Bollewick bereitet sich auf die Landesmeisterschaft im Vierspännerfahren vor

Der 66-jährige Turnierleiter des Fahr- und Reitturniers am 7. und 8. August in Bollewick, Heinz Priestaff, nimmt die Leinen auch selbst noch in die Hand, und will auch bei seinem Hausturnier an den Start gehen. © Jutta Wego

Deutschlands größte Feldscheune, ein kulturelles Zentrum der besonderen Art, befindet sich im Müritz-Ort Bollewick (Mecklenburgische Seenplatte). Sie hat den Ort in den letzten 27 Jahren europaweit bekannt gemacht und zieht jährlich tausende Menschen an. Aber auch Pferdezucht und Pferdesport wird in und um Bollewick seit Jahrzehnten auf hohem Niveau betrieben. Der ansässige Reit- und Fahrverein (RFV) Bollewick unter Leitung von Heinz Priestaff gehört zu den aktivsten im Land. Nachdem das Traditionsturnier im vorigen Jahr coronabedingt ausfiel, ist für den 7. und 8. August ein Neustadt geplant.

Die Landeskommission für Pferdesport im Land weiß um das große Engagement der Bollewicker Akteure, besonders auf dem Gebiet des Fahrsports, und hat wieder die Landesmeisterschaft für Pferde und Ponys im Vierspännerfahren an Bollewick vergeben, die im vorigen komplett ausfiel. Darüber hinaus gibt es für Ponys und Großpferde einen Ländervergleichswettkampf. Die Kombinierten Prüfungen werden über dies für den Mecklenburger Fahrer-Cup gewertet. Es werden aber nicht nur Prüfungen im Vierspänner auf dem Niveau der Klasse M ausgetragen. Zweispänner starten ebenfalls in Klasse M und darüber hinaus enthält die Ausschreibung für sie in Klasse A eine Kombinierte Prüfung.

Angegliedert an die Fahrprüfungen sind auch neun Springprüfungen, die am Samstagabend beginnen, wenn die Fahrer das Geländefahren beendet haben. Darunter auch ein A-Springen unter Flutlicht. Fünf Prüfungen und Wettbewerbe im Dressurviereck, die alle am Sonntag zusammen mit den restlichen sechs Springprüfungen ausgetragen werden, komplettieren die Ausschreibung.

Während vor allem die Springreiter, vordergründig die, die den Pferdesport beruflich ausüben, auch während der Corona-Beschränkungen Möglichkeiten hatten ihren Trainingszustand bei Wettkämpfen zu überprüfen, brach für die Gespannfahrer alles weg was mit Wettkampf zu tun hat. Deshalb brennen die Fahrer darauf, deren Zahl allerdings weiter geschrumpft ist, sich wieder in der Öffentlichkeit präsentieren zu können. „Wir müssen erst mal wieder selbst rausfinden wo wir stehen und wie unser Leistungsstand ist“, sagt Mario Schildt, der erfolgreichste Vierspännerfahrer der letzten Jahre in Mecklenburg-Vorpommern. Er konnte sich aber immerhin schon mal am 19. Juni in Blekendorf (Kreis Plön/SH) mit einem Zweispänner zeigen, wo er die Kombinierte Prüfung Klasse A und das Hindernisfahren gewann. 2018 war er Sieger der Kombinierten Wertung im Vierspännerfahrern in Bollewick und wurde 2019 Zweiter.

Für die Fahrprüfungen haben 33 Fahrer 30 Gespanne in den Kombinierten Prüfungen gemeldet, die Hälfte davon mit Ponys bespannt. Einige starten nur in Einzelprüfungen. Für das Reitturnier zu gleicher Zeit sind es 177 Reiter die ihr Kommen signalisierten. „Endlich können wir wieder loslegen“, sagt Turnierleiter Heinz Priestaff, der mit seinen Mannen auch wieder das beliebte Fahrerlager herrichtet, auf dem sich alle Fahrer mit LKW’s, Zelten und Paddocks für die Pferde einrichten und zwei Tage eine große Solidargemeinschaft bilden. Wir sind Heinz sehr dankbar, dass er dieses schöne Fahrturnier wieder für uns Fahrer organisiert“, sagt Hans-Georg Schröder aus Anklam. Der Aktiven Sprecher des deutschen Fahrsports wird selbst an den Zweispänner-Prüfungen Klasse M teilnehmen. „Solange ich irgendwie kann mache ich weiter“, sagt Heinz Priestaff bescheiden.
Der 66-jährige Turnierleiter des Fahr- und Reitturniers am 7. und 8. August in Bollewick, Heinz Priestaff, nimmt die Leinen auch selbst noch in die Hand, und will auch bei seinem Hausturnier an den Start gehen. © Jutta Wego