Honig – genaue Herkunft oft nicht erkennbar

Honig (Quelle: Pixabay / Gasfull)

Honig ist beliebt. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa ein Kilogramm Honig pro Jahr. Eine Vielzahl von Sorten sind im Angebot: von Akazienhonig über Rapshonig bis hin zu Wald- und Wiesenhonig. Aber woher kommt der Honig, der in unseren Supermarktregalen steht? Nur etwa 30 Prozent der Nachfrage kann aus einheimischer Produktion gedeckt werden. Der größte Anteil wird importiert, vor allem aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Bedeutende europäische Länder für den Import von Honig nach Deutschland sind Bulgarien, Ungarn und Rumänien.

Die genaue Herkunft erfahren Verbraucher jedoch oft nicht. Gemäß der deutschen Honigverordnung muss Honig zwar eine Herkunftsangabe tragen, ein konkretes Ursprungsland muss aber lediglich auf dem Etikett stehen, wenn der Honig aus nur einem Land stammt. Oft handelt es sich jedoch um eine Mischung von Honigen aus zwei oder mehr Ursprungsländern. Dann genügt einer dieser Hinweise: „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“. Vor allem die Angabe „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ ist wenig hilfreich, schließlich kann so gekennzeichneter Honig aus der ganzen Welt stammen.

Wer gern Honig aus Deutschland kaufen möchte, sollte sich nicht nur auf den ersten Eindruck verlassen, sondern genauer hinschauen. So hat manch deutscher Hersteller bzw. Abfüller neben wenigen deutschen Honigen vor allem Honigmischungen aus anderen Ländern im Sortiment.

Wird „Deutschland“ als Ursprungsland angegeben oder lautet die Bezeichnung „Deutscher Honig“, darf der Honig auch nur aus Deutschland stammen. Bei Honig, der in einem Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes verpackt ist, muss die deutsche Herkunft ebenfalls garantiert sein.

Und selbstverständlich: Werben Hersteller freiwillig mit Angaben, wie „Honig aus Nord-Deutschland“ oder „Honig aus Mecklenburg-Vorpommern“, muss der Honig auch aus dieser Region kommen.

VZMV: Wichtige Informationen für Geschädigte der Thomas-Cook-Pleite

Forderungsanmeldung für Thomas-Cook-Pauschalreisende ab sofort online möglich

Nach Information des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz haben Verbraucher seit dem 6. Mai 2020 die Möglichkeit ein kostenfreies, online-basiertes Anmeldeverfahren zu nutzen, um die freiwillige Ausgleichszahlung der Bundesregierung in Anspruch nehmen zu können.

Betroffene Pauschalreisenden können sich auf dem Thomas Cook-Bundportal registrieren und für die freiwillige Ausgleichszahlung anmelden. Hier müssten dann ihre Angaben, Belege und Erklärungen übermittelt werden und die bereits erhaltenen Leistungen von dritter Seite eingetragen werden. Auf dieser Grundlage wird dann geprüft, ob eine freiwillige Ausgleichszahlung in Betracht kommt.
Folgende Hinweise sollten beachtet werden:

  • Betroffene, d.h. Reisende, die eine Pauschalreise vor der Insolvenz der Thomas Cook Touristik GmbH oder der Bucher Reisen & Öger Tours GmbH gebucht hatten, nehmen bitte ihre Anmeldung über das Thomas Cook Bundportal unter folgender Internetadresse vor: (URL): thomas-cook.insolvenz-solution.de
  • Betroffene Pauschalreisende der Thomas Cook International AG mit Sitz in der Schweiz nutzen das Thomas Cook Bundportal unter folgender Internetadresse (URL): tc-international-bmjv.insolvenz-solution.de
  • Betroffene Pauschalreisende, die von der Insolvenz der Tour Vital Touristik GmbH betroffen sind, finden das Thomas Cook Bundportal unter folgender Internetadresse (URL): tour-vital-bmjv.insolvenz-solution.de

Weitere Informationen finden betroffene Verbraucher auf der Internetseite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz:
www.bmjv.de/SharedDocs/Artikel/DE/2019/121119_ThomasCook.html

VZMV: Verbraucheranfragen werden weiter bearbeitet

Bereits seit 4 Wochen klingeln die Telefone bei der Verbraucherzentrale in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Stralsund ununterbrochen. Tatsächlich werden Verbraucher im Zuge der Corona-Krise mit vielen neuen Problemen konfrontiert und möchten wissen, wie sie auf die unterschiedlichsten Angebote reagieren sollen.

Diese Fragen reichen von Reisestornierungen, Ausfall von Dienstleistungen, Unterbrechung des Fitnesstrainings bis hin zu überhöhten Preisen, dubiosen Angeboten im Internet und unzulässiger Werbung per Telefon. Wer sich bei seiner Beratungsstelle oder unter der zentralen Rufnummer 0381 208 70 50 meldet, bekommt einen Beratungstermin.

Zu diesem Termin wird man dann von einem Experten der Verbraucherzentrale angerufen und kann sein Problem abklären. Wer keine Anfrage hat, aber auf eine Kostenfalle oder auf ein sonst wie dubioses Angebot gestoßen ist, kann dies im neuen Beschwerdepostfach unter www.verbraucherzentrale-mv.eu mitteilen. Über die Suchfunktion findet man das Postfach unter „Beschwerden“.

VZMV: Energiespar-Tipps für das Home-Office

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale gibt Tipps, um im Home-Office Strom zu sparen. In einer dreiteiligen Serie werden Tipps zu verschiedenen Bereichen im Haushalt gegeben, die während des Arbeitens von zuhause stärker beansprucht werden.

Computer: Beim Computer beeinflusst die Bauart und die Leistungsfähigkeit den Stromverbrauch erheblich. So verbraucht ein Standard-Laptop für typische Büroanwendungen während eines achtstündigen Arbeitstages im Dauerbetrieb etwa eine Fünftel Kilowattstunde. Bei einem etwa gleichstarken Desktop-PC (bezeichnet meist ein stehendes Computergehäuse mit einem separat stehenden Bildschirm) darf mit dem dreifachen Verbrauch gerechnet werden. In 6 Wochen Home-Office macht das 2 Euro Stromkosten beim Laptop und 6 Euro beim Desktop-PC. Hoch gerüstete Gamer-PCs sollten nicht über einen längeren Zeitraum im Home-Office verwendet werden. Deren wesentlich höhere Leistungsfähigkeit führt auch bei Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Surfen im Internet zu höherem Verbrauch. Im Vergleich zu einem niedriger ausgestatteten Desktop-PC sollte dieser noch mal 70 Prozent höher, also mit rund 10 Euro in 6 Wochen, kalkuliert werden. In Arbeitspausen sollte jeder PC in den Energiesparmodus versetzt werden, dann verringert sich der Verbrauch bereits deutlich. In den Energieoptionen lassen sich genaue Energiespar-Einstellungen vornehmen. Nachts und bei längeren Arbeitspausen sollte der PC ausgeschaltet werden.

Router: Zu richtigen Großverbrauchern von Strom sind Router geworden. Sie verbinden den PC in der Regel über eine WLAN-Verbindung mit dem Internet. Auch deren Verbrauch lässt sich verringern. Bei vielen Modellen lassen sich die Datenübertragungsfunktionen zeitlich begrenzen und bspw. nachts abschalten. Wer nachts außerdem WLAN-Empfänger (PC, Handy, Smart TV) komplett ausschaltet, verringert damit auch den Stromverbrauch des Routers. Gleiches gilt für Repeater.

Mehrfachsteckdosen: Solange ausgeschaltete elektrische Geräte in der Steckdose stecken, verbrauchen sie Strom. Es ist empfehlenswert abschaltbare Mehrfachsteckdosen zu verwenden und sie auszuschalten, wenn die angeschlossenen Geräte nicht mehr verwendet werden. So genannte Master-Slave-Steckdosen schalten selbsttätig weitere Geräte, z. B. PC-Peripherie vom Netz. Master-Slave-Steckdosen haben aber einen Eigenverbrauch. Dieser liegt bei 1 bis 2 Watt.

Beim Kauf dieser Elektrogeräte sollte auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ geachtet werden. Individuale Stromspartipps gibt die bundesweite Energieberatung der Verbraucherzentrale. Mehr Informationen gibt es auf verbraucherzentrale-energieberatung.de oder kostenfrei unter 0800 809 802 400.

VZMV: Was steckt unter der Hülle? – Unsichtbarer Frischeschutz für Obst und Gemüse

Foto: Avocados, ganz
Quelle: Pixabay/ sandid

„Eine Schutzschicht auf Früchten für die extra lange Frische“ und „könnte künftig auch dabei helfen, Verpackungsmüll zu reduzieren“. So schwärmen zwei große Handelsketten, wenn sie die neue Methode des „Coating“ beschreiben. Den Begriff kann man mit Beschichtung oder Umhüllung übersetzen. Als erste Früchte mit solch einer „zweiten Haut“ wurden in deutschen Testmärkten Avocados angeboten. Es folgten Zitrusfrüchte, wie Orangen oder Limetten, und Mangos.

Was steckt hinter dieser Methode?
Avocados und andere tropische Früchte legen aus ihren Anbauländern bis nach Deutschland einen weiten Weg zurück. Mit einem Überzugsmittel wird auf der Oberfläche von frischem Obst und Gemüse eine dünne pflanzliche und damit essbare „Schale“ geformt. Die Schicht soll verhindern, dass während des Transportes zu viel Wasser verloren geht und möglichst wenig Sauerstoff in die Frucht gelangt. So können natürliche Oxidationsvorgänge, wie z. B. das Braunwerden, verzögert werden. Die Nachreifung wird nach Herstelleraussagen verlangsamt: Die behandelten Früchte sollen doppelt so lange „erntefrisch“ bleiben wie unbehandeltes Obst. Durch die Verlängerung der Haltbarkeit sollen auch die Vitamine länger erhalten bleiben.

Woraus besteht dieser Überzug?
Die Grundstoffe von „Apeel“, einem der beiden Coating-Mittel, die schon verwendet werden, bestehen aus pflanzlichen Fetten, gewonnen aus: Schalen, Samen und Fruchtfleisch. Es handelt sich chemisch gesehen um Mono- und Diglyceride, wie bei dem als Lebensmittelzusatzstoff zugelassenen Emulgator E 471. Bei „Semper fresh“ stammt der Überzug aus einer Mischung aus Zuckerresten, Zellulose und pflanzlichen Ölen.
Die Substanzen sind geschmacklos, geruchlos, farblos und biologisch abbaubar. Laut Herstellern sollen sie essbar und gut verträglich sein. Das bedeutet natürlich nicht, dass Schalen, die üblicherweise weggeworfen werden, jetzt verzehrt werden sollten.

Kann man das Coating im Supermarkt erkennen?
Die Methode ist im Moment hauptsächlich am Firmenlogo in Aufklebern oder an Schildern zu erkennen. Für Zitrusfrüchte, wie Orangen oder Limetten, gilt aber eine besondere Regelung. Hier müssen Oberflächenbehandlungsmittel angegeben werden, z. B. steht auf dem Etikett „Behandelt mit E 471“. Ohne weitere Erklärung sind beide Varianten für Verbraucher eher unverständlich.

Für Bio-Lebensmittel ist dieser Zusatzstoff nicht zugelassen und darf deshalb auch nicht als Überzugsmittel für Bio-Obst verwendet werden.

Spart das Coating Verpackung?
Viele tropische Früchte gelangen unverpackt nach Deutschland. Hier wird also keine Verpackung gespart. Wenn das Verfahren allerdings zukünftig für Gurken oder andere Produkte in Folie angewandt würde, dann sind durchaus Einsparungen möglich. Für die Händler soll das Verfahren auf jeden Fall den Vorteil bringen, dass weniger Früchte weggeworfen werden müssen.

Wird die Frische nur vorgetäuscht?
Diese Frage ist momentan schwer zu beantworten. Die Hersteller betonen, dass die langsamere Nachreifung es ermöglicht, dicht am optimalen Reifezeitpunkt zu ernten. Ob die optische Frische auch mit innerer Frische und einem Reichtum an Vitaminen und gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen einhergeht, sollte genauer untersucht werden.

VZMV: Das Fake-Gewinnspiel auf Facebook

Eine Verbraucherin machte die Verbraucherzentrale M-V auf das Gewinnspiel einer Autohaus Berning GmbH auf Facebook aufmerksam. Der vermeintliche Anbieter verkündet dem Nutzer, dass infolge der Corona-Krise die Produktion zwar stillsteht, man aber die Lager dennoch leeren muss. Aus diesem Grund will der Anbieter etwas Gutes tun und 15 Golf an treue Nutzer verlosen. Dafür soll der Nutzer den Beitrag bis zum 17.04.2020 teilen, kommentieren und die Anbieterseite mit „Gefällt mir“ markieren.

Vielen Nutzern ist nicht klar, dass es bei derartigen Gewinnspielen keine Gewinne gibt. Die Masche ist ein alter Hut: dem Nutzer wird suggeriert, dass es aus fiktivem oder realem Anlass etwas Großartiges zu gewinnen gibt. Und welcher Anlass eignet sich dafür besser als die derzeitige (Ausnahme)-Situation. Die Voraussetzungen der Teilnahme – kommentieren, teilen, liken und eine persönliche Nachricht schicken.

Nun könnte man meinen: „Wenn man da mal mitspielt, passiert doch nichts!“. Das ist ein Irrtum, denn die Leichtgläubigkeit lässt sich der Ersteller solcher Seiten mit den Daten der Nutzer bezahlen. Ab einer bestimmten Teilnehmerzahl werden die Nutzer zu einem neuen Link weitergeleitet. Über diesen gelangt man zu diversen Partnerprogrammen, für die der Ersteller Provision, der Nutzer dagegen bestenfalls lästige Werbung erhält.

Der Tipp der Verbraucherzentrale: Falsche Gewinnspiele sind häufig daran zu erkennen, dass entweder der Name eines bekannten Unternehmens missbraucht oder ein Phantasiename benutzt wird. Der Nutzer wird zum Teilen und Liken „gezwungen“; Teilnahmebedingungen für das Spiel fehlen. Zudem gibt es weder echte Kontaktmöglichkeiten noch ein Impressum. Achten Sie darauf, ehe Sie Ihre Daten preisgeben!

Bundestag verabschiedet wegen Corona neues Gesetz zu Verbraucherrechten

Welche Zahlungen darf man stoppen?

Durch die derzeitige Corona-Pandemie geraten viele Verbraucher aufgrund von Einkommenseinbußen in finanzielle Nöte. Zur Abmilderung dieser Folgen wurde vom Bundestag ein Gesetz verabschiedet. Seit dem 1. April 2020 gelten neue Verbraucherrechte.

Verbraucher dürfen ihre Abschläge auf Strom, Gas und Wasser, die monatlichen Zahlungen für Telefon und Internet, den Beitrag für bestimmte Versicherungen (z. B. private Krankenversicherungen) und größere Raten für Konsumkredite vorübergehend aussetzen. Diese Zahlungsstundung gilt zunächst für drei Monate, also für April, Mai und Juni 2020.

Verbraucher müssen in dieser Zeit weder die Einstellung der Versorgung, also etwa eine Stromsperre) noch Mahn- und Inkassokosten befürchten. Alle Forderungen werden aber nicht erlassen, sondern müssen ab Juli nachgezahlt werden. Der Gesetzgeber hat sich vorbehalten, die Dauer dieser Sonderregung wenn notwendig bis September zu verlängern.

Voraussetzungen für einen Zahlungsaufschub sind:

  • ein stark vermindertes Einkommen durch die Corona-Krise,
  • das Einkommen reicht nicht mehr für einen angemessenen Lebensunterhalt,
  • es geht um laufende Kosten aus einem Vertrag für existenzielle Leistungen wie Miete, Energiekosten, Telefon und Internet, Lebensmittel und notwendige Medikamente, Unterhaltsleistungen
  • der Vertrag wurde vor dem 08.03.2020 geschlossen.

Für alle Fragen rund um die neuen Regelungen können Sie sich gern an die Beratungsstelle Rostock der Verbraucherzentrale wenden.