Sehr gute Badewasserqualität in MV

Die bisher in dieser Saison in den Laboren des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) vorgenommenen Untersuchungen des Badewassers weisen auf eine sehr gute Wasserqualität hin. An den etwa 500 ausgewiesenen Badestellen ist das Baden uneingeschränkt möglich.

In den aktuellen Wasserproben aus der Ostsee sowie den Boddengewässern hat das LAGuS Vibrionen nachgewiesen. Sie treten ab einer Wassertemperatur von ungefähr 20 Grad Celsius vermehrt auf und verursachen in sehr seltenen Fällen schwere Infektionen. Ein Infektionsrisiko besteht von West bis Ost die Ostseeküste entlang und betrifft auch die Bodden und das Achterwasser.

Eine Erkrankungsgefahr besteht im Wesentlichen für Personen mit bestimmten Grundrisiken. Dazu gehören Personen mit chronischen Grundleiden bzw. mit bestehender Immunschwäche sowie Personen höheren Alters. „Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben“, sagt Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS.

Zu Infektionen kommt es nur in sehr seltenen Fällen. Allerdings können Vibrionen-Infektionen schwere Folgen haben. In der aktuellen Badesaison 2021 wurde dem LAGuS bislang keine Infektion gemeldet. In der Badesaison 2020 waren insgesamt acht Infektionen in MV gemeldet worden. Sterbefälle gab es im Vorjahr nicht.

Vibrionen-Infektionen sind an einer Rötung, Schwellung oder Blasenbildung der Haut erkennbar. Es können sich dann Fieber und Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder ein Schock einstellen. „Wer Symptome bemerkt, sollte schnellstmöglich ärztliche Hilfe suchen und dabei auf das Bad in der Ostsee hinweisen“, rät Dr. Will.

Während der Badesaison informiert das LAGuS in einem Wochenbericht über gegebenenfalls auftretende Vibrionen-Infektionen und informiert mit FAQ und Merkblättern auch allgemein über das Thema Vibrionen und über weitere gesundheitliche Risiken beim Baden.
Aktuelle Badesaison

Hinweis auf Zerkarien

Weil das Wasser in den Badeseen sich jetzt mehr und mehr erwärmt, kann es vorkommen, dass sich darin vermehrt Zerkarien entwickeln. Darauf weist vorsorglich das Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hin, das regelmäßig die Badewasserkontrollen vornimmt.

Zerkarien sind Saugwürmer (Trematoden), die sich vor allem in Flachwasserbereichen vermehren, wo es ständige Wasserschneckenpopulation und reichlich Wasservögel gibt. Im Larvenstadium können Zerkarien Hauterscheinungen beim Menschen hervorrufen. Die sogenannte Zerkarien- bzw. Badedermatitis ist im Normalfall harmlos. Etwa 10 bis 24 Stunden nach dem Baden können Rötungen und Quaddeln auftreten, die mit erheblichem Juckreiz verbunden sind.

Die Hygieniker des Gesundheitsamtes empfehlen deshalb, die beschriebenen Flachwasserbereiche, insbesondere bei Wassertemperaturen über 23 °C, zu meiden. Es wird empfohlen, die Badebekleidung unmittelbar nach Verlassen des Wassers auszuziehen und den Körper gründlich abzutrocknen. Einen zusätzlichen Schutz bietet das Eincremen mit einem wasserfesten Sonnenschutzmittel. Wer Badedermatitis an sich feststellt, sollte den Haus- bzw. Hautarzt aufsuchen. Mit entsprechender Behandlung kann der Juckreiz vermindert werden. Und so lassen sich Infektionen vermeiden, die durch das Kratzen ausgelöst werden könnten. .

Ausgezeichnetes Badeerlebnis in Deutschland

Wer diesen Sommer in Deutschland Urlaub macht, kann sich über ausgezeichnete Badegewässer freuen. Das zeigt der aktuelle Badegewässerbericht der EU-Kommission und der Europäischen Umweltagentur. 96 Prozent der Badestellen in Deutschland erfüllen die Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie.

In der Badesaison 2020 wurden 2.304 deutsche Badegewässer geprüft und bewertet. 363 der Badegewässer an der Küste von Nord- und Ostsee, 1.907 an Binnenseen und 34 an Flüssen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: 2.072 (89,9 Prozent) der Badegewässer wurden als ausgezeichnet bewertet, 113 (4,9 Prozent) als gut, 31 (1,3 Prozent) als ausreichend und lediglich 11 (0,5 Prozent) wurden als mangelhaft eingestuft. Somit sind 9 von 10 Badegewässern in Deutschland von ausgezeichneter Qualität. Diese Ergebnisse ähneln jenen der Vorjahressaison.

Deutschland unter den Top 10

In den EU-Mitgliedstaaten sowie in Albanien und der Schweiz wurde die Wasserqualität 2020 bewertet. Auch die Daten des Vereinigten Königreichs wurden in den Bericht aufgenommen: Die Auswertung wurde in einer Übergangsperiode durchgeführt, in der das EU-Recht noch immer für das Vereinigte Königreich galt.

93 Prozent der 22.276 Badegewässer in Europa erfüllten die strengen Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie und knappe 83 Prozent gelten sogar als „ausgezeichnet“. Deutschland schaffte es mit Platz 6 nach Zypern, Österreich, Griechenland, Malta und Kroatien im EU-Ranking unter die Top 10.

Wasserqualität dank guter Zusammenarbeit

Seit 2008 wird die Qualität der EU-Badegewässer überwacht und kontrolliert. Die Zahl der Badegewässer mit mangelhafter Qualität ist seit 2013 gesunken. EU-Umweltkommissar, Virginijus Sinkevičius, erklärte: „Die Qualität der Badegewässer in Europa ist weiterhin hoch, und das sind gute Nachrichten für die Europäerinnen und Europäer, die diesen Sommer Erholung an Stränden und anderen Badeorten suchen werden.“ Dies sei das Ergebnis der seit mehr als 40 Jahren andauernden Umsetzung der Badegewässerrichtlinie, des großen Einsatzes engagierter Menschen und guter Zusammenarbeit.

Hans Bryninchx, Exekutivdirektor der EUA, fügt dem hinzu: „Durch die EU-Vorschriften konnte nicht nur die Qualität insgesamt verbessert werden, sondern es war auch möglich festzustellen, in welchen Bereichen besondere Maßnahmen erforderlich waren.“

Aufgrund einiger Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie konnte die Badewasserqualität an einigen Standorten nicht gemessen werden. Demnach wurden 1.309 (6 Prozent) der Badegewässer nicht bewertet, 2019 waren es noch 806 (3,7 Prozent).

Wasser an den Badestellen in Ordnung

Am 09.06.2021 wurden in Neubrandenburg die Badestellen amlich auf Verschmutzungen und ungesunde Bakterien untersucht.

Die Badestellen in Broda, Buchort, Gatsch Eck, Alt Rehse, Wustrow, Klein Nemerow, am Augustabad und der Reitbahnsee sind allesamt zum Baden geeignet, wie jetzt veröffentlich wurde.

Die untersuchten Werte waren alle unauffällig.

Am Tollensesee und am Reitbahnsee startet die Badesaison

Foto: Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg

Der Tourismus im Land nimmt Fahrt auf und so startet auch die Badesaison am Tollensesee. Am Samstag (5. Juni) werden die Rettungsschwimmer ihre Arbeit zunächst im Augustabad am Tollensesee aufnehmen. Ab 7. Juni werden die Rettungsschwimmer auch am Strand am Reitbahnsee Einzug halten. Unterstützung bekommt die Stadt dabei von der DRK-Wasserwacht. Nur der Brodaer Strand bleibt aufgrund von fehlenden Rettungsschwimmern unbewacht.

Derzeit laufen in den drei Strandbädern die Vorbereitungen für den offiziellen Saisonstart. Am Augustabad wird pünktlich zum offiziellen Auftakt die Badeplattform im Wasser sein. Sand wurde an beiden Seen bereits zu Beginn des Monats aufgeschüttet: Am Strand Augustabad waren es rund 800 Tonnen und am Reitbahnsee etwa 200 Tonnen. An allen drei Stränden gibt es öffentliche Toiletten.

Badewasser in den Seen ist gut aber kalt

Abgesehen von den nach wie vor niedrigen Temperaturen kann in den Seen und Badeanstalten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gebadet werden. Die Wasserqualität ist gut bis sehr gut.

Wie schon im vergangenen Jahr haben jetzt die Badewasserkontrollen etwas später als üblich begonnen. Jedoch zu Pfingsten wird der erste Probendurchlauf erfolgt sein.

Insgesamt werden im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte 174 Badestellen gemäß den EU-Standards und in den damit geforderten regelmäßigen Abständen von den Hygienikern des Gesundheitsamtes beprobt und die Ergebnisse an den entsprechenden Badestellen ausgehängt.

Die Badewassersaison für das Beproben endet am 10. September.
Die Ergebnisse der Beprobungen werden laufend auf der Badewasserkarte des Landes Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht: www.badewasser-mv.de

Start der Badesaison 2021

Heute startet offiziell die Badesaison in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Rostock, Ludwigslust-Parchim und den kreisfreien Städten Schwerin und Rostock. In den Landkreisen Vorpommern-Rügen, Nordwestmecklenburg und Mecklenburgische Seenplatte ist der offizielle Beginn der Badesaison coronabedingt auf den 20. Juni 2021 verschoben.

„Unsere Badegewässer sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Mecklenburg-Vorpommern als attraktiven Urlaubs- und Lebensort. Die regelmäßigen Überprüfungen zeigen, dass 97 Prozent der Gewässer als sehr gut und gut eingestuft wurden. Wenngleich coronabedingt einige Landkreise etwas später mit dem offiziellen Auftakt starten, kann natürlich auch dort schon gebadet werden. Die Auswertungen zeigen: Das Baden in unseren Gewässern ist eine saubere Sache“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

97 Prozent der Badegewässer in Mecklenburg-Vorpommern sind sehr gut und gut

Insgesamt werden in Mecklenburg-Vorpommern 499 Badegewässer hygienisch überwacht, davon 156 an der Ostsee, 336 an Binnengewässern und sieben an Flüssen. 483 der Badegewässer in Mecklenburg-Vorpommern sind als gut und sehr gut eingestuft. Das sind 97 Prozent aller untersuchten Stellen. Von den 498 nach Badegewässerlandesverordnung überwachten Badegewässern sind insgesamt 91 Prozent von ausgezeichneter Qualität; sechs Prozent erhielten eine gute Einstufung.

Mit ausreichend wurden acht Badegewässer (Inselsee Güstrow – Kurhaus, Kummerower See in Sommersdorf, Massower See in Massow, und Greifswalder Bodden – Badestrand Wreechen, Greifswalder Bodden – Zeltplatz Zicker-Zudar, Plather See – Ballin-Plath, Bodden – Koppelstrom-Born-Grabenwiese und Müritz – Kleine Müritz-Rechlin) bewertet; fünf sind mangelhaft (Barther Bodden in Barth – Glöwitzer Bucht, Greifswalder Bodden – Neuendorfer Badestrand, Schlosssee Penkun, Stadtsee Woldegk und Penzliner See – Penzlin).

Die Bewertungen basieren auf einem statistischen Mittelwert der Untersuchungsergebnisse aus den jeweils vergangenen vier Jahren. Für die Einstufung als mangelhaft sind hohe Einzelwerte verantwortlich. „Bis zum 10. September werden die örtlichen Gesundheitsbehörden regelmäßig zur Kontrolle der Badegewässer unterwegs sein, um die Badegewässer zu überprüfen. Das gibt Sicherheit für Urlauber und Einheimische“, sagte Glawe.

„Für unsere Beschäftigten in den Laboren läuft die Saison bereits auf Hochtouren“, sagt Dr. Heiko Will, Erster Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

In der vergangenen Saison wurden pandemiebedingt durch einen späteren Saisonbeginn 1.795 Badegewässerproben analysiert, in 19 Fällen wurden Höchstwerte überschritten. Für die EU gemeldeten Badegewässer Barther Bodden in Barth – Glöwitzer Bucht, Greifswalder Bodden – Neuendorfer Badestrand besteht entsprechend der EG Badegewässer-Richtlinie für diese Badesaison ein Badeverbot.

Badegewässerkarte online verfügbar und als App zum Download
Die Ergebnisse sind auf der Badegewässerkarte auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums unter www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/gesundheit/Badewasserqualitaet/ einsehbar. Die Badewasser-App „Badewasser-MV“ steht zum Download bereit. Die Informationen werden ständig aktualisiert. Zu jeder untersuchten Badestelle ist ein Kurzprofil hinterlegt, das die wichtigsten Informationen zusammenfasst, unter anderem auch Hinweise zu behindertengerechten Badegewässern.

Weitere Merkblätter und Links rund ums Baden sind ebenfalls eingestellt. „Aktuell und benutzerfreundlich sind alle wichtigen Informationen zu den Badestellen zusammengestellt. Auch die Hygieneregeln, die aufgrund der Corona-Pandemie gelten, sind dort zu finden“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Informationen zu Badegewässern und Corona
Das Umweltbundesamt (UBA) hat auf der Grundlage von Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Stellungnahme zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Badegewässer erarbeitet. Informationen sind dazu im Überblick beim UBA unter: Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Badegewässer (link: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/4031/dokumente/uba_covid_badegewaesser_2020-03-27_0.pdf) zu finden. Das UBA hat festgestellt, dass es bislang keine Hinweise darauf gibt, dass der SARS-Coronavirus-2 über den Wasserweg übertragen wird. Die Corona–Hygieneregeln für Mecklenburg-Vorpommern sind auf den Seiten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales zusammengetragen. (Link: service.mvnet.de/_php/download.php?datei_id=1634996)

Verfahren zur Überprüfung der Badewasserqualität in Mecklenburg-Vorpommern

Die Badewasserproben werden üblicherweise in der Zeit vom 01. Mai bis zum 10. September jeden Jahres alle vier Wochen durch die zuständigen Gesundheitsämter bei einer Mindestwassertiefe von einem Meter 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche entnommen. Aufgrund der Corona-Pandemie werden in einigen Landkreisen die Badewasserproben ab dem 01. Juni entnommen. Das Wasser wird dann auf mikrobiologische Parameter wie Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Wird bei einer Probe der Höchstwert nach Badegewässerlandesverordnung überschritten, wird umgehend eine Nachprobe entnommen und geprüft, ob ein Badeverbot ausgesprochen werden muss. Die Prüfung beinhaltet auch Sichttiefe und pH-Wert des Wassers.

Bei Wassertemperaturen ab 20 Grad werden zusätzlich an sieben ausgewählten Badestellen an der Ostsee Untersuchungen auf Vibrionen durchgeführt. Vibrionen sind natürlicher Bestandteil salzhaltiger Gewässer, wie z.B. der Ostsee. Vibrionen können beim Baden in Hautverletzungen eindringen und bei Badenden mit Vorerkrankungen schwere Wundinfektionen hervorrufen. Auf der Badewasseronlinekarte sowie auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums sind Fragen und Antworten zum Thema Vibrionen eingestellt. Alle Badestellen an der Ostsee haben dazu auch Informationen im Kurzprofil.