Seenplatte-Ausbildungsmarkt in der Pandemie: Weniger Bewerber/innen – mehr freie Lehrstellen

Von Oktober 2020 bis Juli 2021 haben sich 1.182 Schülerin und Schüler – und damit 174 weniger als ein Jahr zuvor – auf einen Ausbildungsplatz beworben – bei einem in etwa gleichem Aufkommen von Schulabgängern. Gleichzeitig haben die Betriebe 1.650 Ausbildungsstellen gemeldet, 93 oder 6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Natürlich ist es noch zu früh, eine sichere Einschätzung zur weiteren Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt zu geben. Aber ein Trend zeichnet sich ab: „Praktisch alle Suchenden werden einen Ausbildungsplatz finden. Anders trifft es einzelne Unternehmen. Hier werden wir die eine oder andere Ausbildungsstelle nicht besetzen können“, ist sich Thomas Besse, Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur sicher.

An die Adresse der Unternehmen, Freiberufler und Behörden appelliert er: „Geben Sie verstärkt auch jungen Menschen mit Handicap und Jugendlichen, die vielleicht erst auf den zweiten Blick zur ersten Wahl werden, eine Chance. Wenn Sie benachteiligte Jugendliche ausbilden, können diese mit unseren Hilfen unterstützt werden.“

Aus Gründen der Fairness richtet sich Besse auch an die Jugendlichen: „Bitte sagt den Betrieben möglichst frühzeitig verbindlich zu oder ab, sobald Eure Entscheidung gefallen ist. Natürlich ist es das gute Recht jedes Einzelnen, möglichst lange viele Eisen im Feuer zu haben, aber leider geht dieses „Festklammern“ an mehrere Ausbildungsstellen zu Lasten vieler Unternehmen aber auch anderer Jungen und Mädchen, die noch keinen Ausbildungsbetrieb gefunden haben. Und bitte denkt unbedingt auch daran, Euren Berufs- oder Studienberater in der Berufsberatung zu informieren.“

Freie Ausbildungsberufe gibt es noch in fast alle Branchen. Am meisten suchen wir für die Berufe:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel
  • Verkäufer/in
  • Restaurantfachmann/frau
  • Koch/Köchin
  • Hotelfachmann/-frau
  • Handelsfachwirt/in (Ausbildung)
  • Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik
  • Maurer/in
  • Berufskraftfahrer/in
  • Elektroniker/in für Betriebstechnik

Unternehmern, aber auch allen Spätentscheidern, die noch einen Ausbildungsplatz suchen oder sich über ihren beruflichen Weg noch nicht sicher sind, empfiehlt der Agenturchef: „Schnell zum Telefonhörer greifen und Kontakt zu unseren Spezialisten aufnehmen.“

Bei Fragen zur Ausbildung und Unterstützungsmöglichkeiten können Personalverantwortliche die kostenlose Arbeitgeberservice-Rufnummer 0800 4 5555 20 nutzen.

Jugendlichen bieten die gebührenfreien Service-Rufnummer 0395 766 1500 oder 0800 4 5555 00 die Möglichkeit, einen Beratungstermin bei der Berufsberatung zu vereinbaren.

Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 35 Stellen oder 5 Prozent. Landkreisweit galten damit im Juni 684 Ausbildungsstellen als unbesetzt.

Die Zahl der unversorgten Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 131 Personen oder 24 Prozent auf 411 junge Menschen zurückgegangen.

IHK zeichnet ab Dienstag 54 „TOP-Ausbildungsbetriebe 2021“ aus

DAS AHLBECK Hotel & SPA erhält am morgigen Dienstag (20. Juli) im Seebad Ahlbeck auf der Insel Usedom die Auszeichnung „TOP-Ausbildungsbetrieb 2021“ der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Die Ehrung wird die Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung in der IHK Ellen Grull vornehmen. Das Ahlbecker Unternehmen gehört zu den insgesamt 54 Firmen aus der IHK-Region, die mit dem Titel „TOP-Ausbildungsbetrieb 2021“ ausgezeichnet werden. 28 von ihnen kommen aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, 26 aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald. Neun Betriebe haben sich erstmals um den begehrten Titel beworben – und diesen auch im ersten Anlauf erhalten.

Diese Unternehmen stehen für eine „Spitzen-Ausbildungsqualität in der Wirtschaftsregion mit attraktiven Ausbildungsberufen für junge Menschen in unserer Region und darüber hinaus“, gratuliert IHK-Präsident Dr. Wolfgang Blank den Geehrten. Bewerben konnten sich alle Ausbildungsbetriebe, die mindestens seit fünf Jahren durchgehend in sehr guter Qualität in IHK-Berufen in der Region ausbilden. Zusätzlich mussten die TOP-Ausbildungsbetriebe darstellen, wie die Ausbildungsqualität unter den Einflüssen der Pandemie gesichert wurde. Nach einem formalen Check der Bewerbungsunterlagen durch die IHK Neubrandenburg zu Ausbildungszeiten und zur Einhaltung von rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgte die Durchsicht durch eine unabhängige Jury. Die Entscheidung über die Verleihung des Titels „TOP-Ausbildungsbetrieb 2021“ oblag dieser Jury.

Da es in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erneut leider keine Auszeichnungsveranstaltung mit allen Unternehmen geben kann, werden die TOP-Ausbildungsbetriebe durch die IHK in den kommenden Wochen persönlich aufgesucht. Durch das Ehrenamt der IHK und IHK-Mitarbeitende werden die individuellen Laudationen, Urkunden, Blumen und die eigens für den Wettbewerb hergestellte Trophäe feierlich und vor Ort überreicht.

Preis für Qualitätsentwicklung – Hochschule Neubrandenburg beispielgebend

Am 22. Juni 2021 hat der Akkreditierungsrat im Rahmen seiner 109. Sitzung zum zweiten Mal den „Preis für Qualitätsentwicklung“ verliehen. Er ging an die Hochschule Neubrandenburg für ihren Antrag auf Reakkreditierung des Studiengangbündels „Soziale Arbeit“ (B.A.), „Early Education – Bildung und Erziehung im Kindesalter“ (B.A.), „Beratung – Psychosoziale Beratung in den Handlungsfeldern Soziale Arbeit / Sozialpädagogik, Bildung und Erziehung“ (M.A.) und „Wissenschaft Soziale Arbeit“ (M.A.).
Zur Nominierung des siegreichen Antrags haben die sehr guten Erfolgsquoten von 93 bis 97 Prozent und die hohe Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Studiengänge geführt; die Jury hat darüber hinaus insbesondere die starke Interdisziplinarität, die Implementierung neuer Schwerpunkte, die „Online-Beratung“ im Curriculum sowie die Varianz und Kompetenzorientierung der Prüfungsverfahren gelobt.

Im Rennen um den Preis waren Anträge von fünf Hochschulen. Zwei Hochschulen hatten sich selbst beworben, die drei anderen Nominierungen gingen auf Vorschläge des Akkreditierungsrates zurück und sind aus knapp 440 Anträgen ausgewählt worden.

Mit dem Preis zeichnet der Akkreditierungsrat seit dem Jahr 2020 besondere Leistungen in der Qualitätsentwicklung im Bereich Lehre und Studium auf der Ebene von Programmen aus, die als Inspiration für andere Hochschulen dienen können.

Die Entscheidung über die Preisvergabe wurde von einer sechsköpfigen Jury getroffen, deren Mitglieder von den Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulen, den internationalen Mitgliedern, der Vertreterin und dem Vertreter der Studierenden und den Mitgliedern der Gruppe der Berufspraxis des Akkreditierungsrats ausgewählt wurden.

Folgende Studiengänge waren für den Preis für Qualitätsentwicklung 2021 nominiert:

Hier finden Sie die Bewertungskriterien, welche die Jury ihrer Entscheidung zugrunde gelegt hat. Die Mitglieder der diesjährigen Jury finden Sie hier.

Informationen zur Verleihung des Preises für Qualitätsentwicklung 2020 finden Sie hier.

Quelle: Stiftung Akkreditierungsrat, URL: https://www.akkreditierungsrat.de/index.php/de/aktuelles-und-veroeffentlichungen-veranstaltungen/preis-fuer-qualitaetsentwicklung/preis-fuer (letzter Zugriff: 1.7.2021)

Seenplatte-Ausbildungsmarkt in der Pandemie: Weniger Bewerber*innen – mehr freie Lehrstellen

„Erfreulich ist, dass trotz der Corona-Situation die Ausbildungsbereitschaft der vielen Ausbildungsbetriebe ungebrochen hoch ist. So haben Unternehmen mehr betriebliche Ausbildungsplätze gemeldet, als vor einem Jahr. Das zeigt deutlich: Die duale Berufsausbildung geht in der Seenplatte trotz Corona weiter“, sagte der Vizechef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Stephan Bünning, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

Nach den alarmierenden Corona-Aussichten im Frühsommer 2020 zeigt sich der Ausbildungsmarkt in der Mecklenburgischen Seenplatte – wenige Wochen vor dem Start des Ausbildungsjahres – robust. Denn auch in diesem Ausbildungsjahr gibt es wieder mehr Ausbildungsplätze als Bewerber.

Trotzdem hält Covid-19 sowohl Arbeitgeber wie auch Jugendliche in Atem und stellt sie vor besondere Herausforderungen. Viele Jugendliche sind verunsichert, ob sie überhaupt eine Ausbildungsstelle finden können. Dabei sind die Chancen auf einen interessanten Lehrberuf – in unserem Landkreis – genau so gut wie in den Vorjahren. Auf der anderen Seite suchen viele Unternehmen händeringend ihre Auszubildenden. Von Oktober 2020 bis Juni 2021 meldeten sich – bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Landkreis – 1.068 Bewerber*innen für eine Ausbildungsstelle. Das waren 192 oder 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 1.602 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 102 oder 7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Zahl der offenen Ausbildungsplätze übersteigt Zahl der noch suchenden Bewerber/innen

Bei den unbesetzten Ausbildungsstellen gibt es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 49 Stellen oder 6 Prozent. Landkreisweit galten damit im Juni 754 Ausbildungsstellen als unbesetzt.

Die Zahl der unversorgten Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 142 Personen oder 22 Prozent auf 491 junge Menschen zurückgegangen.
Bünning: „Erfreulich ist, dass trotz der Corona-Situation die Ausbildungsbereitschaft der vielen Ausbildungsbetriebe – auch in den von den Eindämmungsmaßnahmen besonders betroffenen Branchen – ungebrochen hoch ist.“ So haben Unternehmen mehr betriebliche Ausbildungsplätze gemeldet, als vor einem Jahr. „Das zeigt deutlich: Die duale Berufsausbildung geht trotz Corona weiter. Denn es gibt keine bessere Versicherung gegen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel als eine Berufsausbildung. Und dass es weniger Ausbildungsbewerber gibt, liegt nicht an geringeren Zahlen bei den Schulabgängern oder mangelndem Interesse der jungen Leute, sondern vor allem an der Pandemie.“

Und weiter sagt der Vize-Agenturchef: „Viele Jugendliche glauben, dass es aufgrund der Corona-Pandemie keine Ausbildungsplätze gebe. Das Gegenteil ist aber der Fall. Viele Unternehmen in fast allen Branchen suchen händeringend Nachwuchs. Und selbst Betriebe, die aufgrund einer pandemiebedingt zunächst angespannten wirtschaftlichen Situation bis jetzt zurückhaltend waren, wollen weitere Ausbildungsplätze für dieses Jahr melden.“

Endspurt für das neue Ausbildungsjahr läuft / Mehr als 400 neue Verträge gezählt

In eineinhalb Monaten beginnt das neue Ausbildungsjahr. „Wer immer noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche hat, sollte spätestens jetzt seine berufliche Zukunft angehen, ganz gleich, ob sie oder er Automobilkaufmann, Chemielaborant, Kaufmann im E-Commerce oder Zerspanungsmechaniker werden will“, appelliert Ellen Grull, Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, an all jene, die in dieser Woche ihre Schulabschlusszeugnisse erhalten oder möglicherweise sogar über einen Studienausstieg nachdenken.

Bis zum 31. Mai hatte die Kammer 414 Ausbildungsverträge neu eingetragen. „Diese Zahlen machen Mut, dass der Ausbildungsmarkt noch gut in Bewegung ist und viele Betriebe weitere Bewerber erwarten“, so Ellen Grull. Denn: Das waren zwar 22 Prozent vertraglich gebundene Ausbildungsplätze mehr als im Vorjahr, aber neun Prozent weniger als 2019, als es noch keine Pandemie gab. „Darin macht sich bemerkbar, dass Berufsorientierung in den vergangenen Wochen und Monaten nur eingeschränkt mit digitalen Angeboten möglich war. Der Einblick in den Berufsalltag über Messen, Praktika, Ferienarbeit oder Betriebserkundungen fehlt dem angehenden Fachkräftenachwuchs wegen der Coronaschutzmaßnahmen bei der Entscheidungsfindung oftmals“, bedauert Ellen Grull – und kündigt in diesem vom Bund ausgerufenen „Sommer der Ausbildung“ zusätzliche Unterstützung bei der Berufswahl für potenzielle Azubis und deren Eltern an.

So werden über die kürzlich deutschlandweit gestartete erste Azubi-Kampagne der IHK-Organisation nutze-dein-talent.de die verschiedensten Angebote bereitgestellt, angefangen bei einer Übersicht von allen IHK-Ausbildungsberufen über Webinare bis hin zur IHK-Lehrstellenbörse, die Bewerber und Betriebe online zusammenführt. Auch die IHK-Ausbildungsbotschafter sind in dieser Woche noch zu Einsätzen unterwegs.

Wer weitere Informationen benötigt oder Fragen hat, kann sich gern auch an die Ausbildungsberater der IHK Neubrandenburg wenden – persönlich, telefonisch und auch per E-Mail. Sie beraten sowohl angehende Azubis und deren Eltern als auch Ausbildungsbetriebe rund um die Themen Berufswahl, Ausbildungsbetrieb, Ausbildungsvertrag, Berufsschule, Verkürzung oder Verlängerung der Berufsausbildung. Im Bereich der IHK Neubrandenburg gibt es aktuell rund 1430 Ausbildungsbetriebe mit etwa 130 verschiedenen Ausbildungsberufen.

Workshop über Ausbildung in Deutschland

Viele Menschen stehen vor der großen Herausforderung, sich zwischen Studium oder Berufsausbildung zu entscheiden. In Deutschland gibt es verschiedene Wege eine berufliche Qualifizierung zu erhalten.

Neben dem Studium an der Hochschule oder der Universität, gibt es auch die Möglichkeit eine Ausbildung abzuschließen.

  • Was ist eine Berufsausbildung?
  • Welche Arten von Ausbildung gibt es?
  • Was ist wichtig bei Abschluss des Ausbildungsvertrages?
  • Wie viel verdiene ich während der Ausbildung?

Und weitere Fragen stellen dabei oft eine große Herausforderung dar.

Zu all diesen Fragen führt das Projekt „Faire Integration“ des Flüchtlingsrates MV e.V. in Kooperation mit Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Volkshochschule Mecklenburgische Seenplatte einen Workshop durch.

Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Volkshochschule Mecklenburgische Seenplatte und das Projekt Faire Integration des Flüchtlingsrates MV e.V. haben sich für einen Workshop zusammengetan.

Der Workshop findet am Montag 28.06.2021 16:30-18:00 Uhr unter den aktuellen Hygienerichtlinien statt und ist offen für alle Interessierten, richtet sich aber vornehmlich an Menschen mit Migrationshintergrund.

Anmeldungen sind ab sofort per E-Mail möglich an: