahr 2019 sind rund eine Milliarde Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert worden. Bis zum Verbraucher habe diese oft einen weiten Weg hinter sich. Zum Beispiel haben französische Wässer bis nach Mecklenburg-Vorpommern mindestens 600 Kilometer zurückgelegt – und das nur auf direktem Weg! Aber auch in Deutschland abgefülltes Mineralwasser ist unter Umständen weit gereist bis zum Supermarkt. Eine Alternative kann Mineralwasser aus der Region sein – am klimaschonendsten aber bleibt das Leitungswasser.

Tipp: Sofern keine Bleileitungen im Haus sind, können Sie Leitungswasser problemlos trinken. Lassen Sie das Wasser vor dem Trinken aber immer so lange laufen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. Dann ist es frisch. Seite 2 von 2 Tel. (0381) 208 70 50 Fax (0381) 208 70 30 info@verbraucherzentrale-mv.eu www.verbraucherzentrale-mv.eu Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Energieberatung jetzt per Telefon oder online

Die rasante Ausbreitung des Corona-Virus muss auf ein Minimum reduziert werden. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern, die sonst vorrangig persönliche Beratungen durchführt, bietet ab sofort ausschließlich Telefon- und Onlineberatung an.

Aus aktuellem Anlass wird die Energieberatung der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern bis voraussichtlich 20. April 2020 keine persönlichen Beratungsgespräche mehr durchführen. Die persönlichen Beratungen wurden vorher in den Beratungsräumen der Energieberatung in vielen Orten in ganz M-V durchgeführt. Alle geplanten Checks wie der Gebäude-Check oder der Detail-Check, welche bei den Verbrauchern zu Hause durchgeführt werden müssen, finden bis vorerst 20. April nicht statt. Ratsuchende, die bereits einen persönlichen Termin vereinbart haben, werden kontaktiert, um Alternativen über andere Beratungswege oder Terminverschiebungen zu finden.

Telefon- oder Onlineberatung als Alternative

Als Alternative bietet die Energieberatung die telefonische Beratung mit ihren Energieexperten zu vielen Themen u.a. im Bereich Energieeinsparung, moderne Heiztechnik, Solarthermie und Wärmedämmung an. Die kostenlose Telefonberatung ist unter der Nummer 0800-809 802 400 von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und am Freitag von 8 bis 16 Uhr besetzt. Die Online-Energieberatung ist ebenfalls kostenlos und erreichbar unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.

Zusätzlich bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale kostenlose Online-Vorträge an. Die nächsten Termine sind:

  • Steck die Sonne ein! Solarstrom von Balkon und Terrasse: 24.03.2020 von 18:00 bis 19:00 Uhr
  • Aktuelle Fördermittel fürs Haus (insbesondere Heizungsaustausch, energetische Sanierung): 30.04.2020 von 17:30 bis 18:15 Uhr
  • Wärmeschutz im Altbau und Denkmal: 12.05.2020 von 18:30 bis 19:30 Uhr

    Die Anmeldung ist möglich unter verbraucherzentrale-energieberatung.de/veranstaltungen/

Teppichreinigung kostengünstig? Vermeintliche Schnäppchenangebote genau prüfen

„Neueröffnung Teppichwäscherei Schwerin“ leuchtet die knallgelbe Werbeanzeige. Die Anzeige verspricht einen Wasch- und Reparaturservice, mit kostenlosem Abhol- und Bringe-Service im Umkreis von 100 km. Es scheint ein attraktives Angebot zu sein. Ein Besuchstermin wird vereinbart, die Teppiche besichtigt und leider viel zu schnell auch ein verbindlicher Auftrag für die Reinigung oder Reparatur unterschrieben. Nur hat der vereinbarte Preis nichts mehr mit einem Schnäppchen zu tun. Oft geht es um mehrere hundert oder gar um tausend Euro!

Schon Minuten später – die Teppiche haben gerade das Haus verlassen – kommt bei vielen Verbrauchern das böse Erwachen. Der Preis erscheint überzogen. Lohnt die Reinigung überhaupt oder war es Abzocke? Die Teppiche werden erst zurückgegeben, wenn die Rechnung vollständig bezahlt wurde. Was kann in dieser Situation unternommen werden? Kann ich den Vertrag rückgängig machen?

Da es sich hier in aller Regel um Verträge handelt, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurden, können diese widerrufen werden. Eine gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsinformation erfolgt meist nicht. Dann braucht der Teppichbesitzer nichts zu zahlen, sollte auch die Leistung bereits erbracht sein.

Um Ärger aus dem Weg zu gehen, hilft nur, sich nicht zu übereilten Vertragsschlüssen – trotz blumiger Werbeversprechen – hinreißen zu lassen. Eine seriöse Firma kommt auch ein zweites Mal. Der Rat der Verbraucherzentrale ist eindeutig: Keine übereilten Vertragsschlüsse!

Quartiersfrühstück zum Haus der Familie

Das AWO Haus der Familie ist Ansprechpartner für Bildungs-, Beratungs- und Begegnungsangebote im Familienbereich.

Welche Angebote für Familien, Eltern und Einrichtungen in Neubrandenburg existieren, beim Quartiersfrühstück stellt sich das AWO Haus der Familie vor.

Zum Quartiersfrühstück am 12. März 2020 lädt das Quartiersmanagement daher im Zeitraum von 10 bis 12 Uhr ins Quartiersbüro (Ravensburgstraße 23) ein.

Sprechtag Recht am 12. Februar in der IHK-Zweigstelle Greifswald

Kammerzugehörige Unternehmen können zu allen rechtlichen Fragen, die sich im betrieblichen Alltag stellen, die Rechtsberatung der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch nehmen. Egal, ob im Arbeits-, Gesellschafts- oder Gewerberecht: Die Kammer erteilt Rechtsauskünfte und berät zur aktuellen Rechtslage. Interessiere Unternehmer entscheiden, ob der Kontakt, telefonisch, per E-Mail oder in Form eines persönlichen, vertraulichen Gesprächs erfolgt.

Darüber hinaus bietet die IHK regelmäßig einmal monatlich an jedem zweiten Mittwoch einen Sprechtag Recht in ihrer Zweigstelle in Greifswald (Domstraße 39A) an. Der nächste Termin ist am 12. Februar ab neun Uhr.

Zur Terminplanung wird um vorherige Anmeldung bei Daniela Hausmann unter Telefon 0395 55 97-214 oder per E-Mail daniela.hausmann@neubrandenburg.ihk.de gebeten.