Gedenkminute für verunglückte Arbeitnehmer im Kreis Mecklenburgische Seenplatte

Sturz von der Leiter, Ausrutscher mit der Motorsäge, Hantieren mit Asbest: Wer im Kreis Mecklenburgische Seenplatte auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet, hat ein besonders hohes Risiko, im Job einen Unfall zu haben oder krank zu werden. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zum Internationalen Workers‘ Memorial Day am 28. April hin – und ruft Beschäftigte im Landkreis zu einer Gedenkminute auf. „Ob im Home-Office oder auf der Baustelle: Um 12 Uhr sollte am Dienstag jeder kurz die Arbeit beiseitelegen und an die Menschen denken, die im Job tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind“, so IG BAU-Bezirksvorsitzender Wolfgang Ehlert.

Die IG BAU Ostmecklenburg-Vorpommern fordert zugleich stärkere Anstrengungen beim Arbeitsschutz. „Jeder Unfall ist einer zu viel. Die Arbeitssicherheit ist keine lästige Pflicht, sondern ein Muss. Daran darf der Chef keinen Cent sparen“, sagt Ehlert. In Zeiten von Corona sei dies wichtiger denn je. In der Gebäudereinigung müssten Beschäftigte besonders vor Ansteckungen geschützt werden. Hier seien ausreichend Desinfektionsmittel und Zeit für das gründliche Reinigen nötig.

„Auf dem Bau haben Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern – besser gleich eine ganze Zollstocklänge von zwei Metern – ist entscheidend“, betont Ehlert. Außerdem müsse es genug Masken und Schutzhandschuhe geben, ebenso wie Toiletten mit Wasseranschluss zum Händewaschen.

Allerdings gehe auf vielen Baustellen Schnelligkeit allzu oft vor Sicherheit. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) kam es in der Branche im vergangenen Jahr zu rund 1.900 Arbeitsunfällen in Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerpunkt des Workers‘ Memorial Day ist in diesem Jahr Asbest. „Ob in der alten Fassade, im Nachtspeicherofen oder im Schuppendach – Asbest ist oft versteckt. Gerade bei Sanierungen alter Gebäude kommt der giftige Stoff dann zum Vorschein. Das ist eine unsichtbare Gefahr für Handwerker“, so Ehlert.

Wie bei Corona sei auch beim Thema Asbest das Tragen einer Atemschutzmaske unabdingbar. Wer den Stoff heute einatme, könne viele Jahre später Lungenkrebs bekommen, warnt der Gewerkschafter. 33 Neuerkrankungen im Zusammenhang mit Asbest gab es in Mecklenburg-Vorpommern allein im Jahr 2018. Das geht aus Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hervor. Innerhalb von zehn Jahren erkrankten im Bundesland rund 500 Menschen durch den Gefahrstoff.

Der Workers‘ Memorial Day fand erstmals 1984 in Kanada statt: Die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst rief damals dazu auf, der im Arbeitsleben verstorbenen Mitarbeiter zu gedenken. Seit 1989 wird der Gedenktag weltweit begangen.

Einen Video-Appell zum Workers‘ Memorial Day hat die IG BAU online gestellt unter: https://youtu.be/5wDbHWkjTgY. Auch die Politik ruft zu mehr Anstrengungen beim Arbeitsschutz auf – Link zum Video: https://youtu.be/8Wzi3iJYGZU

Tödlicher Arbeitsunfall in Neubrandenburg

Am Donnerstagvormittag, 19.03.2020. kam es in einem Entsorgungsunternehmen im Norden der Stadt Neubrandenburg zu einem Arbeitsunfall.

Nach bisherigen Erkenntnissen arbeitete ein 36-jähriger Deutscher an einem Lkw, als sich eine hydraulische Einheit aus bisher unbekannter Ursache plötzlich senkte und den Mann einklemmte.

Die Kollegen reagierten sofort und informierten Rettungskräfte. Die Berufsfeuerwehr der Stadt musste den Mann befreien und ein Rettungswagen brachte ihn schwerstverletzt in ein Krankenhaus. Hier erlag der 36-Jährige leider seinen Verletzungen.

Für die Kollegen im Entsorgungsunternehmen wurde über die Rettungsleitstelle psychologische Hilfe bereitgestellt.

Der Kriminaldauerdienst und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGUS) befanden sich am Einsatzort und prüfen nun die genauen Umstände, die zu diesem Unfall geführt haben.

Tragischer Arbeitsunfall bei Baumfällarbeiten in Kratzeburg

Am Sonntag, 09.02.2020, gegen 10:25 Uhr wurde die Polizei darüber informiert, dass es auf dem Gelände des Campingplatzes „Naturfreund“ in Kratzeburg zu einem tragischen Arbeitsunfall gekommen ist.

Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen wurden dort Baumpflegearbeiten durchgeführt. Aus bisher ungeklärter Ursache kippte ein kurz zuvor abgesägter Baum (ca. 10m lang/ 45 cm Umfang) auf einen 64-jährigen Mann.

Aufgrund der dadurch erlittenen schweren Verletzungen verstarb der Mann noch an der Unglücksstelle. Der Kriminaldauerdienst Neubrandenburg hat die Ermittlungen vor Ort aufgenommen. Die Ermittlungen dauern an.

Tödlicher Arbeitsunfall in Möllenbeck

Am Freitag, 24.01.2020, gegen 13:00 Uhr kam es auf dem Milchviehhof in Möllenbeck zu einem tragischen Unglücksfall.

Der 42-jährige spanischer Dachdecker einer tschechischen Firma ist bei der Ausübung seiner Tätigkeit auf dem Dach des Milchviehhofes durch ein Lichtfenster ca. 7 Meter in die Tiefe gestürzt. Dabei zog er sich lebensbedrohliche Verletzungen am Kopf zu.

Die Rettungskräfte begannen sofort mit der Reanimation des Bauarbeiters. Dieser erlag aber noch vor Ort seinen Verletzungen. Nach ersten Ermittlungen hatte der Verunfallte bei den Arbeiten auf dem Dach einen notwendigen Sicherungsgurt nicht ordnungsgemäß angelegt.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales wurde hinzugezogen. Durch diese wurden auf der Baustelle erhebliche Mängel bei der Arbeitssicherheit festgestellt. Aus diesem Grund wurden die Baumaßnahmen vorrübergehend bis zur Beseitigung der Mängel eingestellt. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Arbeitsunfall in Demmin – zwei schwer verletzte Arbeiter

Am Freitag, 10.01.2020, gegen 10:30 Uhr ereignete sich in der Loitzer Straße in Demmin einen Arbeitsunfall, bei dem zwei Arbeiter schwer verletzt wurden.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand führten die beiden Arbeiter im Alter von 33 und 46 Jahren auf einem Betriebsgelände an einem Zelt Reparaturarbeiten durch. Hierfür befanden sich die beiden Arbeiter in der Mulde eines Radladers, welche durch einen dritten Arbeiter in eine Höhe von ca. 3 m gebracht wurde. Aus bislang unbekannten Gründen kippte die Mulde nach vorne und die beiden Arbeiten stürzten in die Tiefe. Beide Geschädigte wurden durch den Sturz schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Sie wurden anschließend zur medizinischen Versorgung mittels Rettungswagen ins Klinikum Demmin und nach Neubrandenburg gebracht.

Zur Ermittlung des genauen Unfallherganges und zur Spurensicherung waren die Beamten des Kriminaldauerdienstes Neubrandenburg im Einsatz.
Es wurde eine Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales, Amt für Arbeitsschutz, wird zusätzlich über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt.

Arbeitsunfall – 24-Jähriger bekommt einen 8cm langen Nagel in den Oberschenkel

Am 07.10.2019 gegen 09:10 Uhr ist es in einer Werkstatt auf dem Neubrandenburger Datzeberg zu einem Arbeitsunfall gekommen, bei dem ein 24-jähriger Arbeiter verletzt wurde.

Nach derzeitigen Erkenntnissen war der 24-Jährige in der Tischlerei eingesetzt und damit beschäftigt, Nägel mit einem Druckluftnagler in Bretter zu bringen. Bei dem Versuch, einen Nagel in ein Brett zu nageln, hat der 24-Jährige den Druckluftnagler nach unten gehalten und ist dabei unabsichtlich an seinem Oberschenkel geraten. Durch die Berührung mit der Haut löste der Druckluftnagler aus und schoss den 8 cm langen Nagel in seinen Oberschenkel. Der 24-Jährige wurde leichtverletzt und musste mit dem Rettungswagen zur weiteren ärztlichen Behandlung in das Neubrandenburger Klinikum gebracht werden.

Es wurde eine Strafanzeige wegen Fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Es gibt derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die Beamten des Kriminaldauerdienstes Neubrandenburg waren vor Ort und haben das Landesamt für Gesundheit und Soziales, Abteilung Arbeitsschutz informiert.