Wirtschaft in MV: Konjunkturelle Stimmung hat sich leicht abgekühlt

Die Stimmung der Wirtschaft hat sich zum Jahresbeginn 2020 zwar eingetrübt, allerdings von einem hohen Niveau aus und in überschaubarem Ausmaß. Der IHK-Konjunkturklimaindex MV ist von 127 Punkten auf nun 120 Punkte gefallen.

Im Vergleich zum Jahresbeginn 2019 hat sich die konjunkturelle Stimmung im Land leicht abgekühlt. Häufiger als im Vorjahr bewerten die Unternehmen ihre Geschäftslage nur noch als „befriedigend“ und nicht mehr als „gut“. Allerdings beurteilen immer noch nur wenige Unternehmen ihre Lage als „schlecht“. Auch die Geschäftserwartungen haben sich eingetrübt. Mehr Unternehmen erwarten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation als eine Verbesserung. Dies bremst die Investitionsbereitschaft und die im Saldo noch positive Arbeitskräftenachfrage lässt nach.

Gleichwohl bleibt für knapp zwei Drittel der Unternehmen der Fachkräftemangel eine der zentralen Herausforderungen für die Wirtschaft im Land. Er übt auch Druck auf die Arbeitskosten aus, die von 47 Prozent als Geschäftsrisiko angesehen werden. An die zweite Stelle unter den Geschäftsrisiken sind die Energie- und Rohstoffpreise gerückt. Ihre erwartete Entwicklung belastet 48 Prozent der Unternehmen.

„Die Unternehmen in MV sind vor allem auf der Angebotsseite starken Risiken ausgesetzt. Sie befürchten dadurch Wettbewerbsnachteile auf den In- und Auslandsmärkten“, so Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg im Namen der IHKs in MV.

Die detaillierten Ergebnisse der Konjunkturumfrage sind auch im Internet nachzulesen:
www.neubrandenburg.ihk.de

Regionale Wirtschaft weiter im Stimmungshoch, aber vorsichtiger für die Zukunft

Die Lage in der regionalen Wirtschaft ist zum Herbst so gut wie noch nie. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen (63 Prozent) in der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern beurteilen ihre gegenwärtige Geschäftssituation als gut.

„Das ist Rekord“, kommentierte Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch, am Mittwoch in der Kammer die vorliegenden Ergebnisse mit Blick auf die beiden Vorjahresumfragen. Im Herbst 2016 stuften lediglich 52 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut ein; im Folgejahr immerhin schon 58 Prozent.

Im Kontrast dazu stehen die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate. Die Einschätzungen der Unternehmer fallen deutlich vorsichtiger aus. Insgesamt gehen 70 Prozent von einer gleichbleibenden wirtschaftlichen Entwicklung aus und 16 Prozent von einer besseren; 14 Prozent rechnen mit schlechteren Geschäftsergebnissen.

Im Sommer lagen diese Werte noch bei 72, 19 und neun Prozent. Als ein Grund für die gedämpften Aussichten nannte Torsten Haasch die aktuelle internationale Lage sowohl in der EU als auch weltweit. Größtes Risiko für viele Unternehmen bleibt nach wie vor der zunehmende Mangel an Arbeits- und Fachkräften: „42 Prozent der Befragten können im Schnitt zwei bis drei offene Stellen längerfristig nicht besetzen und somit auch ihre Wachstumspotenziale nicht ausschöpfen“, so Haasch weiter.

Bedenklich sei auch, dass der Konjunkturmotor Industrie zurzeit etwas an Schwung verliert. „Das könnte vor allem der Dienstleistungssektor in seinen Auftragsbüchern negativ zu spüren bekommen.“ Für die aktuelle Umfrage wurden knapp 800 Unternehmen befragt, geantwortet hatten davon 256. Sie verteilen sich auf die Branchen Industrie, Bau, Handel, Verkehr, Gastgewerbe und Dienstleistungen.

Die detaillierten Ergebnisse der Konjunkturumfrage sind auch im Internet unter www.neubrandenburg.ihk.de nachzulesen.