Ressource Architektur – Motto des Tages der Architektur 2020

Wer den Tag der Architektur kennt, weiß, dass jährlich am letzten Juniwochenende Tür und Tor aktuell realisierter Bauwerke in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in den anderen Bundesländern für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden.
„In diesem Jahr jedoch präsentieren sich alle 46 Projekte der Architektur, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur in Mecklenburg-Vorpommern coronabedingt ausschließlich digital sowie in einer neugestalteten kostenfreien Broschüre“, betont Christoph Meyn, Präsident der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern. Die Projekte sind an 25 Orten, verteilt im ganzen Bundesland, entstanden und wurden überwiegend in den letzten drei Jahren fertiggestellt oder befinden sich aktuell in der Umsetzung. Dazu gehören nicht nur Neubauten, sondern auch Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen von Gebäuden, Parks und Gärten.
Alle Projekte sind mit Foto und einer Kurzbeschreibung über die Website der Architektenkammer M-V online abrufbar unter www.ak-mv.de > Tag der Architektur 2020 und werden aus aktuellem Anlass in einer Sonderausgabe als Broschüre mit neuer Gestaltung veröffentlicht.
Das Besondere ist, dass Projekte vorgestellt werden, in denen mitunter sonst keine Besichtigungen zulässig wären und die demnach nie zum Tag der Architektur hätten gezeigt werden können. Darüber hinaus kommen in der Broschüre engagierte Architektinnen und Architekten unterschiedlicher Fachrichtungen zu Wort und berichten in Interviews über Erfahrungen, Motivationen und die Architektur vor Ort.
Zusätzlich werden interessierte Architekturfreunde dazu eingeladen, auf eigene Faust Fahrradtouren entlang der Architekturprojekte zu unternehmen. Die Routenvorschläge sind in der Broschüre aufgeführt.
„Ressource Architektur“ lautet das diesjährige bundesweite Motto und macht umso mehr auf den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt aufmerksam.
Der Kammerpräsident Christoph Meyn wirbt für ein stärkeres Bewusstsein bei der Gestaltung der baulichen Umwelt mit der fachlichen Unterstützung von Architekt/inn/en, Landschaftsarchitekt/inn/en, Innenarchitekt/inn/en sowie Stadtplaner/inne/n: „Erfahren Sie, dass die Baukultur unseres Landes Ausdruck dafür ist, wie wir leben, arbeiten, wohnen und unsere Freizeit verbringen. Gerade in Zeiten, in denen wir zum Teil von Zuhause aus arbeiten und gleichzeitig unsere Kinder betreuen, oder Reisen nur noch eingeschränkt möglich sind und der heimische Garten zum grünen Rückzugsort der Erholung wird, sollen öffentliche, architektonisch gestaltete Räume in Mecklenburg-Vorpommern mehr denn je entdeckt werden können.“
Die kostenfreie Broschüre kann bestellt werden bei info@ak-mv.de und steht hier  als PDF zum Download bereit.

Ensemble Neustrelitzer Straße kommt auf die Denkmalliste der Stadt

Foto: Stadt Neubrandenburg

Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hat informiert, dass das Gebäudeensemble Neustrelitzer Straße 49 bis 109 und die Geschwister-Scholl-Straße 1 a unter Denkmalschutz gestellt wird.

Somit ist das Wohngebiet in der Neustrelitzer Straße künftig als Teil der Denkmalliste der Vier-Tore-Stadt zu führen. Konstituierende Elemente des Wohngebietes wurden in der Reihenfolge ihrer Wertigkeit als Denkmal vom Landesamt dargestellt. Dabei handelt es sich um:

  • die städtebauliche Anlage der im Wesentlichen in vier Gruppen gegliederten und Höfe ausbildenden 15 Baukörper von 11 bis 14 Geschossen samt Kaufhalle und Kindereinrichtung
  • die architektonische Gestaltung aus Grundelementen der Wohnungsbauserie 70 (WBS 70) mit ihren rasterförmigen Fassaden, den verschiedenen Oberflächen aus Keramik und Putzen unterschiedlicher Körnung sowie dem damit einhergehenden Eindruck der „Plattenbauweise“
  • die vier großflächigen Wandbilder von Wolfram Schubert sowie die Material- und Farbvariationen in den Oberflächen der normierten Großtafeln und Brüstungselemente
  • die Gestaltung der Erdgeschosszone mit kleinen Läden
  • die Freiraumgestaltung mit Wegebeziehungen, insbesondere Hochbeete und Treppen

Das Landesamt hat die Denkmalwürdigkeit des Objektes festgestellt und begründet dies unter anderem damit, dass das in den Jahren 1980 bis 1985 errichtete Wohngebiet „ein abwechslungsreich strukturiertes und funktional organisiertes Ensemble von besonderer städtebaulicher Qualität und von hohem baugeschichtlichem und künstlerischen Wert“ ist. Erreicht wird dies, so heißt es in der Begründung, durch die „architektonische Anwendung der Grundelemente aus der WBS 70-Serie, die das wesentliche Mittel des Wohnungsbaus in den letzten beiden Jahrzehnten der DDR war.“ Hervorgehoben wird zudem, dass das Ensemble ohne Teilab- brüche, umfassende Änderungen an den Fassaden oder Erweiterungen authentisch erhalten ist. Mit den großflächigen Wandbildern auf den Stirnseiten der Blöcke werden auf „hohem Niveau innerhalb des Ensembles grafisch-ornamentale und farbliche Akzente“ gesetzt.

Außerdem wird auf den Zeugniswert für die Geschichte Neubrandenburgs und für die Politik- und Sozialgeschichte der späten DDR verwiesen. Das Ensemble besitze einen exemplarischen Wert für den Wohnungsbestand der ehemaligen Bezirksstadt. Als besonderes Zeugnis der Ära Honecker wird dem Ensemble ein hoher Seltenheitswert zugeschrieben.

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EIN BLICK ins Museum mit Stadthallen-Architekt Karl Kraus

Mit dem Architekten der Neubrandenburger Stadthalle kann am 28. November um 17:30 Uhr EIN BLICK ins Museum geworfen werden. Im Regionalmuseum (Franzikanerkloster), Stargarder Str.2, 17033 Neubrandenburg ist noch bis zum 16. Februar die Sonderausstellung „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ zu erleben.

Für diese hat Karl Kraus das Modell der Stadthalle und der demontierten Beleuchtungsanlage gefertigt. In der etwa halbstündigen Veranstaltung erläutert er anhand des Modells die Bauweise des Betonschalenbaus, dessen Dachkonstruktion Hyparschalen des berühmten Bauingenieurs Ulrich Müthers sind.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ statt, das am Regionalmuseum Neubrandenburg beheimatet ist und gefördert wird durch den Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.

Sonderausstellung: "Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg"

Das Projekt „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ am Regionalmuseum Neubrandenburg widmet sich seit September 2018 dem architektonischen Erbe der (Ost-Moderne) in Neubrandenburg und eben der Frage: „Nur Beton?“ Den Höhepunkt der Veranstaltungsreihe bildet die Sonderausstellung.

Bis zum 16. Februar 2020 zeigt das Museum eine Auswahl an Objekten zum Neubrandenburger Wirken des Vertreters des evangelischen Kirchenbaus Otto Bartning (1883-1959), der ehemaligen Stadtarchitektin Iris Dullin-Grund, des Bauingenieurs Ulrich Müther (1934-2007) und des Reform- und Gartenstadtarchitekten Heinrich Tessenow (1876-1950).

Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, sich über deren verschiedene Bauten in Neubrandenburg anhand von Modellen, Entwurfszeichnungen, Fotografien oder Objekten zu informieren. Originalmöbel aus dem Familienbesitz und eine digitale Rekonstruktion ermöglichen so einen Einblick in Tessenows Wohnhaus wie zu seinen Lebzeiten. Ein Modell der verschwundenen Beleuchtungsanlage der Stadthalle – vom Architekten der Halle für die Ausstellung extra angefertigt – ist ebenso zu erleben wie verschiedene Entwurfszeichnungen für den Neubau der katholischen Kirche, die die Entstehung eines Mütherbaus deutlich machen.

Ausstellungseröffnung am: Dienstag, 12. November, 18 Uhr
Wo: Regionalmuseum Neubrandenburg, Franziskanerkloster

Zur Ausstellungseröffnung sind Interessenten willkommen.

Kunst am Bau: Das architektonische Erbe der DDR

Zum künstlerischen und architektonischen Erbe der DDR gehören die vielfältigen Kunstwerke an Gebäuden und im öffentlichen Raum. Die Arbeiten von zahlreichen Künstlern wie beispielweise Erhard Großmann oder Wolfram Schubert sind auch heute noch – fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung – in Neubrandenburg zu entdecken.

Der Architekt und Fotograf Martin Maleschka stellt am Donnerstag, 24. Oktober, um 19 Uhr in der Hochschule Neubrandenburg (Hörsaal 2, Brodaer Str. 2) seine Veröffentlichung „DDR. Baubezogene Kunst“ vor und berichtet über diese Kunst am Bau sowie ihre verblichenen Überreste in der Gegenwart. Durch Sanierungen oder Abriss sind seit der Wiedervereinigung viele Arbeiten verloren gegangen. Sie wurden übermalt, abgetragen und eingelagert oder vernichtet.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ statt, das am Regionalmuseum Neubrandenburg beheimatet ist und durch den Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.

Informationsabend zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße

DDR-Plattenbauten sind in der Vergangenheit verändert worden oder vollständig aus dem Stadtbild verschwunden – eine deutsch­landweite Entwicklung, die sich auch in Neubrandenburg beobachten lässt.

In diesem Zusammenhang stellt das in den 80er Jahren entstandene Wohnquartier in der Neustrelitzer Straße ein unverändertes Beispiel einer Gesamtanlage mit städtebaulich hoher Wirksamkeit dar. Die von Wolfram Schubert gestalteten Nordgiebel der 14-Geschosser besitzen außerdem einen künstlerischen Wert. Um das Erscheinungsbild des Ensembles aus insgesamt 15 Baukörpern zu erhalten, prüft die Stadt Neubran­denburg die Möglichkeiten zum Schutz der Anlage.

Oberbürgermeister Silvio Witt begrüßt alle Interessenten und Medienvertreter zu der Informationsveranstaltung zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße. Dr. Jörg Kirchner (Abteilung Inventarisierung, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege), Lutz Braun (Architekt und Stadtplaner) und Martin Maleschka (Architekt und Autor) werden dazu als Experten erwartet.

14. Oktober 2019 | 17 Uhr
Lesesaal des Stadtarchivs
Marktplatz 1 (Eingang Darrenstraße)

Informationsabend zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße

DDR-Plattenbauten sind in der Vergangenheit verändert worden oder vollständig aus dem Stadtbild verschwunden – eine deutsch­landweite Entwicklung, die sich auch in Neubrandenburg beobachten lässt.

In diesem Zusammenhang stellt das in den 80er Jahren entstandene Wohnquartier in der Neustrelitzer Straße ein unverändertes Beispiel einer Gesamtanlage mit städtebaulich hoher Wirksamkeit dar. Die von Wolfram Schubert gestalteten Nordgiebel der 14-Geschosser besitzen außerdem einen künstlerischen Wert. Um das Erscheinungsbild des Ensembles aus insgesamt 15 Baukörpern zu erhalten, prüft die Stadt Neubran­denburg die Möglichkeiten zum Schutz der Anlage.

Oberbürgermeister Silvio Witt begrüßt alle Interessenten und Medienvertreter zu der Informationsveranstaltung zum Wohnkomplex Neustrelitzer Straße. Dr. Jörg Kirchner (Abteilung Inventarisierung, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege), Lutz Braun (Architekt und Stadtplaner) und Martin Maleschka (Architekt und Autor) werden dazu als Experten erwartet.

14. Oktober 2019 | 17 Uhr
Lesesaal des Stadtarchivs
Marktplatz 1 (Eingang Darrenstraße)