Welches Ei steckt in der Nudel?

Aus welchem EU-Land das frische rohe Ei stammt und ob die Hühner, die es gelegt haben, in Bodenhaltung leben oder in einer anderen Haltungsform – diese Information findet der Verbraucher seit 2004 auf dem Ei.

Durch den sogenannten „Erzeugercode“ ist diese Information im Stempel auf dem Ei verschlüsselt. Das führte dazu, dass im deutschen Handel keine Käfigeier mehr angeboten wurden, da Verbraucher sie nur ungern kaufen.

Stammten im Jahr 2008 noch 60 Prozent der hierzulande produzierten Eier aus Käfighaltung, sind es heute weniger als zehn Prozent aus „ausgestalteten Käfigen“. Nach EU-Recht dürfen Legehennen noch bis 2025 so gehalten werden. Auch wenn für diese Käfige ein Legenest, Einstreu und Sitzstangen vorgeschrieben sind: sie bleiben mit 800 Quadratzentimeter pro Henne sehr eng. Die Tiere haben etwas mehr Platz als auf einem A4-Blatt.

Aber nur ungefähr die Hälfte der in Deutschland gegessenen Eier wird frisch gekauft. Die andere Hälfte steckt in eihaltigen Lebensmitteln oder wird in der Gastronomie verzehrt, berichtet Simone Goetz von der Verbraucherzentrale M-V.

Foto: Nudeln im Topf Quelle: VZ MV

Bei Eiernudeln, Backwaren, Fertiggerichten oder Mayonnaise gehen aber wichtige Informationen verloren. Hier ist eine Kennzeichnung von Haltungsform und Herkunft nicht vorgeschrieben, klärt Simone Goetz auf. Eier für die Verarbeitung werden häufig aus Ländern importiert, in denen, anders als in Deutschland, noch große Mengen Käfigeier erzeugt werden. Das sind z. B. Polen, Frankreich oder auch Spanien.

Seit Jahren fordert deshalb die Verbraucherzentrale M-V, dass die Haltungsform der Legehennen auch für Eier angegeben werden muss, die in Lebensmitteln verarbeitet werden. Nur so hat der Verbraucher eine Entscheidungsmöglichkeit.

Aber auf freiwilliger Basis geben manche Unternehmen schon heute die Haltungsform der Legehennen auf eihaltigen Lebensmitteln an. Fast immer handelt es sich dabei um Eier aus Bodenhaltung.

Bei zahlreichen Herstellern von Eiernudeln, von Back- und Süßwaren sowie bei vielen Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels findet man diesen Hinweis. Dort wird also auf die Verarbeitung von Käfigeiern verzichtet.