Milde Witterung und Regen halfen Ackerpflanzen gut über den Winter

Nach dem Dürrejahr 2018, dem Wechselbad der Gefühle 2019 und jetzt unter dem Druck der Corona-Krise sehen die Landwirte in M-V mit sehr gemischten Gefühlen in die Zukunft.

Der Winter 2019/2020 war durch milde Temperaturen und wenig Niederschläge in den letzten Monaten des Jahres 2019 gekennzeichnet. Die Vegetation konnte keine echte Vegetationsruhe erreichen, schon im Februar zeigten sich die ersten Frühlingsanzeichen. Andererseits kam es dadurch auch nicht zu Auswinterungsschäden und die Kulturen konnten die z.T. schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst 2019 wieder ausgleichen.

Die Bodenwasservorräte wurden durch die starken Niederschläge im Januar und Februar bis zum Einsetzen des Wachstums nur im Oberboden aufgefüllt, in den tieferen Schichten besteht das Defizit, wenn auch etwas verringert, fort. Das trockene sonnenreiche Wetter der letzten Wochen verschärft allerdings zunehmend die Wasserverfügbarkeit. Erste Bestände von Wintergetreide auf leichteren Böden zeigen bereits Reduktionen des Blattapparates aufgrund der trockenen Bedingungen. Die wiedereinsetzende Abkühlung mit den Frostereignissen in der vorösterlichen Zeit verlangsamte die Pflanzenentwicklung im Allgemeinen. Gegenwärtig beträgt der Vegetationsvorsprung etwa 14 Tage im Vergleich zum langjährigen Mittel. Das wird beim Winterraps offensichtlich, der sich vielerorts gut entwickelt hat. Der Raps befindet sich im Knospenstadium, frühe Saaten und Sorten blühen bereits.

Die Gesamtanbaufläche von Wintergetreide, Aussaat 2019 zur Ernte 2020 = 536 Tha, entspricht dem langjährigen Mittel (2014 – 2019). Beim Winterweizen zeigt sich weiterhin eine abnehmende Tendenz, die wichtigste Brotfrucht unserer Landwirte wurde nur noch auf ca. 310 Tha gedrillt. Das sind nochmals 20 Tha weniger als 2019 und fast 30 Tha weniger als im langjährigen Mittel. Gewinner sind der Roggen, hier hat die Anbaufläche im Vergleich zum langjährigen Mittel um ca. 13 Tha zugenommen, und die Wintergerste, von der ca. 14 Tha mehr im Feld stehen.
Beim Winterraps wurde zwar 5 Tha mehr als 2019 gedrillt, aber die Fläche liegt weiterhin ca. 20 % unter dem langjährigen Mittel (rd. 173 Tha zu 215 Tha).

Agraranträge 2020 ab sofort online – Fristen beachten

Die Antragssoftware steht den Landwirten für MV ab sofort unter agrarantrag-mv.de online zur Verfügung. Aufgrund der „Corona-Krise“ kam es zu organisatorischen Verzögerungen, die auch zur Folge haben, dass nach dem obengenannten Termin weitere Updates in der Webanwendung installiert werden müssen. Da es sich um eine Webanwendung handelt, werden diese Verbesserungen allerdings automatisch für den Antragsteller verfügbar sein.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die digitalen Antragsunterlagen 2020 sorgfältig bearbeitet und rechtzeitig eingereicht werden müssen. Letzter Einreichungstermin ist der 15. Mai 2020.

Danach können Anträge nur noch bis 09. Juni 2020 unter Beachtung entsprechender Kürzungen der Beihilfen eingereicht werden. Anträge die danach eingehen, gelten als verfristet und sind somit abzulehnen.

Auch im Jahr 2020 müssen die Antragsteller nach Abgabe und Vorlage aller Anträge ihre Unterlagen auf vorhandene Flächenüberschneidungen mit den Nachbarn prüfen. Dazu ist eine Überlappungsprüfung in der Webanwendung integriert. Die korrigierten Daten sind dann wiederum bis zum 19. Juni 2020 online einzureichen.

Sowohl die technische Hotline als auch die Ansprechpartner für fachliche Fragen stehen den Antragsstellern auf Grund der Osterfeiertage erst ab dem 14. April 2020 zur Verfügung.

Neue Professorin im Studiengang Agrarwirtschaft an Hochschule Neubrandenburg

Dr. agr. Becke Strehlow wurde zur Professorin im Fach „Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz“ am Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften der Hochschule Neubrandenburg ernannt und nimmt nun mit Beginn des neuen Jahres ihre Tätigkeit auf.

Professorin Strehlow wurde 1976 in Göttingen geboren und studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Agrarwissenschaften. Ihre Promotion absolvierte sie an der Universität Rostock. Seit 2016 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der NPZ Innovation GmbH Groß Lüsewitz tätig.

Während ihres Berufslebens hat sie sich bisher schwerpunktmäßig mit Pflanzenschutzstrategien, integriertem Pflanzenschutz, Resistenzzüchtung und Populationsdynamik bodenbürtiger Schaderreger beschäftigt.

Fachbereich Agrarwirtschaft im Vergleich erfolgreich

In einem Ranking der Redaktion top agrar und dem Jobportal Karrero, das im Rahmen der weltgrößten Fachausstellung für Tierhaltung und -management veröffentlich wurde, schnitt der Fachbereich Agrarwirtschaft der Neubrandenburger Hochschule in mehreren Kategorien recht gut ab.

In der Gesamtwertung landete der Bereich auf Platz 3, genau wie in den Kategorien „Beste Lehre im Bereich Agrarökonomie“, „Beste Lehre im Bereich Landtechnik“, „Bestes Lehrpersonal“ und „Beste Berufsvorbereitung – Vor- und nachgelagerter Bereich“. Auf dem zweiten Platz ging es bei „Beste Berufsvorbereitung – Praxiseinsatz“.

Besonders gut und damit auf dem 1. Platz gewählt wurde die Hochschule Neubrandenburg bei „Beste Lehre im Bereich Pflanzenproduktion“ und „Beste Studienbedingungen“.